Kriminalität: Wo Rocker und Rechte gemeinsame Sache machen

Der „Spiegel“ schreibt:

Rocker bewachen Neonazi-Konzerte, rechte Schläger unterstützen Bikerbanden: Wie stark sind Kameradschaften und Motorradklubs in Deutschland verzahnt? Eine vertrauliche Analyse gibt Aufschluss.

Hamburg – Die bislang letzte politische Spur hinterließ der bayerische NPD-Funktionär Sascha Roßmüller Mitte September im Netz. Damals schwadronierte der „Nationaldemokrat“ über die „weltpolitische Großwetterlage“ und keilte gegen die „Brüsseler Gleichschaltungsadministration“. Einen Monat später musste er dann ins Gefängnis – allerdings nicht wegen seines Traktats.

Roßmüller ist nicht nur Rechtsextremist, sondern auch Rocker. Und als Führungsfigur der Bandidos Regensburg soll sich der 41-Jährige bei einer Straßenschlacht mit der rivalisierenden Gang des Gremiums MC Straubing im Dezember 2010 strafbar gemacht haben. Damals wurden zwei Männer niedergestochen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg wirft Roßmüller daher schweren Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vor.

Der massige Bayer mit einer offensichtlichen Vorliebe für Kurzarmhemden und Ewiggestriges verkörpert ein Phänomen, das die Sicherheitsbehörden seit einiger Zeit mit großer Aufmerksamkeit betrachten. Nach dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, von dessen Existenz Polizei und Verfassungsschutz nichts geahnt hatten, analysieren Beamte nunmehr intensiv die Schnittmenge zwischen Rechten und Rockern. Die Sorge ist groß, dass sich eine Mischszene herausbilden könnte, in der Extremisten und Schwerkriminelle gemeinsame Sache machen.

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