Die Enkelz überholen rechts

Thomas Kuban berichtet für die „Kontext Wochenzeitung“:

Die Böhsen Onkelz sind wieder da. Vor 200 000 Fans feierten die einstigen Rechts-Rocker auf dem Hockenheimring ihr Comeback. Doch das Skandalquartett hat inzwischen Konkurrenz. Frei.Wild heißen die nationalistischen Musikanten aus Südtirol.
Das Millionengeschäft mit den Böhse Onkelz-Anhängern machen jetzt wieder die Originale: Mit ihren Reunion-Konzerten hat die ehemalige Skinhead-Truppe am 20. und 21. Juni 2014 den Hockenheimring gerockt und insgesamt rund 200 000 Fans zum Toben gebracht. Seit der Auflösung des Quartetts vor neun Jahren hatten unzählige, teils rechtsextreme Cover-Bands die lukrative Lücke gefüllt – sowie die Ersatz-Onkels der Rechtsrock-Gruppe „Frei.Wild“. Ab sofort ist der Markt umkämpft. Denn die umjubelte Botschaft von Bass-Onkel Stephan Weidner lautete: „Wir bleiben!“

Diese Nachricht schlug bei Liebhabern vulgären Deutschrocks wie ein Blitz ein: Mit einem gewitterig gestalteten Videoclip meldeten sich die Böhsen Onkelz am 20. Januar 2014 überraschend zurück. Ihre Ansage: „Nichts ist für die Ewigkeit.“

Das Unwetter nahm seinen Lauf – zunächst mit einem Sturm auf den Ticket-Verkauf im Internet. Das erste 100 000-Mann-Konzert war binnen einer Stunde ausverkauft, das zweite sogar „in weniger als 40 Minuten“, wie die Onkelz mitteilten. Ein Stehplatz-Ticket im Innenraum kostete regulär 66,50 Euro – ein Millionengeschäft. Im Internet-Auktionshaus Ebay wurden die Karten hinterher sogar für das Doppelte und noch mehr gehandelt.

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