Lifestyle für Veget-Arier – jung, hip, rassistisch

Via „Die Welt“:

Bloß ein brauner Sommertrend? Wenn sich Nazi mit Hipster trifft, entsteht der Nipster. Der neueste Zombie im Katalog der Modetorheiten macht im Netz und auf der Straße mobil. Eine Popkulturgeschichte.

Göring zu Hitler: „Mein Führer, dieser Versailler Vertrag ist nicht mehr zu ertragen. Das deutsche Volk ist ausgeblutet, verarmt und verzweifelt.“ Hitler rückt seine Ray-Ban zurecht, streicht sich das T-Shirt mit ironischem Aufdruck („Organic Germanic“) glatt und setzt eine kokette Miene auf: „Na und? Dafür tragen nun alle diese über-schicken Vintage-Klamotten.“

Der Witz stammt aus dem Comic „Hipster Hitler“. In ihrem vor zwei Jahren auf Englisch erschienen Buch zeichnen James Carr und Archana Kumar den „Führer“ als ein introvertiertes Modeopfer, den Zweiten Weltkrieg als eine Auseinandersetzung entgegengesetzter Schnurrbart-Moden und den Nationalsozialismus als einen Lifestyle genozidal veranlagter Veget-Arier.

Der schwarze Humor, mit dem sie sich der braunen Vergangenheit nähern, beruht auf der Zusammenführung zweier gegensätzlicher Attitüden: dem humorfreien Pathos der NS-Ideologie aus dem Zeitalter der Extreme mit der post-ideologischen und radikal-narzisstischen Hipster-Mentalität des frühen 21. Jahrhunderts, in der Selbstironie zur Grundhaltung geronnen ist.

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