Archiv für Januar 2015

Frei.Wild kommt nach Geiselwind: Mehrere Bands sagen ab

„Nordbayern.de“ berichtet:

GEISELWIND – Nachdem die Südtiroler Band Frei.Wild schon vor den Echo-Verleihungen für Wirbel gesorgt hatte, gibt es nun auch Proteste gegen ihren Auftritt beim „Out & Loud“-Festival in Geiselwind im Juni. Einige Bands haben ihre Konzerte bereits abgesagt.

Einige Bands haben ihren Auftritt abgesagt, weil sie nicht mit der Deutschrock-Band aus Brixen auf einem Festival auftreten wollen. Die aggressiv-heimattümelnden Texte von Frei.Wild sind vielen ein Dorn im Auge, Frontmann Philipp Burger war früher Mitglied der Skinhead-Band „Kaiserjäger“. Davon distanziert er sich heute, die Gruppe bezeichnet sich als unpolitisch und thematisiert die Diskussion um ihre Texte und Auftritte auch in ihren Songs.

Die Formation „Dein Feuer“ hat nun ihren Auftritt in Geiselwind abgesagt: „Grund hierfür ist die Ankündigung der rechtsoffenen Band Frei.Wild als Headliner des Festivals. Dieses Ereignis hat eine große Welle der Empörung unter den Festivalfreunden und Metalheads ausgelöst und zu heftigen Debatten geführt. Wir selbst wollen derartige Bands auf keine Art und Weise unterstützen und boykottieren jetzt das Event.“

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»Linke, ihr könnt verrecken«

Das „Neue Deutschland“ schreibt:

Prozess gegen zwei braune Gesellen, die Hass-CDs über das Internet verbreiteten Mit Nazipropaganda Geld verdienen – das erhofften sich zwei Berliner, die seit gestern vor der Staatsschutzkammer des Landgerichts angeklagt sind.

Wenn zwei bekannte Anwälte, die NPD-Größen oder Nazischläger juristischen Beistand leisten, das Moabiter Kriminalgericht betreten, dann braucht man ihnen nur zu folgen, um auf einen Prozess mit Nazipropagandahintergrund zu stoßen. Und so war es auch am Donnerstag. Sie verteidigen zwei Angeklagte, die der Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und der Volksverhetzung angeklagt sind. David H. (38 Jahre) und Stefan Sch. (32) sind keine unbeschriebenen Blätter. Sie haben es als Auf- und Verkäufer von Hass-CDs im Internet zwischen 2007 und 2012 zu traurigem Ruhm gebracht. Ob sie weiter im Geschäft sind, bleibt nach dem ersten Verhandlungstag im Dunkeln. Gegen einen dritten Beschuldigten war das Verfahren nach Anklageverlesung eingestellt worden, da er bereits wegen der gleichen Nazischeiben rechtskräftig verurteilt worden war. Man fand sie bei einer zweiten Hausdurchsuchung erneut in seiner Wohnung.

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Siehe auch: Braune Hass-Händler auf der Anklagebank

Soli-Konzert für inhaftierte Neonazis

Via der „Blick nach Rechts“:

29.01.2015 – Mit der Ortsbezeichnung „Mitteldeutschland“ versehen ist die Werbung für ein größeres musikalisches Event am 7. Februar, bei dem mehrere Bands aufspielen sollen.

Bei dem braunen Konzert soll offenkundig Geld für die Unterstützung von in Gefängnissen einsitzenden Neonazis eingespielt werden. Das Event, übertitelt mit Soli-Konzert, wird auf ausländischen Internetseiten sowie unter anderem auf der Facebook-Seite der vierköpfigen baden-württembergischen Band „Kommando 192“ beworben. „Kommando 192“ existiert erst seit 2013 und nennt die die Rechtsrock-Combos „Endstufe“ und „Störkraft“ benennt, wenn sie nach ihren maßgeblichen Einflüssen befragt wird.

Mit von der Partie soll am 7. Februar auch die Band „12 Golden Years“ aus dem Raum Apolda sein. Aus Bremen angekündigt wird die dem internationalen „Blood&Honour“-Netzwerk zugerechnete Gruppe „Nahkampf“, in der auch Sänger Hannes Ostendorf von „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ mitwirkt. Auf dem ersten Album von „Nahkampf“, die es seit Ende der 80er Jahre gibt, fand sich bereits eine Solidaritätswidmung für die seinerzeit in Haft befindlichen Neonazi-Größen Christian Worch, Gottfried Küssel und Gary Lauck. Diesmal als mitmachende Band aufgeführt ist auch das Trio „Exzess“ aus Strausberg, das eine enge Verbindung zur Neonazi-Kultband „Lunikoff Verschwörung“ um Sänger Michael Regener pflegt.

Aus dem Raum Sonneberg stammt die propagierte Band „Unbeliebte Jungs“, die in der Vergangenheit auch schon einmal unter dem Namen „Volksverhetzer“ unterwegs war und von der ehemaligen rechtsgerichteten Skinhead-Combo „Brachial“ Unterstützung erfahren hat. Schließlich sind auch Schweizer Gäste eingeladen. Die Band „TreueOrden“ steht mit ihrem Album „SA Voran“ auf dem Index. Die Eidgenossen traten zuletzt am 12. Dezember auf der Weihnachtsfeier des neonazistisch ausgerichteten „Bündnisses Zukunft Hildburghausen“ (BZH) auf, das die in Südthüringen als Pegida-Pendant laufenden Sügida-Demonstrationen in Suhl unterstützt und sich thematisch derzeit ganz auf Flüchtlings- und fremdenfeindliche Hetze konzentriert.

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„Besorgte Bürger“, die zu „Landser“-Melodien spazieren gehen

„Endstation Rechts“ berichtet:

Beim gestrigen zweiten „Spaziergang“ des regionalen Pegida-Ablegers in Schwerin verfestigte sich der Eindruck der letzten Wochen: Das Szenario bestimmten NPD-Anhänger und aggressive Kameradschafts-Mitglieder, die sich teilweise vermummten. Wieder mit dabei: NPD-Fraktionschef Udo Pastörs.

„Schwerin bleibt deutsch“, grölt eine Gruppe junger Männer, zumeist schwarz gekleidet, in die Nacht. Es ist zwar nur ein Slogan von vielen, die an diesem Abend von den Anhängern der rassistischen Mvgida-Bewegung auf ihrem „Spaziergang“ durch die Straßen von Schwerin skandiert werden, doch dieser bleibt im Ort. Denn er hat eine Vorgeschichte. Als Vorbild dient vermutlich ein Lied der als kriminellen Vereinigung verbotenen Rechtsrock-Band „Landser“, zumal die „Sänger“ diese Melodie auf den Lippen haben. Die Truppe um Michael „Lunikoff“ Regener glorifizierte auf ihrem ersten Demo 1992 in dem Song „Berlin bleibt deutsch“ die nationalsozialistische Vergangenheit der „Reichshauptstadt“. Zwischen den Zeilen forderten die Szenestars aber auch Taten. „Kanaken und Parasiten“ lasse man sich nicht länger bieten. „Türkenpack und scheiß Senat – raus aus unserer schönen Stadt“, reimt Regener auf Teufel komm raus.

In dieser Gesellschaft fühlte sich gestern Abend ein buntes Gemisch aus Reichsbürgern, Verschwörungstheoretikern, Antidemokraten, Kameradschaftsaktivisten und Kadern der NPD sichtlich wohl. Die wenigen Menschen, die ohne einen direkten Bezug zur rechtsextremen Szene schienen, nahmen jedenfalls keinen Anstoß an den zahlreichen vermummten und teilweise mit dicken Handschuhen ausgestatteten Neonazis. Anders die Polizei, die ein ums andere Mal einzelne „Spaziergänger“ aufforderte, ihre Vermummung abzulegen. Derweil debattierten zwei Mvgida-Unterstützer über das Land „Mecklenburg-Vorpommern als Firma“, und ein älterer Herr schimpfte wie ein Rohrspatz gegen die anwesenden Journalisten, die immer wieder als „Lügenpresse“ diffamiert wurden. Die schreibende Zunft sei nicht mehr als „Handlanger der BRD-Stasi“, stellte er mit der ihm eigenen Überzeugung fest.

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Knast für Neonazi-Hetzredner

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

26.01.2015 – Jena/Gera/Hildesheim – Der wegen seiner aggressiven Reden bei braunen Aufmärschen bekannte Neonazi Dieter Riefling aus Söhlde (Landkreis Hildesheim) muss eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung antreten.

Dies berichtet unter anderem die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ (HAZ). Demnach bestätigte das Thüringische Oberlandesgericht (OLG) in Jena ein Urteil aus zweiter Instanz gegen den einschlägig vorbestraften Neonazi, der wiederholt mit der Justiz in Konflikt geraten ist. Anlass für das neue Urteil ist eine Rede, die Riefling im Juli 2012 auf dem Neonazi-Festival „Rock für Deutschland“ in Gera gehalten hat.

Deswegen hatte das Landgericht Gera den Mittvierziger in zweiter Instanz wegen Volksverhetzung unter Einbeziehung eines weiteren Urteils zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. (bnr.de berichtete) Vor den Besuchern des braunen Events hatte Riefling sich fremdenfeindlich und rassistisch geäußert, unter anderem hatte er auch gegen die TV-Moderatorin Mo Asumang gewettert, die seinerzeit für ihren Dokumentarfilm „Die Arier“ recherchierte.

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Siehe auch: Neonazi Riefling muss hinter Gitter

Hackte NPD-Jugend Punk-Versand?

Via „Störungsmelder“:

Die NPD-Jugendorganisation in Brandenburg soll einen Internethandel für Punks gehackt und zehntausende Kundendaten gestohlen haben. Nun ermittelt die Polizei.

von René Strammber und Alexander Fröhlich

Potsdam/Duisburg – Die Polizei Duisburg (Nordrhein-Westfalen) ermittelt wegen Zehntausender gestohlener Kundendaten eines Internethandels für Punks gegen die Jungen Nationaldemokraten (JN) Brandenburg, die Nachwuchsorganisation der rechtsextremen NPD. Wie ein Sprecher der Duisburger Polizei den PNN sagte, werde gegen den JN-Landesverband wegen des Verdachts auf Computersabotage ermittelt, die JN werde als möglicher Täter geführt. Bereits am Freitag hatten die Beamten mitgeteilt, dass rechtsextreme Hacker, nach ersten Erkenntnissen eine Gruppe aus Brandenburg, offenbar Kundendaten des Duisburger Internethandels „Impact-Mailorder“ gestohlen und im Netz veröffentlicht haben. Jetzt hat die Polizei auf PNN-Anfrage erstmals mitgeteilt, welche Neonazis in Brandenburg sie im Visier hat.

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HoGeSa-Abspaltung will in Ludwigshafen demonstrieren

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Mittlerweile haben sich die “Hooligans gegen Salafisten” gespalten. Der Ableger unter dem Namen “Gemeinsam-Stark Deutschtland”, der sogar als Verein gegründet wurde, plant am 8. Feburar einen Aufmarsch in Ludwigshafen. Auch hier wird mit Ausschreitungen gerechnet.

Am 8. Februar wollen extrem rechte Hooligans und organisierte Neonazis im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen demonstrieren. Angemeldet und beworben wird die Demonstration von dem neugegründeten Verein „Gemeinsam-Stark Deutschland e.V.“. Anlass der Demonstration ist „der Jahrestag der ersten islamkritischen Aktion von Fußballfans in Deutschland.“ Gemeint sind damit die Ausschreitungen von rechten Hooligans im Februar 2014 während einer Kundgebung radikal-islamistischer Salafisten in Mönchengladbach.

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Siehe auch: 08.02.: Bundesweiter Aufmarsch von Nazi-Hooligans in Ludwigshafen

Warum will Demmin Punkrocker nicht sehen?

Via „Nordkurier“:

Die Band Feine Sahne Fischfilet füllt bundesweit Hallen und spielt auf Festivals vor zehntausenden Fans. In ihrer Heimat will man sie aber offenbar nicht haben. Das Verhalten der Behörden wirft Fragen auf.

„Aus der Region, für die Region“ – dieses Motto ist für die die Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ mehr als eine hohle Phrase. Ihre Mitglieder kommen aus Städten wie Demmin oder Jarmen, Auftritte in der Provinz zählen für sie zum guten Ton. „Wir kommen vom Dorf und wollen den Leuten vor Ort auch was bieten, das ist unser Anspruch“, fasst Trompeter Max Bobzin das Credo der Gruppe zusammen.

Vor Ort selbst wiederum ist die Band aber anscheinend nicht immer gern gesehen. Jüngstes Beispiel: Demmin. Dort sollte die Veröffentlichung des neuen Albums mit einem Konzert gefeiert werden – zunächst in der Halle eines privaten Bau-Unternehmens, später in der städtischen Friesenhalle. Beides scheiterte.

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“Ausländer raus”-Rufe bei Pegida in Brandenburg

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Von wegen “unparteiisch”: Sie riefen „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus!“. Zahlreiche Neonazis waren unter den 150 Teilnehmern des Bramm/Pegida-Marsches in Brandenburg/Havel. Es gab starken Gegenprotest.

Potsdam – Die erste Aktion vom Ableger, der kein Ableger sein darf: Etwa 150 Personen folgten am gestrigen Montagabend einem Aufruf der „Brandenburger für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung im Sinne der Pegida-Bewegung“ (BraMM) zu einer Demonstration in Brandenburg/Havel. Das Dresdner Original aber hatte sich schon im Vorfeld von der Gruppierung in der Havelstadt distanziert.

Der islamfeindlichen Aktion stellten sich am Neustädtischen Markt knapp 500 Personen entgegen, einige begleiteten die Demonstrationsroute der Pegida-Anhänger vom Neustädtischen Markt zum Trauerberg. Im Vorfeld hatte ein Parteienbündnis zu den Gegenprotesten aufgerufen. Die Parteichefs Dietmar Woidke (SPD), Christian Görke (Linke), Petra Budke, Clemens Rostock (beide Grüne) und Axel Graf Bülow (FDP) hatten einen gemeinsamen Aufruf verfasst. „Wer anstatt Frieden zu stiften andere ausgrenzt, ist selbst Feind der Freiheit“, hieß es in dem Aufruf. Man werde den Feinden der Freiheit nicht die Straße überlassen. Auch CDU-Landeschef Michael Schierack rief – allerdings getrennt – zu friedlichen Protesten auf.

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Versuchte Anschläge in Berlin: „Intellektuelle Rechte“ unter Brandsatz-Verdacht

Der „Spiegel“ berichtet:

Sie zündeten Brandsätze, hinterließen Flugblätter: Hinter versuchten Anschlägen auf den Bundestag und die CDU-Geschäftsstelle sollen „intellektuelle Rechtsextreme“ stecken – davon geht nach SPIEGEL-Informationen der Verfassungsschutz aus.

Berlin – Hinter den versuchten Brandanschlägen auf Gebäude des Deutschen Bundestags und der CDU-Bundesgeschäftsstelle vermutet der Verfassungsschutz Täter aus dem Spektrum des „intellektuellen Rechtsextremismus“. Das berichtet der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe.

Der Verdacht geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Sie basiert auf einer Analyse von Flugblättern, die eine Gruppe namens „Deutsche Widerstandsbewegung“ (DWB) an den Tatorten hinterlassen hatte. Durch den Text werde nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz „der Eindruck erweckt, dass es sich beim Verfasser um eine Person handelt, die sich intellektuell mit politischen Themen auseinandersetzt“.

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„HogeSa“-Soli-Konzert geplatzt

Via der „Blick nach Rechts“:

26.01.2015 – Duisburg/Ludwigshafen/Erfurt – Ein für Samstagabend geplantes „HoGeSa“-Konzert mit der extrem rechten Hool-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ in Duisburg endete, bevor es überhaupt begonnen hatte. Die Besucher erlebten nur einen Soundcheck.

Mit der Veranstaltung hatten die „Hooligans gegen Salafisten“ ihre Kasse aufbessern wollen. Das dürfte nun schwierig werden – jedenfalls, wenn die verhinderten knapp 250 Konzertbesucher tatsächlich den Eintrittspreis erstattet bekommen, wie es ihnen in einem „HoGeSa“-nahen Internetform versprochen wird. 22 Euro hatten sie auf den Tisch blättern müssen, um – so jedenfalls die Planung – „Kategorie C“ sowie dem Sänger der Rechtsrock-Combo „F.i.e.L.“ („Fremde im eigenen Land“) und dem ebenfalls aus diesem Spektrum stammenden Liedermacher-Duo „A3stus“ lauschen zu können. (bnr.de berichtete)

Im „Ruhrpott West“ werde die „Solidaritätsveranstaltung“ stattfinden, hatte „HoGeSa“ Ende Dezember mitgeteilt – und sich dann auf eine möglichst konspirative Vorbereitung konzentriert. Den genauen Veranstaltungsort erfuhren die Konzertbesucher erst am Samstagnachmittag per Telefon. Doch allen

Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz: Am Abend schlug der Pächter des „Medienbunkers“ im Duisburger Stadtteil Marxloh, wo das Konzert stattfinden sollte, Alarm und untersagte die Nutzung seiner Räume. Die Halle war bei ihm unter einem falschen Vorwand für eine angebliche Geburtstagsfeier angemietet worden. Rund 200 Besucher mussten nach dem Rausschmiss unter den Augen eines Großaufgebots der Polizei wieder abziehen. Ein Teil der Besucher grölte dabei die Parole „Nationaler Sozialismus jetzt!“

Siehe auch: Rechtsrock-Bands tarnen Konzert in Duisburg als Geburtstagsfeier

Neonazi Frenck kauft Gasthof

„Endstation Rechts“ schreibt:

Der umtriebige Neonazi Tommy Frenck hat einen Gasthof in Kloster Veßra (Landkreis Hildburgshausen) erworben. Der Kreisrat soll nach Informationen des MDR, die von der Verwaltungsgemeinde Feldstein bestätigt wurden, 80.000 Euro für den „Goldenen Löwen“ bezahlt haben.

Tommy Frenck, Kader der NPD-nahen Wählervereinigung „Bündnis Zukunft Hildburgshausen“ (BZH) und früherer NPD-Lokalpolitiker, baut sich ein weiteres berufliches Standbein auf. Wie erst gestern bekannt wurde, unterschrieb der umtriebige Neonazi bereits Mitte Dezember den Kaufvertrag für einen Gasthof in Kloster Veßra im Landkreis Hildburgshausen. Die Recherchen des MDR wurden mittlerweile durch die zuständige Verwaltungsgemeinde Feldstein bestätigt. Der Kaufpreis der Immobilie, die Platz für 120 Personen bieten soll, habe 80.000 Euro betragen.

Derzeit prüfe die Verwaltungsgemeinde, ob sie ihr Vorkaufsrecht für den „Goldenen Löwen“ geltend machen könne, erklärte die Vorsitzende Dagmar Klaus. Angesichts leerer Kassen stünden die Chancen allerdings nicht gut. Womöglich ist dies auch der Grund für die Untätigkeit der Gemeinde. Denn obwohl die Verantwortlichen frühzeitig vom Verfassungsschutz über Frencks Pläne informiert gewesen seien, habe die Kommune nichts unternommen, wundert sich ein Staatsschützer im MDR. Der bisherige Besitzer gab an, der politische Hintergrund des Käufers sei ihm egal.

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Bremer Hooliganstruppe löst sich auf

Eine Meldung von „Radio Bremen“ :

Nach Informationen von buten un binnen hat sich die Hooligangruppe „Standarte Bremen“ nach 25 Jahren selbst aufgelöst. Grund dafür könnte ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom Donnerstag sein. Dieser hatte einen Richterspruch des Landgerichts Dresden bestätigt: Hooligans können wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung bestraft werden.

Die Pressesprecherin des Bremer Innensenators, Rose Gerdts-Schiffler, kündigte am Sonntagabend an: Der Innensenator werde nach diesem Gerichtsurteil die Einschätzungen über Hooligans in Bremen neu bewerten. Die Selbstauflösung der „Standarte Bremen“ habe sie überrascht.

Härte Strafen

Hooligans drohen nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs deutlich härtere Strafen. Allein die Mitgliedschaft oder Unterstützung einer kriminellen Vereinigung kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. In einem Verfahren gegen eine solche Gruppe stehen der Polizei umfangreiche Ermittlungsmethoden wie Telefonüberwachung zu.

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Siehe auch: Auflösungswelle bei Hooligan-Gruppen

„Die Rechte“-Demo mit „Lunikoff“

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

23.01.2015 – Dortmund – Die Neonazi-Band „Die Lunikoff-Verschwörung“ des Ex-„Landser“-Frontmanns Michael Regener soll bei einer Demonstration von Christian Worchs Partei „Die Rechte“ am 28. März in Dortmund auf der Bühne stehen.

Die Partei wirbt seit einigen Tagen für die Aktion, bei der ihre Angaben zufolge noch weitere Musikgruppen der Szene auftreten sollen. Welche Bands dies sein werden, verriet die „Rechte“ noch nicht.

Wie berichtet, hatte Parteichef Worch im vorigen Herbst unter dem Motto „Rock für Dortmund“ eine Versammlung im Stadtteil Dorstfeld, wo ein großer Teil der örtlichen Neonazis wohnt, angekündigt. Kurz darauf hatte ein Dortmunder „Die Rechte“-Mitglied für den selben Tag zusätzlich eine Demonstration angemeldet. Sie soll mittags im Nachbarstadtteil Huckarde beginnen und in Dorstfeld enden. Treffpunkt soll in Huckarde vor dem Haus sein, in dem „Die Rechte“ ihre Landesgeschäftsstelle hatte einrichten wollen; die Stadtverwaltung hatte jedoch wegen grober Fehler bei den Umbauarbeiten einen Baustopp verhängt. Erwartet werden bei der Demo rund 300 Teilnehmer. „Erst marschieren und danach den Tag bei einer zweiten Veranstaltung mit Musikprogramm ausklingen lassen“, wirbt die Neonazi-Partei nun für ihre Doppelveranstaltung.

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Deutsche Gäste bei B&H-Schweden

Via der „Blick nach Rechts“:

20.01.2015 – Schweden (Stockholm) – An einem offiziell nicht mitgeteilten Ort lädt die „Blood&Honour“-Sektion Schweden am 24. Januar zu einem Musikmeeting mit deutscher Beteiligung ein.

So soll der Liedermacher Tobias mit seinem Akkordeon die Besucher unterhalten. Dahinter verbirgt sich der seit einigen Jahren in der rechtsextremen Szene und speziell auch bei der NPD auf Veranstaltungen musikalisch aktive Tobias „Bienenmann“ Winter. Vor einigen Jahren trat er noch an der Seite von Maximilian Lemke im Duo auf.

Angekündigt ist für Samstag außerdem die Band „Faustrecht“ aus dem oberschwäbischen Mindeltal. Die Rechtsrocker sind 1994 aus der zwei Jahre später verbotenen Gruppierung „Skinheads Allgäu“ hervorgegangen und zählen hierzulande zu den dienstältesten Szenebands. Bis heute haben die Schwaben das bereits von Nationalsozialisten als Zeichen der „Deutschen Arbeitsfront“ benutzte Zahnrad in ihrem Bandlogo. Die Musiker kennen Auslandsauftritte, waren beispielsweise auch schon in Italien oder Estland auf der Bühne.

Dazu wird für die 2002 im Raum Jonköping gegründete schwedische Band „Endless Pride“ sowie für deren Landsleute von „Pitbullfarm“ um Sänger Jocke Karlsson geworben. Letztere, ebenfalls seit 2002 aktiv, treten häufig an der Seite der befreundeten rechtsgerichteten Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ auf. (hf)

Quelle

HoGeSa-Treffen in Berlin geplant

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Berliner Neonazis planen am Samstag als HoGeSa ein sog. „Kennenlerntreffen für Berlin und Umland“ im Pankower Ortsteil Prenzlauer Berg. Treffen wollen sich die rechten Hooligans zum „kennenenlernen und vernetzen“ um 20 Uhr am S-Bahnhof Greifswalder Straße. Ob die Teilnehmer von dort weiterziehen oder direkt am Bahnhof ihre Versammlung abhalten wollen, geht aus der Ankündigung nicht hervor. Beworben wird der Termin durch eine Facebook-Meldung des einschlägig bekannten Enrico Schottstädt, der seit längerer Zeit mit dem Label HoGeSa in Erscheinung tritt und Anhänger des 1. FC Union ist. Er war auch Initiator einer Neonazi-Kundgebung am Marzahner Eastgate Ende Dezember mit dem Titel „Ber.Ge.As. Berlin gegen Asylmissbrauch und linke Gewalt“, an dem rund 50 teilweise betrunkene Rechte teilnahmen. In der Vergangenheit trat er zudem als Ordner bei den flüchtlingsfeindlichen Montagsaufmärschen in Berlin-Marzahn auf.

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Landkreis Hildesheim: Sylvesterfeier vor verbotener »Blood & Honour«-Fahne

„Recherche 38″ berichtet:

Silvesterfeierlichkeit, mit freien Kameraden aus Bremen und Braunschweig sowie natürlich einigen Mitgliedern unseres Kreisverbandes“ schrieb »Die Rechte Hildesheim« am Sylvesterabend auf ihrer facebook-Fanpage. Auf einem dort verbreiteten Foto sind der Kreisvorstand Johannes Welge, Lisa Wagner, Martin Schüttpelz und der „Freie Nationalist“ Dieter Riefling zu sehen. Ein anderes nicht auf der Seite von »Die Rechte Hildesheim« veröffentlichtes Foto zeigt die – doch eher kleine – Partygesellschaft vor einer Fahne des in der BRD verbotenen Rechtsrocknetzwerkes »Blood & Honour«. Die Verbindungen der Aktivisten der Partei »Die Rechte« zu diesem internationalen Rechtsrocknetzwerk sind eng. Auch im Herbst diesen Jahres nahmen Neonazis aus der Region wieder beim alljährlichen „Ian Stuart Donaldson Memorial“ -Konzert (“ISD”) in Großbritannien teil. Hitler-Grüße und „Sieg Heil“-Rufe gehören bei diesem internationalen Treffen der Anhänger von »Blood & Honour« zum guten Ton.

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Magdeburg: Neonazi-„Trauermarsch“ am Freitagabend geplant

Via „Endstation Rechts“:

Nun also doch: Kurz vor Ablauf der Frist haben Neonazis eine Demonstration in Magdeburg für Freitagabend angemeldet. Dabei scheint es sich um den „Trauermarsch“ zu handeln, der sich in den vergangenen Jahren zu einer attraktiven Alternative zu Dresden entwickelt hat. Bis zu 500 Teilnehmer erwarten die Organisatoren, weitere Infos werde die Polizei erst am Donnerstag veröffentlichen.

Erst gegen 17 Uhr sickerten die ersten Nachrichten bei Twitter durch. „Neonazis melden Kundgebung in Magdeburg für Freitag an. Das bestätigte die Polizei“, schreibt der MDR. Weitere Infos sind bislang kaum aufzutreiben, die Pressestelle der Polizei ist erst am Donnerstagfrüh wieder besetzt. Die Anmelder sollen mit 300 bis 500 Teilnehmern rechnen, weitere Informationen würden erst nach einem morgen stattfindenden Kooperationsgespräch mit der Polizei publik werden. Doch eine stationäre Kundgebung soll es offenbar nicht sein, wie es scheint, sei eine Demonstration durch die Landeshauptstadt geplant.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch haben bisher Unbekannte etliche Hundert Plakate in Magdeburg aufgehängt und indirekt auf den „Trauermarsch“ hingewiesen. „Magdeburger Gedenken“ oder „Magdeburger Bombennacht“ sei der Slogan gewesen, die Plakate wurden mittlerweile entfernt. Eine bemerkenswerte Aktion, die Einiges an Vorbereitung und Koordinierung bedarf, zumal offenbar weder Polizei noch Zeugen darauf aufmerksam wurden.

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Mehr Infos: Naziaufmarsch im Januar 2015 in Magdeburg verhindern

HoGeSa mit Brandenburger Beteiligung

Wir dokumentieren einen Artikel aus dem aktuellen Recherche Output aus Frankfurt/Oder:

„Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), ein Zusammenschluß extrem rechter und islamfeindlicher Aktivist*innen, vor allem aus dem gewaltbereiten Hooligan-Umfeld beherrschen seit einiger Zeit die Schlagzeilen in Deutschland. Ursprünglich aus der Facebook-Gruppe „Weil Deutsche sich’s noch trauen“, in welchem Hooligans antimuslimische Aktionen planten, hervorgegangen und angelehnt an das englische Vorbild der „English Defence League“[1] organisierte sich die Gruppe HoGeSa vordergründig im Internet.[2] Auch Neonazis aus Frankfurt (Oder) beteiligen sich überregional an der neuen Aktionsform der Rechten.

Als Höhepunkt von HoGeSa gilt die Großdemo und die damit verbundenen Ausschreitungen am 26.10.2014 in Köln unter dem Motto „Europa gegen den Terror des Islamismus“. Nach anfänglich kleineren Kundgebungen und Störaktionen gegen radikalislamistische Veranstaltungen mit nur wenigen Teilnehmenden nahmen hier bis zu 4.000 Menschen teil, die mit rechtsradikalen und antimuslimischen Sprechchören und extremer Gewalt ihren Hass auf die Straße trugen. Am 15.11.2014 folgte eine Demonstration in Hannover, die durch antifaschistische Intervention nicht dasselbe erschreckende Ausmaß der Vorgängerdemo in Köln erringen konnte.[3]
Nach Köln verschlug es auch einige Frankfurter Neonazis. So waren neben Peer Koss und Brian Dachwitz[4] auch weitere Frankfurter Neonazis, vermutlich aus dem Umfeld der FCV-Hooligans, in Köln.[5]

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Zum Recherche Output Nummer 7 geht es hier.

Rechter Terror in der antifaschistischen Analyse

Ein sehr wichtiger Beitrag des „Antifaschistischen Infoblattes“ im Rahmen der Analyse des Rechten Terrors:

Im NSU-Komplex gibt es mehrere zentrale Fragen, mit denen sich unabhängige Antifaschist_innen dringender denn je auseinandersetzen müssen, um der bislang sehr wirkmächtigen Erzählung des Generalbundesanwalts, der Geheimdienste und der Polizei entgegen zu treten: Denn Strafverfolger und Geheimdienste propagieren entgegen aller Fakten und einschlägigen Zeugenaussagen unbeirrt den Mythos vom isolierten Trio, von dessen terroristischen und mörderischen Aktivitäten kein einziger der zahllosen Unterstützer_innen informiert gewesen sei, und stellen den NSU-Komplex als ein singuläres, schon jetzt abgeschlossenes Ereignis ohne Wiederholungsgefahr dar.

Um der staatstragenden Erzählung wirksam entgegen zu treten, müssen wir aber nicht nur die erweiterte Einzeltäter-Theorie der Strafverfolgungs- und Geheimdienstbehörden, die in Deutschland seit dem Oktoberfest-Attentat 1981 zum staatstragenden Mantra und Mythos geworden ist, sondern auch unsere eigenen Erzählungen, Analysen und Thesen zu rechtsterroristischen Netzwerken, Strategien und Aktionen der letzten zwanzig Jahre auf den Prüfstand stellen. Nicht nur, weil es beim Streit um die Frage, wer die öffentliche Deutungshoheit über den NSU-Komplex gewinnt — inklusive der Entstehungsgeschichte des NSU-Netzwerkes und der staatlichen Verantwortung dafür — , auch um die entscheidende Frage nach der Anerkennung rechtsterroristischer Gewalt in Deutschland und Rassismus als einer zentralen Ursache von Staatsversagen im NSU-Komplex geht. Sondern, weil es am Ende dieses Streits auch darum gehen wird, aus den Fehlern der eigenen antifaschistischen Analysen seit 1990 zu lernen und so vielleicht zu verhindern, dass wir rechten Terror nochmals nicht erkennen.

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