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Nachtrag aus der „Jungen Welt“ zum NSU-Prozess:

NSU-Prozeß: Nebenklage will wegen Mordversuchs verurteilten V-Mann Szczepanski als Zeugen hören. Grüne beantragen Sondersitzung des Innenausschusses im Bundestag

Zeugen aus Geheimdienstkreisen werden vom Generalbundesanwalt eher ungern benannt. Im Prozeß um die Neonaziterrorgruppe NSU wird ihre Ladung zumeist von Anwälten der Nebenklage beantragt, die aktuell fordern, den früheren V-Mann Carsten Szczepanski zu vernehmen, der von Brandenburgs Verfassungsschutz 1994 ausgerechnet während der Untersuchungshaft nach dem Mordversuch an einem Nigerianer verpflichtet worden war. Bereits nach gut vier Jahren war er auf Bewährung entlassen worden und genoß in der Szene einen Heldenstatus.

Die Anwälte mehrerer Opferfamilien im NSU-Prozeß gehen davon aus, daß Szczepanski in die Beschaffung von Waffen für das mutmaßliche Kerntrio der Gruppe eingebunden war – und zumindest wußte, daß sie im Spätsommer 1998 Überfälle begangen hatte. Derartige Finanzierungsaktionen für die Szene seien damals offen diskutiert worden, »angestoßen durch entsprechende Pläne und Aktionen von ›Blood & Honour‹ und ›Combat 18‹-Strukturen in England«, heißt es in dem Beweisantrag, der am Mittwoch von Rechtsanwältin Antonia von der Behrens verlesen wurde. Sie hat sich intensiv mit der Frühgeschichte des 2011 aufgeflogenen »Nationalsozialistischen Untergrunds« befaßt.

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