Archiv für März 2015

Zeugin im Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss tot

Der „Tagesspiegel“ berichtet:

Eine 20-jährige Frau, die als Zeugin im NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags ausgesagt hatte, ist aus bislang ungeklärter Ursache gestorben. Der Hintergrund des Todes ist völlig unklar. Sie hatte zuvor gesagt, sie fühle sich bedroht.

Eine 20-jährige Frau, die Anfang des Monats als Zeugin im NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags ausgesagt hatte, ist aus zunächst ungeklärter Ursache gestorben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Karlsruhe am Sonntag mitteilten, fand sie der Lebensgefährte am Samstagabend mit einem Krampfanfall in ihrer Wohnung. Die Ärzte hätten das Leben der jungen Frau nicht mehr retten können. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden, sagte ein Polizeisprecher. Wegen des brisanten Hintergrundes würden die Ermittlungen aber mit Nachdruck betrieben.

Weiter
Siehe auch: Zeugin aus NSU-Prozess tot aufgefunden

Rechtsextreme Band sagt Auftritt in Leipzig ab – Protest gegen Legida im Graphischen Viertel

Via „LVZ“:

Leipzig. Die Anhänger des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses Legida (Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes) gehen am Montag zum neunten sogenannten Abendspaziergang wieder auf die Straße. Das Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“ verurteilt in einer Mitteilung, dass Legida diesmal einer rechtsextremen Rap-Band ein Forum biete. Auf ihrer Facebookseite sagt A3stus das Konzert jetzt ab.

Offenbar hat demnach das Leipziger Ordnungsamt Bedenken geltend gemacht. Eine offizielle Stellungnahme der Behörde war bis dato noch nicht zu bekommen. Das Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“ hatte gewarnt, dass die Musikgruppe A3stus über Kontakte in die Berliner und Brandenburger Neonazi-Szene verfüge. Der Brandenburgische Verfassungsschutz nennt außerdem in einer Information über „Hassmusiker“ vom Juli 2014 Auftritte von A3stus mit einem rechtsradikalen Berliner Liedermacher.

Weiter

Stützpunkt Ost

Die „Jungle World“ schreibt:

Stützpunkt Ost
Nach ihrer Gründung betätigte sich die kleine Nazipartei »III. Weg« überwiegend in Bayern. Mittlerweile dehnt sie ihre Ak­tivitäten jedoch auch auf Sachsen, Thüringen und Brandenburg aus.

Ein Aufmarsch am 1. Mai ist für Nazis nichts Ungewöhnliches. Dass die Partei »III. Weg« ihre Demonstration an diesem Tag aber im thüringischen Saalfeld abhalten will, ist erstaunlich. Gegründet wurde die Partei im September 2013 nicht in Ostdeutschland, sondern im baden-württembergischen Heidelberg (Jungle World 46/2013). In bewusster Konkurrenz zur NPD wollte der kleine Kreis der Gründer als »ganzheitliche Partei« antreten, um mit deren »nationalrevolutionären Charakter« künftig »neue politische Bahnen einzuschlagen«. Der Vorsitzende der neuen Partei, Klaus Armstroff, war zuvor Funktionär der NPD. Der »III. Weg« wurde als eine »wahlpolitische Alternative« vorgestellt, die sich besonders »auch auf der Straße« betätigen sollte. Sie trat mit einem »Zehn-Punkte-Programm« an, in dem in offener Anlehnung an das »25-Punkte-Programm« der NSDAP unter anderem »die Schaffung eines Deutschen Sozialismus‹« und »die Erhaltung der bio­logischen Substanz des Volkes« gefordert wurde.

Weiter

Die »Division-Wolfsburg« der »Berserker Deutschland«: HOGESA-Supporter und BRAGIDA-Anhänger unterm Hakenkreuz

„recherchere38.info“ berichtet:

Die »Berserker Pforzheim« sind bei den zurückliegenden Versammlungen der »Hooligans gegen Salafisten« (HOGESA) immer wieder durch ihre besondere Aggressivität in den Fokus von Polizei und Öffentlichkeit geraten. Nun gibt es auch in Wolfsburg einen Ableger der Gruppierung, der sich »Division-Wolfsburg – Berserker Deutschland« nennt. Die »Division Wolfsburg, der eine handvoll Anhänger des VFL Wolfsburg angehören, steht dem »Bündnis deutscher Hools“ (BDH) nahe. Laut (mehr…)

Wann fängt rechter Terror an?

Via“Tagesschau“:

Nach dem Bekanntwerden des NSU wurden mehrere Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Rechtsterroristen eröffnet. Die Regierung teilte nun mit, es habe sich kein Verdacht bestätigt. Kritiker meinen, die Gefahr durch rechten Terror werde erneut unterschätzt.

War der NSU ein Einzelfall? Gibt es keine weiteren Neonazi-Zellen, die Anschläge planen? Die Bundesregierung sieht offenbar keine entsprechenden Hinweise. In einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion, die tagesschau.de vorliegt, heißt es, seit Anfang 2012 habe die Generalbundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof mehrere Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung eingeleitet. Aber auch nach umfangreichen Ermittlungen hätte sich kein Verdacht erhärtet. Die Verfahren wurden allesamt eingestellt.

Und das, obwohl viele Verdächtige offenkundig Vorbereitungen für einen bewaffneten Kampf getroffen hatten. Ein Verfahren richtete sich sich beispielsweise gegen die „Neue Ordnung“. Die Gruppe schulte ihre Anhänger laut SWR systematisch für den Kampf gegen den Staat. So schrieb die Organisation, das Gebot der Stunde sei, zu kämpfen. Bereits 2012 war ein geheimes Schulungszentrum der „Neuen Ordnung“ in Brandenburg aufgeflogen. Kartonweise Hetzschriften und scharfe Waffen wurden beschlagnahmt. Experten sahen Parallelen zum NSU.

Weiter

Farb-Attacke auf Wohnhaus von Fürther Antifaschisten

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Mittwoch ist das Haus einer Fürther Familie beschmiert worden, die sich gegen Rassismus engagiert. Seit Jahren beschädigen Neonazis das Eigentum von fränkischen Nazigegnern. Bislang konnte noch kein Täter dingfest gemacht werden.

„Nachdem sich die Familie an Aktionen des Fürther Bündnisses gegen Rechtextremismus und Rassismus beteiligt, sich immer gegen Nazis und Rassisten stellt, liegt es nahe, dass der Anschlag von Neonazis begangen wurde“, schreibt das Fürther Bündnis gegen Rechts in einer Pressemitteilung. Schon im Mai 2012 wurde der politisch aktiven Familie ein Tierkadaver in den Briefkasten gesteckt, die Antifaschistische Linke Fürth ging damals von einer rechtsmotivierten Tat aus.

In Bayern, vornehmlich in der Region Mittelfranken, kommt es immer wieder zu Anschlägen auf das Eigentum von Antifaschisten, auf Gewerkschaftsbüros und linke Treffpunkte. In Fürth entstand in den vergangenen Jahren bislang ein Sachschaden von über 40.000 € durch Neonazigewalt. Die Polizei konnte bislang noch keinen Ermittlungserfolg verbuchen und tappt weiterhin im Dunkeln. Ruth Brenner, Sprecherin vom Fürther Bündnis gegen Rechts fordert in ihrer Erklärung die zuständigen Behörden auf, „alles zu tun um diese Straftaten aufzuklären, damit sich auch Antifaschisten endlich sicher fühlen können in der angeblich sichersten Großstadt Bayerns“.

Weiter

Internet-Troll jubelt H&M Nazi-Bands unter

„20min.ch“ berichtet:

Die Online-Community ist gerade komplett verwirrt: Verkauft H&M tatsächlich Kleider mit Logos von Nazi-Bands?

Im Internet macht momentan die Meldung die Runde, dass H&M neu Jacken von Metal-Bands mit Nazi-Hintergrund verkauft.

Eines vorweg: Das Ganze ist höchstwahrscheinlich ein einziger grosser Gag. Dahinter stecken Internet-Trolle, die der Modekette eins auswischen wollen. 20 Minuten versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.

Die Kleider gibt es wirklich – die Bands nicht

Gestern verkündete ein (fiktives) Metalmusik-Label namens «Strong Scene Productions», H&M würde eine neue Kollektion zum Thema «Underground Metal Music» herstellen. Es sei eine «Reise in die Vergangenheit zu vergessenen Perlen des Untergrund-Metals». Dazu gestellt wurde das Foto eines H&M-Models mit der angekündigten Lederjacke.

Die von «Strong Scene Productions» angekündigte Kleiderserie bietet H&M tatsächlich an. Bisher zwar nicht in der Schweiz – in den internationalen Shops kann man die Jacke jedoch bestellen. Was der Blog «Metal Injection» jedoch herausfand: Die aufgedruckten Bands haben nie existiert. Alle Informationen, die man im Internet zu den Musikern findet, gingen erst in den letzten paar Wochen online. Mehr noch: Die Informationen liessen darauf schliessen, dass die Bands aus der Neonazi-Szene stammen.

Weiter

Recherche-Doku zu Neonazis in Westbrandenburg [2014]

Via „Indymedia Linksunten“:

Für das westliche Brandenburg, genauer gesagt für die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland und Potsdam-Mittelmark sowie für die kreisfreien Städten Brandenburg an der Havel und Potsdam, wurde heute eine Informationsbroschüre zu neonazistischen Organisationen, Aktivitäten und Übergriffen veröffentlicht. Die Dokumentation umfasst 196 Seiten und liegt als PDF in einer Größe von 17,9 MB vor.
Sie kann hier frei heruntergeladen werden: http://workupload.com/file/YQMj4dO9

Die Verfasser*innen ziehen als Fazit ihrer Analyse, dass die Etablierung neuer neonazistischer Netzwerke, das Auftreten neuer neonazistischer Aktionsgruppen, die steigende Zahl aktiver Neonazis, die deutliche Zunahme neonazistischer Aktivitäten und letztendlich die gleichbleibend hohe Gewalt gegen Geflüchtete im Jahr 2014 zeigt, dass die Herausforderung des organisierten Neonazismus mindestens mittelfristig ein bleibendes Thema in Westbrandenburg bleiben wird. Es gibt dort ein erhebliches Potential an gefestigten Kadern, welche sich berufen fühlen, das Milieu vor allem durch Aktionismus, insbesondere durch Veranstaltung von Aufmärschen und Kundgebungen, bei Laune zu halten und gleichzeitig Anknüfungspunkte an rassistische, völkische oder antisemitische Strömungen in der Gesellschaft zu suchen.
Diese Menschen sind auch für die bundesweit agierende NPD interessant, welche diese gerne für parteipolitische Zwecken einsetzen oder zu Abgeordneten in Parlamenten aufbauen will.

Weiter

Brauner Erlebnisfrühling in Thüringen

Der „Störungsmelder“ schreibt:

In Thüringen intensiviert die extreme Rechte ihre rassistische Mobilmachung. Zu diesem Zweck arbeiten Neonazis spektrenübergreifend und überwinden auch interne Grabenkämpfe.

Die Stadt Ohrdruf im Landkreis Gotha ist eine recht typische Kleinstadt im ländlich geprägten Thüringen, die vor allem als Wohnort Johann Sebastian Bachs bekannt ist. Traurige Bekanntheit errang die Kleinstadt aber auch durch eine rege extrem rechte Szene vor Ort. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Gewaltattacken gegen Migranten und vermeintlich Andersdenkende, die für die Opfer oft mit teils schweren Verletzungen im Krankenhaus endeten. Die ehemals jugendlichen Neonazis sind älter geworden, doch auch wenn das Skinhead Outfit einer bürgerlichen Fassade gewichen ist: die Spuren sind in Ohrdruf nicht zu übersehen, wenn an einer Mauer meterlang der Spruch „Volkstod stoppen. Nationale Revolution!“ gesprüht wird. „Volkstod“ ist die beliebte völkische Chiffre der Neonazis für den „demographischen Wandel“, der angeblich das „deutsche Volk“ aussterben lässt.

Weiter

Umtriebige Neonazi-Strukturen im Nordosten

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Grevesmühlen, die braune Szene in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich stabil.

Neonazi-Treffpunkt „Thinghaus“ in Grevesmühlen; Photo: A.R.
Die Teilnehmerzahlen der MVgida in Schwerin stagnieren. Am jüngsten Abendspaziergang gegen „verfehlte Asylpolitik, gegen Islamisierung, Krieg und Gewalt“ beteiligten sich rund 280 Rechte. Die Fäden der MVgida sollen Neonazis wie Antje Mentzel, Chefin des „Rings Nationaler Frauen“ (RNF) der NPD, aus dem Hintergrund ziehen. Mentzel lebt in Stralsund, führte früher eine Kameradschaft in Rostock mit an, die verboten wurde. Augenzeugen berichten, dass sie auch an den MVgidas in der Hansestadt Stralsund beteiligt war und sogar Reden hielt.

In Schwerin liefen am Montag unter anderem die NPD-Funktionäre Udo Pastörs, Thomas Wulff sowie Michael Grewe durch das Plattenbaugebiet am Großen Dreesch mit. Der neue Anmelder Torsten Sch. ist bisher noch nicht politisch aufgefallen. Allerdings soll einer der Redner am Montag der polizeibekannte Neonazi Lutz Giesen aus der Nähe von Lalendorf gewesen sein. Giesen stammt aus Berlin, beteiligte sich an Outdoortrainings von Neonazis in Skandinavien und stand der verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) nahe. Bei den Aufzügen der MVgida werden Redner und Organisatoren zumeist von Ordnern abgeschirmt oder zeigen sich nur tief verhüllt der Öffentlichkeit.

Ein Neonazi lobt unter dem Pseudonym „der Bienenmann“ dieses „Wir sind das Volk“-Gefühl“ bei der MVgida, und beklagt: „Unser faschistischer Staat, regiert von der faschistischen Merkeljunta, versucht wie von mir schon oft erwähnt, das Volk in allen Belangen zu teilen.“ Die Polizei registrierte am Montag zwei von MVgida-Teilnehmern begangene Körperverletzungen.

Weiter
(mehr…)

FNS und „Der Dritte Weg“ – braune Kontinuitäten

Via „BR“:

Karlshuld, Demonstrationen in München und Wunsiedel, Kontakte zu Kameraden in ganz Europa von Tschechien über Ungarn bis Griechenland – die Partei „Der Dritte Weg“ ist erst anderthalb Jahre alt, doch in Bayern ist sie längst die wichtigste Neonaziorganisation. Sie versammelt sich vor allem ehemalige Aktivisten des verbotenen „Freien Netz Süd“. Mit dabei: Verurteilte Volksverhetzer, Schläger und Terroristen.

Im vergangenen Sommer verkündete das bayerische Innenministerium auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz mit großer Geste das Verbot des „Freien Netz Süd“ (FNS), des bis dato größten und aktivsten Neonazinetzwerks in Bayern. Eine Großrazzia gegen das FNS lag da schon bald ein Jahr zurück. Die Neonazis waren also längst gewarnt und hatten genug Zeit, sich auf das Verbot vorzubereiten. Sie nutzten die Zeit: Bereits im September 2013 formierte sich die neue Partei der „Dritte Weg“, deren Fahnen und Transparente schon wenige Wochen später den alljährlichen Neonazi-Aufmarsch in Wunsiedel dominierten. Seit Jahresbeginn 2014 zeigte die Partei auch außerhalb Deutschlands Präsenz: Aktivisten reisten nach Athen, um sich mit den Gesinnungsgenossen von der Neonazipartei „Goldene Morgenröte“ zu treffen und an deren Aufmärschen teilzunehmen. Und sie veranstalteten mit Unterstützung tschechischer Kameraden einen „Trauermarsch“ in Karlovy Vary (Karlsbad).

Weiter

Hooliganband „Kategorie C“ findet keine Bühne

Der „NDR“ schreibt:

Datum war schon eine Provokation: Ausgerechnet am Sonnabend, dem „Internationalen Tag gegen Rassismus“, wollte die Bremer Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ ein Konzert geben. Die Band, die der rechtsextremen Hooliganszene zugeschrieben wird, hatte über das Internet zu der Veranstaltung aufgerufen. Geplant war der Auftritt für das Emsland, die Grafschaft Bentheim oder den Raum Ostfriesland. Doch das Vorhaben scheiterte, weil kein passender Konzertort gefunden werden konnte. Die entsprechenden Kommunen hatten zuvor Verbote erlassen. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben die Bevölkerung gezielt nach Hinweisen zu möglichen Konzertorten befragt. Mit dem Begriff „Kategorie C“ bezeichnen Behörden „gewaltsuchende Fußballfans“.

Weiter

DO: HoGeSa mobilisiert zu „Die Rechte“-Aufmarsch am 28. März

Die „Lotta“ berichtet:

DORTMUND – Der Herner Hooligan und HoGeSa-Regionalleiter Andreas „Kalle“ Kraul mobilisiert seine Gefolgschaft am nächsten Samstag nach Dortmund: „am 28.03 gets in Dortmund wieder auf die Straße (…) Dieses mal muss Dortmund gleich Köln 2.0 werden, damit die da oben endgültig wach werden“ (sic!), schreibt er auf Facebook. Geplant ist aber offenbar keine eigenständige Demonstration der „Hooligans gegen Salafisten“, sondern die Beteiligung an Aufmarsch und Kundgebung der Neonazi-Partei „Die Rechte“. Bei der Kundgebung soll unter anderem die Band „Die Lunikoff Verschwörung“ auftreten.

Kraul, der in Herne ein Tattoo-Studio betreibt, verlinkt auch die offizielle Facebook-Veranstaltung von „Die Rechte“. Die Resonanz in seinen Kreisen ist nicht gering, mehrere Gefolgsleute kündigten an, mit nach Dortmund zu reisen. So meint ein der Fußballfanszene des BVB zugehöriger Bekannter von Kraul, es sei egal, welcher Partei man angehöre oder mit welcher Gruppe – ob Gemeinsam-Stark Deutschland, Hogesa, Berserker Pforzheim oder Pegida – man sympathisiere, alle „Patrioten“ sollten an der Demonstration in Dortmund teilnehmen. Insgesamt haben zum jetzigen Stand 900 Personen ihre Teilnahme an dem Naziaufmarsch angekündigt.

Weiter
Siehe auch: Dortmund: Nazis, Blockaden und Antifa-Gedenkdemo
Warum starb Thomas “Schmuddel” Schulz?
Braunes Spektakel in Dortmund

Rechtsterroristinnen

Via „Antifa Infoblatt“:

Zschäpes Vorgängerinnen1

Beate Zschäpe soll in der Haft gegenüber einem Vernehmungsspezialisten des Bundeskriminalamts (BKA) die Bemerkung herausgerutscht sein: „So einen Fall wie mich hat’s doch noch nie gegeben.“ Dies zeigt nicht nur die Eitelkeit des mutmaßlichen NSU-Mitglieds — Zschäpe lag mit ihrer Einschätzung auch falsch. Denn es gab Vorläufer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Beate Zschäpe ist nicht die erste am deutschen Rechtsterrorismus beteiligte Frau. Zu Beginn der 1980er Jahre gab es in der alten Bundesrepublik eine Welle rechtsterroristischer Anschläge mit bis zu 20 Todesopfern bis 1982.2 Bei den für diese Taten verantwortlichen Organisationen wirkten auch neonazistische Frauen mit.

Frauen bei den „Deutschen Aktionsgruppen“ (DA)

Selbstbilder rechter Frauen. Zwischen Antisexismus und völkischem Denken
Die „Deutschen Aktionsgruppen“ (DA) verübten im Jahr 1980 sieben Brand- und Sprengstoffanschläge, die zumeist antisemitisch oder rassistisch motiviert waren. Ihr Anführer war der Anwalt Manfred Roeder, der einen Kreis Gleichgesinnter um sich versammeln konnte. Am 1. September 1980 gelang der Polizei in einer Großaktion die Zerschlagung der Organisation und die Festnahme ihrer Mitglieder. Die meisten Taten der DA wurden unter wesentlicher Beteiligung von Sibylle Vorderbrügge verübt, die eine zentrale Rolle in der Gruppierung einnahm. Dies gilt auch für den schwerwiegendsten Anschlag der DA, eine Brandstiftung auf ein Wohnheim in Hamburg am 22. August 1980, bei dem die Viet­namesen Ngoc Chau Nguyên und Anh Lân Dô ermordet wurden. Erklärtes Ziel der Gruppierung war es, „Deutschland von den Ausländern zu befreien“. Sibylle Vorderbrügge arbeitete in einem Krankenhaus in Hamburg und kam über ihre Arbeitskollegin Gabriele C. in Kontakt mit neonazistischer Ideologie. Auch Gabriele C., Tochter von Heinz Colditz, ebenfalls ein DA-Mitglied, beteiligte sich an den Vorbereitungen zu einem Sprengstoffanschlag der DA auf eine Schule in Hamburg, bei dem zwei zufällig vorbeikommende Krankenschwestern verletzt wurden. Gertraud R., die Ehefrau Roeders, nahm zwar nicht an terroristischen Aktivitäten teil, verwaltete jedoch einen Verein und — hiermit verbunden — ein Spendenaufkommen, auf das die DA zurückgreifen konnte. Sie tat dies vor allem während der Zeit, in der ihr Ehemann sich im Ausland aufhielt, um sich dem Zugriff der Polizei zu entziehen und während seiner Zeit in Haft.

Wegen der Gründung einer terroristischen Vereinigung wurde Manfred Roeder im Jahr 1982 zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt, jedoch bereits am 15. Februar 1990 wegen einer günstigen Sozialprognose entlassen. Sibylle Vorderbrügge wurde wie weitere Mitglieder der DA zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Nachdem sie acht Jahre ihrer Strafe in Stuttgart-Stammheim verbüßt hatte, wurde sie schon 1988 auf freien Fuß gesetzt. In der Anklageschrift wurde Sibylle Vorderbrügge als Roeder gegenüber „geistig und sexuell hörig“ beschrieben und gab selbst vor Gericht an, diesem „verfallen“ gewesen zu sein und daher die Taten begangen zu haben. Ein Bekenntnis, das die verbüßte Strafe nicht gesteigert haben dürfte.

Weiter

Extrem rechtes Konzert in Kreuzberg geplant

„Berlin rechtsaußen“ schreibt:

Das Neofolk-Projekt „Allerseelen“ ist für seine Vertonungen von SS-Lyrik bekannt geworden. Nun ist ein Auftritt am 28. März in Kreuzberg geplant

Von Österreich nach Berlin-Kreuzberg: das avantgardistische Neofolk-Projekt „Allerseelen“ aus Österreich will am 28. März (Sonnabend) ein Konzert in Berlin-Kreuzberg spielen. Dies geht aus einer Ankündigung hervor, die derzeit auf Facebook und Tumblr kursiert. „Allerseelen“ gehören seit Jahrzehnten zum extrem rechten Flügel der Neofolk-Szene. Auf einem Albumcover ist das SS-Symbol der „Schwarzen Sonne“ abgebildet. Auch einen Gedichtzyklus des SS-Gruppenführers und „Ariosophen“ Karl Maria Wiligut hat „Allerseelen“ vertont.
Das nun anberaumte Konzert in Berlin wird halbkonspirativ organisiert. Es gibt keine Abendkasse und der Konzertort wird vorab nicht bekannt gegeben. Wer vorher Tickets kauft, werde 24 Stunden vor dem Auftritt über die genauer Location informiert, heißt es in der Ankündigung lapidar. Im entsprechenden Facebook-Eintrag ist vermerkt, dass das Konzert in Kreuzberg stattfinden solle.
Es ist damit zu rechnen, dass das Konzert eine große Anzahl von extrem rechten Neofolk-Fans nach Kreuzberg locken wird. Durch die Verheimlichung des Veranstaltungsortes soll die störungsfreie Abwicklung eines extrem rechten Events im linksalternativ geprägten Stadtbezirk (oder auch in einem Nachbarbezirk) ermöglicht werden. Möglicherweise sind sich die Verantwortlichen des geplanten Veranstaltungsorts über den Charakter des Konzerts nicht im Klaren.

Weiter

HX: Polizei sucht bei „Reichsbürgern“ nach Waffen

Die „Lotta“ berichtet:

KREIS HÖXTER – Heute durchsuchte die Polizei mehrere Gebäude in Willebadessen-Eissen, Borgentreich-Großeneder und Warburg-Dössel nach Waffen. Im Visier der Polizei standen ein 30-jähriger männlicher Beschuldigter, der Ende letzten Jahres vergeblich versucht haben soll, im Ausland ein halbautomatisches Gewehr des Typs AK 47 zu erwerben und nach Deutschland einzuführen, um nach seinen Angaben eine „Polizeitruppe des Freistaates Preußen aufzubauen“. Dies geschah laut Staatsanwaltschaft Paderborn offenbar im Einvernehmen mit einer 65-jährigen Beschuldigten, die sich selbst als „Vertreterin für innere Angelegenheiten der Provinz Westfalen des Freistaates Preußen“ bezeichnet.

Die Ermittlungen wegen des „Verstoßes gegen das Waffengesetz“ führen das LKA NRW und die Staatsanwaltschaft Paderborn. An der morgendlichen Razzia wirkten neben BeamtInnen der Bielefelder Einsatzhundertschaft auch ein Sondereinsatzkommando (SEK) mit. Offenbar ging die Polizei davon aus, dass die Beschuldigen bewaffnet sein könnten. Ob bei der Razzia weitere Waffen aufgefunden wurden, hat die Staatsanwaltschaft Paderborn bis dato nicht mitgeteilt.

Weiter

Weit verzweigtes Terror-Netzwerk

Via der „Blick nach Rechts“:

20.03.2015 – Gaben die NSU-Helfer von „Blood&Honour“ den Staffelstab an Mitglieder der späteren „Nationalen Sozialisten Chemnitz“ (NSC) weiter? Zahlreiche Hinweise deuten darauf hin.

Unterhielt Kontakte zum NSC-Umfeld, Mitangeklagter im NSU-Verfahren Eminger; Photo: Otto Belina
Sowohl im Münchner NSU-Verfahren als auch in der Berichterstattung werden Chemnitzer Unterstützer zumeist als vereinzelt agierende, ehemalige Skinheads beschrieben. Als übergeordnete Organisation wird einzig „Blood&Honour“ benannt. Dabei könnten auch weitere Gruppierungen aus dem Kameradschaftsmilieu in Chemnitz und Zwickau eine wichtige Rolle gespielt haben. Es stellt sich die Frage, ob Mitglieder der späteren „Nationalen Sozialisten Chemnitz“ (NSC) nicht Kenntnis von der Existenz der Terrororganisation NSU hatten? Immerhin verfügte ausgerechnet deren Anführer Maik Arnold über eine der inzwischen bundesweit aufgetauchten CDs mit der Bezeichnung „Nationalsozialistischer Untergrund der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“ (NSU/NSDAP).

Ein bis 2001 gültiger Personalausweis von Ralph H. wurde im Brandschutt des letzten Zwickauer Unterschlupfes gefunden. H. bewegte sich in dem Milieu, das sich später als „Nationale Sozialisten Chemnitz“ formierte. Den Ausweis könnte der Neonazi den Abgetauchten zur Verfügung gestellt haben. Er streitet es ab, gilt aber insbesondere für die Nebenklage nicht als sonderlich glaubwürdig.

H. spielt eine äußerst dubiose Rolle. Über eine auf seinen Namen angemietete Tarnwohnung bestellte das Trio bereits 1999 unter anderem ein Nachtsichtgerät. Auch damit will der heute 50-jährige H. nichts zu tun gehabt haben. Aber er räumt ein, die wichtigsten Fluchthelfer aus den Reihen von „Blood&Honour“ gekannt zu haben. Im Münchner NSU-Prozess sagte der ehemalige Skinhead aus, mehrmals von B&H-Anführer Thomas S. angesprochen worden zu sein und schließlich sogar den Kontakt zu einem weiteren Chemnitzer Neonazi gemacht zu haben, der dann seinen Namen für eine Tarnwohnung zur Verfügung stellte.

Weiter

Die Nazi-Hipster von Blockupy

Das „Vice“-Magazin schreibt:

Gestern brannte Frankfurt. Und Schuld daran waren „linke Krawallmacher“ und Demonstranten, wie sich die Medien schnell einig waren. Tatsächlich gehört das Blockupy-Bündnis grundsätzlich zum linken Spektrum und genau wie zu anderen Terminen im bundesdeutschen und internationalen Kalender versammeln sich zu den entsprechenden Demonstrationen neben Menschen mit tatsächlichem Anliegen auch Krawalltouristen, die einfach nur irgendwas kaputt machen wollen. Aber Kritik am Kapitalismus kommt nicht nur von links. Die Proteste am Mittwoch hatten vermutlich auch rechstradikale Teilnehmer. Im Vorfeld hatte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill schon davor gewarnt. Aber wer sind die Neonazis bei Blockupy und was unterscheidet ihren Antikapitalismus vom Rest der Blockupy-Bewegten?

Eine Gruppe namens „Freies Netz Hessen“ hatte seit Längerem dazu aufgerufen, an den Protesten teilzunehmen und twitterte dann Bilder und Kommentare von den Demos.

Weiter

Amoklauf: Neonazi schiesst in Arizona um sich

„Blick.ch“ berichtet:

Ein Unbekannter hat in der Nähe von Phoenix im US-Bundesstaat Arizona mindestens einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Der mutmassliche Täter konnte nach einer mehrstündigen Suche festgenommen werden.

Ein Amokläufer hat in Arizona einen Mann erschossen und fünf weitere verletzt. Wie die Polizei mitteilte, seien in einem Motel Schüsse gefallen, vermutlich nach einem Streit. Kurz darauf habe der Täter an einem nahe gelegenen Restaurant einen weiteren Mann angeschossen, als er versuchte, ein Auto zu stehlen.
Von dort sei er in Richtung Süden gefahren, wo er an zwei benachbarten Wohnhäusern auf je einen weiteren Mann schoss. Eines dieser beiden Opfer sei in kritischem Zustand, die anderen vier würden überleben.
Der Verdächtige wurde schliesslich auf dem Balkon einer leerstehenden Wohnung entdeckt. Er ergab sich einer Spezialeinheit der Polizei, nachdem er mit einer Elektroschockpistole ausser Gefecht gesetzt wurde.

Weiter

Halle für Kampfabend: Uni Leipzig fällt auf rechtsextreme Freefighter rein

Via „Spiegel Online“:

Die Uni Leipzig hat Räume an Freefighter vermietet, die Verbindungen zu rechten Lok-Hooligans und Neonazis haben. Der Sportdekan wusste das angeblich nicht. Das Rektorat hat die Verträge mittlerweile wieder gekündigt.

Breitbeinig, mit freiem Oberkörper, die Fäuste im Anschlag, so posieren sieben junge Männer auf dem Plakat zur zweiten „Imperium Fighting Championship“ in Leipzig. Ihre Blicke sind so düster wie die nächtliche Umgebung, in der sie ihre Muskeln zeigen, angestrahlt nur vom Scheinwerferlicht der dicken schwarzen Autos im Hintergrund.

Geworben wird für eine Freefight-Veranstaltung Anfang April in der Ernst-Grube-Halle auf dem Sportcampus der Universität Leipzig. Im Vorlesungsverzeichnis der sportwissenschaftlichen Fakultät sucht man allerdings vergeblich nach Angeboten zu dieser Vollkontaktkampfsportart – die Mixed Martial Arts, kurz MMA, haben einen schlechten Ruf. Als zu brutal und blutig galten die Zweikämpfe im Käfig, die Ausstrahlung im Fernsehen war jahrelang nicht erlaubt. Erst Ende 2014 erstritt der weltweit größte Veranstalter Ultimate Fighting Championship (UFC) die Aufhebung des Verbots.
Ein weiterer Grund für das Imageproblem: Besonders im Osten ist Freefight beliebtes Training für gewaltaffine Hooligans und rechtsmotivierte Straßenschläger, die Szene steht in Sachsen sogar unter behördlicher Beobachtung. Das Dekanat der Leipziger Uni hielt das jedoch nicht davon ab, den Kämpfern und Zuschauern aus diesem Milieu seine Türen zu öffnen.

Weiter