Archiv für August 2014

Konkurrierende braune Konzerte

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Altenburg – In der Rechtsrock-Szene nimmt man gegenseitig offenbar keine Rücksicht – Überschneidungen sind auch hier an der Tagesordnung.

Während am 4. Oktober zum einen ein internationales Musikevent für „Mitteldeutschland“ unter anderem mit den deutschen Bands „Path Of Resistance“ (Rostock) sowie „Fight Tonight“ (Sachsen-Anhalt) angekündigt ist (bnr.de berichtete), soll an diesem Samstag nach dem Tag der Deutschen Einheit ein weiteres Konzertereignis mit deutschen Bands stattfinden.

Auch in diesem Fall wird zur genauen Örtlichkeit lediglich „Mitteldeutschland“ angegeben. Die Stilrichtung mit Hatecore ist übrigens ähnlich ausgerichtet. So wollen unter dem Motto „Ein Sturm zieht auf“ die Gruppen „Brainwash“ aus Altenburg und dazu „Confident Of Victory“ aus Senftenberg aufspielen. Beide Bands sind schon jeweils über zehn Jahre aktiv und pflegen Kontakte zur internationalen „Hammerskin“-Szene. „Confident Of Victory“ ist in der Vergangenheit auch als „Sturm und Drang“ aufgetreten. (hf)

Quelle

Extrem rechtsfreier Raum

Die „Jungle World“ berichtet:

Zwei Prozesse gegen Neonazis sorgten in Spanien für Aufsehen. Während einer mit hohen Haftstrafen endete, wurden die Mitglieder einer der gefährlichsten neonazistischen Gruppen freigesprochen.

Damit hatten die Angeklagten nicht gerechnet. Wegen zweifachen Mordversuchs sind Mitte Juli zehn Neonazis vom Landgericht Barcelona zu Haftstrafen von jeweils 18 Jahren verurteilt worden. Die Gruppe hatte im März 2012 in der kleinen katalanischen Ortschaft Manresa Besucher eines antifaschistischen Konzerts angegriffen. Im Rahmen der »Antifa-Kombat-Tour« traten dort die beiden Gruppen KOP und Non Servium auf. Die Neonazis, die aus verschiedenen Städten angereist waren, trafen sich in der Nähe des Konzert­orts, teilten Baseballschläger und Eisenstangen aus und begannen eine »Hetzjagd« auf die Besucher, so das Gericht. Mehrere Jugendliche wurden schwer verletzt. Ein 16jähriger erlitt einen Schädelbruch und wäre, so die Anklage, ohne das rasche Eingreifen der Rettungskräfte verstorben. Anstatt wie sonst solche Vorfälle als Streitereien zwischen rivalisierenden Jugendgruppen abzutun, betonte das Gericht den politischen Hintergrund der Tat. Im Juli wurden in Tarragona vier weitere Neonazis festgenommen, die versucht hatten, Geld für die Verteidigung ihrer Kameraden zu erpressen.

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Konspiratives NS-Hardcore-Event

Via der „Blick nach Rechts“:

Magdeburg – Wenn es um die Ankündigung von Rechtsrock-Veranstaltungen geht, die nicht über die NPD angemeldet worden sind, lässt sich seit Jahren eine Heimlichtuerei erkennen.

So wird gerade internationaler Rechtsrock für den 4. Oktober in „Mitteldeutschland“ beworben, ohne den genauen Ort näher zu benennen. Dabei sollen vier Bands auf die Bühne steigen, die sich der NS-Hardcore-Musik verschrieben haben. „Path Of Resistance“ kommen aus Rostock, „Fight Tonight“ aus Sachsen-Anhalt, „Terrorsphära“ sind ebenso in Südtirol beheimatet wie „Green Arrows“. Die Veranstalter verweisen bei dem Konzert-Event auf ein Kamera- und Mobiltelefonverbot. (hf)

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Chemnitzer FC-Fans zeigen vermeintliche Palästina-Solidarität in schwarz-weiß-rot

„Endstation Rechts“ schreibt:

Im Zuge des Gaza-Krieges missbrauchten Rechtsextremisten in den letzten Wochen Fußballspiele zur politischen Agitation. So störten Neonazis am 22. Juli 2014 in Dortmund den Gastauftritt von Maccabi Netanya, indem sie antiisraelische Parolen skandierten und nebeneinander die palästinensische sowie die schwarz-weiß-rote Reichsfahne zeigten. Eine politische Agitation erfolgte nun auch im Auswärtsblock des Chemnitzer FC.

Am 10. August 2014 kam es in der 3. Liga bei einem Auswärtsspiel des Traditionsvereins ebenfalls zu einer Fahnenaktion. Während das sächsische Team einen Sieg bei Fortuna Köln errang, war am Zaun des Auswärtsblocks die Fahne Palästinas neben der in der rechtsextremistischen Szene üblichen Reichsfahne zu sehen. Die Maßnahme wurde zwar nicht von den Spielbetrieb beeinträchtigenden Aktivitäten begleitet, doch hingen die Fahnen über den Verlauf der gesamten Spielzeit unbeanstandet in der Nähe der am Berührungspunkt von Gästeblock und Haupttribüne befindlichen Eckfahne.

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NSBM-Tonträger auf dem Index

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

12.08.2014 – Auf der Sommerindizierungsliste der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien im Bereich Musik finden sich nur Veröffentlichungen aus der Sparte des NS-Black Metal. In dieser Verbindung von Black Metal und Neonazismus nimmt Hendrik Möbus weiterhin eine bedeutende Stellung ein.

Regelmäßig veröffentlicht die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ihre Liste mit Indizierungsbeschlüssen im „Bundesanzeiger“. Zum 30. Juni dieses Jahres wurden unter anderem die Indizierungen der CD „88 Black’n Roll“ der Band „Die Volkstreuen Jungmannen“, des Tonträgers „Facta Loquuntur“ (Re-Edition 2010) von „Absurd“, des CD-Samplers „Russian Tribute to Absurd – Triumph of Death“, der Disc „Warspirit“ der Gruppe „Kristallnacht“ sowie der CD „Weltanschauung“ von „Nokturnal Mortum“ bekannt gegeben. Auffällig ist, dass sämtliche indizierten Bands Bezüge zum Genre des NSBM aufweisen. Dies weist auf die Stellung des NS-Black Metal für neonazistische Musikproduktion hin. Dessen Bedeutung hat sich auch jenseits von Experten für rechtsextreme Musik herumgesprochen.

Bekanntester Akteur in Deutschland in dieser Sparte von Neonazi-Musik ist Hendrik Möbus. Seinen Bekanntheitsgrad verdankt er seiner Vergangenheit als „Satansmörder von Sondershausen“ sowie seiner Band „Absurd“. Unter den indizierten Tonträgern ist der CD-Sampler „Russian Tribute to Absurd – Triumph of Death“ sowie eine „im Wesentlichen inhaltsgleich(e)“ Neufassung der bereits indizierten CD „Facta Loquuntur“ von „Absurd“.

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In.Bewegung: Weiterer Rechtsrock-Großevent etabliert sich in Thüringen

Via „Endstation Rechts“:

Die rechtsextreme Szene wird es als Erfolg verbuchen. Über 700 Neonazis und Rechtsrock-Fans feierten im thüringischen Sondershausen zu einem halben Dutzend Bands und können sich bereits auf die nächste Großveranstaltung in zwei Wochen freuen. Nach Veranstaltungsende wurde unterdessen ein jüdischer Friedhof in dem Ort beschädigt.

In Thüringen ist Wahlkampf, das wird vielerorts vor allem anhand der zahlreich gehängten Wahlplakaten deutlich. Doch sobald die größeren Städte und Gemeinde verlassen werden, müssen Straßenlaternen für gewöhnlich kaum noch für Parteienwerbung herhalten. Die NPD – die gerne von einer „Wahlkampfschlacht spricht – ist jedoch auch in Sondershausen präsent. An etlichen Laternen ist das Konterfei vom Landeschef und Spitzenkandidaten Patrick Wieschke zu sehen, dazu die üblichen Sprüche wie „Maria statt Scharia“.

Verantwortlich für die Plakatierung dürfte Patrick Weber sein, der nicht nur Landesorganisationsleiter ist, sondern auch Kreisvorsitzender des Kyffhäuserkreises. In dem zum Kreis gehörigen beschaulichen Städtchen Sondershausen fand am gestrigen Sonnabend die zweite Durchführung des „In.Bewegung“ statt, einer offiziellen NPD-Veranstaltung. Der MDR sprach gar von einer „Kundgebung“, doch das war es lediglich auf dem Papier. Ein weiteres Indiz dafür ist, dass fast sämtliche Mitglieder des Landesvorstandes am gestrigen Tag der Veranstaltung fernblieben. Eine ansonsten kaum vorstellbare Situation, hätten sich Wieschke & Co. doch Hunderten potentiellen Wählern präsentieren können.

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Siehe auch: Rechtsrock vor der Schachtanlage

Proteste gegen Neonazi-Konzert in Nordthüringen angekündigt

Das „Neue Deutschland“ schreibt:

Rechtsradikale wollen nach Sondershausen kommen / Bündnis: Freistaat entwickelt sich immer mehr zum Rechtsrock-Land

Berlin. Das Thüringer Netzwerk von Initiativen gegen Rechtsextremismus hat zu Protesten gegen das für Samstag geplante Neonazi-Konzert »In.Bewegung« in Sondershausen aufgerufen. Das Treffen mit bis zu 1.000 erwarteten Teilnehmern aus der rechten Szene sei in diesem Jahr bereits die fünfte derartige Veranstaltung im Freistaat, erklärte das Netzwerk am Freitag. Das »politische Fest der Nationalen« sollte ursprünglich im benachbarten Berga in Sachsen-Anhalt stattfinden, wurde aber kurzfristig nach Nordthüringen verlegt.

Die Vernetzung der Thüringer Bürgerbündnisse stelle »mit Erschrecken« fest, dass sich der Freistaat immer mehr zum Rechtsrock-Land schlechthin entwickle, hieß es. Die NPD erhoffe sich von der Veranstaltung neben der Mobilisierung ihrer Sympathisanten auch Einnahmen für den laufenden Landeswahlkampf. Auf der NPD-»Thüringentour« ab nächste Woche seien rund 90 Kundgebungen geplant. Der Protest am Samstag in Sondershausen sei deshalb »ein klares Zeichen gegen die NPD und den von ihr erhofften Einzug in den Landtag«, sagte Bündnissprecherin Madeleine Henfling.

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Siehe auch: Protest gegen Nazi-Treffen in Sondershausen

R.A.S.H. Brandenburg Tour 2014 für eine starke antifaschistische Subkultur

Via „RASH Berlin-Brandenburg“:

Aber warum überhaupt, warum jetzt und warum dort?

Die meisten von uns wohnen in Berlin oder Potsdam in Vierteln, in denen durch oft Jahrzehnte lange Kämpfe Nazis aus dem Stadtbild gedrängt wurden. Wir können uns aussuchen, ob wir die Konfrontation mit Nazis suchen oder ob wir uns emanzipatorischen Projekten widmen wollen, ohne dass wir uns dabei Sorgen vor Naziübergriffen machen müssen. Einige von uns kennen aus ihrer Jugend aber ein Welt, in der es solche Schutzräume nicht gibt, sie erst aufgebaut oder ständig gegen militante Nazis und die konservative Lokalpolitik verteidigt werden müssen. Gebiete in denen „normal“ feiern heißt, mit Nazikadern sich den Bierwagen teilen zu müssen. Wo alle, die nicht „deutsch genug“ aussehen, auf die Fresse bekommen. Wo allzu oft Nazis und ihre Ideologie ignoriert und Probleme auf der Ebene von „rivalisierenden Jugendbanden“ entpolitisiert werden. Wo Subkultur nicht nur ein Chick ist, den man sich kauft und nach Belieben an- und wieder abgelegen kann. Mit dieser Tour wollen wir einen Teil zu einer starken antifaschistischen Subkultur in ganz Brandenburg beitragen, die für Viele die einzige Alternative zur bürgerlichen Einöde oder der vermeintlich „unpolitischen“ Rebellion ist.

Von „unpolitischen“ Rebellen, alten und neuen Nazis

Diese „unpolitischen“ Rebellen kauen gerne die staatliche Ideologie der zwei Extreme wieder, nach der Nazis und Antifas doch das gleiche seien. Sie ignorieren dabei die menschenverachtenden Einstellungen der Faschos. Mit dieser Ignoranz kann dann auch ganz „unpolitisch“ gemeinsam Skrewdriver und Landser gehört werden. Nur wegen der Musik – versteht sich – und vielleicht auch noch, weil die mit den zu vielen „Asylanten“ ja doch recht haben. Wir sind der Meinung, dass das, was man hört, auch mit einem etwas macht. Diese „Erlebniswelt“ Rechtsrock muss man sich in Brandenburg aber nicht nur aus der Konserve geben. Zwar ist das Blood & Honor Netzwerk im Jahr 2000 offiziell verboten worden, doch in Brandenburg gibt es weiterhin rund zwei Dutzend gut vernetzte Nazibands. Auftreten können diese regelmäßig auf dem Privatgelände des Die Rechte Landesvorsitzenden Klaus Mann in Finowfurt. Mittlerweile wird aber selbst den staatlichen Institutionen das Treiben dort zu bunt und es kam immer wieder zu Konzertabbrüchen, nachdem indizierte Lieder gespielt wurden. Im Umfeld der Cottbuser Band Frontalkraft gibt es mit Rebel Records und The Devils Right Hand Store auch eine Geschäftsstruktur, die rechtes Gedankengut mit schlechtem Geschmack verbindet: Vom Nach Frankreichen fahren wir nur auf Ketten T-Shirt von der Nazimarke Ansgar Aryan, Thorshammer mit Skrewdriver Gravur über Ku-Klux-Klan-Button bis zur Reichskriegsfahne.

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Konkurrierende braune Strukturen

Der Blick nach Recht“ berichtet:

07.08.2014 – Seit Ende 2013 befindet sich Bayerns Neonazi-Szene im „Umbruch“. Geprägt ist diese Entwicklung von der Gründung neuer Parteien und einer Zersplitterung in der Münchner Szene.

Zwei Wochen nach dem Verbot des neonazistischen Kameradschaftsdachverbands „Freies Netz Süd“ (FNS) hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den ersten Halbjahres-bericht 2014 des Landesamtes für Verfassungsschutz vorgestellt. Darin berichtet die Behörde von einer Neonazi-Szene, die sich bereits seit einiger Zeit in einem „Umbruch“ befinde und zusehends neue Parteistrukturen zu etablieren versucht.

So hätten vormals parteifreie Neonazis „im ersten Halbjahr 2014 (…) in Bayern neue Strukturen der rechtsextremen Parteien Der Dritte Weg (III. Weg) sowie Die Rechte geschaffen“, wodurch sich die Szene „einen größeren Schutz gegen staatliche Verbots- und Exekutivmaßnahmen“ erhoffe. Der Bericht verweist vor allem auf die Gründung der Partei „Der III. Weg“, die laut Verfassungsschutzbehörde von „Führungsaktivisten des Freien Netz’ Süd (…) aufgebaut“ worden ist, „um der bayerischen Neonazi-Szene eine Alternativorganisation für das inzwischen verbotene Freie Netz Süd bereitzustellen“. Schon heute verfügt die Kleinstpartei über bayernweit fünf „Stützpunkte“ für die Regionen Hochfranken/Vogtland, München, Nürnberg/Fürth, Augsburg/Schwaben und Ostbayern, die in ihrer lokalen Verankerung „weitgehend den bisherigen geographischen Aktionsschwerpunkten des FNS entsprechen“. (bnr.de berichtete)

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»Hammerskins« im Visier der Sicherheitsbehörden

Blick zurück mit dem „Antifa Infoblatt“ ins Jahr 2003:

Exakt 127 neonazistische »Hammerskins« und ihre SympathisantInnen feierten am 29. November 2003 den Jahrestag der Berliner Hammerskin Sektion. Diese gründete sich 1994 und umfasst ca. 30 Mitglieder. Die Feier im »Billardtreff Pankower Bär« geriet allerdings ins Visier der Sicherheitsbehörden. Das Ergebnis der polizeilichen Kontrolle der Partyteilnehmer waren fünfzehn Strafanzeigen u.a. wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, einem gestohlenem Handy und Kokainbesitz.

Unter den Gästen befanden sich Mitglieder der »Hammerskin-Sektionen« aus der Schweiz, Frankreich und dem gesamten Bundesgebiet. Auch Aktivisten anderer Berliner Neonazi-Gruppen wie Matthias G. („Wiki“) von den »Vandalen – Ariogermanische Kampfgemeinschaft«, Eckhard Bräuniger von der NPD sowie Mitglieder der Gruppe »Lichtenberg 35« waren unter den Feiernden. Nachdem die Polizei die Veranstaltung gegen Mitternacht aufgelöst hatte, begab sich ein Teil der Neonazis ins unmittelbar gegenüberliegende »Restaurant Bismarck«. Die »Hammerskins« sind neben »Blood & Honour« die zweite international tätige neonazistische Skinhead-Organisation. Sie wurden Mitte der 80er Jahre als neonazistische »Elite«-Organisation in den USA gegründet.

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Ausblendung neonazistischer Gewalt im Allgäu

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Am Dienstag, den 6. Mai 2014 verurteilte die Große Strafkammer am Kemptener Landgericht den Neonazi Falk H. nach nur zwei Verhandlungstagen zu elf Jahren Freiheitsentzug mit Alkoholtherapie. Die „vollkommen sinnlose Sauferei und Prügelei“ am letztjährigen Tänzelfest in Kaufbeuren (vgl. AIB 100), welche Konstantin M., einem „Mann aus Kasachstan“, das Leben kostete, wertete das Gericht als Körperverletzung mit Todesfolge. Zu einer Tatrelevanz des neonazistischen Hintergrundes und Umfeldes des Täters „konnten aber keine konkreten Feststellungen“ getroffen werden. Das kritisiert das „Antirassistische Jugendaktionsbüro“.

Die Aktivist_innen leisteten Prozessbeobachtung, denn sie wollten angesichts des im Voraus festgestellten neonazistischen Hintergrundes der Tätergruppe etwas dagegensetzen, „wenn Behörden und Bevölkerung wieder in die Deutungs- und Verhaltensmuster zurückfallen, die mit der Aufarbeitung der NSU-Morde erkannt und erledigt werden sollten.“ Die Befürchtung sei, „dass auch der Fall um Falk H. entpolitisiert und abgehakt wird.“

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Rechtsrock-Event mit deutschen Bands

Via der „Blick nach Rechts“:

08.08.2014 – Großbritannien (Bathgate) – Bereits jetzt wird auf ein Rechtsrock-Musikereignis am 30. Mai 2015 aufmerksam gemacht, dabei allerdings ohne genauere Ortsangabe lediglich Schottland angegeben.

Möglicherweise findet das Konzert-Happening in Bathgate statt, dort hat es bereits mehrfach diesbezügliche Musikaktivitäten gegeben. Das Ereignis dürfte auch besonders Besucher aus Deutschland anlocken, weil mit „Endstufe“ (Bremen) und „Kraft durch Froide“ (Berlin) auch deutsche Bands im Mittelpunkt stehen.

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Hass auf der Haut

Noch 6 Tage lang könnt Ihr Euch die Doku in der Mediathek von „n-tv“ ansehen:

Rechtsextremist. Rassistische Tätowierungen im Gesicht, am Hals und auf den Händen erinnerten den heutigen Familienvater auch nach seinem Ausstieg an sein damaliges Ich. Um von diesen Tattoos und von der rechten Szene endgültig erlöst zu werden, ließ Bryon 25 Laserbehandlungen über sich ergehen. Die preisgekrönte Dokumentation gewährt Einblicke in die amerikanische Neonazi-Szene und zeigt Bryons äußere und innere Verwandlung.

Zum Film geht’s hier.

Rechtsextreme Musik – Einstiegsdroge Nr. 1: Rock‘n'Roll Nazi

Der „Bayerische Rundfunk“ berichtet:

Seit den späten 1970er-Jahren ködert die rechtsextreme Szene vor allem Jugendliche mit szeneinterner Musik. Die Idee stammt aus Großbritannien und wurde erfolgreich auf andere Länder übertragen. Bestand sie stilistisch zunächst aus hartem Gitarrenrock – sogenanntem Rechtsrock – bildet sie inzwischen die ganze Breite popkultureller Musikstile ab. Gelegentlich verschwimmen dabei die Grenzen zur unpolitischen Popkultur.

Die aktuelle Musik der rechtsextremen Szene unterscheidet sich von reaktionären Militärmärschen und Nazi-Propaganda à la „Horst-Wessel-Lied“ so sehr, wie die Volksmusik vom Punkrock. Zum ursprünglichen Rechtsrock sind rechtsextreme Liedermacher, Nazi-Hip-Hop oder Heavy Metal und anderes mehr hinzu gekommen. Praktisch gibt es kaum einen modernen Musikstil, der nicht auch von der rechten Szene übernommen wurde. Inhaltlich könnten die Unterschiede allerdings nicht größer sein: Da werden die alten Germanen – oder was man historisch dafür hält – verehrt („Wir wollen euern Jesus nicht, das alte Judenschwein / Denn zu Kreuze kriechen kann nichts für Arier sein“), die Wehrmacht und ihre Soldaten glorifiziert und Ausländern mit Vertreibung gedroht („Türkenpack aus unserer Stadt / Denn wir haben es langsam satt“). Zielscheibe und Thema Nummer eins sind Gewalt und Juden, wie in diesem Text der Band „Weiße Wölfe“: „Für unser Fest ist nichts zu teuer / 10.000 Juden für ein Freudenfeuer / Ihr tut unserer Ehre weh / Unsere Antwort Zyklon B“. Zwar ist die überwiegende Mehrheit der Musikalben rechter Bands verboten. Die internationale Zusammenarbeit und insbesondere das Internet sorgen aber für eine relativ problemlose Verfügbarkeit. Wer in der Szene vernetzt ist, weiß ganz genau, über welche Quellen verbotene Alben bezogen werden können.

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White Power Music: Scenes of Extreme-Right Cultural Resistance

Eine Leseempfehlung:

This volume presents new analysis of the shifting phenomenon of White Power music. It offers a timely overview of how White Power music helps preserve ultranationalist and racist narratives, recruit young people to the extreme-right political cause, and eventually encourages violence against the alleged ‘enemies’ and ‘traitors’ of the ‘White Race’.
To map this diverse culture, the volume focuses on national case studies ranging from the West to the East, as well as discussing particular topics such as the role of women in White Power music, censorship and the legacy of the late Ian Stuart Donaldson, founder of the Blood and Honour promotion network and a major figure in the extreme-right music scene.

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„Nazi-Hipster“ Patrick Schröder hat Ärger mit dem Gesetz

„Endstation Rechts“ schreibt:

Kaum ein Neonazi war in den letzten Monaten derart in den Medien präsent wie der bayerische NPD-Funktionär Patrick Schröder. Überregionale Zeitungen wie die Süddeutsche widmeten dem geschäftstüchtigen „Nazi-Hipster“ ein Porträt, der amerikanische „Rolling Stone“ sah in ihm den Vorreiter einer modernisierten Bewegung, SPIEGEL TV drehte einen Beitrag. Langsam aber scheint sich das Blatt zu wenden. Ein geplatztes Konzert kratzt genauso an seinem Image wie ein Ordnungswidrigkeitsverfahren der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, die Schröder ein Bußgeld aufbrummte.

Die Vorbereitungen liefen seit Wochen auf Hochtouren. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate wollte der umtriebige Patrick Schröder in der kleinen mittelfränkischen Gemeinde Scheinfeld ein Rechtsrock-Konzert mit einschlägig bekannten Bands auf die Beine stellen. Die Premiere des „Live H8“ im Oktober letzten Jahres verbuchte der Betreiber der Neonazi-Modemarke „Ansgar Aryan“ als Erfolg; Gut 1.000 musikbegeisterte Neonazis feierten damals in der Provinz. Während die örtlichen Behörden vielfältige Kritik einstecken mussten – sie hatten die Öffentlichkeit erst spät informiert –, schoben die zuständigen Stellen den Bemühungen des NPD-Nachwuchsmannes dieses Mal einen Riegel vor. Nachdem eine Brandschutzbegehung in der Diskothek „Nachtwelt“ angesetzt worden war, zogen die Organisatoren ihre Anmeldung überraschend zurück. Die kurzfristige Absage sorgte in der Szene für böses Blut, denn die Eintrittskarten mussten im Voraus bezahlt werden: für 25 Euro das Stück.

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Stecker gezogen – Kein Rechtsrock im Thinghaus

Via „Endstation Rechts“:

Für die rechtsextreme Szene hat sich das Thinghaus in Grevesmühlen schnell zu einem der wichtigsten Treffpunkte entwickelt. Doch Rechtsrock-Konzerte hat der Landkreis derzeit unterbunden – NPD und Neonazis reagieren gereizt auf das Thema. So wurde am Sonntag ein weiteres Konzert verhindert, bei dem Einsatz vor Ort wurden auch Polizeibeamte attackiert.

Lange war es relativ ruhig um das Thinghaus in Grevesmühlen, doch am Sonntag wollte sich die Szene erneut zu einem Rechtsrock-Konzert versammeln. Über interne Kreise wurde mobilisiert und die Anhänger kamen nicht nur aus dem Umkreis, deutschlandweit machten sich weit über einhundert Neonazis auf den Weg gen Ostsee. Die Polizei verbuchte Teilnehmer aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Erneut sollte in der Szene-Location ein Konzert stattfinden, doch die Polizei machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. „Da von Teilnehmenden und Verantwortlichen zur Art der Veranstaltung widersprüchliche und wahrheitswidrige Angaben gemacht wurden, sowie die Gefahr der Begehung von Straftaten von erheblicher Bedeutung auszugehen war“, heißt es in der Pressemitteilung, sei die Durchführung der Veranstaltung untersagt worden.

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Nazi-Mode: Was ist eigentlich ein „Nipster“?

Der „NDR“ berichtet:

Springerstiefel und Bomberjacke – das war einmal. Längst haben Neonazis ihr modisches Repertoire erweitert. Erst kopierten sie die Dresscodes der Linken, nun übernehmen sie auch noch den Style der „Hipster“, „Nipster“ oder auch „Nazi-Hipster“ nennt man nun Rechtsextreme mit urbanem Lifestyle – die also Jutebeutel tragen, Hip-Hop hören und vegan kochen.

Für das Kulturjournal hat sich Michel Abdollahi, Reporter für kulturelle Kuriositäten, beim alljährlichen Neonazi-Aufmarsch in der niedersächsischen Kleinstadt Bad Nenndorf umgeschaut und macht den Style-Check: Was trägt der moderne Nazi vorn heute?

Zum Videobericht gehts hier.

Outing Benjamin Einsiedler: Nazi- Musik- und Klamottenproduzent in neuer Nachbarschaft

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Nachdem der Neonazi Benjamin Einsiedler durch antifaschistische Interverntion zum Umzug seiner Geschäfts- und Produktionsräume aus Memmingen getrieben wurde, war es Zeit ihm weiter ans Bein zu pinkeln. Deshalb outeten wir den Betreiber des Internetversand und Plattenlabel Oldschool Records in seiner neuen Geschäfts- und alten Wohn-Nachbarschaft um Bad Grönenbach im allgäuer Hinterland zwischen Memmingen und Kempten.

In der Nacht zum 05.08.2014 wurden Bad Grönenbach, Thal, Wolfertschwenden und Ittelsburg mit Plakaten und Wurfsendungen versorgt. Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Benjamin Einsiedler:
Ein Neonazi in Ihrer Nachbarschaft

Der Neonazi Benjamin Einsiedler wohnt ganz in Ihrer Nähe in der Dorfstraße in Ittelsburg und betreibt seit seinem Umzug (vmtl. durch Aufklärung über ihn ausgelöst) sein Un­ternehmen „EPS – Einsiedler Print Store“ in der Äußeren Bahnhofstraße in Thal, wo er hauptsächlich Tex­tilien bedruckt und vertreibt. Nach außen unauffällig produziert er nicht nur etwa T-Shirts für Abi-Feiern. Er fertigt auch für seinen Internetversand „Oldschool Records“ Textilien mit neona­zistischen und gewaltverherrlichenden Botschaften. Zu finden sind Motive wie „I love NS“ (NS = Nationalsozialismus) und Bezüge auf die SS, um nur zwei zu nennen.

Dazu vertreibt er Tonträger einschlägiger neofaschistischer Bands und deren Fanartikel. Beispielsweise produziert er „Faustrecht“, eine international auf Konzerten des in Deutsch­land verbotenen „Blood & Honour“ (Blut und Ehre) Netzwer­kes auftretende Gruppe, oder „Codex Frei“ aus Kempten selbst. Sogar die Aufnahmen werden im eigenen Tonstudio gemacht wie er selbst sagt.

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Motiv Rechts Spezial zur Lückstraße 58 erschienen

Insgesamt 1191 Tage bestand der Neonazi-Treffpunkt in der Lückstraße 58. Seit dem 3. Juni 2014 ist er Geschichte. Die Neonazis verabschiedeten sich Ende Mai mit mehreren Versammlungen vor dem Objekt. Der Treffpunkt war in den letzten drei Jahren eines der zentralen Objekte der Berliner Neonazi-Szene. Hier fanden Veranstaltungen, Kampfsportkurse und Neonazi-Feiern statt. Die Lückstraße 58 war Ausgangspunkt für Propagandatouren, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen gegen Migrant_innen und Andersdenkende, die nicht ins Weltbild der Neonazis passten. Aktuell wurde ein Heft veröffentlicht, das die letzten drei Jahre zusammenfasst.

In der Publikation wird die Funktion, die ein solches Objekt für Neonazis hat, beschrieben. Es wird die regionale Verteilung von Neonazi-Immobilien in Deutschland gezeigt und die Entwicklung, die zur Anmietung der Lückstraße 58 führte, nachgezeichnet.

Das „Motiv Rechts“-Spezial stellt die zentralen Akteure des Vereins vor und wirft einen Blick ins Innere der Lückstraße 58. Zum Schluss werden Tipps vorgestellt, wie in Zukunft mit ähnlichen Objekten umgegangen werden kann.

Die Broschüre wurde von der Antifa Hohenschönhausen, dem „Recherche Team Lichtenberg“ und antifaschistischen Einzelpersonen erstellt.

Download der Broschüre als PDF

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