„Besorgte Bürger“, die zu „Landser“-Melodien spazieren gehen

„Endstation Rechts“ berichtet:

Beim gestrigen zweiten „Spaziergang“ des regionalen Pegida-Ablegers in Schwerin verfestigte sich der Eindruck der letzten Wochen: Das Szenario bestimmten NPD-Anhänger und aggressive Kameradschafts-Mitglieder, die sich teilweise vermummten. Wieder mit dabei: NPD-Fraktionschef Udo Pastörs.

„Schwerin bleibt deutsch“, grölt eine Gruppe junger Männer, zumeist schwarz gekleidet, in die Nacht. Es ist zwar nur ein Slogan von vielen, die an diesem Abend von den Anhängern der rassistischen Mvgida-Bewegung auf ihrem „Spaziergang“ durch die Straßen von Schwerin skandiert werden, doch dieser bleibt im Ort. Denn er hat eine Vorgeschichte. Als Vorbild dient vermutlich ein Lied der als kriminellen Vereinigung verbotenen Rechtsrock-Band „Landser“, zumal die „Sänger“ diese Melodie auf den Lippen haben. Die Truppe um Michael „Lunikoff“ Regener glorifizierte auf ihrem ersten Demo 1992 in dem Song „Berlin bleibt deutsch“ die nationalsozialistische Vergangenheit der „Reichshauptstadt“. Zwischen den Zeilen forderten die Szenestars aber auch Taten. „Kanaken und Parasiten“ lasse man sich nicht länger bieten. „Türkenpack und scheiß Senat – raus aus unserer schönen Stadt“, reimt Regener auf Teufel komm raus.

In dieser Gesellschaft fühlte sich gestern Abend ein buntes Gemisch aus Reichsbürgern, Verschwörungstheoretikern, Antidemokraten, Kameradschaftsaktivisten und Kadern der NPD sichtlich wohl. Die wenigen Menschen, die ohne einen direkten Bezug zur rechtsextremen Szene schienen, nahmen jedenfalls keinen Anstoß an den zahlreichen vermummten und teilweise mit dicken Handschuhen ausgestatteten Neonazis. Anders die Polizei, die ein ums andere Mal einzelne „Spaziergänger“ aufforderte, ihre Vermummung abzulegen. Derweil debattierten zwei Mvgida-Unterstützer über das Land „Mecklenburg-Vorpommern als Firma“, und ein älterer Herr schimpfte wie ein Rohrspatz gegen die anwesenden Journalisten, die immer wieder als „Lügenpresse“ diffamiert wurden. Die schreibende Zunft sei nicht mehr als „Handlanger der BRD-Stasi“, stellte er mit der ihm eigenen Überzeugung fest.

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