Onkelz-Konzert in Hockenheim: Die Banalität der Böhsen

„Spiegel Online“ schreibt:

Nach neun Jahren ein ausverkauftes Haus: Bei ihrem Konzert in Hockenheim zelebrierten die Böhsen Onkelz ihre Randständigkeit. Die Fans feierten die Band dafür frenetisch – das gemeinsame Außenseitertum ist die einzige Botschaft der Band.

Schweinsteiger, Klose und Mertesacker waren auch da. Mertesacker lag mit ausgebreiteten Armen auf dem Boden, das Gesicht im Staub. Klose auf Knien, den Kopf wie im stillen Gebet gegen einen Zaun gelehnt, pinkelte in hohem Bogen durch den Maschendraht ins Gebüsch gegenüber. Und Schweinsteiger hatte sich betrunken bei einer unbekannten Frau untergehakt, reckte die die Faust und brüllte immer wieder: „Nichts ist für die Ewigkeit!“. Die Spieler wirkten an diesem Abend nicht, als könnten sie noch ihre volle Leistung abrufen. Aber sie müssen es gewesen sein. Stand ja hinten auf ihren Trikots, schwarz auf weiß.

Auffällig waren diese Hemden deshalb, weil am Samstag während des Spiels die Leute vor allem schwarze T-Shirts trugen. Ohne Bundesadler, dafür mit mit Slogans wie „Ach, Sie suchen Streit?“, „Helden leben länger, Legenden leben ewig“, „Der Himmel kann warten“ oder „Manche führen“ auf der Brust und „Manche folgen“ auf dem Rücken. Auch fehlte nicht der Klassiker: „Gehasst. Verdammt. Vergöttert.“ Darin ist schon das ganze Geschäftsmodell wie auch die Theologie der Böhsen Onkelz enthalten. An diesem Abend gaben sie nach neun Jahren vor rund 100.000 Menschen am Hockenheimring ihr zweites ausverkauftes Comeback-Konzert in Folge. Imposante Kulisse, imposante Zahlen. In neun Jahren staut sich offenbar einiges auf.

Weiter
Siehe auch: Bier zur „Wiederauferstehung“
Comeback der Böhsen Onkelz: Antifa – ihr könnt mich mal!

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF