Die Mörder vom NSU sind immer noch unter uns

Die „Welt“ schreibt:

Alle reden, wenn sie vom NSU reden, von der Zwickauer Zelle, von Beate Zschäpe und vom deutschen Osten. Jetzt erzählt ein Comic die Vorgeschichte. Eine finstere Graphic Novel aus dem tiefen Westen.

Am 4. April 2006 wird Mehmet in seinem Geschäft erschossen, im „Topkapi Grill“ in Dortmund Nord. Die Polizei geht von einer Migrantenfehde aus, die Medien erfinden das Wort Dönermord. Am 4. November 2011 erschießen und verbrennen sich in ihrem Wohnmobil in Eisenach zwei Neonazis namens Uwe. Überrascht erkennt die Polizei in ihnen Mehmets Mörder, in den Medien werden Polizei und Politik getadelt und die Wege beider Uwes bis in ihre früheste Kindheit in der späten DDR zurückverfolgt.

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Wieder erzählen die Geschichten von den Plattenbauten Jena-Lobedas und von den Wendekindern, denen mit der deutschen Mauer jeder Halt wegbricht, während sie pubertieren; Eltern, Lehrer, Polizisten wissen selbst nicht weiter: Die Verlorenen ziehen von Thüringen nach Sachsen, wo sie sich in Zwickau niederlassen, um von dort aus vorwiegend im deutschen Westen Blumen- und Gemüsehändler, Änderungsschneider und Imbisswirte umzubringen, deren Namen ihnen undeutsch vorkommen. Sie sind nicht nur die Zwickauer Zelle, sie sind der Nationalsozialistische Untergrund, den sich die Deutschen mit dem Osten und der Einheit eingehandelt haben. Selbst die Nazikneipe in der Nähe des „Topkapi Grills“ in Dortmund Nord heißt „Thüringer Hof“.

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