Archiv für Juni 2014

Verschwiegene NSU-Pfade

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Der Draht eines NSU-Angeklagten zum einflussreichen Neonazi Thorsten Heise war intensiver als bisher bekannt. Eine niedersächsische JVA kontrollierte deren regen Briefverkehr. Zeitgleich ging 2000 auch Post aus Südafrika an Heise – von einem mit Haftbefehl gesuchten Altnazi.

Im Frühjahr 2000 wurde die Luft dicker für das Jenaer Trio in seinem Chemnitzer Unterschlupf. Der MDR berichtete im Mai in seiner Sendung „Kripo live“ über die unauffindbaren „Bombenbastler“ aus Thüringen. Die Fahnder rückten Uwe Böhnhardt auf die Pelle. Ihnen gelangen Photos, welche bei einer der Observationen vor dem Haus der Helferin Mandy S. in der Chemnitzer Bernhardstraße entstanden und wohl den Flüchtigen zeigen. Dem Trio wurde es zu heiß in der Stadt.

Am 1. Juli bezog das Trio wieder mit Szene-Unterstützung eine Drei-Zimmer-Wohnung im abgelegenen Zwickau. Der Umzug bedeutete eine Neuorientierung. Bis heute stellen die folgenden elf Jahre in dieser Stadt einen nahezu weißen Fleck dar. Wenig ist bekannt über Alltagsleben, Beziehungen, politische Arbeit und örtliche Unterstützer.

Den Kontakt zum treuen Kameraden Holger Gerlach im fernen Hannover ließen sie nie abreißen. Der sich unscheinbar gebende Neonazi aus Jena, der bereits kurz nach seinem Umzug Ende der 90er Jahre beim Verfassungsschutz in Niedersachsen durchs Raster fiel, lernte viele Größen im militanten westdeutschen Milieu kennen. Verbindungen, die auch für das Trio von Vorteil sein konnten.

In der heißen Phase des Abtauchens Anfang 1998 hatte Gerlach, der sich heute als Mitangeklagter im NSU-Terrorprozess vor dem Oberlandesgericht München verantworten muss, Kontakte zu „Blood&Honour“ in den alten Bundesländern aktiviert. Er hatte bei der Waffenbeschaffung geholfen und seine Identität zur Verfügung gestellt, später dann niedersächsische Kameraden um Hilfe gebeten.

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Autistic Youth – Soldiers

Militante Neonazis kopieren Rocker-Strukturen

Die „SHZ“ berichtet:

Der harte Kern der Neonazis schrumpft – doch Entwarnung gibt der Verfassungsschutz nicht. Rechtsextreme Bruderschaften in SH übernehmen die Hierarchien der Rockerclubs.

KIEL | Es gibt keine großen Aufmärsche mehr, keine regelmäßigen Kundgebungen: In Schleswig-Holstein ist die rechtsextreme Szene kaum noch zu sehen oder zu hören. Nach Ansicht von Experten ist der starke Druck antifaschistischer Gruppen dafür verantwortlich. „Die linke Szene weiß genau, wer was in der rechten Szene macht“, sagt Nils Raupach vom Kieler Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus. „Sie veröffentlicht Fotos und Adressen in ihren Netzwerken, informiert Nachbarn oder Arbeitgeber über die rechtsextreme Gesinnung von Personen.“ Letztere reagieren oft prompt. So hat ein Halstenbeker Speditionsunternehmer fünf Neonazis in seinem Betrieb gekündigt.

Der Verfassungsschutz bestätigt, dass es im vergangenen Jahr zahlreiche „Outings“ von linksextremer Seite im Internet gegeben hat. In der Folge kam es zu Brandanschlägen, körperlichen Angriffen und Farbattacken durch gewaltbereite Linke. Einen weiteren Grund für die Schwäche der rechten Szene sieht die Behörde in dem erhöhten Verfolgungsdruck nach den Verbrechen des NSU-Terror-Trios. Die Taten hätte zu einer gesamtgesellschaftlichen Ächtung des Rechtsextremismus geführt. Raupach bestätigt das: „Kundgebungen ohne massive Gegenproteste auch aus dem bürgerlichen Lager sind kaum noch möglich.“

In Schleswig-Holstein gibt es laut Verfassungsschutz 230 Mitglieder in Aktionsgruppen, doch nur einen harten Kern von 60 Neonazis, der sich tatsächlich engagiert. Sie seien jedoch weit davon entfernt, die Szene zu steuern oder politische Kampagnen zu initiieren. Deutlich sei das 2013 mit der Absage des „Trauermarsches“ in Lübeck geworden. Es gab nicht mehr genug Rechtsextremisten, die zum Jahrestag der Bombardierung der Hansestadt durch britische Luftstreitkräfte aufmarschieren wollten.

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Feuilleton vs Onkelz: Guter Pop, böser Pop

Via „Publikative.org“:

Die Böhsen Onkelz sind zurück: Zwei ausverkaufte Konzerte am Hockenheimring kommendes Wochenende – mit geschätzt jeweils 90.000 Zuschauern – waren binnen Stunden ausverkauft, Ticketpreis gut 60 Euro. Das Feuilleton schlägt gemeinsam mit bürgerlichen Pop-Journalisten und linken Kritikern die Hände über dem Kopf zusammen. Get over it. Ein Debattenbeitrag.

Während in Vorstädten und Plattenbausiedlungen des Landes der Jubel groß ist, jaulen Feuilletonschreiber und Popkulturdemokraten bestürzt auf. Neben dem Empörungsdauerbrenner Frei.wild, die auch dieses Jahr wieder für den Echo nominiert wurden, hat Anfang des Jahres die Ankündigung der Böhsen Onkelz, diesen Monat am Hockenheim Ring ihr Comeback zu geben, für eine Flut überwiegend schlecht geschriebener Artikel gesorgt. Diese Artikel haben eines gemeinsam: Sie erzählen ziemlich wenig vom Phänomen Böhse Onkelz und ihren Fans, sagt dafür aber viel über die Selbstverortung der Autoren aus. Der Erkenntnisgewinn tendiert dementsprechend gegen Null.

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Siehe auch: Wie ich lernte, das Böhse zu lieben

Grauzone-Konzert im Kulturzentrum Faust : Kein Moshpit für Slapshot!

Via „Indymedia Linksunten“:

Am 29.06. 2014 soll im linksalternativen Kulturzentrum Faust ein Konzert der Hardcore-Band Slapshot aus Boston stattfinden. Die Band und ihr Umfeld fällt durch ihre nationalistische, antikommunistische und homophoben Äußerungen und Verbindungen auf.

Dazu heißt es in der Ankündigung:

„Die Hardcore-Legende Slapshot kommt nach Hannover! Seit der Gründung der Bostoner Band im Jahre 1985 ist viel passiert, doch die Gründungsmitglieder Jack Kelly und Marc McKay haben den Spirit des Old School Hardcores bis heute bewahrt und zelebrieren ihn auf ihren energiegeladenen Shows besser denn je! Neben Sick Of It All und Agnostic Front sind Slapshot mit Sicherheit eine der tragenden Säulen des Old School Hardcore, und sie haben mit Platten wie “Old Tyme Hardcore” oder “Sudden Death Overtime” Klassiker des Genres veröffentlicht. Doch auch im Jahr 2014 hat diese Band mit ihrer Geschichte, ihrem Sound und ihrer Live-Power noch immer nicht genug! Man sieht sich im Moshpit!

http://www.kulturzentrum-faust.de/index.php?article_id=4654&clang=0

(Bild 1)

Zu dieser Band äußert sich u.a. die Wanderausstellung „der zweite Blick“ des Archivs der Jugendkulturen :

„Es gab jedoch bereits Mitte der 1980er Jahre konservative bis rechte Strömungen in der Hardcoreszene. Besonders bei Bands aus New York wie Agnostic Front, Cro-Mags oder Warzone, aber auch Slapshot aus Boston, waren in manchen Texten patriotische bis nationalistische, anti-kommunistische oder homophobe Einstellungen zu finden.“

http://der-z-weite-blick.de/themen/national-socialist-hardcore/

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Yellow Umbrella – Two Tone Monster

Braun statt Schwarz? Rechte Tendenzen in Dark Wave, Industrial und Neofolk

Veranstaltungstipp für Freitag den 13.6.2014:

Braun statt Schwarz? Rechte Tendenzen in Dark Wave, Industrial und Neofolk

Individualität, Selbstverwirklichung, Toleranz: Die meisten Anhänger der „Schwarzen Szene“ würden diese Ideen für sich in Anspruch nehmen. Das klingt nach einem „linken Lebensgefühl“ – rechtes Gedankengut würde man hier nicht vermuten. Doch reaktionäre und menschenverachtende Tendenzen können eine szenespezifische Gestalt annehmen, die erst entschlüsselt werden muss.

Ein Portrait der Schwarzen Szene zeichnet deren Entwicklung von den unkommerziellen Anfängen bis zum Eingang in den Mainstream und die Ausdifferenzierung in zahlreiche Sub-Szenen nach. Diskutiert werden die – durchaus widersprüchlichen – Einstellungen, Weltbilder und ästhetischen Präferenzen, die Teile der Szene anfällig machen für anti-emanzipatorische Inhalte: modernitätskritische Innerlichkeit, das als „Tabubruch“ inszenierte Spiel mit völkischer Symbolik sowie die Ästhetisierung von Krieg und Nationalismus.

DemoZ
Wilhelmstr. 45/1
71638 Ludwigsburg

Protestcamp gegen Nazi-Festival in Gera

Der „Störungsmelder“ berichtet:

2003 gab es erstmals und von der Öffentlichkeit kaum beachtet ein Rechtsrockfestival in Gera. Damals noch unter dem Motto „Rock gegen Krieg“. Nur wenige Hundert Besucher kamen zu dem Konzert. Zehn Jahre später ist die in „Rock für Deutschland“ unbenannte Veranstaltung zu einem der größten Rechtsrock-Events Deutschlands geworden. Organisiert wird das Szeneereignis von NPD und der militanten Neonazi-Szene. Angemeldet als politische Kundgebung, sind die Möglichkeiten eines Verbotes gering. Wie schon in den vergangenen Jahren, wollen zivilgesellschaftliche Gruppen das Nazi-Festival blockieren. Sie planen erneut ein Protestcamp direkt auf der Wiese vor dem Hauptbahnhof.

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Rechtsrock „irgendwo in Osteuropa“

Via der „BlicknachRechts“:

11.06.2014 – Ungarn (Budapest) – Bereits heute wird für Mitte November ein „Blood&Honour“-Konzert mit mehreren Bands angekündigt. Zu vermuten ist, dass das Event in Ungarn stattfinden soll.
Das international operierende „Blood&Honour“-Netzwerk ist trotz partieller Verbote in einzelnen Staaten wie etwa auch seit September 2000 in Deutschland weiterhin der „Mercedes“ innerhalb der Rechtsrock-Szene und offenbar vitaler denn je. Nicht anders darf man die bereits jetzt mobilisierende Ankündigung für ein großes B&H-Konzert mit mehreren Bands am 15. November werten. Beworben wird der Event mit dem Hinweis „irgendwo in Osteuropa“.

Es ist dabei gar nicht so abwegig zu vermuten, dass das Spektakel der Neonazi-Rockmusiker in Ungarn stattfinden soll. Immerhin wird neben der Euro-Angabe des Eintrittspreises noch der Einlass in Forint angegeben. Trotz offiziellen Verbots im Dezember 2004 ist seit Jahren zu beobachten, dass die Behörden in Ungarn nicht gegen dortige B&H-Aktivitäten einschreiten. Die aktuelle rechtsorientierte politische Großwetterlage in dem Land spricht ebenfalls dafür, dass Städte wie Budapest, Györ oder Eger mit größerem Neonazi-Spektrum für das Meeting ausgeguckt werden.

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14.6.2014 Halberstadt: Greif ein – Nazis und Rassist*innen keine Ruhe lassen!

Rechter Subkultur entgegentreten! Kein Raum für Rassist*Innen! Flüchtlinge bleiben! Nazis vertreiben! Keine Party mit Rassist*Innen! Keine Konzerte mit Grauzone-Müll! Rechtsrock abschalten!

Mehr Infos zur Demo gibt es hier.

Grauzone-Info – Punk bleibt widerständig!

An dieser Stelle wollen wir Euch einen neuen antifaschistischen Blog aus der Schweiz empfehlen, welcher sich zukünftig regelmässig mit der Grauzonen-Problematik auseinandersetzen wird. Wir zitieren die Selbstdarstellung:

Wir alle leben und lieben Punk auf unterschiedlichste Art und Weise, weswegen wir uns vielfältig für den Erhalt der widerständigen Subkultur einsetzen.

Die Grauzone erachten wir als direkte Bedrohnung. Nicht nur für antifaschistische, antiautoritäre Politik, sondern generell für die Gesellschaft. Grauzone-Musik entpolitisiert und trägt rechte, nationalistische und sexistische Inhalte in den Punk und muss deswegen bekämpft werden.

Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Strukturarbeit im Sinne von Aufklärung zu betreiben und so direkt an der Basis anzusetzen. Weiter intervenieren wir bei Grauzone-Konzerten, damit diese gar nicht erst stattfinden. Um aktiv etwas zur Subkultur beizutragen produzierten wir einen Sampler mit Punkrock und Hardcore-Punk, sowie Buttons und Aufnäher, selbstverständlich alles d.i.y. Den Sampler gibts als Download auf unserem Blog und alles andere an ausgewählten Konzerten und bei Black Rat gegen Spende.

Grauzone-Info ist ein Projekt aus dem Punk-Untergrund für die Subkultur. Sämtliche Beiträge sollen aus der Community und nicht von einer kleinen festen Gruppe kommen. Wenn du also einen Beitrag hast, schreib uns!

Quelle
Zu den ersten Artikeln:
Die Band «Frei.Wild»: Zwischen Kitsch und Subkultur
Neonazi-Band an Grauzone-Konzert in Oschwand (BE)

Weiblich, unauffällig, radikal: Verein beurlaubt neonazistische Mitarbeiterin. Oder: Ein Doppelleben mit Rechtsrock und »Blood & Honour«

Via „Recherche 38″:

Sie galt als unauffällige, freundliche Mitarbeiterin. Fast niemand in dem Braunschweiger Verein, der Kindertagestätten betreibt, dürfte geahnt haben, dass eine Kollegin tief verstrickt ist in das internationale Netzwerk der Rechtsrockszene. Als der Verein vor einigen Tagen über die neonazistischen Aktivitäten der Mitarbeiterin Joanna Gierzycka informiert wurde, war man deshalb zutiefst schockiert. Der Vorstand zog sofort Konsequenzen: Die Mitarbeiterin wurde umgehend beurlaubt, eine Beratungsstelle und ein Rechtsanwalt eingeschaltet. Eltern und KollegInnen wurden informiert. Nun dürfte es ein juristisches Tauziehen darum geben, ob der Verein die Mitarbeiterin aufgrund ihrer extrem rechten Einstellungen und ihren Aktivitäten auch kündigen kann.

Auch dieser Fall zeigt: Neonazi-Frauen werden oft weniger wahr- und ernst genommen als ihre männlichen „Kameraden“. Im Alltag und Beruf sind sie nicht selten gut integriert und pflegen Kontakte auch über das eigene politische Milieu hinaus. Sie geben sich in der Nachbarschaft, in der Schule oder in der Kita sozial engagiert oder arbeiten selbst im sozialen Bereich. Ihr „Doppelleben“ als Aktivistinnen in der Neonazi-Szene wird oft übersehen, nicht wahrgenommen oder heruntergespielt. Und wenn dieses dann doch einmal thematisiert wird, dann wird ihnen ihre eigenständige radikale politische Überzeugung oft nachgesehen und ihnen eine Rolle als bloße „Anhängsel“ ihrer männlichen Partner unterstellt. Eine gefährliche Verharmlosung der Rolle, die neonazistische Frauen für die Struktur der Neonazi-Szene tatsächlich spielen.

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ContraReal – Elbphilharmonie

ContraReal – Elbphilharmonie from Contra Real on Vimeo.

USA: Neonazi-Ehepaar erschießt in Las Vegas drei Menschen

„Netz gegen Nazis“ berichtet:

Ein bewaffnetes Ehepaar hat in einer Pizzeria in Las Vegas zwei Polizisten und dann den Kunden eines Kaufhauses erschossen. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötete die 22 Jahre alte Frau dann am Sonntag ihren 31-jährigen Mann und erschoss sich anschließend selbst, wie die Polizei der Metropole im US-Staat Nevada mitteilte. Einer der Polizisten hinterlässt eine Frau und sechs Kinder, sein jüngerer Kollege eine Frau und ein Baby. Nach Angaben der Ermittler handelte es sich bei den Tätern um erklärte Gegner des Staates und Verfechter rechten Gedankenguts. Auf der Leiche eines getöteten Polizisten hätten sie das Bild eines Hakenkreuzes und die Notiz „Die Revolution beginnt“ hinterlassen. Den anderen hätten sie mit einem Symbol des amerikanischen Widerstandes gegen die britischen Kolonialherren markiert (Focus.de, 20min.ch).

Gut vernetzte braune Szene

Via der „Rechte Rand“:

06.06.2014 – Der niedersächsische Verfassungsschutz zählt zwar weniger Rechtsextremisten, davon werden aber zwei Drittel als gewaltbereit eingestuft.

Aus dem niedersächsischen Verfassungsschutzbericht geht hervor, dass sowohl führende Aktivisten wie auch Gruppierungen der rechtsextremen Szene über gute Verbindungen verfügen, die weit über ihre Region hinausgehen. Kontakte existieren häufig in benachbarte Bundesländer („Die Rechte“), deutschlandweit (Dieter Riefling aus Hildesheim) oder sind gar internationaler Natur (Rigolf Hennig, „Europäische Aktion“). Bei der über Grenzen hinweg operierenden Zelle „Weisse Wölfe Terrorcrew“ umfasste das Netz Anlaufpunkte in den Niederlanden, in der Schweiz, in Hamburg, in Mecklenburg-Vorpommern und marginal in Schleswig-Holstein und Berlin.

Bei Abzug von Mehrfachmitgliedschaften zählt der Verfassungsschutz in Niedersachsen für das Berichtsjahr 2013 insgesamt 1455 Rechtsextremisten und damit 130 weniger als ein Jahr zuvor. Rund zwei Drittel davon fallen in die Kategorie „gewaltbereit“. Neu auf der Bildfläche ist die Worch-Partei „Die Rechte“ mit 35 Mitgliedern. Landesvorsitzender ist Robert Klug, der früher bei der NPD aktiv war. Die rechtsextrem motivierten Straftaten sanken von 1399 auf 1250, die darunter registrierten Gewalttaten von 73 auf 65 Vorfälle.

„Jugendgedanken“ und „Lokis Horden“

In der Musikszene bekommen Liedermacher ein stärkeres Gewicht. Fünf Veranstaltungen fanden statt (Meppen, Gillersheim, Wilhelmshaven, Uslar, Einbeck). Im Vorjahr gab es lediglich ein Rechtsrock-Konzert in Lachendorf bei Celle. Zu den Liedermachern zählt Patrick Kruse, der unter dem Namen „Jugendgedanken“ auftritt. Er gehörte zum Personenkreis der im Herbst 2012 verbotenen Organisation „Besseres Hannover“. Als Liedermacher unterwegs ist auch Kai Müller (Bad Lauterberg), der sich „Lokis Horden“ nennt. Hinter den Musikprojekten „Gigi/Stahlgewitter“ verbirgt sich Daniel Giese aus Meppen. Aktiv sind ferner die Bands „Nordfront“ (Hannover), „Alte Schule“ (Schneverdingen) sowie „Terroritorium“ (Raum Hannover).

Der Verfassungsschutzbericht nennt mehrere kleinere bis mittlere Vertriebe, die über das Internet Geschäfte abwickeln. Aufgeführt sind der Adler-Versand (Diekholzen), Der Versand (Bovenden), Hatecore (Lüneburg), Max H 8 (Cremlingen), Streetwear (Tostedt), Skinhead Service (Landkreis Wolfenbüttel), Zeughaus (Lingen), Nordstern-Versand sowie Der Anschlag (beide Verden).

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Sachsen: Mögliche NSU-Verbindung zu ungeklärtem Doppelmord

„Spiegel Online“ berichtet:

Waren die mutmaßlichen NSU-Terroristen womöglich in ein weiteres Verbrechen verwickelt? Nach SPIEGEL-Informationen gibt es Indizien für eine Verbindung zu einem Doppelmord in Dresden 1995. Der Fall wird derzeit neu aufgerollt.

Hamburg – Die Spur eines ungeklärten Doppelmords in Dresden führt möglicherweise ins Umfeld der rechtsextremistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Der SPIEGEL stieß bei einer Auswertung der NSU-Ermittlungsakten auf mehrere Indizien für einen Zusammenhang.

So fand sich in einer zur Bombenwerkstatt umfunktionierten Garage der mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in Jena ein Zeitungsausschnitt über den Doppelmord von 1995; Unbekannte hatten damals den in der rechten Szene als „Verräter“ geltenden Dresdner Skinhead Sven Silbermann und dessen Bruder Michael getötet.

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Rhonda – Camera

Rechtsrockkonzerte zwischen dem 10.- und 31.5.2014

Unsere Übersicht der zwischen dem 10.5. und 31.5.2014 stattgefundenen RAC- und Nazikonzerte:

- 10.5.2014: Raum Leipzig: „Skinhead stay real party“ mit den RAC-Bands „Borneo Army“ (Brasilien), „Schusterjungs“ und „Mummy´s Darlings“.

- 10.5.2014: Bologna/Italien: „3 White Kriminals Party“ mit den NS-Bands „Mistreat“, „Legittima Offesa“, „Gesta Bellica“, „Los Confederados“, „The Lads“ und „Olio di Ricino“.

- 10.5.2014: „The Pinch“/USA: „Marching on our nations capital“. Rechtsrockkonzert mit den Bands „Offensive Weapon“, „Criminal Intent“, „The Screws“, „The Wolverines“ und „The Incited“.

- 10.5.2014: „Casa D`Italia Colleverde“/Rom (Italien): Nazikonzert mit „Dente di Lupo“, „Pitbullfarm“, „Bullets“, „Linea Ostile“, „Nessuna Resa“ und „Si Vis Pacem Parabellum“.

- 17.5.2014: „Blue Hell“/Budapest (Ungarn): Die neonazistischen „Skins4Skins Hungary“ präsentierten „Gesta Bellica“, „Oi-Kor“, „Onogur“, „Boxers“ und „Tar Had“.

- 17.5.2014: Japan: „Skinhead Calling Volume 1″. RAC-Festival mit den Bands „Aggroknuckle“, „Booted Cocks“, „Hat Trickers“, „Samchung“, „Snatcher“ und „The Hawks“.

- 17.5.2014: Deutschland: „We are Back again!“. Das rechtsradikale “Feindkontakt Fanzine” präsentierte die RAC-Bands “The Riot”, “Condemned 84”, “Schusterjungs” und “Rien Ne Va Plus”.

Das Condemned 84/Schusterjungs-Konzert fand, wie auch schon das Pitbull Farm/Roials/Morons-Konzert am 09.11.13 und das Tattooed Motherfuckers/Headcase/Rampage/Forbidden Rage-Konzert am 8.2.14 in Halle statt. Und zwar im sog. Uhrenwerk in Ammendorf (Tiefe Str. 7), dem Headquarter des Underdogs MC Halle. (Beispiel: http://www.rocker-blog.to/tag/underdogs-mc-halle/). Auf dem Flyer war sogar das Hallewappen und bei facebook wird sich auch immer munter darüber ausgetauscht. Da finden schon seit Jahren immer mal wieder rechte Konzerte mit mit Leuten mit steifem rechten Arm im Publikum statt.

Bereits am 26.4.2014 organisierte ebenfalls das „Feindkontakt Fanzine“ zusammen mit den „Bootboys Bergedorf“ in Hamburg ein Nazikonzert unter dem Motto „The little showdown“ mit den Bands „Bronco Army“ und „Abtrimo“.

- 24.5.2014: „E18″/MC Werneuchen: konzert mit den rechten „Limited Booze Boys“.

- 24.5.2014: Nordfrankreich: „Blood & Honour“-Konzert unter dem Motto „Tino Memorial – Gone but not forgotten“ mit den NS-Bands „Two Minutes Warning“, „Kommando Skin“, „Wolfsfront“, „Baignade Interdite“ und „Blindfolded“.

- 24.5.2014: Scheinfeld/Süddeutschland: Das von „FSN.TV“ angekündigte „Live H8 II“-NS-Festival wurde von der Polizei unterbunden. Es sollten „Nahkampf“, „Sturmwehr“, „Terrorsphära“, „Terroritorium“, „Words of Anger“ und „Faust Rache“ auftreten.

- 30.5.2014: „SpiritiLiberti“ (Italien): Konzert mit den „Limited Booze Boys“.

- 30./31.5.2014: „Area 19“/Rom (Italien): „Tana Delle Tigri VI“ mit den Nazibands „Fantasmi del Passato“, „Bronson“, „Mind Terrorist“, „KMVII“, „Front of Hell“ und „Malnatt“.

- 31.5.2014: Schweden“ „Frihetsrock“-Festival mit den NS-Bands „Midgard“, „Bound for Glory“, „Brainwash“, „Vit Legion“ und „Wafflor Waffen“.

- 31.5.2014: „Ye Old Situation Inn“/Nottingham: RAC-Konzert mit „Resistance 77“, „Jack the Lad“ und „No Quarter“.

Grauzonenkonzerte vom 8.-31.5.2014

Eine ungefähre Übersicht über Konzerte aus der Grauzone zwischen dem 8. und 31.5.2014:

8.-10.5.2014: „M.A.D. Tourbooking“ und „Nameless Magazin“ präsentierten die „Return of Joe Hawkins“-Tour mit den Grauzonenbands „Stomper 98“, „Booze & Glory“ und „Lion´s Law“:

- 8.5.2014: „Capitol“/Halle
- 9.5.2014: „Bahnhof Langendreer“/Bochum
- 10.5.2014: „Backstage“/München

9.-31.5.2014: „Grober Knüppel“ auf Tour:

- 9.5.2014: „Resonsanzwerk“/Oberhausen
- 10.5.2014: „Stay Wild“/Iserlohn
- 16.5.014: „K17“/Berlin
- 17.5.2014: „Zuckerfabrik“/JC Wegeleben
- 23.5.2014: „Seilauf Festhalle“/Aschaffenburg“ zusammen mit „Saale Terror“ und „Inform“.
- 24.5.2014: „Beteigeuze“/Ulm
- 28.5.2014: „Alte Zuckerfabrik“/Rostock
- 31.5.2014: „Kaffeegarten“/Arendsee

15.-28.5.2014: „Krawallbrüder Schmerzlos Tour“:

- 15.5.2014: „Soene“/Wien zusammen mit „Saints & Sinners“
- 16.5.2014: „Explosiv“/Graz zusammen mit „Saints & Sinners“
- 17.5.2014: Südtirol
- 28.5.2014: „Ohrakel“/Ingolstadt

- 10.5.2014: „Conne Island“/Leipzig: Das „Conne Island“ und die „Skinheads Leipzig“ organisierten mal wieder ein rechtsoffenes Grauzonenkonzert zusammen mit „Perkele“, „Eastside Boys“ und den „Grumpy Old Men“.

- 16./17.5.2014: „The Tube Club“ & „Pitcher“/Düsseldorf: Konzert mit „4Promille“

- 16./17.5.2014: Stausee Radeburg: „5 Jahre Temp!-Festival“ mit den Grauzonendeutschrockbands „Engel in Zivil“, „Exzess“ und „Durstige Nachbarn“.

- 16.-18.5.2014: „Arena“/Wien: „Teenage Riot Festival“ mit der rechtsoffenen Band „Gewohnheitstrinker“.

- 16.5.2014: Kandel: Konzert mit der „Böhse Onkelz“-Coverband „Heilige Dämonen“.

- 16.5.2014: „Traincontrol“/Freiberg: Konzert mit „Wolfsblut“, „Sachsenjungs“ und „Mental Hospital“.

- 17.5.2014: „Am Kleinbahnhof“/Osterholz-Scharmbeck: Grauzonenfestival mit „Martens Army“, „Cotzraiz“, „Lost Boyz Army“, „Egoi!sten“ und „Loi!chtfeuer“.

- 17.5.2014: Sporthalle Döckingen: „Rocking on devils floor“ mit den Deutschrockcombos „Saitenhieb“, der „Böhse Onkelz“-Coverband „Oldschool 28“ u.a.

- 17.5.2014: „7er Club“/Mannheim: „´S Rockt! Deutschrock vom Feinsten“ mit den Bands „Wir sind eins“, „Explizit“, „Vollblut“ und „Viva Latia“.

- 18.5.2014: „Kaktusfarm“/Dortmund: Grauzonenkonzert mit „Perkele“, „Harte Worte“ u.a.

- 23.5.2014: „Kulttempel“/Oberhausen: Konzert mit der Grauzonenband „Saitenfeuer“ u.a.

- 24.5.2014: „Vortex“/Siegen: „Deutschrock-Attacke“ mit „Herzlos“ und der „Böhse Onkelz“-Coverband „Live Tioz“.

- 24.5.2014: „Kombi“/Münchritz: Auftritt der Grauzonenband „High Society“.

- 24.5.2014: „Le Tarrane“/Frankreich: Grauzonenkonzert mit „lion’s Law“.

- 24.5.2014: „Blackland“/Berlin: Grauzonenkonzert ,it „Saitenfeuer“, „Boykott“ u.a.

- 24.5.2914: „Südrock“/Essen: Grauzonen- bis RAC-Konzert mit „The Warriors“ und „Midnight Tattoo“.

- 28.5.2014: „Kinzigtäler Onkelznacht“: Konzert mit der „Böhse Onkelz“-Coverband „Heilige Dämonen“.

- 28.5.2014: „Indra-Club“/Hamburg: Konzert der Grauzonencombo „Guv‘nors“.

- 28.-31.5.2014: Drachhausen: „Spreewald rockt Festival“ mit diversen Bands zwischen Grauzone- und RAC-Bereich: u.a. mit „Saitenfeuer“, „Unantastbar“, „Rotz & Wasser“, „Martens Army“, „Krawallbrüder“, „Saints & Sinners“, „Kärbholz“, „Berseker“, „Goitsche Front“ und „Discipline“.

- 30.5.2014: „Backstage“/München: Konzert mit der Deutschrockcombo „Wilde Jungs“.

- 31.5.2014: „Habana“/Bamberg: „Bamberg Oi! Punk Meeting“ mit den Bands „Scharmützel“, „Hartes Pflaster“ und „Schlagabtausch“.

- 31.5.2014: „Cafegarten“/Arendsee: Konzert mit den Grauzonenbands „Grober Knüppel“ und „Stammtischprolls“.

- 31.5.2014: „Zur Altstadt“/Öhringen: „Oi for you!“ mit den rechtsoffenen „Scharmützel“.

- 31.5.2014: „Live Style Cafe“/Cham: Konzert mit „Unantastbar“.

- 31.5.2014: „Viper Room“/Wien: „Wilde Jungs“.

- 31.5.2014: „Sala Gruta 77″/Madrid (Spanien): Grauzonenkonzert mit „Evil Conduct“.

The Baboon Show – What a feeling