Graswurzelarbeit und Flüchtlingshetze

Via der „Rechte Rand“:

25.07.2014 – In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten NPD und die Freien Nationalisten eng zusammen – die NPD sorgt mit mehreren Immobilien für die Infrastruktur der Szene.

Das einende Thema von Neonazis mit und ohne Parteianbindung in Mecklenburg-Vorpommern war im Vorjahr die Hetze und Stimmungsmache gegen Asylsuchende. Das betonte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bei Vorstellung des aktuellen Verfassungsschutzberichtes für Mecklenburg-Vorpommern. Die Attacken mündeten nicht zuletzt in sieben Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Unter anderem wurde in Güstrow ein Feuerwerkskörper ins Kellergeschoss eines bewohnten Asylbewerberheimes geworfen. Aber auch Demonstrationen, Kundgebungen, Parlamentsanträge, Hetzreden und andere Formen von Beleidigungen summierten sich im Jahr der Bundestagswahl. Die NPD gab sogar offiziell einen so genannten „Leitfaden zum Umgang mit Asylanten in der Nachbarschaft“ heraus.

Insgesamt können dem Bericht zufolge in Mecklenburg-Vorpommern 1400 Anhänger dem rechten Spektrum zugerechnet werden, ein plus von 30. Knapp die Hälfte davon gilt aus Behördensicht als gewaltbereit. Insbesondere die neonazistischen Aktivisten ohne Parteibuch sind zahlenmäßig von 400 auf 450 angewachsen, während die NPD Potenzial einbüßte – von 400 auf nunmehr 360 Parteigänger schrumpfte. Alarmierend ist entgegen dem Bundestrend der Anstieg rechtsgerichteter Straftaten von 721 auf 771. Gewachsen ist die registrierte Zahl an fremdenfeindlichen (von 39 auf 55) und antisemitischen (von 18 auf 30) Delikten. Im Berichtszeitraum wurden ebenso 18 Fälle von Sachbeschädigungen an Büros demokratischer Parteien bekannt, deren Täterschaft in der rechten Szene zu suchen sein dürfte.

Die braune Musikszene samt anhängendem Versandhandel bleibt ein reges Aktionsfeld. Es gab 18 Musikveranstaltungen, darunter 13 Konzerte, ein Liederabend sowie vier Mischveranstaltungen von Parteien mit einem Mix aus Propagandareden und Musik. Drei Auftritte wurden von den Behörden verhindert. Allein jeweils fünf Konzerte fanden in den kleinen Orten Salchow (rechtes Wohnprojekt) und Viereck (altes Stallgebäude) statt. Die Kameradschaftsszene befindet sich augenscheinlich wieder im Vormarsch. Einige Gruppierungen suggerieren über ihre Internetpräsenz allerdings eine größere Stärke, als real vorhanden. Rund 25 regionale Zusammenschlüsse lassen sich auch personell verifizieren.

Weiter

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF