Von “HoGeSa” und “Pegida”: Das Einfallstor der extremen Rechten

„Publikative.org“ berichtet:

Weit über 4.000 Hooligans in Köln und über 5.000 Menschen in Dresden: Das Deckmantelthema für rassistischen und nationalistischen Protest in Deutschland ist erneut gefunden. Die organisierte extreme Rechte freut es, die Politik wirkt hilflos.

Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) oder „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida): Es gibt wieder ein Thema, unter dessen Deckmantel eine völkische und rassistische Stimmung Menschen in großer Zahl auf die Straße bringt. Was sich thematisch unter der Überschrift „Gegen Salafisten“ alles sammelt, ist eine konfuse Mischung aus rassistischen, nationalistischen und pseudo-demokratischen Forderungen, die sich in ihrer Argumentation der letzten Jahre kaum verändert haben. Im Schatten der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum der deutschen Einheit konstruieren sich die Protestierenden als „das Volk“, die „wahren Demokraten“, die endlich aufbegehren gegen eine staatliche Unterdrückung. Wer das „Volk“ versucht kleinzuhalten, wurde schnell deutlich: Staat und Medien Hand in Hand. Die Wurzeln dieser Argumentation dürften weit zurückliegen, sind aber seit 2011 immer stärker hervorgetreten. Nicht zuletzt Thilo Sarrazin lieferte vor knapp drei Jahren die aktualisierte Blaupause des Rhetorikkonzeptes, welchem sich die meisten Gruppen heute bedienen: Sie sind die Tabubrecher, die Kämpfer für die Meinungsfreiheit dieses von Medien und Staat unterdrückten Volkes. Als symbolisch-sprachlicher Höhepunkt dient die Adaption des zentralen Protest-Slogans der Einheitszeit: „Wir sind das Volk“. So verwundert es kaum, dass auf der „Pegida“-Demonstration in Dresden vor allem die Freude darüber besteht, dass man durch den Protest die „innerdeutschen Grenzen“ endlich überwunden hat. „Der erste Schritt ist also getan, es wächst auch endlich in den Köpfen zusammen, was zusammen gehört! WIR SIND EIN VOLK!“, schwadronierte einer der Redner am vergangenen Montag in Dresden. „Das Volk“ ist also schnell wieder zu „einem Volk“ geworden.

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Siehe auch: Bagida – HoGeSa und Pegida in Bayern – die extreme Rechte sucht Massenbasis!
SageSa spaltet sich! – „breites“ HoGeSa Spektrum vom Hitlergruß bis NPD

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