NSU-Prozess: „‚Blut und Ehre‘ klang halt cool“

„Spiegel-Online“ berichtet:

Er stellte das Gericht vor eine Geduldsprobe: Ein Zeuge aus dem rechtsextremen Milieu zeigte im NSU-Prozess erhebliche Erinnerungslücken – und trotzdem lieferte sein Auftritt Erkenntnisse über den Mitangeklagten André E.

Es gibt im NSU-Prozess viele Zeugen, die Erinnerungslücken geltend machen und deren Auftritt trotzdem aufschlussreich sein kann – etwa wenn ihnen frühere Aussagen bei der Polizei vorgehalten werden. Ein solcher Fall ist André K. aus dem sächsischen Vogtlandkreis.

Der groß gewachsene 34-Jährige trägt auf dem kahlen Schädel eine martialische Tätowierung, dazu Schlagworte der Nazi-Zeit: „Blut und Ehre“. Der gelernte und derzeit arbeitslose Bäcker war einst Mitglied in der „Weißen Bruderschaft Erzgebirge“ (WBE) – an der Organisation dieses Zusammenschlusses von Neonazis war maßgeblich der Mitangeklagte André E. beteiligt. André E. und dessen Zwillingsbruder Maik seien die „Ansprechpartner“ gewesen, sagt der Zeuge vor Gericht.
Meistens antwortet er nur widerwillig und ausweichend. „Keine Ahnung“ lautet eine seiner Standardfloskeln, sein genuscheltes Sächsisch ist oft nicht zu verstehen, sodass der Vorsitzende Richter Manfred Götzl immer wieder nachfragt.

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