Archiv für Dezember 2014

Polizei verhindert Rechtsrock-Konzert

Der „Nordkurier“ schreibt:

Das Neonazi-Konzert sollte am Samstag auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebes in der Uckermark stattfinden. Der Veranstalter ist kein Unbekannter in Vorpommern.

Ein einschlägig bekannter 46-jähriger Mann aus Mecklenburg-Vorpommern organisierte den Auftritt einer rechtsextremistischen Band in der Nähe von Gramzow, ermittelten Beamte des Landeskriminalamtes und der Polizeidirektion Ost. Nach Informationen des Uckermark Kurier soll es sich dabei um Dirk Bahlmann, NPD-Kreistagsabgeordneter in Vorpommern-Greifswald, handeln. Auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebes war ein Konzertraum bereits vorbereitet, schildert Polizeipressesprecher Stefan Möhwald: „Dieser war mit einem erheblichen Getränkevorrat für mehrere hundert Personen sowie entsprechendem Verkaufstresen ausgestattet.“

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Rechtsrockkonzert in Gramzow verhindert

Neonazi-Netzwerk ausgehoben

Via „tagesschau“:

In Italien sind 14 Mitglieder eines neofaschistischen Netzwerkes von der Polizei festgenommen worden. Die Gruppe plante offenbar noch vor Weihnachten Anschläge. Sie fühlen sich dem rechtsextremen „Ordine Nuovo“ verbunden.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Hörfunkstudio Rom

Offenbar war Eile geboten. Das neofaschistische Netzwerk wollte noch vor Weihnachten zuschlagen und mit Attentaten das Land destabilisieren. Ziel waren Politiker und Richter, die ohne Begleitschutz leben, und deshalb als leichte Opfer galten.

„Zehn, elf auf einmal“, sagt ein Verdächtiger in einem abgehörten Telefonat, das die Polizei heute veröffentlicht hat. Geplant waren außerdem Anschläge auf öffentliche Institutionen, wie die staatliche Steuereinzugsagentur Equitalia. Die Polizei hat in den frühen Morgenstunden 14 Personen in verschiedenen Orten in Italien festgenommen, gegen 44 weitere wird ermittelt.

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[Königs Wusterhausen] Neonazis unterwandern Sportverein

„Recherche & Aktion“ berichtet:

Nach uns vor­lie­genden Infor­ma­tionen trai­niert Mike Turau die 2. E-Jugend des Königs Wus­ter­hau­sener Tra­di­ti­ons­ver­eins SC-Blau Weiss Schen­ken­dorf 1931 e.V. Der bran­den­bur­gi­sche Sport­verein beschäf­tigt damit einen lang­jährig aktiven Neo­nazi in der Kinder– und Jugend­ar­beit. Der Unter­wan­de­rung von Sport­ver­einen und Zivil­ge­sell­schaft durch Neo­nazis muss eine klare Absage erteilt werden.

Von „United Skins“ zu den „Freien Kräften“

Der in Königs Wus­ter­hausen (KW) wohn­hafte Mike Turau ist kein unbe­schrie­benes Blatt, son­dern seit vielen Jahren für sein neo­na­zis­ti­sches Enga­ge­ment stadt­be­kannt. Bereits um das Jahr 2000 war er der KWer Neo­na­zi­ka­me­rad­schaft „United Skins“ zuzu­ordnen, die ihrer­seits für Angriffe auf alter­na­tive Jugend­liche, Migrant_innen und Obdach­lose ver­ant­wort­lich gemacht wurde. [1]

Als im Sommer des selben Jahres Carsten Szc­ze­panski, Draht­zieher der lokalen Kame­rad­schafts­szene, als V-Mann des bran­den­bur­gi­schen Ver­fas­sungs­schutzes ent­tarnt wurde, rea­gierte die Szene in KW und Umge­bung mit einigen Jahren der orga­ni­sa­to­ri­schen Schwäche. Aller­dings sollte dies nicht dar­über hinweg täu­schen, dass es in der Region auch in den Fol­ge­jahren noch zu einigen Auf­sehen erre­genden Gewalt­taten kam: Hier seien unter anderem die Molo­to­v­cock­tail­würfe auf ein Roma­l­ager und das anti­fa­schis­ti­sche Fes­tival „Le Monde et a nous“ im Jahre 2001, der Brand­an­schlag auf das Auto eines Poli­zisten und eine, eben­falls im Jahr 2005 durch einen Neo­nazi ver­übte Attacke mit einer abge­bro­chenen Glas­fla­sche auf einen jungen Punk zu nennen. Es sollte klar sein, dass Neo­nazis keine festen Orga­ni­sa­ti­ons­struk­turen benö­tigen, um ihr men­schen­ver­ach­tendes Welt­bild in die Tat umzu­setzen, auch wenn staat­liche Behörden die Gefahr, die von unor­ga­ni­sierten Neo­nazis aus­geht, oft­mals baga­tel­li­sieren.

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Nachweihnachtliches Musikspektakel

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Verwirrspiel um angekündigtes Rechtsrock-Konzert für den 27. Dezember in „Mitteldeutschland“.

Neonazis gehen dazu über, für ihre Konzertankündigungen nicht nur verkürzte Angaben zu machen, sondern nunmehr auch verwirrende dazu, die auf zeitgleiche Events hinweisen. Das passierte bereits Anfang Dezember mit so betitelten Rock for Freedom-Konzerten. Stattgefunden hat an dem besagten Wochenende dann eine von der Polizei aufgelöste Musikveranstaltung im thüringischen Ballstädt (bnr.de berichtete), die als Weihnachtsfeier getarnt war. Ein Doppelkonzert in räumlicher Nähe ist allerdings im nun anstehenden Fall nicht gänzlich auszuschließen, sondern eventuell Gegenstand einer besonderen logistischen Planung.

Möglicherweise wird nämlich auch am 27. Dezember versucht, erneut in der 700 Einwohner zählenden Gemeinde nahe Gotha ein Rechtsrock-Meeting auf die Beine zu stellen. Am 6. Dezember versammelte sich die Szene, die aus mehreren Bundesländern und sogar aus dem Ausland anreiste, im so genannten „Gelben Haus“, dass mehrere Neonazis im Sommer des Vorjahres erworben haben und seit Jahresbeginn bewohnen. Das Gebäude war früher einmal eine Bäckerei. Dort als Eigentümer gemeldet ist auch der Kopf der Rechtsrock-Band SKD, Thomas Wagner. Dieser macht aber nicht nur selbst Musik, sondern ist laut Homepage auch verantwortlicher Geschäftsführer für das Label von Frontschwein-Records, bei dem offenkundig Vertriebsgeschäfte abgewickelt werden. Sieht die Polizei in Wagner den Verantwortlichen für das Konzert am Nikolaustag, firmiert dessen Label auch unter der einschlägigen Ballstädter Adresse.

Beworben wird im Internet nun ein Konzert am 27. Dezember mit mehreren Bands in „Mitteldeutschland“. Die Karten dafür sollen im Vorverkauf über eine Kontaktmail von Frontschwein-Records erworben werden. Angekündigt werden die Gruppen „Frontfeuer“, „Exzess“ (beide Brandenburg), „Heiliges Reich“ aus Sachsen sowie „Tätervolk“, die aus Musikern mehrerer Bundesländer zusammengewürfelt ist. Aufgeführt wird auch die Combo „Treueorden“, die zuletzt am 12. Dezember bei der Weihnachtsfeier des neonazistischen „Bündnisses Zukunft Hildburghausen“ aufgetreten ist. Ebenfalls für den 27. Dezember in Mitteldeutschland wird ein Konzerttreff mit dem Band-Paket „Tätervolk“, „Frontfeuer“, „Hausmannskost“ (Brandenburg) und „White Resistance“ aus Sachsen beworben. Hier wird allerdings auf die Abendkasse hingewiesen.

Quelle

November 13th – Meganewton

Partei in Bewegung

Via „telepolis“:

Nähern sich Pegida und AfD weiter an? Die Partei äußert Verständnis für die islamfeindliche Bewegung, ob und wie sie mitmischen will, bleibt aber unklar
Seit Wochen debattiert man in der „Alternative für Deutschland“ (AfD) darüber, wie die Bewegung der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) und etwaige lokale oder regionale Ableger einzuschätzen sind. Offen ist die Frage, ob die AfD eine Art parlamentarischer Arm der Bewegung sein könnte oder ob sie dann unfreiwillig gemeinsame Sache mit Rechtsextremisten machen würde. Die „Zeit“ hat darauf hingewiesen, dass Pegida und AfD teils schon kooperieren – Berührungspunkte zur extremen Rechten hin inbegriffen.

So meldete die Wochenzeitung, dass für den 12. Januar 2015 der Leipziger Pegida-Ableger „Legida“ seine erste Demonstration angemeldet habe. Der Ort habe als Revolutionsstadt von 1989 Symbolwirkung für die Bewegung. Mindestens zwei Mitglieder des bis zu jener Veröffentlichung unbekannten Organisationsteams seien laut „Zeit“ AfD-Führungsfiguren in Sachsen: Felix Koschkar kandidierte 2014 für die Partei um einen Landtagssitz und gelte als wichtiger Vertreter der extrem rechten und islamfeindlichen Gruppierung der „Identitären Bewegung“ (IB).

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Das Objekt 21

Das „Antifa Infoblatt“ berichtet:

Anfang 2013 hob die österreichische Kriminalpolizei ein kriminelles Netzwerk aus, auf dessen Konto zahlreiche Verbrechen wie etwa Brandstiftung oder schwerer Raub gehen. Seinen Ausgang hatte das österreichisch-deutsche Netzwerk im neonazistischen „Kulturverein“ Objekt 21 im oberösterreichischen Desselbrunn.1 Dessen Anführer wurden mittlerweile verurteilt2, von einer vollständigen juristischen Aufarbeitung des Falles kann aber noch lange nicht die Rede sein.

Im bisher letzten Verfahren gegen die Objekt 21-Bande wurden Mitte August diesen Jahres mit Jürgen Windhofer und Manuel Spindler dessen führende Köpfe zu sechs Jahren und neun Monaten bzw. zu vier Jahren und acht Monaten verurteilt. Während in diesem Prozess nur die rein kriminellen Machenschaften zur Sprache kamen, wurden einige der zahlreichen Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz bereits im November 2013 vor einem Welser Geschworenengericht verhandelt. Damals setzte es für Windhofer sechs und für Spindler vier Jahre Haft, fünf mitangeklagte Neonazis kamen mit teilbedingten und bedingten Haftstrafen3 zwischen 18 und 30 Monaten davon. Auch diese Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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USA: Hammerskins Gather to Remember Founder of The Order

„hatewatch“ schreibt:

It was a moment of remembrance for the racist right.

Last week, about three dozen racists gathered on Whidbey Island, Wash., to mark the 30th anniversary of the death of Robert J. Mathews, who founded a band of white supremacist terrorists intent on starting a race war called The Order. Members of The Order had fled to the island after a gun battle days earlier with FBI agents at a motel in Portland, Ore.

At the cabin, Mathews refused to surrender to the FBI, which later fired flares into the building to force him out. Matthews refused to leave, and died in an inferno when the cabin caught fire.

Because of Mathews’ unwillingness to surrender, he is widely regarded now as a martyr for white nationalists and racists, who annually visit Whidbey Island as part of a pilgrimage of sorts. This year was no different, attracting racists mostly from the Northwest Hammerskins, considered one of the most violent skinhead groups in the country.

A photograph posted on a white supremacist blog honoring Mathews and other members of The Order showed almost three-dozen attendees, their faces pixelated, beneath a Hammerskins crossed-hammers logo. The photo included the caption: “December 8th 2014 – NWHS and friends at Whidbey Island for Martyrs Day! Robert J Mathews!”

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Brisante Neonazi/Rocker-Szene

Via der „Blick nach Rechts“:

19.12.2014 – Zwei bis drei Prozent der bekannten Rechtsextremisten sollen Rockerverbindungen haben – die Sicherheitsbehörden geben dennoch Entwarnung, es bestehe keine sicherheitsgefährdende Entwicklung.

Die Behörden haben nachgebessert. Die Rede ist nicht mehr von „Einzelfällen“, sondern 522 ermittelte Personen bilden Schnittstellen zwischen Neonazi- und Rockermilieu. Dennoch, so steht es in einem internen „Lagebild“ von Bundeskriminalamt und Bundesamt für Verfassungsschutz, stelle das keine „relevante Entwicklung“ dar. Mehr als ein Drittel der Rechtsextremisten, die zu den über 7000 in der Polizeidatei erfassten Rockern wechseln, seien demnach nicht mehr politisch – aber fast zwei Drittel sind es wohl schon noch.

Obwohl Mecklenburg-Vorpommern in der Studie kaum auftaucht, zeichnen sich gerade dort krasse Beispiele ab. Die bekannten Neonazis Mirko Appelt, Sven Fischer und Felix Bliesener zählen zum neu gegründeten Rostocker „Hells Angels“-Charter, Appelt anscheinend sogar in herausragender Stellung. Auch der langjährige Neonazi Lars Jacobs, langjähriger Begleiter von Christian Worch, bewegt sich wie zahlreiche Rechte im Umfeld von Kampfsport, Tattoo-Szene und Rotlicht. Der Ex-Präsident des „MCs Schwarze Schar“, Philip Schlaffer, wurde diese Woche trotz Unterstützung durch den rechtsextremen Szene-Anwalt Wolfram Nahrath zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Drogenhandels verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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“Ruhrpott West”: HogeSa kündigt Soli-Konzert mit RechtsRock-Bands an

„NRW rechtsaußen“ berichtet:

WESTLICHES RUHRGEBIET – Um die „Hooligans gegen Salafisten“ (HogeSa) ist seit ihrer Kundgebung Mitte November in Hannover (nrwrex berichtete) relativ ruhig geworden. Weitere Aufmärsche fanden nicht statt. Ein Teil des HogeSa-Klientels beteiligte sich aber an den Aktionen von PEGIDA und deren Ablegern. Im neuen Jahr will aber auch HogeSa wieder auf die Straße gehen. In einer Stellungnahme wird für Februar ein Aufmarsch im „Osten“ und für April einer im „Süden“ angekündigt. Am 24. Januar soll eine „Solidaritätsveranstaltung“ mit mehreren RechtsRock-Bands im Raum „Ruhrpott West“ stattfinden.

RechtsRock-Konzert für HogeSa

Der Konzertort wird – wie bei RechtsRock-Veranstaltungen üblich – nicht öffentlich beworben. Der Flyer zum Konzert weist sogar auf ein Handy- und Fotografierverbot hin. Ob die Veranstaltung wirklich im Ruhrgebiet stattfinden wird, erscheint fraglich, da in der Vergangenheit „Ruhrpott West“ als Chiffre für grenznahe Städte in Belgien und den Niederlanden genutzt wurde. So fand am 6. Dezember ein Auftritt von „Kategorie C“ im südwestlich von Aachen gelegenen ostbelgischen Montzen statt (nrwrex berichtete). Die Band, die sich stark an der Mobilisierung von HogeSa beteiligt hatte und auf der Kölner HogeSa-Kundgebung auftrat, soll auch auf der genannten „Solidaritätsveranstaltung“ spielen. Von ihr stammt der rassistische Song „Hooligans gegen Salafisten“, der wenige Tage vor der Kölner Demo veröffentlicht wurde und auf große Resonanz stieß. „Kategorie C“ erspielte sich in den vergangenen Jahren eine große Fanbasis.
Mit KC auf der Bühne stehen soll das Duo „A3stus“, bestehend aus dem Berliner Rapper „Villain051“ und dem Liedermacher „Recht auf Wahrheit“. „Villain051“ stand zusammen mit Karin Mundt, Sängerin der RechtsRock-Band „Wut aus Liebe“, bereits bei den HogeSa-Versammlungen in Köln und Hannover auf der Bühne (nrwrex berichtete). Auch der dritte angekündigte Akt – der Sänger der Band „F.i.e.L“ – entstammt der neonazistischen Musikszene. „F.i.e.L.“ veröffentlichten 2012 das Album „Fremde im eigenen Land“ beim Chemnitzer Label „PC Records“. Das Album wurde im selben Jahr von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ indiziert.

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Populäre Musik und “deutsche” Identität

„Publikative.org“ schreibt:

Der Sammelband “Typisch Deutsch. (Eigen-)Sichten auf populäre Musik in diesem unserem Land“ beleuchtet die Beziehung zwischen populärer Musik und “deutscher“ Identität auf vielfältige Weise. Die Langeweile aktueller “deutscher“ Chartmusik ist dabei ebenso ein Thema wie die propagandistische Nutzung von Volksliedern durch den historischen Nationalismus. Zudem geht es um die Rezeption vermeintlich typisch deutscher Mythen im Heavy Metal. Eine Auseinandersetzung mit der Band Frei.Wild findet auch statt.

Der Titel des ersten Aufsatzes lautet “‘Typisch deutsche‘ populäre Musik heute. Eine Annäherung“. Der Autor, Thomas Phleps, konkretisiert sein Thema, indem er schreibt: “Deutsche populäre Musik ist zunächst rein geographisch verortet und meint alle populäre Musik, die im deutschsprachigen Raum produziert wurde und/oder in der Deutsch gesungen wird bzw. in einem dem deutschen Sprachraum zugehörigen Dialekt oder einer restringierten Version“.

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Innenminister verbietet „Autonome Nationalisten Göppingen“

Via „Störungsmelder“:

Die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ zählten in den letzten Jahren zu den umtriebigsten Neonazi-Gruppen in Deutschland. Heute Morgen wurde die Neonazi-Gruppe vom Innenminister verboten.

Ziel der „Autonomen Nationalisten Göppingen“ sei der „Kampf gegen das derzeitige politische System durch einen revolutionären radikalen und konsequenten Wandel der Politikform“ gewesen, teilte das Innenministerium Baden-Württemberg am Morgen mit. Außerdem wollte die Vereinigung sogenannte national befreite Zonen errichten.

Den Mitgliedern der Neonazi-Gruppe sei am Morgen die Verbotsverfügung zugestellt wurden und gleichzeitig kam es zu Hausdurchsuchungen bei mehreren Mitgliedern der Gruppierung. Nach Informationen des Innenministeriums laufen außerdem Verfahren gegen Mitglieder der „Autonomen Nationalisten“ wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. „Wir dulden in Baden-Württemberg keine rechtsextremistischen Vereinigungen, die in Programm, Vorstellungswelt und Gesamtstil eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus aufweisen. Sie sollen wissen, dass wir auf ihre Umtriebe die passenden Antworten haben“, kommentierte Innenminister Reinhold Gall das Verbot.

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Nazikonzerte zwischen dem 8.11. und 20.12.2014

Unsere Übersicht über Nazikonzerte in Deutschland und weltweit im Zeitraum zwischen dem 8.11. und 20.12.2014:

- 8.11.2014: Greifswald: Die Polizei löste ein illegales Nazikonzert mit ca. 500 Besucher*innen auf. Veranstalter war der Veltener Neonazi Robert Wolinski.

- 8.11.2014: Zobes (Vogtlandkreis): Die Neonazipartei „Die Rechte“ veranstaltete auf einem Privatgrundstück ein NS-Konzert mit mehreren hundert Teilnehmer*innen. Es wurden u.a. die Nazibands „Lunikoff Verschwörung“, „Nahkampf“ und „Skrew You“ mit Griffin von „Stonehammer“ und „Stigger“ (ex-„Skrewdriver“) angekündigt.

- 15.11.2014: Ungarn: „Blood & Honour“/“Combat 18“-„Eat European Division“-Konzert mit den NS-Bands: „Sturmwehr“, „Kraftschlag“, „Words of Anger“, „Frontfeuer“, „Indulat“, No Remorse“ und „surprise band from germany“.

- 15.11.2014: „Castelli Romani“/Italien: NSHC-Konzert mit den Bands „Blind Justice“, „Bronson“, „SPQR“ und „Drittacore“.

- 15.11.2014: „Stingers Pub“/Budapest (Ungarn): Konzert der neonazistischen „Skins4Skins Hungary“ mit den NS-Bands „Vérszerzödes“, „Tar Had“, „Ismeretelen Elkövetök“ und „Lucky Boneheads Crew 1912“.

- 15.11.2014: Magdeburg: Veranstaltung zum „Heldengedenk- bzw. Volkstrauertag“ mit dem neonazistischen Liedermacher Sebastian Döhring alias „Fylgien“.

- 15.11.2014: Basel (Schweiz) bzw. Hannover „HoGeSa“-Aufmarsch: 2 geplante Konzerte der Nazihooliganband „Kategorie C“ wurden jeweils von den Behörden untersagt.

- 20.11.2014: Gdansk/Polen: „Gdansk City Crew Vol.II“ mit den Rechtsrockbands „Bakers Dozen“, „All Bandits“, „Last Stand“, „Defect“ und „Hippies raus!“.

- 21.11.2014: Bulgarien: Es wurde angeblich ein Konzert der Nazihooliganband „Kategorie C“ veranstaltet.

- 29.11.2014: Bulgarien: „Blood & Honour Bulgarien“ präsentierte die Nazibands „Non Plus Ultra“, „Blackout“, „Redneck28“ und eine „surprise band from bulgaria“.

- 29.11.2014: „Mitteldeutschland“: NS-Konzert mit „Blutzeugen“, „Condident of Victory“, „Hope fort he Weak“ und „Saubande“ aus Tschechien.

- 29.11.2014: Mailand/Italien: Internationales „Hammerskin“-Festival unter dem Motto „Hammerfest 2014“ mit den NS-Bands „Die Lunikoff Verschwörung“, „Vérszerzödés“, „Gesta Bellica“, „Kommando Skin“, „Malnatt“ und „Motosega“.

- 5.12.2014: Hessen oder Thüringen: „Rock for freedom“-Konzert mit den NS-Bands „Brutal Attack“, „Act of Violence“ und „Sachsonia“.

- 5.12.2014: Walschbronn (Frankreich): Nazikonzert mit den Bands „Kategorie C“, „The Firm“, „Pittbullfarm“ und „The Tattooed Mother Fuckers“.

- 6.12.2014: „Ruhrpott West“ (wahrscheinlich Holland): Nazikonzert mit den Bands „Kategorie C“, „The Firm“, „Pittbullfarm“ und „The Tattooed Mother Fuckers“.

- 6.12.2014: „Museumstheater“/Sint-Niklaas (Belgien): Nazikonzert mit Frank Rennicke.

- 6.12.2014: Sachsen oder Brandenburg: „Rock for freedom“-Konzert mit den NS-Bands „Brutal Attack“, „Act of Violence“ und „Sachsonia“.

- 6.12.2014: England: „Blood & Honour – Westmidlands Division“ präsentierte die Nazibands „Blackout“ bzw. als Ersatz „White Wash“, „Prime Suspects“, „Redneck 28“ und „2 european guest bands“.

- 6.12.2014: “Gelbes Haus” in Ballstädt/Gotha (Thüringen): Polizei löste ein als Weihnachtsfeier getarntes Nazikonzert mit ca. 100 Teilnehmer*innen auf.

- 13.12.2014: Frankreich: “Blood & Honour Hexagone” präsentierte unter dem Motto „White Christmas III“ die NS-Bands „Frakass“, „Green Arrows“, „Battle Dogs“ und „Nessuna Resa“.

- 13.12.2014: “Reithalle”/Dresden: Neonazistisches Darkwave-Konzert mit “Death In June”, “Solblot”, “Camerata Mediolanense“ und „Die Weisse Rose“.

- 13.12.2014: Belgien: „White X-Mas“ – NS-Konzert mit den Bands „Helle und die RACker“, „Überzeugungstäter“, „Confident of Victory“, „Blutzeugen“, „Kraftschlag“, „Sniper“ und eine „surprise band“.

- 13.12.2014: Griechenland: NS-Konzert mit „Mind Terrorist“, „Postraumatic“ und „Portrait of my failure“.

- 13.12.2014: Ukraine ?: „Nevogradsky Hardcore 3“ mit den Nazibands „Insurgent“, „Ragnarock“, „Muckfakers“, „Right Choice“, „Hate 4“ und „Death Penalty“.

- 13.12.2014: Schweden: Nazikonzert mit “Pittbullfarm” und “Enhärjarna”.

- 20.12.2014: „Kammerwegklause“/Erfurt: Nazihooligankonzert mit „Kategorie C“.

Auf Bewährung – Nur ein Hit entfernt

Demo gegen Kategorie C Konzert – Kammwegklause dichtmachen!

Der „Infoladen Sabotnik“ schreibt:

Am 20. Dezember findet im Erfurter Neonazizentrum „Kammwegklause“ der nächste extrem rechte Konzertabend statt. Genau für diesen Tag kündigt die Nazi-Hooligan-Band Kategorie C ein Konzert in Thüringen an. Auch wenn es noch nicht bestätigt ist: wir gehen davon aus, dass Kategorie C am 20. Dezember in der Kammwegklause ein rassistisches Stelldichein geben werden. Das rechte Treiben im Südosten Erfurts werden wir nicht ungestört geschehen lassen und kommen wieder, bis die Kammwegklause dicht macht. Deshalb rufen wir zu einer antifaschistischen Demonstration mit anschließender Kundgebung vor der Kammwegklause auf!

Nazizentrum Kammwegklause

Seit nunmehr zwei Jahren existiert mit der „Kammwegklause“ in der Tungerstraße 1 auf dem Herrenberg ein rechter Erlebnisort für Nazis unterschiedlicher Couleur. Neben dem täglichen Kneipenbetrieb haben bisher mindestens 11 rechte Konzert- und Liederabende stattgefunden. Dabei spielte auch die Nachfolgeband der verbotenen terroristischen Vereinigung ‘Landser’, die ‘Lunikoff Verschwörung’. Auf diesen Konzerten wurde unter anderem Geld für rechte Straftäter wie den NSU Unterstützer und Nazikader Ralf Wohlleben gesammelt.

Bis zuletzt betrieb die NPD in der Kammwegklause ihr Bürgerbüro und die Nazimarke „Ansgar Aryan“ ein Ladengeschäft. Die Räumlichkeiten werden ebenfalls genutzt für Treffen, Versammlungen und Veranstaltungen wie beispielsweise einer Lesung mit Udo Voigt, dem ehemaligen Parteivorsitzenden der NPD.

Dem für die NPD im Stadtrat sitzenden Hooligan und mehrmals verurteilten Gewalttäter Enrico Biczysko gelingt es gerade durch den Rückzugsort in der Kammwegklause, Verknüpfungen zwischen der Neonazi- und der Hooliganszene aufrechtzuerhalten. Biczysko war 2008 mit anderen Nazi-Hooligans an einem brutalen Übergriff auf eine Gruppe Punks und Alternative auf der Krämer Brücke beteiligt. Heute sitzt er als Biedermann für die NPD im Erfurter Stadtrat.

Die Betreiberin der „Klause“, Gabriele Völker, kann dem Spektrum der Freien Kräfte zugeordnet werden. Sie nahm in der Vergangenheit selbst an rechten Aufmärschen teil und wurde 2010 wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Eigentümer des Gebäudes ist Manfred Stein – welcher zwar angibt, selbst nicht rechts zu sein, jedoch kein Problem damit hat, wenn gewaltbereite Neonazis seine Räumlichkeiten als Veranstaltungsort und Treffpunkt nutzen. Mit seiner ist-mir-egal-Haltung macht sich Stein mit verantwortlich für das erstarken rechter Strukturen und die daraus folgenden Taten.

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Das sind die „Legida“-Organisatoren

„Inventati“ berichtet:

Hinter dem am 12. Januar 2015 geplanten Rassistenmarsch „Legida“ stehen zwei Leipziger aus der Fußballfanszene: Marco Prager ist Anmelder der Demonstration, Silvio Rösler wurde als Versammlungsleiter benannt. Die Demonstration soll dem Vernehmen nach am Sportforum beginnen und unter anderem durchs Waldstraßenviertel führen.

Wer sind die Organisatoren?
Prager (40) ist in der Lok-Fanszene beheimatet. Auf der Facebook-Seite des Vereins nahm er nach den teils durch Neonazis geschürten Ausschreitungen bei einem Babelsberg-Spiel die Fangruppe „Scenario Lok“ in Schutz.

Die Gruppe galt bis zu ihrer kürzlichen Scheinauflösung als eine der vier großen Fangruppen in Sachsen, die der Neonaziszene nahe stehen. Auffällig: Anhänger zweier weiterer Fangruppen aus diesem Spektrum, die „Hooligans Elbflorenz“ und „Faust des Ostens“, unterstützen die Dresdner Pegida-Märsche („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) und damit das direkte Legida-Vorbild.

Rösler (51) war zeitweise in der Leutzscher SGLL-Fanszene aktiv, spielt selbst bei den Senioren von TuS Leutzsch. Im Jahr 1999 wollte er für die DSU – Reste der Partei finden sich heute bei der AfD – in den Leipziger Stadtrat einziehen. Pressestatement von damals: „Sozialhilfeempfänger müssen strenger kontrolliert werden.“ Heute ist Rösler befreundet und geschäftlich verbandelt mit dem Leipziger AfD-Aktivisten Roman Topp, ebenfalls ein gescheiterter Stadtratskandidat.

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HoGeSa, Pegida, Legida: Rassistische Mobilisierungen neuen Typs

Via Antifas aus Leipzig:

Nach dem Vorbild von HoGeSa in Köln und Hannover sowie Pegida in Dresden soll voraussichtlich am 12. Januar ein ähnlicher Aufmarsch in Leipzig stattfinden. Er reiht sich ein in eine rassistische Serienmobilisierung, die unerwartete Ausmaße angenommen hat.

„Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa)

…ist das Label eines vergleichsweise erfolgreichen Mobilisierungsversuches, der sich vordergründig gegen Islamismus wendet und insbesondere den Auftrieb des „Islamischen Staates“ (IS) als Anlass für Aktionen nutzt. Die Implikationen der Selbstbezeichnung („Hooligans“) und der Fremdzuschreibung („Salafisten“) wird noch zu hinterfragen sein. Fakt ist: Aus den Aktionen sind Massenversammlungen geworden.

Zurück ins Jahr 2012 reichen ähnlich gelagerte Vernetzungen von Hools und Neonazis wie die „GnuHonnters“, auch das Label HoGeSa ist schon länger in Verwendung. Weithin bekannt wurde es durch eine seit September aktive Facebook-Gruppe: Hauptsächlich von dort aus wurde zunächst zu mehreren so genannten „Kennenlerntreffen“ geladen, unter anderem am 21. September in Essen sowie am 28. September in Dortmund. Nach Essen waren etwa 90 Personen gekommen, sie marschierten ohne Anmeldung durch die Stadt und wurden durch die Polizei aufgerieben. Bei der Kundgebung in Dortmund waren es dann schon 300 Teilnehmende, bereits deutlich geprägt von Anhängern der örtlichen Neonaziszene.

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50 Jahre NPD

Das „Antifaschistische Infoblatt“ schreibt anlässlich des 50.Jubiläums der neonazistischen NPD:

Am 28. November 1964 fand die offizielle Gründungsveranstaltung der „Nationaldemokratischen Partei Deutschlands“ (NPD) in Hannover statt. Seit 50 Jahren wandelt sich die NPD immer wieder und ist damit auch Gradmesser für Entwicklungen der bundesdeutschen extremen Rechten insgesamt geworden — ein Rückblick.

Keine 150 Delegierten sind am ersten Novemberwochenende 2014 nach Weinheim in Baden-Württemberg gekommen. Auch für ihren 35. Ordentlichen Parteitag musste die NPD bis zuletzt die Nutzung der Tagungshalle vor Gericht erkämpfen. Die kurzfristige Einladung zeigt auch bei den geringen Delegiertenzahlen ihre Folge. Eigentlich sollte der Parteitag in Weinheim eine Feier der 50-jährigen Geschichte der NPD werden, doch der innere Zustand der Partei, ein laufendes Verbotsverfahren und ihre geringe politische Bedeutung sind kaum eine gute Grundlage für eine wirkliche Feier. Dennoch prangt auf der Bühne in Weinheim groß die Aufschrift: „50 Jahre Kampf für Frieden, Freiheit und Souveränität“. Am Ende wählen die anwesenden Delegierten den Saarländer Frank Franz zu ihrem neuen Vorsitzenden und zeigen damit auch ihren Wunsch, die NPD weiter in ihrer Außendarstellung zu verbürgerlichen und so nach einer Radikalisierungsphase wieder den Weg in die „Mitte der Gesellschaft“ beschreiten zu wollen. Dabei zeigt ein Rückblick starke Unterschiede in der Entwicklung und Ausrichtung der NPD, die oft aber ähnliche Funktionsweisen der Partei deutlich machen.

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NSU-Prozess: „Diese romantische Verklärtheit“

„Spiegel-Online“ berichtet:

Wie sehr engagierte sich das rechtsextreme Netzwerk „Blood and Honour“ für die untergetauchten Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos? Im NSU-Prozess erhoffte man sich von einem Zeugen Antworten. Zudem wurde bekannt, dass Ralf Wohlleben in Haft bleibt.

Wenn es im NSU-Prozess darum geht, was sich Ende der Neunzigerjahre in der rechtsextremistischen Szene Sachsens und Thüringens abspielte, zeigen viele Zeugen das immer gleiche Verhalten: Sie beschönigen, verharmlosen, geben vor, nichts zu wissen. Am Dienstag war der Zeuge Michael P. an der Reihe, er kam zum zweiten Mal ins Oberlandesgericht München.

Er sollte Auskunft geben über seine Rolle und vor allem die seiner damaligen Frau Antje B. im „Blood and Honour“-Netzwerk. Jenes Netzwerk, das wohl mit Neonazi-Konzerten Geld sammelte für die untergetauchten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe.

Antje B. soll laut Anklage zudem bereit gewesen sein, Zschäpe ihren Reisepass zur Verfügung zu stellen, falls diese mit ihren Gefährten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach Südafrika ausgereist wäre. Dazu kam es nicht, offenbar weil Zschäpe diesen Ortswechsel für sich ausschloss, so dass auch Böhnhardt und Mundlos in Deutschland blieben. Und mutmaßlich über ein Jahrzehnt lang die NSU-Verbrechen begingen.

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Neonazistische Expansionsbemühungen in Sachsen-Anhalt

Via „Antifa Infoblatt“:

Seit einem halben Jahr bemüht sich die Partei DIE RECHTE um den Aufbau von Strukturen in Sachsen-Anhalt und hofft bereits auf Erfolge bei der Landtagswahl 2016. Doch auch die ebenfalls neonazistische Partei Der III. Weg will sich weiter ausdehnen.

Strukturaufbauversuche von DIE RECHTE und Der III. Weg

Am 24. Mai 2014 gründete sich unter Anwesenheit des DIE RECHTE-Gründers Christian Worch der erste Kreisverband (KV) „Jerichower Land“ der neonazistischen Partei in Sachsen-Anhalt. Zum Vorsitzenden des mittlerweile unter der Bezeichnung „Magdeburg/Jerichower Land“ firmierenden KV wurde der Neonazi Ingo Zimmermann aus Burg gewählt. Die Namenserweiterung ist allerdings nicht auf den Ausbau regionaler Strukturen zurückzuführen, viel eher wird diese suggeriert. Denn schon zur Gründung war die Zusammensetzung des zu diesem Zeitpunkt aus sechs Personen bestehenden Verbandes keineswegs auf das Jerichower Land beschränkt. Die neugewonnenen Parteimitglieder stammten aus Burg, Gommern, Halle und Magdeburg. Enge Kontakte bestehen zum Landesverband Berlin und es verwundert daher nicht, dass die Neonazis aus Sachsen-Anhalt regelmäßig zu den rassistischen Demonstrationen gegen Geflüchtetenunterkünfte in Berlin-Marzahn mobilisieren. Intensiver gestaltet sich der Austausch mit dem KV „Braunschweiger Land“. In diese Region kann zumindest Zimmermann auf langjährige Kontakte zurückgreifen, da er schon Ende der 1990er Jahre für eine Ausbildung nach Braunschweig gezogen war und dort u.a. die „Kameradschaft Skinheads Braunschweig“ mit aufbaute.1

Aktionistisch und wählbar? – Vom Kreis- zum Landesverband

Ungeachtet der personell eher dünnen Decke, bemüht sich der KV durchaus um öffentliche Wahrnehmbarkeit. Neben einigen Verteilaktionen der parteieigenen Postkarten in Gommern und Burg sowie einer internen Schulung fand die erste größere Veranstaltung zum sogenannten Heldengedenk- bzw. Volkstrauertag am 15. November 2014 in Magdeburg statt. Vor der eigentlichen Kranzniederlegung gab es neben kurzen Vorträgen auch musikalische Begleitung durch den rechten Liedermacher Sebastian Döhring alias „Fylgien“. Weiter nutzten Aktivisten der neonazistischen „Gefangenenhilfe“ den Abend um ihr Projekt vorzustellen. Seit dem Verbot der „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene“ (HNG) im Jahre 2011 übernimmt die „Gefangenenhilfe“ nun maßgebliche Arbeiten der „Vorbeugung, Betreuung, Direkthilfe und Wiedereingliederung“ neonazistischer Häftlinge. Um nicht als Nachfolgeorganisation der HNG in den Fokus staatlicher Repression zu geraten, suchte sich die „Gefangenenhilfe“ ihren Sitz in Schweden und ließ die Organisation ins dortige Vereinsregister eintragen.2 Als Drahtzieher gilt Stephan Günther, ein in Dänemark und Dresden lebender deutscher Neonazi, der dem „Blood & Honour“-Netzwerk zuzurechnen ist. Die „Gefangenenhilfe“ produzierte u.a. ein T-Shirt mit der Parole „Freiheit für Wolle“, das Spenden für den zurzeit in München vor Gericht stehenden Neonazi und der Unterstützung des NSU angeklagten Ralf Wohlleben akquirieren soll.

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