Bilder vom Rechtsrock-Openair in Nienhagen

Bereits zum vierten Mal organisierte der Neonazi Oliver Malina und die Organisation „Honour & Pride“ in Nienhagen im Harzkreis von Sachsen-Anhalt ein großes Rechtsrock-Openair. Auch in diesem Jahr kamen mehr als 1.000 Neonazis aus ganz Europa in das kleine Dorf. In diesem Jahr hatte die Initiative „Nienhagen Rechtsrockfrei“ ein Straßenfest und eine Demonstration auf dem einzigen Zufahrtsweg zum privaten Konzertgelände, einer ehemaligen Hopfendarre, angemeldet. Die Gemeinde verbot daraufhin das Neonazikonzert mit Hinweis auf die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Das Verbot wurde allerdings vom Verwaltungsgericht aufgehoben. Auch das Oberverwaltungsgericht schloss sich der Auffassung an, des es sich bei dem Konzert trotz Ausschluss der Öffentlichkeit, Eintrittsgeldern und kommerziellen Charakter um eine politische Versammlung handele: “ Es spreche einiges dafür, dass es sich bei dem streitgegenständlichen Skinheadkonzert um eine Versammlung im Sinne des Art. 8 GG handele, da solche Konzerte der rechtsextremen Szene als Propagandamittel und Kontaktbörse dienten. Veranstaltung und Besuch solcher Konzerte dienten der Bestärkung und Zur-Schau-Stellung rechtsextremistischer Gesinnung. Von solchen Veranstaltungen ausgehenden Gefahren sei daher in erster Linie mit Mitteln des Versammlungsrechts zu begegnen … Eine konkrete Gefahr, die das vollständige Verbot der Veranstaltung rechtfertige, habe die Verbandsgemeinde jedoch nicht dargelegt. Den von ihr beschriebenen Gefahren könne auch durch Auflagen entgegen gewirkt werden.“ Doch auch Auflagen, wie ein Ende der Veranstaltung um 22:00 Uhr kassierte das Gericht. Und so mußte das Bündnis „Nienhagen Rechtsrockfrei“ mit ihrem Straßenfest den Neonazis weichen. Das Fest fand mit rund 250 Teilnehmer dafür mitten im Dorf statt. Auch der Innenminister von Sachsen Anhalt, Holger Stahlknecht, beteiligte sich an den Protesten. Laut Polizei sei das Konzert ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Journalisten und der Verein Miteinander e.V. sprachen dagegen von Beleidigungen und Attacken auf Medienverterinnen durch die Besucher des Rechtsrock-Openair. So versuchte auch der Konzertveranstaltet Oliver Malina einen Fotografen daran zu hindern das Konzert zu fotografieren. In der Kritik stand auch das Verhalten der Polizei. „Wie im vergangenen Jahr wurden Pressefotografen von anreisenden Neonazis bedroht und tätlich angegriffen. Journalisten wurden mit Fäkalien beworfen und gewalttätig an ihrer Arbeit gehindert, ohne dass die Polizei gegen die Angreifer einschritt“, so der Geschäftsführer von Miteinander e.V. Pascal Begrich: „Darüber hinaus fanden keine konsequenten Kontrollen der Konzertbesucher hinsichtlich des öffentlichen Zeigens verfassungswidriger Symbole statt.“
Bilder:https://secure.flickr.com/photos/dokurechts/sets/72157645378195346/

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF