ZAHLTE DER STAAT FÜR AFRIKA-TRIP VON V-MANN BRANDT?

Die „Welt“ schreibt:

Tino Brandt, V-Mann des Verfassungsschutzes, war tief in die internationale Neonazi-Szene verstrickt. Das belegen bisher unbekannte Fotos von der Reise einer rechtsextremen Gruppe nach Südafrika.

Der junge Mann auf dem Bild reckt ein Gewehr in den Himmel, trägt eine Sonnenbrille und ist von Männern umgeben, die meist eine Glatze haben und ebenfalls Waffen präsentieren. Wehrsport in der Wüste. Aufgenommen wurde das Bild 1999 in Südafrika, und der Sonnenbrillenträger ganz links auf dem Foto ist ein alter Bekannter von Polizei und Geheimdiensten: Tino Brandt, Gründer der NSU-Vorläuferorganisation Thüringer Heimatschutz (THS) und bis zum Mai 2001 V-Mann des thüringischen Verfassungsschutzes. Zurzeit sitzt er in Untersuchungshaft, weil er mit Kinderpornos gehandelt haben soll.

Die Bilder belegen, dass Brandt mit Waffen umgehen konnte und dass er Verbindungen in die internationale Neonazi-Szene pflegte. Und sie werfen die Frage auf, was die Sicherheitsbehörden von den militanten Eskapaden ihres V-Manns wussten. Möglich ist, dass Brandt das teure Flugticket aus der Staatskasse bezahlt wurde, um an Informationen über die Szene am Kap zu kommen.

Der Nebenklage-Anwalt im Verfahren gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe, Alexander Hoffmann, ist überzeugt, dass Brandt die Szene in Richtung bewaffneter Kampf radikalisierte. Und zwar „im Auftrag und mit Geld des Verfassungsschutzes“, so Hoffmann gegenüber der „Welt am Sonntag“.

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