Re-Import von Rechtsrock

Via der „Rechte Rand“:

31.07.2014 – Zehn Tage vor der zweiten Auflage des Rechtsrock-Open Airs „In.Bewegung“ muss der Thüringer NPD-Funktionär Patrick Weber auf den bisherigen Standort in Sachsen-Anhalt verzichten. Nach der behördlichen Absage soll das Hassmusik-Spektakel am 9. August von Berga ins thüringische Sondershausen umziehen.

Mit rund 900 Besuchern war das Rechtsrock-Open Air „In.Bewegung“ im vergangenen Jahr die am besten besuchte Veranstaltung ihrer Art unter der Regie eines Thüringer Neonazis. Zusätzlich zu den drei Freiluftspektakeln für Neonazis im Freistaat hatte der NPD-Multifunktionär Patrick Weber das Open-Air in Berga kurz hinter der Grenze zu Sachsen-Anhalt im Kyffhäuserkreis auf die Beine gestellt. Erwartet werden bis 1000 Neonazis.

Zwar sollte das Konzert ursprünglich in Sondershausen stattfinden, doch auch der Umzug in das Gewerbegebiet des 1800 Einwohner zählenden Berga schmälerte Webers Organisationserfolg nicht, er gehört zu den umtriebigsten und geschäftstüchtigsten Neonazis in Thüringen. Neben den Geschäften seines Germania-Versandes und Musikproduktionen ist der 1983 geborene gelernte Maler und Lackierer Mitglied im NPD-Landesvorstand, Kreisvorsitzender im Kyffhäuserkreis und sitzt seit 2009 sowohl im Kreistag im Kyffhäuserkreis als auch im Stadtrat seines Heimatortes Sondershausen.

Dass Weber bei seinen Konzerten flexibel agiert, zeigte er 2011 bei dem von ihm organisierten „Thüringentags der nationalen Jugend“. Trotz einer kurzfristigen Absage des Neonazi-Events in Nordhausen gelang es dem Unternehmer schnell, die Open Air-Veranstaltung an den Stadtrand des 20 Kilometer entfernten Sondershausen zu verlegen, wo rund 800 Neonazis ungestört feiern konnten. Dieses Jahr allerdings sagte der Multifunktionär den für Mitte Juni geplanten „Thüringentag“ kurzerhand ab und kündigte die Veranstaltung stattdessen in einem beheizbaren Zelt für den 1. November an.

„Kundgebung mit Live-Musik“ in Hildburghausen

Für das Neonazi-Event bei einer Schachtanlage in seinem Heimatort Sondershausen kündigt Weber nach einigen Absagen sechs Bands und fünf Redner an. Für die Begleitmusik zu Mord und Totschlag sorgen der Liedermacher „Resistentia“ aus Süddeutschland, die 2002 gegründete Band „Act of Violence“ aus dem Raum Ulm, die sächsische Formation „Heiliges Reich“ und „Die Lunikoff-Verschwörung“ als Headliner. Als Gewinner des mit dem bayrischen Neonazi Patrick Schröder von „FSN TV“ organisierten „Nachwuchs-Wettbewerbs“ ergänzen die Gruppen „Sachsenblut“ und „Feindbild Deutsch“ das Programm. Um vor den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg noch einmal für ihre Partei zu trommeln, sprechen die NPD-Funktionäre Olaf Rose, Sebastian Schmidtke und Weber selbst. Außerdem sind Patrick Schröder und der Hildesheimer Dieter Riefling als Redner aufgeführt.

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