Archiv für Juni 2014

POLISH FASCISTS ATTACKED A NORTH LONDON MUSIC FESTIVAL ON SATURDAY

„Vice“ berichtet:

On Saturday, a group of about 20 Polish far-right nationalists attacked the audience at a family event called Music Day, held in Tottenham’s Markfield Park. It was billed as “an all day celebration of music in tandem with celebrations across the world” and seemed to have passed off peacefully enough, as you‘d expect a family music festival to. However, as it was drawing to a close, a group of skinheads rushed the stage, assaulted several members of the crowd and events team, and left one man in hospital with stab wounds. The crowd managed to push the skinheads back into a small corner of the park, before four riot vans turned up to shut down the melee and arrest several people for breaching the peace.

Footage shows festivalgoers and the far right exchanging missiles, including flares. Another video shows a man getting arrested wearing a T-shirt bearing the slogan, “Wielka Polska”, meaning „Great Poland“. The attackers were from a group of far-right Polish immigrants known as Zjednoczeni Emigranci Londyn (Emigrants United London). The police confirmed that a 22-year-old Polish man was charged with racially aggravated common assault, religiously aggravated common assault and common assault. Police said that another man – aged 22 – was arrested for racially aggravated common assault after a man’s kippah was pushed from his head.

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And: Man stabbed during violence as ‚Polish neo-Nazis‘ storm Tottenham music festival

Video: Ben Becker blamiert sich als Ansager der Böhsen Onkelz

Schlechte gebrüllt, Löwe! Ein völlig neben sich stehender Ben Becker macht den Anheizer für die Böhsen Onkelz. Sehen Sie hier das unfassbar schlechte Video.Bei den Comeback-Konzerten der Böhsen Onkelz am Hockenheimring (20. und 21. Juni) hat sich der Schauspieler Ben Becker in seiner Rolle als Ansager für die Band kräftig blamiert. Als würde er nicht wissen, dass sein Mikrofon angeschaltet ist, brüllte Becker zunächst wie entfesselt in die Menge und tobte mit hochrotem Kopf über die Bühne. Wie ein Fußsoldat schrie er: “Die werden mich verfluchen, weil ich hier stehe! Denen werde ich sagen: danke für nichts! (…)”. (….) “Ich stehe hier, weil ich keinen Bock habe umzufallen. (…) Was mich am Leben hält ist der Gedanke daran, dass ich nicht alleine bin. Nichts ist für die Ewigkeit!

via rolling stone: Video: Ben Becker blamiert sich als Ansager der Böhsen Onkelz< /blockquote>

Siehe auch: PEINLICHER AUFTRITT: BEN BECKER KÜNDIGT SCHREIEND DIE BÖHSEN ONKELZ AN (VIDEO)
Ben Becker wird zum bösen Onkel

Neonazi-Event in Nienhagen gekippt?

Via der „Blick nach Rechts“:

24.06.2014 – Nienhagen – Fünf Tage vor dem geplanten Rechtsrock-Konzert in Nienhagen bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben die zuständigen Behörden die Veranstaltung verboten. Eine entsprechende Verfügung wurde dem Neonazi Oliver Malina am Montag an seinem Wohnort in Nienhagen zugestellt.

Die Gemeinde begründet das Verbot unter anderem damit, dass die öffentliche Sicherheit auch durch Auflagen nicht gewährleitet werden kann. In dem Ort mit knapp 400 Einwohnern werden am Samstag bis zu 1300 Neonazis erwartet, Bürgerinitiativen haben mehrere Gegenveranstaltungen angemeldet, eine Veranstaltung des DGB soll auf dem Zugang zum Gelände stattfinden, das für das Konzert vorgesehen war. Bei einem von Malina als Ausweichort angemeldeten Gelände prüft die Verbandsgemeinde Vorharz zurzeit die Eignung des Grundstücks für eine Musikveranstaltung. Im vergangenen Jahr hatte das Oberverwaltungsgericht Magdeburg ein Verbot des Konzertes gekippt, anschließend waren etwa 1200 Neonazis in Nienhagen eingefallen. Die Polizei registrierte unter anderem eine Körperverletzung gegen einen Journalisten und „Heil Hitler“-Rufe.

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Siehe auch MDR-Bericht hier.

Werwolf, Waffen, Werthebach: Wer ist die Anti-Antifa?

Auch folgender Artikel des AIB aus dem Jahre 2000 ist durchaus nochmal lohnenswert zu lesen, um die Entstehung und das Umfeld des NSU besser analysieren zu können:

Anfang November vergangenen Jahres trafen sich deutsche, schwedische, englische und norwegische Neonazis aus dem internationalen Netzwerk von Combat 18 (C18) und Blood & Honour (B&H) in einer Kleinstadt bei Oslo in Norwegen. Wesentlicher Programmpunkt des Treffens, an dem zwei deutsche Neonazis aus dem Umfeld von Thorsten H. teilnahmen: Die Koordinierung internationaler Anti-Antifa- Aktivitäten und damit verbundener klandestiner Terror gegen Antifaschistinnen, Journalistinnen und Vertreter staatlicher Behörden.

Die deutschen Neonazis sind unter Zugzwang: Nach mehreren Morden, die von ihren schwedischen Kameraden im vergangenen Jahr verübt wurden, und nach der spektakulären rassistischen Bombenanschlagsserie in London, wollen sie ihren internationalen Vorbildern nacheifern. Noch hapert es bei der Umsetzung, doch Anti-Antifa-Listen wie der »Wehrwolf« sind nur die Spitze des Eisbergs; und an vermeintlichen »Einzeltätern« wie Kay Diesner, der bis zu seiner Inhaftierung Teil einer funktionierenden neonazistischen Struktur war und heute in den meisten Neonazipublikationen als »Märtyrer« gefeiert wird, mangelt es in deutschen Neonazikreisen keineswegs. Ein Teil dieser Szene ist den staatlichen Sicherheitsbehörden – die ansonsten immer ihre Finger im Spiel hatten, wenn Neonazis zu organisiertem Terror ansetzen – offenbar aus dem Ruder gelaufen. Wenn sich Polizeibeamte genötigt sehen, Antifaschistinnen – wie im Dezember in Göttingen – vor Briefbomben zu warnen, sollte das niemanden beruhigen, sondern zu erhöhter Wachsamkeit mahnen.

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Mit White Power Musik zum »Rassenkrieg« William Pierce, Nordland und die NPD

Ein Blick zurück via „Antifaschistisches Infoblatt“:

Der us-amerikanische Neonazianführer William Pierce, ein ehemaliger Physik-Professor, hat die US-Rechtsrockfirma Resistance Records sowie die Lagerbestände und Plattenverträgedes schwedischen Nazirock-Labels Nordland gekauft. Damit hat er einen Großteil der internationalen White-Power-Musikszene unter seine Kontrolle gebracht. Der 66jährige Pierce lebt auf einem abgeschiedenen festungsähnlich ausgebauten Grundstück in den Bergen von West Virginia und hört selbst keinen Skinhead Rock‘n Roll, aber er will mit seinem neuen Musikgeschäft mehr als 750.000 Dollar (1,5 Mio Mark) im Jahr einnehmen. Und er rechnet damit, eine »zunehmende Zahl von jüngeren Mitgliedern« für seine Organisation National Alliance zu gewinnen.

Vom USA-Korrespondenten des AIB
Pierce ist in Europa kein Unbekannter, u.a. hat er gute Beziehungen zu Udo Voigt und zur NPD. Der Verkauf von CDs und Zubehör könnte sich als der bisher beste Schachzug in der 35jährigen Nazikarriere von Pierce entpuppen. William Pierces Einstieg in die rechte Szene begann in der rechtsextremen John Birch Scociety. Ende der 60er Jahre wurde er Propaganda-Chef der National Socialist White Peoples Party (Nationalsozialistische Weiße Volkspartei) und war Herausgeber einer Zeitschrift für die World Union of National Socialistes (Weltvereinigung der Nationalsozialisten). 1974 gründete er die National Alliance (NA). Diese kleine Organisation wurde 1978 durch die Veröffentlichung von Pierces Nazi-Roman »The Turner Diaries« schlagartig bekannt. »Turners Tagebücher« schildern einen Rassenkrieg in Nordamerika, der mit Atombomben und Massenmord an Juden und Jüdinnen, AfroamerikanerInnen und weißen »Rasse-Verrätern« endet.

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Rechte Sportsfreunde

Das „Antifaschistische Infoblatt“ schreibt:

Kampfsportmarken suchen Absatzmärkte

Vermehrt versuchen bei Neonazis beliebte Bekleidungsmarken wie „Thor Steinar“, »Brachial« oder »Label 23« in anderen »unpolitischen« Kreisen neue Absatzmärkte zu erschließen. Neben „Label 23“ und „Brachial“ geriet in der Vergangenheit auch „Walhall Athletik“ wegen der Bemühungen, im Bereich der Kampfsportszene Fuß zu fassen, in die öffentliche Kritik.

Zur Marke Brachial wurden schon mehrfach Informationen von regionalen AntifaschistInnen und JournalistInnen veröffentlicht: Die Gründung der Kampfsport-Marke „Brachial“ und der Marke „Bars­tool Sports“ soll demnach auf Ralf Mar­sch­ner („Manole“) zu­rückgehen­. Bei der Marke „Brachial“ trat er offiziell jedoch nicht selber in Erscheinung.1 Ralf Marschner or­ga­ni­sier­te in den 1990er Jahren eine Viel­zahl von Neonazi-Kon­zer­ten und war in der Zwi­ckau­er Neo­na­zi-​Sze­ne lange Zeit fe­der­füh­rend. Er war Mitglied und Mitbegründer der RechtsRock-Band „Westsachsengesocks“ und in den Zwickauer Neo­nazi-Laden „The Last Resort“ involviert. Zudem trat das Firmengeflecht um ihn als Spon­sor im Be­reich von Kampfsport-Ver­an­stal­tun­gen auf, um in der Szene Fuß zu fassen. Der Ver­kauf der Marke „Bra­chi­al“ er­folgte über­durch­schnitt­lich stark durch Läden der ex­trem rech­ten Szene. Seit bekannt wurde, dass Ralf Marschner unter dem Decknamen „Primus“ ein knappes Jahrzehnt für den Verfassungsschutz die Neonazi-Szene bespitzelt hatte, dürfte der eher politisch orientierte Teil der Szene auf der Suche nach anderen Kampfsport-Kleidermarken sein.

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Rechtsrock in Sachsen-Anhalt: Die Nazis kommen wieder

Die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet:

Am kommenden Sonnabend ist es wieder soweit: Im Dörfchen Nienhagen bei Halberstadt (Harz) werden weit über 1 000 Rechtsextreme aus ganz Europa einfallen – zu Konzerten diverser Rechtsrock-Bands. Trotz der engagierten Bürgerinitiative „Nienhagen rechtsrockfrei“ spricht derzeit vieles dafür, dass die Veranstaltung auf einem Privatgelände – der „Hopfendarre“ – auch in diesem Jahr stattfindet. Nach Ansicht von der Opposition im Magdeburger Landtag und der regierungstragenden SPD liegt das daran, dass das Innenministerium Sachsen-Anhalt nach wie vor zu zögerlich gegen Nazikonzerte vorgeht.

Gundlach sorgt für Erstaunen

Dabei habe Innenstaatssekretär Ulf Gundlach (CDU) auf der jüngsten Sitzung des Innenausschusses erklärt, er ginge davon aus, dass weder das Konzert in Nienhagen, noch dass im August erneut in Berga (Mansfeld-Südharz) geplante Rechtsrock-Festival „In Bewegung“ stattfinden würden, erinnert sich Linken-Innenpolitikerin Henriette Quade. Gundlachs Begründung: In Nienhagen gebe es ja das Straßenfest des Bürgerbündnisses und in Berga sei der Veranstaltungsort – ein Wiese – anderweitig verpachtet. „Wir waren einigermaßen fassungslos“, erklärte Quade. „Ziemlich befremdlich“, findet auch Sebastian Striegel (Grüne) die Auffassung Gundlachs.

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Siehe auch: Nienhagen wehrt sich gegen Rechtsrock-Konzert
Gegendemonstration zu Rechtsrock-Konzert in Nienhagen

Catholic Guilt – Degraded

Neonazistische Aktivitäten und Akteure im Emsland 2013

„Muffrika“ berichtet:

Das Jahr 2014 ist zwar schon über fünf Monate alt, jedoch möchten wir trotzdem ein Blick auf das Jahr 2013 werfen, denn im Emsland und bei den emsländischen Nazis hat sich 2013 einiges getan. Dies ist ein Versuch eines Jahresrückblickes, mit dem wir näher auf die neonazistische Szene eingehen wollen. Neben dem NPD Unterbezirk Emsland/Grafschaft Bentheim soll auch ein besonderes Augenmerk auf die so genannten „Freien Kräfte“ gelegt werden. Bei diesem Jahresrückblick erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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„Über die Maas, über Schelde und Rhein“ – Hintergründe des „Blood & Honour“-Konzerts am 19. April 2014 im Elsass

Via „Autonom Antifa Freiburg“:

Am 19. April 2014 spielten sieben Nazibands am Vorabend von Hitlers Geburtstag im südelsässischen Dorf Oltingue. Das Nazikonzert war seit Monaten in einschlägigen Foren und auf Facebook beworben worden. Doch nicht einmal 300 Nazis machten sich an diesem Samstag auf den Weg Richtung Dreiländereck – ungewöhnlich wenige für ein Konzert dieser Größenordnung. Abgesehen von der miserablen Qualität der Soundanlage und der viel zu großen Halle konnte das Konzert ohne Probleme stattfinden. Nach einer antifaschistischen Veröffentlichung auf Indymedia linksunten und einer darauf folgenden Agenturmeldung von Agence France-Presse fragte der Vizechef der konservativen Oppositionspartei UMP, Roger Karoutchi, in einem offenen Brief den französischen Premierminister Manuel Valls, wie es sein könne, dass „200 Nazis in einem öffentlichen Saal einer französischen Gemeinde ungestraft Hitler feiern“. Die Medien in Deutschland und der Schweiz berichteten anschließend über den Nachklang des Nazikonzerts in Frankreich, doch die entscheidenden Fragen nach den Hintergründen wurden nirgendwo gestellt: Wer hat das Konzert organisiert? Wer sind die Verantwortlichen?

Es gab wie zu erwarten Nazis aus Südbaden und dem Elsass, die vor Ort das Konzert organisierten. Angeleitet wurden sie von «Blood & Honour»-Nazis mit Überschneidungen zu «Furchtlos & Treu» aus Stuttgart und den «Autonome Nationalisten Göppingen». Einnahmen des Konzerts sollten an ein Nazihaus im thüringischen Ballstädt gespendet werden, bei dem es Überschneidungen zum «Objekt 21» in Oberösterreich gibt. Unterstützung gab es aus den Niederlanden, die Bands kamen aus Deutschland, Finnland und den USA. Die Nazis diskutierten auf der Website nationale-revolution.net, dem inoffiziellen Nachfolger von thiazi.net. Im Herbst soll der Prozess gegen die Verantwortlichen von thiazi.net in Rostock beginnen. Die bisher bekannten «Thiazi»-ModeratorInnen kamen aus ganz Deutschland, inzwischen konnten weitere in Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Südengland identifiziert werden. Darunter der Sänger der Naziband «Deutsch, Stolz, Treu», die auch bei dem Konzert spielte, der Gründer der «Kampfgruppe Priem», eine Kita-Mitarbeiterin und CDU-Kandidatin aus Brandenburg und ein Nazi mit Kontakten zu «Combat 18 Pinneberg». Von «Combat 18» schließlich führt die Recherche zum Bassisten von «Oidoxie», dem Hauptorganisator des Konzerts: Alexander Gorges. Der Thüringer lebt mittlerweile in der Schweiz und organisiert Nazikonzerte von Frankreich bis Ungarn. Und nie ist der Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ weit entfernt.

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Electro mob – Bullenwagen Klauen remix


Soeben erstmals auf Vinyl bei Riot Bike Records erschienen – die erste Auflage von 500 Exemplaren ist allerdings schon ausverkauft…

Onkelz-Konzert in Hockenheim: Die Banalität der Böhsen

„Spiegel Online“ schreibt:

Nach neun Jahren ein ausverkauftes Haus: Bei ihrem Konzert in Hockenheim zelebrierten die Böhsen Onkelz ihre Randständigkeit. Die Fans feierten die Band dafür frenetisch – das gemeinsame Außenseitertum ist die einzige Botschaft der Band.

Schweinsteiger, Klose und Mertesacker waren auch da. Mertesacker lag mit ausgebreiteten Armen auf dem Boden, das Gesicht im Staub. Klose auf Knien, den Kopf wie im stillen Gebet gegen einen Zaun gelehnt, pinkelte in hohem Bogen durch den Maschendraht ins Gebüsch gegenüber. Und Schweinsteiger hatte sich betrunken bei einer unbekannten Frau untergehakt, reckte die die Faust und brüllte immer wieder: „Nichts ist für die Ewigkeit!“. Die Spieler wirkten an diesem Abend nicht, als könnten sie noch ihre volle Leistung abrufen. Aber sie müssen es gewesen sein. Stand ja hinten auf ihren Trikots, schwarz auf weiß.

Auffällig waren diese Hemden deshalb, weil am Samstag während des Spiels die Leute vor allem schwarze T-Shirts trugen. Ohne Bundesadler, dafür mit mit Slogans wie „Ach, Sie suchen Streit?“, „Helden leben länger, Legenden leben ewig“, „Der Himmel kann warten“ oder „Manche führen“ auf der Brust und „Manche folgen“ auf dem Rücken. Auch fehlte nicht der Klassiker: „Gehasst. Verdammt. Vergöttert.“ Darin ist schon das ganze Geschäftsmodell wie auch die Theologie der Böhsen Onkelz enthalten. An diesem Abend gaben sie nach neun Jahren vor rund 100.000 Menschen am Hockenheimring ihr zweites ausverkauftes Comeback-Konzert in Folge. Imposante Kulisse, imposante Zahlen. In neun Jahren staut sich offenbar einiges auf.

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Siehe auch: Bier zur „Wiederauferstehung“
Comeback der Böhsen Onkelz: Antifa – ihr könnt mich mal!

„SS-Siggi“ und die braunen Geister

Via der „Blick nach Rechts“:

20.06.2014 – Siegfried Borchardt, unter seinesgleichen eine Galionsfigur der Szene und neu gewählter Stadtrat in Dortmund, sorgt für Medienberichte, die dem „Die Rechte“-Gründer und Chef Christian Worch offenbar missfallen. Der will am liebsten nicht mehr Vorsitzender sein – oder seine Partei auf Linie bringen.

In Dortmund steht ein Mann vor dem Rathaus und genießt den Auftritt seines Lebens. Dutzende Journalisten sind da – seinetwegen. Kameras werden auf ihn gerichtet. Mikrofone ihm entgegengestreckt. Eigentlich spricht man in der Szene ja nicht mit der „Feindpresse“. Doch dieser besondere Tag verlangt nach einer Ausnahme. „Ich bin Nationaler Sozialist“, sagt Siegfried Borchardt also in die Kamera. „Und wenn das kompatibel ist, was der Nationalsozialismus gesagt hat, dann ist das in Ordnung.“

Was genau womit kompatibel sein soll, damit es für ihn in Ordnung ist, erklärt er nicht. Muss er auch nicht: Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Borchardt als Neonazi bekannt. „SS-Siggi“ nennen sie ihn nicht nur in der Szene. Ihm gefällt das nicht so ganz. Er will sozusagen zwischen unterschiedlichen Brauntönen differenzieren: Lieber würde er es hören, so verrät er, wenn man ihn „SA-Siggi“ riefe. An diesem Tag wird der 60-Jährige an seiner ersten Sitzung als Ratsmitglied in Dortmund teilnehmen. 2100 Stimmen hat „Die Rechte“ bei der Kommunalwahl am 25. Mai in der Ruhrgebietsmetropole geholt, 1,0 Prozent, genug für ein Mandat.

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Polizei stellt Schusswaffen sicher

Der „Focus“ berichtet:

Bei einer Hausdurchsuchung in Neukölln hat die Polizei zwei Schusswaffen beschlagnahmt.
Polizisten durchsuchten am Freitag die Wohnung eines 56-Jährigen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Er hatte sich in sozialen Netzwerken mit dem Keltenkreuz – einem Symbol der rechten Szene – präsentiert, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Neben den Schusswaffen hatte er 100 Schuss Munition und einen Schlagring in seiner Wohnung. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Quelle
Die sichergestellten Waffen und die Munition sollten mal hinsichtlich dieses Falls abgeglichen werden: War Rassismus wieder das Motiv?

„Wasted in Riesa“: Aktionstag gegen NPD-Blatt Deutsche Stimme mit „Feine Sahne Fischfilet“

„Endstation Rechts“ schreibt:

Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Initiativen, Vereinen und Parteien demonstriert heute in Riesa unter dem Motto „Keine Ruhe für Nazis und Rassisten. `Deutsche Stimme´ zumachen“ gegen die Parteizeitung der NPD. Nachdem das Landratsamt den Protest zunächst in rund einen Kilometer Entfernung verbannen wollte, hob das Verwaltungsgericht diese Auflage auf. Angekündigt ist darüber hinaus ein Konzert der Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, deren letzter geplanter Auftritt auf dem Riesaer Stadtfest durch die Stadtoberen untersagt worden war. Zuvor hatte die NPD massiv Stimmung gegen die Rostocker gemacht.

Der Sieg war hart erkämpft. Das Verwaltungsgericht Dresden kippte gestern die vom Landratsamt Meißen erlassene Auflage, dass eine Demonstration gegen den NPD-Parteiverlag Deutsche Stimme nur in einer erheblichen Entfernung über die Bühne gehen dürfe. Die Abschlusskundgebung des Protestzuges, der unter dem Motto „Keine Ruhe für Nazis und Rassisten. `Deutsche Stimme´ zumachen“ stehen wird, sollte in einem Kilometer Entfernung stattfinden. Das Ordnungsamt hatte für seine Entscheidung zuvor lapidar „Brandschutzgründe“ angeführt.

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Zuhälterei mit minderjährigen Jungen? Durchsuchung bei mutmaßlichem NSU-Helfer Tino Brandt

Via „Thüringer Allgemeine“:

Erfurt. Der frühere Chef des rechtsextremen Thüringer Heimatschutzes und mutmaßliche NSU-Helfer Tino Brandt soll in großem Stil Zuhälterei betrieben haben. Nach Informationen der Thüringer Allgemeinen besteht der Verdacht, dass er mehrere, zum Teil minderjährige Jungen und Männern an Freier vermittelte. Zudem soll er für sie eigens Wohnungen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt bereit gestellt haben.

Die Staatsanwaltschaft Gera teilte am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass gegen Brandt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Zuhälterei laufe. Zugleich bestätigte sie, dass in diesem Zusammenhang bereits am Mittwoch die Rudolstädter Wohnung Brandt durchsucht wurde. Weitere Details wollte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Villwock nicht nennen.
Nach Informationen der „Thüringer Allgemeinen“ wurden auch die Wohnungen von mindestens fünf Jugendlichen und Männern durchsucht, die sich im Auftrag von Brandt prostituiert haben sollen. Wie die Zeitung zudem berichtet, gehen die Ermittler davon aus, dass die Geschäftsanbahnung per Internet in sozialen Netzwerken stattfand.
Der neue Verdacht gegen Brandt ergab sich während der Betrugsermittlungen, die schon seit mehr als zwei Jahren gegen ihn und 12 weitere Beschuldigte laufen. Im März 2012 war deshalb sein Haus schon einmal untersucht worden. Gleichzeitig fand damals eine Razzia bei dem früheren Neonazi Thomas Dienel in Leipzig statt. Die beiden Männer sollen einer Betrügerbande angehört haben, die angeblich Versicherungen um mehr als einer Million Euro schädigten. Bei den Durchsuchungen wurden auch Waffen gefunden, darunter eine Machete, ein japanisches Schwert und eine Armbrust sowie Streitäxte und Schreckschusspistolen.

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Sicherheitsverwahrung für Neonazi

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Das Bezirksgericht Zürich hat den einschlägig vorbestraften 27-jährigen Neonazi Sebastien Nussbaumer wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu zwölf Jahren Freiheitsentzug, plus anschließender Verwahrung verurteilt.

Nussbaumer hatte am 5. Mai 2012 in der Zürcher Altstadt einen ehemaligen 26-jährigen Neonazi-Kameraden niedergeschossen. Nach der Tat flüchtete Nussbaumer in die Bundesrepublik Deutschland, wo er zwei Tage später nach einem Szene-Hinweis auf dem Bahnhof Hamburg-Harburg mit der Tatwaffe, einer Pistole der Marke Astra, geladen mit sechs Schuss im Gepäck verhaftet und später an die Schweiz ausgeliefert wurde. Das Opfer überlebte den Lungendurchschuss dank einer Notoperation.

Vor Gericht trug der Angeschuldigte gut sichtbar Bekenner-Tattoos. Hinten am Kopf ein Doppel-SS für die „Waffen-SS“, links am Hals ein „C 18“, das für „Combat 18“ (Kampfgruppe Adolf Hitler) steht und als militanter Arm des Neonaziskin-Netzwerkes „Blood&Honour“ (B&H) fungiert.

Für die Zürcher Richter gab Nussbaumer jedoch den geläuterten Aussteiger, der nichts mehr mit der rechtsextremen Szene zu tun habe. Und dies bereits seit 2007. Allerdings: Noch 2012 sagte er vor dem Solothurner Obergericht: „Ich bin Nationalsozialist. Und ich werde es immer bleiben.“

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Ein Nachahmer der NSU-Terroristen?

Via „taz“:

RECHTSEXTREMISMUS Bei einem Nazi in Trier wurde eine Nagelbombe gefunden. Plante er einen Anschlag?

TRIER/GEROLSTEIN | Nachdem Beamte des Zollfahndungsamts Frankfurt bei einem 33-Jährigen in Gerolstein, Rheinland-Pfalz, vor zwei Wochen eher zufällig auf eine funktionsfähige Nagelbombe stießen, prüft die Polizei nun, ob dieser damit einen rechtsextremistisch motivierten Anschlag geplant haben könnte. „Wir ermitteln ganz klar in diese Richtung“, sagte ein Polizeisprecher jetzt dem Trierischen Volksfreund. Weil am Donnerstag in Rheinland-Pfalz und Hessen ein Feiertag war – das katholische Fronleichnamsfest –, waren die Behörden dort nicht für Auskünfte zu erreichen.

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Dienste unter Druck

Nachtrag aus der „Jungen Welt“ zum NSU-Prozess:

NSU-Prozeß: Nebenklage will wegen Mordversuchs verurteilten V-Mann Szczepanski als Zeugen hören. Grüne beantragen Sondersitzung des Innenausschusses im Bundestag

Zeugen aus Geheimdienstkreisen werden vom Generalbundesanwalt eher ungern benannt. Im Prozeß um die Neonaziterrorgruppe NSU wird ihre Ladung zumeist von Anwälten der Nebenklage beantragt, die aktuell fordern, den früheren V-Mann Carsten Szczepanski zu vernehmen, der von Brandenburgs Verfassungsschutz 1994 ausgerechnet während der Untersuchungshaft nach dem Mordversuch an einem Nigerianer verpflichtet worden war. Bereits nach gut vier Jahren war er auf Bewährung entlassen worden und genoß in der Szene einen Heldenstatus.

Die Anwälte mehrerer Opferfamilien im NSU-Prozeß gehen davon aus, daß Szczepanski in die Beschaffung von Waffen für das mutmaßliche Kerntrio der Gruppe eingebunden war – und zumindest wußte, daß sie im Spätsommer 1998 Überfälle begangen hatte. Derartige Finanzierungsaktionen für die Szene seien damals offen diskutiert worden, »angestoßen durch entsprechende Pläne und Aktionen von ›Blood & Honour‹ und ›Combat 18‹-Strukturen in England«, heißt es in dem Beweisantrag, der am Mittwoch von Rechtsanwältin Antonia von der Behrens verlesen wurde. Sie hat sich intensiv mit der Frühgeschichte des 2011 aufgeflogenen »Nationalsozialistischen Untergrunds« befaßt.

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„Konspiration mit NSU-Helfern“ – Polizistin überwirft sich mit Kollegen

„n-tv“ berichtet:

Haben Thüringer Kripo-Beamte einen prominenten NSU-Helfer gedeckt? Eine Polizistin – familiär mit Michèle Kiesewetter verbandelt – behauptet das und wird dafür verklagt. Seit zwei Jahren versucht das Amtsgericht Gera, den Fall zu verhandeln – bisher vergeblich.

Der Vorwurf, den die Polizistin Anja W. erhebt, hat es in sich. Kripo-Kollegen aus Saalfeld hätten eine Anzeige gegen einen Helfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ NSU einfach ignoriert. Die Reaktion der angeschuldigten Kollegen fällt nicht weniger hart aus: Sie zeigten Anja W. an, die daraufhin von der Staatsanwaltschaft Gera wegen „falscher Verdächtigung“ angeklagt wurde.

Seit zwei Jahren zieht sich dieser interne Krach in der Thüringer Polizei jetzt hin. Brisant ist er nicht nur, weil der NSU-Helfer, um den es geht, mutmaßlich zum engsten Kreis um das Terror-Trio zählte. André K. aus Jena ist nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft einer der Drahtzieher, als sich die Szene in den 90er Jahren formierte. Brisant ist er auch deshalb, weil Anja W. familiär mit der ermordeten Polizistin Michèle Kiesewetter verbandelt war.

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