Gewendeter Ex-Neonazi

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

28.05.2015 – Ein ehemaliger ranghoher Funktionär der Worch-Partei „Die Rechte“ verkündet medienwirksam seinen Ausstieg – in seiner Erklärung fehlen allerdings konkrete Fakten über Szene-interne Begebenheiten.
„Mein Name ist Michael Berner (42), ich komme aus Braunschweig, und ich war 24 Jahre aktives Mitglied in der Neonaziszene…“, mit diesen Worten beginnt die Erklärung des ehemaligen Bundesvorstandsmitglieds und Kreisvorsitzenden von „Die Rechte“ zu seinem Ausstieg. Der zweifache Vater erklärte medienwirksam in seiner Mitteilung, er wolle nun „frei denken“ und wieder selbst entscheiden.

Mit diesem Paukenschlag verließ einer der ranghöchsten Funktionäre, die als militant geltende Worch-Partei. Bei Facebook hat Berner seinen Freundeskreis bereits gesäubert, nun gehören zu seinen Bekannte welche, die „Keinen Bock auf Nazis“ haben. Das ging schnell. Vor wenigen Monaten nahm der Braunschweiger Neonazi noch am Aufmarsch in Dortmund teil. Im März demonstrierte er mit den Kameradschaften „gegen die Überfremdung des deutschen Volkes“ und auch bei „Bragida“-Spaziergängen in der zweitgrößten niedersächsischen Stadt ließ der Mann mit der Schiebermütze sich blicken. Heute gab er gegenüber dem Internetportal „Braunschweig heute“ an, die „Bragida“-Organisatorin rede „Humbug“, wenn sie den Kontakt zur Szene leugne, denn sie würde ausschließlich mit Rechtsextremisten zusammenarbeiten. Das belegen bereits zahlreiche Recherchen. Berner ergänzt nicht mit Details. In seiner langen, am Donnerstag veröffentlichten Ausstiegserklärung bleibt Michael Berner konkrete Fakten schuldig. Er geht hart mit sich ins Gericht, zeigt aber keine Anzeichen, die Öffentlichkeit mit konkreten Angaben warnen zu wollen.

Vor allem private Gründe, wie die Trennung von seiner immer noch aktiven Frau könnten ausschlaggebend für den Schritt gewesen sein. Berner geriet während seiner Zeit bei der Bundeswehr in die rechte Szene, dort habe er Menschen kennengelernt, „die in so eine Richtung gedacht hätten“ wie er. 24 Jahre blieb er der Ideologie treu. Den mutigsten Satz formuliert der 42-Jährige so: Er sei nicht, wie es innerhalb der „Bewegung“ immer dargestellt würde, als Rechtsextremist ein Opfer gewesen, sondern er stellt klar: „ich bin Täter“.

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