Archiv für April 2015

Rechtsoffene Konzerte aus dem Oi- und Deutschrockbereich im März 2015

Im März 2015 fanden bundesweit und darüber hinaus u.a. folgende Konzerte mit einem rechtsoffenen Hintergrund im Deutschrock- und Oi!-Bereich statt:

Tour der Grauzonenband Kärbholz 2015:

- 5.3.2015: “Turbinenhalle”/Oberhausen
- 6.3.2015: “F-Haus”/Jena
- 7.3.2015: “Hellraiser”/Leipzig
- 12.3.2015: “Gruenspan”/Hamburg
- 13.3.2015: “Tivoli”/Bremen
- 14.3.2015: “X”/Herford
- 20.3.2015: “Postbahnhof”/Berlin
- 21.3.2015: “Musikzentrum”/Hannover

“MAD Tourbooking” präsentierte die rechtslastigen “The Business” – Konzerte in Deutschland:

- 14.3.2015: “Chemiefabrik”/Dresden
- 17.3.2015: “Wild at Heart”/Berlin
- 18.3.2015: “Tower”/Bremen
- 21.3.2015: “MTC”/Köln

Tour der rechtsoffenen “Krawallbrüder”:

- 7.3.2015: “E-Werk”/Saarbrücken
- 12.3.2015: “Essigfabrik”/Köln
- 13.3.2015: “Capitol”/Hannover
- 14.3.2015: “Stage”/Schwäbisch Hall
- 21.3.2015: “Musikburg”/Aarburg (Schweiz)
- 27.3.2015: “Szene”/Wien (Österreich)

13.-28.3.2015: Tour der Grauzonen-Deutschrockcombo “Betontod” (Daten und Orte siehe Flyer).

- 13.3.2015: „Culture Club“/Schwerzenbach (Schweiz): „12.United Streetkids Festival“. Wie gewohnt mit rechtsoffenen Bands: „Topnovil“, „Saints & Sinners“, „Gonna Get Yours“, „High Society“, „Gewohnheitstrinker“ und „Grade2“.

- 13.3.2015: „Monkeys Music Club“/Hamburg: Konzert mit der rechtoffenen Oi-Sängerin „Jenny Woo“ u.a.

- 13.3.2015: „Resonanzwerk“: Konzert mit den rechtsoffenen „Lost Boyz Army“.

- 14.3.2015: „Südbahnhof“/Chemnitz: „Rock in den Frühling“. Deutschrockkonzert mit den Bands „Exzess“, „Kollisionskurs“, „Mental Hospital“ und „Sündikat“.

- 14.3.2015: „Rockkneipe No.5“/Emden: Rechtsoffenes Konzert mit „Feuerkind“, „Loi!chtfeuer“ und „Die Fliesenleger“.

- „Gold Nugget Bar“/Gera: Rechtsoffenes Konzert mit „Lammkotze“.

19.3.-4.4.2015: Zweiter Teil der Tour der Deutschrockband „Hämatom“.

- 19.3.2015: „Jugendhaus“/Neukirch: Rechtsoffenes Konzert mit „Trabireiter“ und „Thekenprominenz“.

- 20.3.2015: „RAW99“/Berlin: Grauzonenkonzert mit „Pöbel & Gesocks“.

- 21.3.2015: „Conne Island“/Leipzig: Rechtslastiges Konzert mit „Discipline“, „Deadline“ und „Topnovil“.

- 21.3.2015: „Kulturhaus K“/Merzdorf: Rechtsoffenes Konzert mit „Rotz & Wasser“, „Dolly D.“ und „Strahlenschutz“.

- 21.3.2015: „Bikersaloon Motorbär“/Schwaz: Rechtsoffenes Konzert mit „Hardfive“, „Foiernacht“, „Zweifelsfrei“ und „Individuum“.

- 21.3.2015: Riesa: Grauzonenkonzert mit „Pöbel & Gesocks“, „Oiforce“ u.a.

- 26.3.2015: Pamplona (Spanien): Konzert mit den rechtsoffenen „Saints & Sinners“ & „Lio´s Law“.

- 27.3.2015: Bilbao (Spanien): Konzert mit den rechtsoffenen „Saints & Sinners“.

- 28.3.2015: San Sebastian (Spanien): Konzert mit den rechtsoffenen „Saints & Sinners“.

- 28.3.2015: „Conne Island“/Leipzig: „MAD Tourbooking“ präsentierte die rechtsoffenen „Cock Sparrer“.

- 28.3.2015: „Conny Wessmann Haus“/Großenhain: Rechtsoffenes Konzert mit „Dolly D.“, „Grumpy Old Men“ und „Said & Done“.

- 28.3.2015: „Sala Shoko“/Madrid (Spanien): Rechtsoffenes „Beer is coming“-Festival mit den Bands „Perkele“, „Lion´s Law“, „Saints & Sinners“, „Rude & Pride“ und „Shock Waves“.

Bitterfeld und seine Neonazikader

Das „Antifa-Infoblatt“ berichtet:

In den letzten Wochen bestimmten die maßgeblich von der NPD getragenen „Proteste“ gegen und der Brandanschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Tröglitz (Burgenlandkreis) die Diskussionen über Neonazismus in Sachsen-Anhalt.

Zumindest regional wurde auch regelmäßig über die wöchentlichen Demonstrationen des Magdeburger PEGIDA-Ablegers MAGIDA oder die antiziganistischen Auswüchse in Halle-Silberhöhe berichtet.

Bisher weitgehend unbeachtet sind aber im gesamten Bundesland rege Aktivitäten von rechts zu beobachten. Neonazis versuchen, ihren Vorteil aus den rassistischen Mobilisierungen der letzten Monate zu ziehen und gehen dabei selbstbewusst wie rabiat vor. Neue Organisierungsversuche und rohe Gewalt schließen einander bekanntermaßen nicht aus.

Derzeit ist am Beispiel von Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) gut zu erkennen, wie beides ineinander greift, wenn es um Hegemoniebestrebungen geht.
In der Chemiestadt fanden seit einigen Monaten – wie in etlichen anderen Städten im gesamten Bundesgebiet – montägliche „Friedensmahnwachen“ statt, bei denen krude Verschwörungstheorien verbreitet wurden. Lange Zeit bestand das Häufchen vorwiegend aus AfD-lern und Reichsbürgern, aber auch NormalbürgerInnen. Dazu gesellten sich nach und nach Neonazis, manche davon parteigebunden in NPD, DIE RECHTE oder Der III. Weg.

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Klein, aber schlagkräftig: Rechte Hooligan-Szene in Bremen

„Fussball gegen Nazis“ schreibt:

zwischen Werder Bremen und dem Hamburger Sportverein wurden Bremer Ultras von Bremer Hooligans angegriffen. Und von der Polizei zum Ort des Geschehens zurück getrieben, wo es zu einer erneuten Schlägerei kam. Dabei hatte die Polizei ihren Anteil an der Eskalation und das leider nicht zum ersten Mal.

Einige Ultras hatten das ausverkaufte Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger HSV (1:0) außerhalb des Stadions in einer Kneipe gesehen. Nach dem Abpfiff begab sich die etwa 30köpfige Gruppe zum Weser-Stadion. Dabei passierten sie das „Verdener Eck“, eine Stammkneipe von rechten Hooligans. Nachdem sie sich auf Anruf durch die dort Anwesenden als Bremer Ultras zu erkennen gegeben hatten, griffen die Hooligans sie an. Unter ihnen befanden sich laut Augenzeugen bekannte Gesichter, wie Hannes Ostendorf, Sänger der rechtsextremen Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“. Die Ultras flohen in die Richtung des Stadions, wo sie auf dem Deich von der Polizei festgesetzt und kontrolliert wurden. Nachdem sich das Stadion geleert hatte und große Teile der Bremer Fanszene auf den Deich strömten, riegelte die Polizei das Gelände ab, räumte die Kreuzung und ließ für sämtliche Ultras nur den Weg über die Verdener Straße weg vom Stadion und in Richtung der Hooligans im „Verdener Eck“ frei. Augenzeugen berichten vom massiven Schlagstock- und Pfeffersprayeinsatz, mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens eine Person schwer.

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Rechtsrock-Events im Gasthof Staupitz

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Umtriebig bleibt die Musikszene, die für Versandhandel mit angeschlossenem Musiklabel wie OPOS-Records (Dresden), PC Records (Chemnitz) oder Front Records (Falkenhain) durch überregionale Nachfrage Umsätze in jeweils sechsstelliger Höhe beschert. Im Zuge von staatsanwaltlichen Ermittlungen gab es Razzien bei PC Records und beim Nationalen Versandhaus (Gohrisch). Ermittelt wurde auch gegen Front Records. Auf einem Solidaritäts-Sampler zum so genannten „Tag der deutschen Zukunft“, herausgegeben von PC Records, haben gleich sieben sächsische Bands mitgewirkt. Die CD wurde inzwischen indiziert. Bis zum Ende 2014 offenbarten sich insgesamt 22 aktive Bands beziehungsweise Musikprojekte.

Lediglich 14 Konzerte fanden statt, in zehn Fällen war der Gasthof Staupitz in Torgau Veranstaltungsort. Dort gab es seit 2008 nun bereits 46 Rechtsrock-Events, zum Teil auch mit internationalen Bands. Für das dortige Lokal sind pro Jahr zehn Musikveranstaltungen behördlich genehmigt; die Zahl wird nunmehr voll ausgeschöpft, wobei penibel auf die Einhaltung aller ordnungsrechtlichen Auflagen geachtet wird. Die durchschnittliche Besucherzahl liegt bei etwas über 200.

Quelle

Rechte Bombenbastler warfen „Mollis“ im Steinbruch

Via „Nordbayern.de“:

für ihre rechtsradikalen Umtriebe bekannten „Kameradschaft Altmühltal“ in Breitenegg kamen vier junge Burschen auf die dumme Idee, Molotow-Cocktails zu basteln. In einem stillgelegten Steinbruch bei Mittersthal schritten sie zur Tat.

Drei oder vier leere Getränkeflaschen wurden mit Benzin aus dem Reservekanister befüllt, mit einem mit Benzin getränkten und entzündeten Lappen als Lunte verschlossen und gegen die Sandsteinwand geschleudert. Der Treibstoff ging in Flammen auf und das blieb nicht verborgen. Zeugen des nächtlichen Fanals am 6. Februar letzten Jahres riefen die Polizei.

Drei junge Männer, der vierte war nicht zu ermitteln, räumten die Vorwürfe ein und mussten sich gestern unter anderem wegen dieses verbotenen Feuerzaubers vor dem Amtsgericht Neumarkt verantworten. Das „unter anderem“ waren ein Springmesser und mehr als 100 Gramm Schwarzpulver, das zum Teil in einer Art Rohrbombe steckte, an der allerdings noch die Zündvorrichtung fehlte. Diese Funde hatte das Landeskriminalamt bei den folgenden Hausdurchsuchungen gemacht.

Richter Danny Schaller und seine beiden Schöffen nahmen sich viel Zeit zur Beratung. Sie machten es sich nicht einfach bei der strafrechtlichen Beurteilung des rechtsradikalen Hintergrunds der Angeklagten zumindest zur Tatzeit. Letztlich kamen sie aber zu dem Schluss, dass die „Molli“-Bastelei nur Blödsinn war, ohne die möglichen Konsequenzen zu bedenken. Dass so ein Anschlag aus der rechten Ecke vorbereitet worden sein könnte, nahmen sie zu Gunsten der Angeklagten nicht an.

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NSU-Prozess: „‚Blut und Ehre‘ klang halt cool“

„Spiegel-Online“ berichtet:

Er stellte das Gericht vor eine Geduldsprobe: Ein Zeuge aus dem rechtsextremen Milieu zeigte im NSU-Prozess erhebliche Erinnerungslücken – und trotzdem lieferte sein Auftritt Erkenntnisse über den Mitangeklagten André E.

Es gibt im NSU-Prozess viele Zeugen, die Erinnerungslücken geltend machen und deren Auftritt trotzdem aufschlussreich sein kann – etwa wenn ihnen frühere Aussagen bei der Polizei vorgehalten werden. Ein solcher Fall ist André K. aus dem sächsischen Vogtlandkreis.

Der groß gewachsene 34-Jährige trägt auf dem kahlen Schädel eine martialische Tätowierung, dazu Schlagworte der Nazi-Zeit: „Blut und Ehre“. Der gelernte und derzeit arbeitslose Bäcker war einst Mitglied in der „Weißen Bruderschaft Erzgebirge“ (WBE) – an der Organisation dieses Zusammenschlusses von Neonazis war maßgeblich der Mitangeklagte André E. beteiligt. André E. und dessen Zwillingsbruder Maik seien die „Ansprechpartner“ gewesen, sagt der Zeuge vor Gericht.
Meistens antwortet er nur widerwillig und ausweichend. „Keine Ahnung“ lautet eine seiner Standardfloskeln, sein genuscheltes Sächsisch ist oft nicht zu verstehen, sodass der Vorsitzende Richter Manfred Götzl immer wieder nachfragt.

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Zeuge aus der rechten Szene provoziert das Gericht
200. Hauptverhandlungstag: Und wieder täuscht eine Zeugin aus dem alten Umfeld Erinnerungslücken vor.
Blut, Ehre und „Pinocchio“
Szeneaussteiger Kay S. belastet Zschäpe und Wohlleben schwer
Lügen und Verharmlosen XIII – Einmal mehr zur „Weißen Bruderschaft Erzgebirge“ und zu „Blood & Honour“
Überraschende Enthüllungen zu den Straftaten in Jena

#1Mainazifrei 2015 – Der braune 1. Mai in Deutschland

Via „Publikative.org“:

Wie jedes Jahr versucht die extreme Rechte den 1. Mai für sich zu nutzen: Egal ob NPD, Die Rechte oder der „III. Weg“, bundesweit gehen extrem Rechte auf die Straße. Gemeinsam berichten die Ruhrbarone, Störungsmelder und Publikative von den größeren Demos aus NRW, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Wie schon in den vergangenen Jahren werden die Ruhrbarone, der Störungsmelder und Publikative von den einzelnen extrem rechten Aufmärschen in deutschland berichten. Unter dem Hashtag #1Mainazifrei werden wir aus den unterschiedlichen Städten tickern. Ergänzt wird dabei durch einen Hashtag mit der jeweiligen Stadt (Erfurt, Saalfeld, Essen, Duisburg, Neubrandenburg, Mönchengladbach). Die Ruhrbarone werden aus Mönchengladbach, Essen und Duisburg berichten, das Team des Störungsmelder aus Erfurt und Neubrandenburg und Publikative aus Saalfeld. Hier geht’s zu den Twitter-Accounts der Ruhrbarone, des Störungsmelders und Publikative.

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Neonazis und rechte Hooligans wollen in Erfurt aufmarschieren

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Neben extrem rechten Aufzügen zum 1. Mai in mehreren Bundesländern wollen Neonazis in Thüringen am „Tag der Arbeit“ gleich an zwei Orten aufmarschieren. Mit einer Anmeldung des Vereins „Gemeinsam stark Deutschland“ droht der Landeshauptstadt Erfurt schon am folgenden Tag ein weiterer Aufmarsch.

Es ist die erste größere Aktion des NPD-Landesverbandes in Thüringen seit dem Rücktritt des ehemaligen Vorsitzenden Patrick Wieschke und der Neuwahl der Landesspitze unter Tobias Kammler. Nun mobilisiert die NPD am „Tag der Arbeit“ nach Erfurt zu einem Aufmarsch mit dem Titel „Die etablierte Politik macht Deutschland arm – Soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen“.

Die NPD will damit offenbar an Kundgebungen aus dem letzten Jahr anknüpfen, als Neonazis in der Landeshauptstadt mit Anhängern der CDU und AfD sowie Bürgerrechtlern unter dem Motto „Wir sind das Volk“ gegen einen rot-rot-grünen Regierungswechsel demonstriert hatten. Die Politik der amtierenden Landesregierung ist den Neonazis ein Dorn im Auge, sie schimpft über „Almosen für Wirtschaftsflüchtlinge und Minderheitenverbände“ sowie ein angebliches Regieren „gegen den Willen der Einheimischen“.

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Neonazis im thüringischen Kloster Veßra

Eine Reportage des „Deutschlandradios“:

Strukturen gezielt unterwandert werden, zeigt das Beispiel Kloster Veßra in Thüringen. Dort hat ein rechter Aktvist das Dorfgasthaus übernommen und einen neuen Szenetreff aufgebaut.

Sie: „Wir gucken mal.“ Er: „Mal sehen, ob er deine Preise hat.“
Sie: „7.90 geht’s los, das ist nicht teuer.“ Er: „Das ist nicht teuer.“

Die alte Wirtin beugt sich ein wenig nach vorne. Schiebt ihr Gesicht ganz dicht an den Glaskasten, um die verblichene Speisekarte zu entziffern. „Schweinegulasch mit Thüringer Klößen 7,90. Rinderroulade 9,10 Euro.“ Das ist in Ordnung. Soviel nimmt sie in ihrer Gaststätte auch. Ihr Begleiter studiert die Getränkekarte. Beginnt zu lachen:

„Tressen“, hahaha, hat er vielleicht gedacht, es wird mit s-zett geschrieben!“

Gelächter hallt über die menschenleere Dorfstraße von Kloster Veßra. „Tresen“ mit zwei „s“. Dafür Speisen mit „ß“. Mit der Rechtschreibung steht der neue Wirt vom „Goldenen Löwen“ scheinbar auf Kriegsfuß. Die 72-Jährige schüttelt amüsiert den Kopf. Eine kleine rote Lederschleife hält die schütteren schwarzen Haare zum Zopf zusammen. Sie geht einige Schritte zurück, lässt den Blick über die Fassade wandern: Fachwerk, braune Balken, weißer Putz, an vielen Stellen abgeblättert, drei Stockwerke, an der Dachrinne wächst Moos. So sieht es also aus, das Wirtshaus, von dem alle reden.

Es ist 15 Uhr. „Heute Ruhetag“, verkündet ein Schild. Neugierig blicken sich die beiden um. Entdecken auf dem Nachbargrundstück einen Mann in roter Latzhose, der gerade Holz stapelt.

Sie: „Und da ist heute Ruhetag?“ Er: „Und hier ist heute gar nix los?“
Nachbar: „Jaja, erst heute Abend.“ Sie: „Weil Ruhetag dransteht.“
Nachbar: „Heute Abend erst ist was los.“ Sie: „Erzähl uns mal was.“
Nachbar: „Pffff…“ Sie: „Was treibt der Frenck heute?“

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Mit »Mandy« auf der Tupperparty

Die „Junge Welt“ berichtet:

Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« steckt, zeigt die ungewöhnliche Geschichte der V-Frau »Krokus«. Jetzt ist sie Thema im NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtags

Die frühere V-Frau »Krokus« ist heute Thema im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtages in Baden-Württemberg. Geladen sind u.a. die Neonazi-Frau Nelly Rühle, der V-Mann-Führer »Rainer Öttinger«, mit Klarnamen Oswald, und ein »G.K.Q. | Polizeipräsidium Aalen« – gemeint ist damit Kriminalhauptkommissar Gerhard Quendt.

Die Geschichte der V-Frau des baden-württembergischen Verfassungsschutzes mit dem Decknamen »Krokus« ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Sie wurde nicht im Rahmen eines Konzessionsangebots »angeworben«. Das ist die weitaus beliebteste Methode, Spitzel zu gewinnen. Man nutzt ein drohendes, laufendes Strafverfahren und bietet der betreffenden Person an, dieses einzustellen, wenn sie mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeitet. Petra Senghaas wollte hingegen aus freien Stücken und aus Überzeugung etwas gegen Neonazis unternehmen. Anlass war ihre gute Freundin Sigrun H., die sich – zu Senghaas’ Ärger – mit dem NPD-Funktionär Matthias Brodbeck liiert hatte.

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„Die Größten unserer Zunft“: Mutmaßliche NSU-Verherrlichung rückt Neonazi-Liedermacher ins Visier der Ermittlungsbehörden

Via „Endstation Rechts“:

Mit einer großangelegten Razzia gingen die Sicherheitsbehörden gestern gegen die extrem rechte Musik-Szene vor. Im Zentrum der Aktion stand der Liedermacher „FreilichFrei“, dem vorgeworfen wird, auf seiner aktuellen CD das Terror-Netzwerk des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ verherrlicht zu haben.

Archiv-Foto einer Razzia (Foto: Haskala Saalfeld)
Bei der NPD war der braune Liedermacher „FreilichFrei“, mit bürgerlichem Namen Maik K., gern gesehener Gast. Am 18. Februar steuerte er das musikalische Rahmenprogramm zum sächsischen Aschermittwoch der Partei bei, der nach NPD-Angaben vor 80 Anhängern in „Mittelsachsen“ stattfand. Für die „launige Rede“, stets Mittelpunkt derartiger Veranstaltungen, zeichnete Bundes-Vize Ronny Zasowk verantwortlich. Außerdem traten Landeschef Holger Szymanski und sein Geschäftsführer Jens Baur ans Rednerpult.

Da wollte der Parteinachwuchs Junge Nationaldemokraten (JN) nicht nachstehen und verpflichtete K. für seinen vor knapp vier Wochen durchgeführten Landeskongress, auf dem Paul Rzehaczek als JN-Landesvorsitzender wiedergewählt, und der amtierende JN-Chef Sebastian Richter aus Mecklenburg-Vorpommern als „Starredner“ präsentiert wurde. Auch abseits von Partei-Treffen griff „FreilichFrei“ in die Gitarrenseiten. Im letzten Sommer teilte er in Baden-Württemberg die Bühne mit dem Ex-Sänger der als kriminellen Vereinigung verbotenen Rechtsrock-Band „Landser“, Michael „Lunikoff“ Regener.

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Siehe auch: NRW: Durchsuchungen wegen NSU verherrlichender CD
Razzia in Neonazi-Szene führt Ermittler nach Werne

Wie nah war V-Mann „2100/ Hagel“ dem NSU-Trio?

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Zwei zentrale Zeugen aus dem neonazistischen V-Leute System rings um das NSU-Kerntrio sollen am kommenden Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München gehört werden: Neonazi Marcel D., langjähriger Blood & Honour Führungskader aus Thüringen und V-Mann für den Thüringer Verfassungsschutz und sein zeitweiliger V-Mann Führer, Norbert Wießner.

In seiner ersten Zeugenaussage vor Richter Manfred Götzl Anfang März hatte Marcel D. sowohl geleugnet, das NSU-Kerntrio zu kennen als auch der V-Mann mit dem Decknamen „2100/Hagel“ gewesen zu sein, den Norbert Wiesner in den 1990ern Jahren angeworben hatte und für die untergetauchten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe rund 1.000 Euro Spendengelder gesammelt hatte. Bislang profitierten Marcel D., aber auch seine V-Mann Führer davon, dass seine V-Mann-Akten im Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz auf ungeklärte Art und Weise verschwanden – und bis auf drei Meldungen – bis heute nicht wieder aufgetaucht sind. Das Ausmaß der Vertuschung ist damit vergleichbar mit der „Operation Konfetti“, mit der beim Bundesamt für Verfassungsschutz unmittelbar nach der Selbstenttarnung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) im November 2011 die Akten von sieben weiteren neonazistischen V-Leuten aus Thüringen im Schredder vernichtet wurden. Auch im Fall von Marcel D. hat das Bundesamt für Verfassungsschutz eine Aufklärung bislang erfolgreich blockiert: Anfang April räumte Ole Schröder, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, ein, dass im Bundesamt für Verfassungsschutz knapp 70 Deckblattmeldungen von VM Hagel sowie eine nicht bezifferte Anzahl weiterer Akten vorhanden seien, die der Geheimdienst dem Bundestagsuntersuchungsausschuss zum NSU vorenthalten hatte.

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Die Blutspur der Nicht-Aufklärer in Baden-Württemberg

Via „Indymedia Linksunten“:

Fünf Jahre lang galt der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn 2007 als unaufgeklärt. Seit November 2011 gilt er als gelöst: Es sollen die uns bekannten NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewesen sein. Die Polizisten wären Zufallsopfer gewesen und nur die beiden toten NSU-Mitglieder hätten diese Tat ausgeführt.

Spätestens seit September 2013 gerät diese aberwitzige Aufklärungsarbeit ins Strudeln. Dafür musste ein Zeuge sterben, der diese Melange aus fünfjähriger Ahnungslosigkeit und schlagartiger Erleuchtung zerstört hätte. Florian Heilig war dabei, sich aus der Neonaziszene rund um Heilbronn zu lösen und wollte seine Aussagen aus dem Jahr 2011 wiederholen: Es gäbe eine weitere neonazistische Terrorgruppe in Baden-Württemberg, die NeoSchutzStaffel/NSS und er wisse, wer in den Mord in Heilbronn involviert sei – Personen, die in der Anklageschrift nicht vorkommen.

Hätte er diese Aussagen am 16. September 2013 um 17 Uhr machen bzw. präzisieren können, wäre die Büchse der Pandora geöffnet gewesen: Die ahnungslosen Behörden wussten lange vor dem Tod der NSU-Mitglieder in Eisenach 2011 von der Existenz einer zweiten terroristischen Gruppierung, die mit dem NSU in Verbindung stand. Und es gibt von dort aus eine Spur zum Mordanschlag in Heilbronn.

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Siehe auch: Zweiter Ku-Klux-Klan im Südwesten

Rocker im Kulturzentrum

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

13.04.2015 – Am Samstag feierten die „Hells Angels“ in Rostock eine Party. Mit dabei waren auch rechte Aktivisten, die jetzt Kutte tragen.

Selbstdarstellung des MC Hells Angel-Charter Rostock; Facebook
Offiziell gibt es sie in der Hansestadt Rostock nicht mehr. 2012 löste sich das Charter des „MC Hells Angels“ an der Warnow auf. Doch seit 2014 präsentiert sich die Gang neu mit einem eigenen Chartersong, gesungen von einem Rapper. Weil sie jedoch ihre Vereinsembleme nicht offen zeigen dürfen, nennen sie sich „Red-White-Rostock“ und vertreiben massenhaft Kleidung und Utensilien für Unterstützer (Supporter) und Fans der Mafia-Rocker, die offen für Kriminalität und Gewalt stehen. Der Dresscode der „Hells Angels“ wird vor allem durch den Schriftzug HAMC und die 81 geprägt sowie die Vereinsfarben rot und weiß. Die unterstützenden „Red Devils“ tragen ihr Kürzel 184 bis hin zum Autokennzeichen zur Schau. In Mecklenburg-Vorpommern scheint der Westteil des Landes in der Hand der Rot-Weißen zu sein, während im Ostteil eher der konkurrierende „MC Bandidos“ mit seinen Supportern dominiert.

Das Rostocker Charter der Höllenengel ist in deutscher Hand. Von sieben Vollmitgliedern stammen mindestens zwei aus der Neonazi-Szene in Sachsen-Anhalt, einer aus Niedersachsen. Alarmierend scheint auch die enge Verbindung zu rechten Bruderschaften in der Region. So tauchten neben den Codes „81“ und „184“ am letzten Samstag eben auch die „88“ auf. Die „Hells Angels Rostock“ feierten mit „Brüdern“, Freunden und Groupies ihre „Season Open Party“. Die Veranstaltung sollte zunächst in Mönchhagen bei Rostock stattfinden, wurde dann jedoch in die Moya Kulturbühne verlegt. Von Motorrädern war bei der Rockergang trotz optimalen Wetters kaum etwas zu sehen. Nur einen Handvoll Bikes fuhren vor. Der Mythos von „Route 66“ und „Easy Rider“ ist Carmouflage.

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Dresden – mal wieder instrumentalisiert

„Publikative.org“ schreibt:

einem Aufruf von PEGIDA gefolgt und haben dem Rechtspopulisten Wilders zugejubelt. Damit sei eine Grenze überschritten, hört man nun von Sächsischen Politikern. Und: Dresden werde mal wieder instrumentalisiert.

Die Reaktionen auf das PEGIDA-Spektakel sind eigentlich einmal mehr das Fürchterlichste an den rechtsradikalen Dauerdemonstrationen. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange, SPD, sagte laut MDR, wer unter der Fahne von Geert Wilders mitlaufe, habe eine Toleranzgrenze überschritten – was im Umkehrschluss bedeutet, dass PEGIDA bislang noch halbwegs in Ordnung oder zumindest noch tolerierbar war.

Innenminister Markus Ulbig erklärte, mit dem niederländischen Rechtspopulisten habe Pegida einen Menschen eingeladen, “der Hass in sich trägt, der spaltet”. Zuvor hatte man noch ganz andere Töne von Ulbig und der Sachsen-CDU vernommen, Gesprächsangebote gab es – und sogar eine Pressekonferenz von PEGIDA in den Räumen der Landeszentrale für politische Bildung.

Offenkundig fällt es leichter, die Missetaten des Kindes beim Namen zu nennen, wenn es nicht das eigene ist: Während PEGIDA sonst gerne als Protest von besorgten Bürgern verharmlost wird, fallen bei dem Niederländer Wilders deutlichere Worte. Ein Phänomen, das auch beim Front National zu beobachten ist; beim FN zeigen deutsche Medien wenig Zurückhaltung bei der Kategorisierung als rechtsextrem. Und dass, obwohl der FN und Marine Le Pen politisch-strategisch ziemlich ähnlich wie PEGIDA oder die AfD erscheinen. Hier traut man sich aber kaum, rechtspopulistisch, geschweige rassistisch oder rechtsradikal als politische Verortung zu benutzen.

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Hammerskins im Hintergrund

Via „Antifa Infoblatt“:

Ende 2014 sorgte ein Text der „Anti-Antifa Recherchegruppe ,Thomas Kuban‘“ auf der Neonazi-Homepage DortmundEcho für Verwunderung unter Politiker_innen der Piraten-Partei und antifaschistischen Journalist_innen.

Der Text behauptete unter dem Titel „Spitzel aufgedeckt“, dass der frühere Fraktionsvorsitzende der Berliner Piratenpartei Andreas B. am 13. Dezember 2014 auf der gemeinsamen Anreise zu einem RechtsRock-Konzert von Neonazis als „Spitzel“ enttarnt worden sei. Er sei von der Neo­nazi-Reisegruppe fotografiert und ausgesetzt worden. Durch ein veröffentlichtes Foto der Situation erschien der Sachverhalt zumindest nicht vollkommen konstruiert. Auf diesem Foto trug Andreas B. einen Neonazi-Pullover.

Einige Zeit später räumte Andreas B. in einer Stellungnahme ein, tatsächlich gemeinsam mit Neonazis unterwegs gewesen zu sein. Über seine Motive schwieg er bislang öffentlich. Er betont jedoch: „Ich bin Antifaschist und lehne jedwedes rechtes Gedankengut ab. Dafür habe ich mich als Queerpolitischer Sprecher auch in der Vergangenheit eingesetzt.“1

Die Dortmund-Story

Die im DortmundEcho-Text erzählte Geschichte der „Anti Antifa Ermittlungsgruppe Ges.Ma“ klingt jedoch so unrealistisch, dass sie in diesem konkreten Fall eher der gewollten Verunsicherung linker Strukturen dienen dürfte. Demnach hätte man das Projekt „Thomas Kuban“ initiiert, um sich „Erkenntnisse über die ,militante‘ Antifa-Szene zu verschaffen, vorzubeugen und Einblicke in Strukturen zu bekommen“.

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HoGeSa-Aktion in Karlsruhe geplant

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

10.04.2015 – Karlsruhe – Rechte Hooligans planen für den 19. April eine Aktion in Karlsruhe. Die „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) rufen zu einer Demonstration auf, die sonntagmittags am Hauptbahnhof der Stadt beginnen soll.

„Bürger Deutschlands gegen den Terror der Antifa & gegen den radikalen Islamismus“ soll offenbar das Motto der Aktion sein, für die einige Hooligans aus der Führungscrew der HogeSa auf ihren Facebookseiten werben. Die Hool-Truppe hatte bereits seit Wochen für eine Demo am 19. April getrommelt, ohne allerdings den Veranstaltungsort mitzuteilen. Erst heute ließ man wissen, wohin es gehen soll. Dass der Südwesten der Republik das Ziel ist, erscheint folgerichtig. Außer im Ruhrgebiet kann die HoGeSa-Truppe insbesondere in den Fußball-Fanszenen in Karlsruhe, Kaiserslautern und Pforzheim auf ein mobilisierbares, extrem rechtes Potenzial hoffen.

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Eine Neonazi-Immobilie in Unterfranken?

Das „AIDA-Archiv“ schreibt:

Auf facebook präsentieren sich die Neonazis vor der Immobilie. Screenshot: a.i.d.a.
Die neonazistische Partei „Die Rechte“ behauptete in einer Veröffentlichung, in Unterfranken nun eine Immobilie als Parteizentrale zur Verfügung zu haben. Die antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (a.i.d.a. e. V.) ging der Sache auf den Grund.

Die Nachricht auf facebook:

Am Nachmittag des 10. April 2015 postete der bayerische Landesverband der neonazistischen Partei „Die Rechte“ stolz ein Foto auf dem eigenen facebook-Profil: Der „Die Rechte“-Bundesvorsitzende Christian Worch (Hamburg), der Münchner Kreisvorsitzende Philipp Hasselbach und zwei ihrer „Kameraden“ posieren auf der Eingangstreppe eines Gebäudes. Die Neonazis veröffentlichten zum Foto einen ziemlich großspurigen Text:

„Parteichef Worch und Funktionäre der Kreisverbände München, Nürnberg und Bamberg trafen sich heute in Unterfranken, um einen ehemaligen Gasthof zu besichtigen, der künftig als bayerische Parteizentrale von DIE RECHTE zur Verfügung stehen wird. In dieser werden neben einem großen Versammlungsraum auch Unterkünfte für Kameraden sowie eine Geschäftsstelle in Betrieb sein. Mit dem Landesparteitag im Mai wird zugleich auch die feierliche Einweihung und Eröffnung des Zentrums vollzogen.“

47 Nutzer_innen klickten auf den „like“-Button, darunter bekannte Aktivist_inen aus NPD und Kameradschaftsszene. Ob sie sich zu früh gefreut haben?

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[Berlin-Prenzlauer Berg] Metalclub Blackland: Rock und Metal auch für Rechte

Via „Recherche & Aktion“:

Das „Black­land“ in der Lilli-Henoch-Straße 1, nahe dem S-Bahnhof Greifs­walder Straße, exis­tiert seit April 2010 und ist ein beliebter Treff­punkt für Metal– und Rock­fans. Nach außen hin geben sich die Betreiber Michael Parlow („Pille“) und Fred Gan­ten­berg („Freddy“) unpo­li­tisch. So schreibt, das „Black­land“ über sich selbst, es läge auf der „»Dark Side of Berlin« … Diese Aus­sage hat aller­dings nichts mit irgend­wel­chen poli­ti­schen Gesin­nungen zu tun, son­dern ist nur ein Anhalts­punkt über die geo­gra­fi­sche Lage und die bevor­zugte Klei­dung der Gäste und der Gast­wirte“. [1] Doch ganz so unpo­li­tisch ist die Loca­tion nicht. So scheuen sich die Betreiber nicht vor poli­ti­schen Äuße­rungen, wenn es darum geht, Dro­hungen gegen Linke aus­zu­spre­chen und ver­öf­fent­lichten auf ihrem Myspace-Profil eine Grafik mit der Auf­schrift „Antifa, Finger weg vom Black Metal…oder wir bre­chen sie euch“. Noch impli­ziter wird die Rechts­of­fen­heit der Loca­tion, wenn man einige der Bands betrachtet, die in den letzten Jahren von den Betreibern ange­heuert wurden.

2012: „Spearhead“ & „Kill“ – „Der Führer is our Life“

Am 11. November 2012 sollte im „Black­land“ ein Kon­zert der Bands „Spearhead“ (Eng­land) und „Kill“ (Schweden) statt­finden. Mit­glieder beider Bands sind par­allel in Bands aktiv, die dem soge­nannten „National Socia­list Black Metal“ (NSBM) zuge­hören. Mit­glieder der Band „Kill“ spielen in der NS-Metalband „Sons of Satan“, deren Musiker sich dort Namen wie „Bir­kenau Over­lord Angel Incin­te­rator“, „SS Pen­ta­gram Wer­e­wolf Tise­lius“ und „Pogrom Blitz­krieg Stromt­ro­oper« geben [2], und deren Texte nur so vor Ras­sismus, Anti­se­mi­tismus und NS-Verherrlichung strotzen: „Lass sie weinen und ihre Frauen ver­ge­wal­tigen / Ver­gast die Juden wie im Zweiten Welt­krieg“ heißt es in ihrem Song „Chrush“ [3]. Songs wie „Der Führer is our Life“ lassen wenig Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum.: „Das vierte Reich ist unser Ziel / Kein Zio­nismus / Stoppt die Lügen / Zer­quetscht die Juden / wie dre­ckige Fliegen“. [4]

Musiker der Band „Spearhead“ weisen per­so­nelle Über­schnei­dungen zur Band „Tort­orum“ auf, deren Schlag­zeuger seit meh­reren Jahren in NSBM-Projekten aktiv ist und deren Bas­sist die Werke des anti­se­mi­ti­schen und pro-faschistischen Schrift­stel­lers Julius Evola als per­sön­liche Inspi­ra­ti­ons­quellen bezeichnet. Aus genannten Gründen war das Kon­zert in einer anderen Loca­tion bereits abge­sagt worden, wor­aufhin die „Blackland“-Betreiber dem Ver­an­stalter bereit­willig ihren Club als Ver­an­stal­tungsort zur Ver­fü­gung zu stellten. Nur durch beharr­liche Kritik und zuneh­menden öffent­li­chen Druck, gelangt es, die Betreiber des „Black­land“ zu einer Absage des Kon­zerts zu bewegen. Dieses Ein­lenken kann den Betrei­bern aller­dings kaum als Ein­sicht zu Gute gehalten werden, da sie die Kritik am Kon­zert und den invol­vierten Bands im Anschluss noch einmal in Zweifel zu ziehen ver­suchten. So behaup­tete das „Black­land“ in einer Pres­se­mit­tei­lung fälsch­lich, die rechten Akti­vi­täten der Band­mit­glieder von „Spearhead“ und „Kill“ lägen zehn Jahre zurück und die Vor­würfe hätten trotz umfang­rei­cher „Recher­chen des Black­land“ nicht bestä­tigt werden können. [5]

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Islamisten planten Anschläge zusammen mit Neonazi

„Zeit Online“ berichtet:

Der spanischen Polizei ist es gelungen eine Terrorzelle zu zerschlagen. Die Festgenommenen wollten ein Opfer nach dem Vorbild der Terrormiliz IS enthaupten.

Spanische Behörden haben eine islamistische Terrorzelle zerschlagen, die in Zusammenarbeit mit einem Neonazi mindestens eine Entführung und eine öffentliche Enthauptung geplant haben soll. Zehn der elf in der Region Barcelona festgenommenen Gruppenmitglieder, unter ihnen eine Frau und ein Minderjähriger, wurden nach Justizangaben am Freitag der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation beschuldigt. Dem Neonazi werden Komplizenschaft sowie illegaler Besitz eines Waffenarsenals mit Sprengstoff zur Last gelegt. Acht Verdächtige befinden sich den Angaben zufolge in Untersuchungshaft.

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