Schluss mit dem Freien Netz Süd

„Netz gegen Nazis“ berichtet:

Das bayerische Innenministerium hat heute das „Freie Netz Süd“ (FNS) verboten. Dazu wird ein Hof in Oberprex bei Hof durchsucht, der für bundesweite Nazi-Treffen bekannt war und Sitz des rechtsextremen „Final Resistance“-Versandes der Neonazis Tony Gentsch und Matthias Fischer. Ein Verbot wird seit 2012 gefordert, bereits 2013 kam es zu großangelegten Durchsuchungsaktionen gegen mutmaßliche Mitglieder des Neonazi-Netzwerks, dem das Innenministerium nun „aggressiv-kämpferische verfassungsfeindliche Bestrebungen“ vorwirft. Das „Freie Netz Süd“ sei eine Nachfolgeorganisation der 2004 verbotenenen „Fränkischen Aktionsfront (FAF)“. Der Hof in Oberprex wurde beschlagnahmt, ebenso Gegenstände des „Final Resistance“-Versandes.

Was ist das „Freie Netz Süd“ (FNS)?

Ein überregionales Neonazi-Netzwerk mit möglichst wenig festen Strukturen in Bayern (Schwerpunkt Franken), die ursprünglich aus NPD-kritischen Neonazis und Kameradschaften zusammensetze. Führende Aktivisten kommen ursprünglich aus der NPD oder JN und haben teilweise schon „Karrieren“ bei der verbotenen „Fränkischen Aktionsfront“ gemacht. Es galt jahrelang als wichtigste neonazistische Organisationsstruktur in Bayern und fungierte als eine Art Dachverband der „Freien Kameradschaften“. Das „Freie Netz Süd“ bot mit Aktionen und einer täglich aktualisierten Homepage einen hohen Mobilisierungs- und Vernetzungsgrad, der für Kampagnen, Demonstrationen und etwa die Teilnahme an Faschingsumzügen zur Aufmerksamkeitsgewinnung genutzt wurde. Innovativ auch die Themenwahlen: Neben rassistischer Hetze gegen Flüchtlinge agitierten die FNS-Mitglieder auch gegen Zeitarbeit (Kapitalismuskritik) oder Tierquälerei in Zirkussen (Wildtiere raus aus deutschen Zirkussen?). Auch Anti-Antifa-Arbeit und Konzerte gehörten zu Aktionsschwerpunkten des FNS.

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