Archiv für Mai 2015

Wave Gotik Treffen 2015: Ein Walzer im Konzentrationslager?

Die „LIZ“ schreibt:

Die Sonne scheint, die Parks füllen sich mit schwarzen Farben, es ist Pfingsten, es ist „Wave Gotik Treffen“ – Zeit in Leipzig. Tage des Flanierens und der großen Bildergalerien in den Gazetten, die das organisierten Schaulaufen rings um die Konzertnächte in der nachrichtenarmen Zeit bereitwillig spiegeln. Bekannte und obskure Bands haben sich die Macher auch 2015 wieder eingeladen und ein bisschen Tabubruch muss nach der „Schwarzen Sonne“ auf der Campingkarte 2009 offenbar auch 2015 mal wieder sein. Dieses Mal geht es um das SS-Konzentrations- und Vernichtungslager im polnischen Majdanek. Eine gleichnamige Band lädt jedenfalls mit deutlichen Texten auf dem WGT am Samstag zum Walzer.

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Braunes Spektakel am Pfingstsamstag

Via der „Blick nach Rechts“:

21.05.2015 – Auf dem Festplatz im thüringischen Hildburghausen soll am 23. Mai ein Neonazi-Event unter der Losung „Rock für Meinungsfreiheit“ stattfinden.

Im Netz bleiben sie virtuell, die online von Patrick Schröder aus der Oberpfalz verantworteten propagandistischen Radio- und TV-Sendungen, die es seit Ende 2012 gibt. Real wird der Mix aus Musik und neonazistischer Indoktrinierung am Samstag von 14.00 Uhr bis Mitternacht in Hildburghausen, wenn zum inzwischen dritten Mal ein so genanntes „H8–Live“-Event angeboten wird, das neuerdings mit der geänderten Losung „Rock für Meinungsfreiheit“ als Kundgebung beworben wird. Seit geraumer Zeit wird das Ereignis auch international angekündigt, unter anderem durch die hierzulande seit 2000 verbotene „Blood&Honour“-Bewegung.

In kursierenden Einladungen ist davon die Rede, dass es um einen Solidaritätsbeitrag für den Schröder-Sender „FSN.TV“ geht. Ganz klar ist dabei die monetäre Seite gemeint. Der Sendebetreiber ist unter anderem verurteilt worden, in einer seiner ausgestrahlten Programme den Hitler-Gruß gezeigt zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Auch wegen Ordnungswidrigkeiten gegen Bestimmungen des Rundfunkstaatsvertrages und Verstößen gegen den Jugendschutz wurde der NPD-Funktionär, der auch bei einem florierenden Szene-Versandhandel (Ansgar Aryan) mitmischt, zuletzt belangt. Es gibt seit einigen Jahren durchaus Kritiker, die dem Anfang-30-Jährigen vorwerfen, persönliche kommerzielle Interessen an vorderste Stelle zu rücken.

Auf der Rednerliste für das braune Spektakel am Pfingstsamstag auf dem Hildburghausener Festplatz findet sich mit Sebastian Schmidtke aus Berlin einer der derzeit umtriebigsten NPD-Spitzenfunktionäre. Neben dem Bundesorganisationsleiter der Partei soll auch David Köckert (NPD Thüringen) sprechen. Hinzu kommt Tommy Frenck, der mit dem „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ einer kommunalpolitischen NPD-Tarnliste ein Gesicht gibt. Berührungsängste zur neu entwachsenen parteipolitischen Konkurrenz gibt es nicht, wird doch auch Alexander Kurth vom sächsischen Landesverband „Die Rechte“ angekündigt.

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Politik im Ring

Die „taz“ berichtet:

KAMPFSPORT Rohe Gewalt, dubioses Milieu: „Mixed Martial Arts“-Veranstaltungen haben einen schlechten Ruf. Seit Jahren versucht die Szene, das Image geradezurücken. Nun tritt in Bremen ein Kämpfer mit Hakenkreuz-Tätowierungen an

Schläge, Tritte, Hebel und Würgetechniken – wenn heutzutage von MMA, den „Mixed Martial Arts“, die Rede ist, rümpfen nicht mehr ganz so viele die Nase. Dass es beim Kampf im Stehen und am Boden viele Regeln gibt und er Menschen aller Schichten begeistert, hat sich herumgesprochen. Gleichwohl ringt MMA mit seinem Image: Bis heute ziehen die Kampfsport-Events auch Zuhälter, Bandenrocker oder Neonazis in die Hallen.

In Bremen findet nun am Samstag eine solche Veranstaltung im „Pier 2″ statt: Wettkämpfe im Thaiboxen, Kickboxen und – in drei von insgesamt 17 Kämpfen – auch im MMA.

Man habe die Veranstaltung „auf dem Zettel“, heißt es bei der Bremer Polizei: „Es könnte Konflikte zwischen Linken und Rechten geben“, sagt ein Sprecher. „Auch das Klientel aus dem Bereich der Motorradgang-Kriminalität besucht gerne diese Veranstaltungen.“ Der Veranstalter sei aber sehr kooperativ. „Auch darüber, wie Kämpfer dort auftreten sollten, ist gesprochen worden“, erklärt der Polizeisprecher.

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Der namenlose “Freie Aktivist aus Thüringen”: Michael Zeise aus dem Weimarer Land

Sehr guter Recherche-Beitrag von „Thüringen Rechtsaussen“:

Immer wieder taucht in Veranstaltungsankündigungen von Neonazis ein namenloser “freier Aktivist aus Thüringen” oder “freier Nationalist aus Thüringen” auf, der im Gegensatz zu anderen Rednern viel Wert darauf legt nicht beim Namen genannt zu werden. In beinahe allen Fällen seit ca. einem halben Jahrzehnt handelt es sich dabei um den 27-jährigen Michael Zeise, welcher auch 2014 und 2015 eine federführende organisationsübergreifende Rolle in der Thüringer Neonazi-Szene einnahm und auch als gewalttätiger Anheizer agiert.

Der geborene Weißenfelser, der lange Zeit in Apolda lebt(e), wurde teilweise auch als “Aktivist aus dem Weimarer Land” angekündigt, wie beispielsweise als Redner zum 10. Thüringentag der nationalen Jugend in 2010 Pößneck sowie beim Thüringentag 2013 in Kahla. In den vergangen Monaten war er besonders umtriebig und gehörte zum Organisationskreis des “Thüringer Heldengedenken”, welches in Friedrichroda nach einem Flopp im Vorjahr wieder rund 120 Neonazis zum Fackelmarsch am 16. November 2014 mobilisierte. Zeise hielt dort genauso einen Redebeitrag wie am 7. Februar 2015 zum “Trauermarsch” in Weimar mit 130 Neonazis. Redebeiträge folgten auch bei mehreren Thügida-Demonstrationen wie am 23. Februar in Erfurt, am 18. April “gegen Überfremdung” in Gotha sowie am 1. Mai 2015 beim III. Weg in Saalfeld, wo er stets mit Sonnenbrille, rotem Bärtchen und Basecap hinter dem Mikrofon stand. Ebenso in Sachsen-Anhalt war er im 1. Halbjahr 2015 viel mit Beiträgen präsent, zum Beispiel bei Neonazi-Veranstaltungen in Halle, Halberstadt und Merseburg.

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Rechte Gewalt: Vom Stadion auf die Straße

Via „MDR“:

Hundertschaften der Polizei, Überwachungskameras und Sicherheitsdienste im Stadion – sie gehören zum Fußball mittlerweile dazu wie Spieler, Ball und die Bratwurst in der Halbzeitpause. Denn nicht alle Fans wollen ein friedliches Fußballfest. Rund 450 so genannte „Gewalttäter Sport“ gibt es laut Innenministerium in Thüringen. Die Polizei reagiert mit einem Großaufgebot. Und: Jeder zehnte Hooligan ist rechtsextrem. Fanforscher halten das noch für untertrieben. Aber warum sorgen Rechtsextreme ausgerechnet beim Fußball für Schlagzeilen?

Offen zur Schau getragene Neonazi-Symbole, Beleidigungen schwarzer Spieler, Prügel für Fans, die sich gegen den Rassismus in der Kurve wehrten. Rechtsextreme Hetze war in deutschen Stadien lange Zeit beinahe alltäglich. Es sei einerseits der hohe gesellschaftliche Stellenwert, der Fußball so attraktiv für rechtsextreme Ideologien mache, erklärt Professor Gunther A. Pilz, Berater beim Deutschen Fußballbund. „Zum anderen hat der Fußball bestimmte Segmente oder Strukturen: Da sind Männlichkeit, verdichtete Orte, also diese Wir-Sie-Dichotomien, der Feind, der Gegner, also wir und die, wo man Feindbilder aufbauen kann.“ Das mache den Sport für Rechte attraktiv. Und immer noch unterwandern oder gründen Neonazis Fußballvereine und „gedenken“ Ball spielend zum Beispiel beim „Rudolf-Heß-Turnier“, das jedes Jahr in Thüringen stattfindet, unbehelligt dem NS-Kriegsverbrecher.

Vor allem in weniger dicht besiedelten Regionen hätten Rechtsextreme oft leichtes Spiel, sagt Martin Endemann vom Bündnis aktive Fußballfans e.V. „Da ist der Herr von der NPD eben nicht der Herr von der NPD, sondern er ist der erfolgreichste Stürmer mit den 35 Saisontoren.“ Die Sportverbände täten sich bis heute schwer, auf das Problem zu reagieren, kritisiert der Politologe.

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Rechtsextremist „Corelli“: Staat zahlte V-Mann fast 300 000 Euro

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt:

Der Verfassungsschutz hat dem Rechtsextremisten und V-Mann Thomas Richter fast 300 000 Euro für seine Spitzeldienste gezahlt.

Das geht aus einem Report des Sonderermittlers Jerzy Montag hervor, den er für das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages angefertigt hat. Darin kritisiert der Grünen-Politiker erneut den Verfassungsschutz.

Die Neonazi-Quelle „Corelli“ galt beim Inlandsgeheimdienst als Top-Informant. Der inzwischen verstorbene V-Mann hatte früher Kontakt zu einem NSU-Mitglied und zu einem Polizisten, der beim Ku-Klux-Klan war.

Der Mann, den sie beim Verfassungsschutz „Corelli“ nannten, war sehr umtriebig. Wenn sich irgendwo in der Republik Rechtsextremisten trafen, war Corelli meist nicht weit.

Beim Bundesamt für Verfassungsschutz galt er als Top-Quelle. Und das Amt ließ sich seinen V-Mann einiges kosten: Insgesamt 296 842,83 Euro kassierte Corelli während seiner 18-jährigen Spitzeltätigkeit. So steht es in einem geheimen Bericht des Sonderermittlers Jerzy Montag, den Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR einsehen konnten.

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Siehe auch: Das Versagen des Verfassungsschutzes

Neonazi-Gewalttäter sollen vor Gericht

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Mehr als 15 Monate nach einem Neonazi-Überfall im thüringischen Ballstädt hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen 15 Personen erhoben.

Geht es nach der Staatsanwaltschaft, müssen sich demnächst 14 Männer und eine Frau vor dem Landgericht Erfurt verantworten. Mehr als die Hälfte davon ist bereits vorbestraft, vier Personen sind wegen einschlägiger Gewaltdelikte gerichtsbekannt. Die Strafverfolgungsbehörde wirft ihnen gefährliche Körperverletzung vor. Sie sollen an dem Überfall auf eine Kirmesgesellschaft in Ballstädt im Februar 2014 beteiligt gewesen sein, bei dem elf Personen teils schwer verletzt wurden. (bnr.de berichtete) Dabei soll zuerst der langjährig aktive Neonazi und Bandleader der Rechtsrock-Formation „Sonderkommando Dirlewanger“ (SKD) Thomas Wagner den Saal des Gemeindehauses vermummt betreten und drei Personen zu Boden geschlagen haben. Anschließend seien 13 weitere vermummte Angreifer in den Saal gestürmt und hätten auf die Gäste eingeschlagen und -getreten. Die Angreifer waren dabei mit Protektor- und Quarzsandhandschuhen ausgestattet. Eine Frau und eine Mann sollen unterdessen den Eingang im Blick behalten haben, ein Angreifer ist bislang noch unbekannt. Die mutmaßlichen Täter stammen aus dem Umfeld von „SKD“, die sich inzwischen offiziell aufgelöst hat.

Vor dem Kauf des „Gelben Hauses“ in Ballstädt trieb die Neonazi-Gruppierung im nahe gelegenen Crawinkel unter dem Namen „Kameradschaft Jonastal“ ihr Unwesen. Ihre Mitglieder fielen immer durch gewalttätige Aktionen auf: Dazu gehörten beispielsweise eine selbstgebaute „Kugelbombe“ vor einem linksalternativen Hausprojekt und das Posieren mit Waffen unter dem Motto „NSU Reloaded“. Der 39-jährige Wagner kam in Untersuchungshaft, gestand seine Beteiligung an dem Überfall und kam im April 2014 wieder auf freien Fuß. Von seiner Entlassung erfuhren die Ballstädter erst aus den Medien, von den Behörden hatte sie niemand darüber informiert, dass der vermeintliche Haupttäter nun wieder unter ihnen wohnt.

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„III. Weg“ will expandieren

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Nachfolger des verbotenen „Freien Netzes Süd“ seine Organisationsfertigkeiten unter Beweis gestellt hat, weitet die neue neonazistische Partei ihre Aktivitäten zusehends bundesweit aus. Im Fokus stehen dabei besonders Thüringen und Brandenburg.

Als „Der III. Weg“ im September 2013 im baden-württembergischen Heidelberg aus der Taufe gehoben wurde (bnr.de berichtete), war er zunächst nicht mehr als eine weitere Splitterpartei, die sich in Konkurrenz zur NPD auf dem parteipolitischen Tableau präsentierten wollte. Versuche dieser Art hatte es in der rechtsextremen Szene in der Vergangenheit mehrfach gegeben. In den meisten Fällen versanken diese Gruppierungen in der Bedeutungslosigkeit oder sie zerstritten sich bis zur Handlungsunfähigkeit. Dass dem „III. Weg“ das erspart geblieben ist, verdanken die Neonazis rund um den früheren rheinland-pfälzischen NPD-Funktionär Klaus Armstroff vor allem der Situation in der parteifreien bayerischen Neonazi-Szene, die sich damals mit einem Verbotsermittlungsverfahren durch Bayerns Innenministerium konfrontiert sah.

Das Neonazi-Netzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) war seit Juli 2013 auf der Suche nach einer potenziellen Nachfolgeorganisation, in der die militanten Aktivisten in denselben geographischen Regionen wie bislang ihre Aktivitäten unter neuem Dach ungestört fortführen konnten. Die junge neonazistische Formation mit Sitz im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim bildete hierfür gleich aus mehreren Gründen eine attraktive neue Plattform. Neben der klar nationalsozialistischen Ausrichtung, die sich offen an der Zielsetzung der NSDAP orientiert, waren für die Mitglieder des seinerzeit größten bayerischen Kameradschaftsdachverbands insbesondere die Konkurrenz zur NPD sowie die vor Verboten geschützten Strukturen einer Partei von besonderem Interesse.

Das Entstehen erster personeller wie struktureller Kooperationen zwischen den beiden Organisationen ab Ende 2013 war so eine beinahe logische Konsequenz. Spätestens ab Januar 2014 begann die Neonazi-Partei unter den Augen der bayerischen Sicherheitsbehörden offensiv mit der Übernahme von ehemaligen FNS-Strukturen. (bnr.de berichtete hier und hier). Bis zum Zeitpunkt des Vereinsverbots, das am 23. Juli 2014 nach mehr als einem Jahr Vorlaufzeit erlassen wurde (bnr.de berichtete), hatte die Partei sogar längst alle geographischen Aktionsräume des braunen Netzwerks und dessen Veranstaltungen organisatorisch und personell eins zu eins übernommen.

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Rappende Neo-Nazis: Vergewaltigung mit Ansage

Via „FAZ“:

Inzwischen rappen auch Neo-Nazis und gründen eigene Labels. Eine Strategie, um vor allem beim jungen Publikum gut anzukommen und Mitstreiter zu rekrutieren. Aber wie passt das zusammen: Nationale Ideologie und Hip-Hop-Musik?

Die Nachricht (die in informierten Rap-Kreisen keine ist) lautet: Es gibt Rap von Nazis. Wie krass! Das könnte eine mögliche Reaktion sein, und dass das eigentlich gar nicht geht, weil Hip-Hop doch von Schwarzen als Ausdrucksmöglichkeit erfunden wurde, nicht nur, aber auch, um über Rassismus zu rappen. Folglich ist Nazi-Rap, NS-Rap oder der in einer schwächeren Ausprägung sogenannte deutsch-patriotische Rap also eine ganz abstruse Sache und eben eine Supergeschichte mit Nachrichtenwert, die es sich in der mitunter bestechlichen Nachrichtenlogik des Journalismus (krass!) zu erzählen lohnen könnte, wäre da nicht das große und ziemlich zentrale Problem, dass man damit den Akteuren einen Gefallen tut und man beim Betrachten dieser Akteure nicht den Eindruck los wird, dass ihre Ideologie nur ein Transportmittel für ihre narzisstischen Probleme ist.

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Menschenkette gegen Neonazi-Konzert

„InSüdthüringen.de“ schreibt:

Hildburghausen steht ein lauter und unruhiger Pfingstsamstag bevor. Rechtsextreme veranstalten auf dem Festplatz an der Dammstraße ein Neonazi-Konzert, Gegendemonstranten wollen ihren Unmut bekunden.

Hildburghausen – Das Treffen hunderter Neonazis zur bislang größten rechtsextremen Konzertveranstaltung in Hildburghausen bleibt nicht unwidersprochen. Nach einem ökumenischen Friedensgebet der Hildburghäuser Kirchen am Freitagabend wollen die Bündnisse gegen Rechtsextremismus Schleusingen und Hildburghausen am Samstag mit einer Gegendemonstration zeigen, dass für Neonazis in der Stadt und im Landkreis kein Platz ist.

Menschenkette geplant

Die Gegendemonstration, zu der alle Bürger und demokratischen Kräfte des Landkreises aufgerufen sind, beginnt um 13 Uhr auf dem Marktplatz. Von dort aus soll der Demonstrationszug zur Dammstraße führen – der Zufahrt zum Veranstaltungsgelände des von NPD-Funktionär und rechtsextremen Internetradio-Betreiber Patrick Schröder und dem Schleusinger Neonazi Tommy Frenck organisierten sogenannten „Rock für Meinungsfreiheit“ mit sechs ultrarechten Bands und mehreren Rednern aus dem NPD-Spektrum. Mit einer Menschenkette und selbstgemalten Plakaten soll den anreisenden Konzertbesuchern unmissverständlich gezeigt werden, dass sie in Hildburghausen nicht willkommen sind. Ob diese Planung auch so umgesetzt werden kann, ist indes noch fraglich, da noch Absprachen mit Polizei und Behörde erfolgen müssen.

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Rechte Hooligans attackieren Werder-Ultras

„Antifa Bremen“ berichtet:

April/Mai 2015, Bremen. Am Rande des Nordderbys gegen den HSV am 19. April macht sich die durch die HoGeSa-Aufmärsche (Köln, Hannover) neu entstandene Dynamik und Vernetzung innerhalb verschiedener Gruppen der extremen Rechten erstmals auch in Bremen deutlich bemerkbar.

Bereits während des Spiels sammelt sich um die Gaststätte „Verdener Eck“ neben vielen normalen Werder-Fans ein braunes Potpourri aus (Alt-)Hools, bekannten Nazis und sonstigen Faschos aus Reihen von HoGeSa bzw. „Gemeinsam Stark“ und läuft und säuft in der Gegend herum. Mit dabei sind u.a. Mirko Hornstein („Nordsturm Brema“ — NSHB), Felix Stolte, Rico Matz, das Ehepaar Jagemann und Michael Hampe (all diese: siehe unten) sowie Marcel Kuschela alias „Flubber“. Ebenfalls anwesend: Hannes Ostendorf („Kategorie C – Hungrige Wölfe“), Ronny Meinhardt (Kameradschaftsszene Bremerhaven) und einige andere.

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Siehe auch: Konflikt in Bremen spitzt sich zu – Innensenat verschließt die Augen

Dortmund-Dorstfeld: Vom Hausbesetzer- zum Neonazi-Kiez?

Das „Vice“-Magazin schreibt:

Dortmund war früher mal als Bierstadt und qualmendes Industrie-Loch bekannt. Heute schafft es die Stadt neben dem Dauerthema Fußball vor allem wegen seiner Neonazi-Szene in die Weltöffentlichkeit. Ein großer Teil dieser Neonazis wohnt im Stadtteil Dorstfeld. Sie selbst bezeichnen das Viertel gerne als Neonazi-Kiez und auch viele Medien zeichnen das Bild eines Stadtteils mit Führerbunker-Athmosphäre und einer No-Go-Area für Leute mit Verstand oder dunkler Hautfarbe. Was ist dran an Dortmund-Dorstfelds schlechtem Ruf?

Seit Mitte der 2000er geht es bergab mit dem Ruf des Stadtteils. Der Grund: Immer mehr Neonazis aus der Szene der „Autonomen Nationalisten“ haben sich hier über die Jahre angesiedelt. Auch einige prügelnde und saufende Nazi-Skinheads haben sich hier in ein paar Straßenzügen eingenistet. Um mir anzuschauen, ob Dortmund-Dorstfeld seinen schlechten Ruf wirklich verdient hat, bin ich dort ein wenig spazieren gegangen und habe mich mit Anwohnern unterhalten.

Als ich in der Innenstadt in die U-Bahn steige, habe ich schon ein etwas mulmiges Gefühl. Immerhin wohnen in Dorstfeld einige der durchaus gewaltbereiten Neonazis, die mich kennen und am liebsten tot sehen würden. Auch in der Vergangenheit wurden in dem Stadtteil immer wieder Journalisten verfolgt und bedrängt, die über die rechte Szene dort berichten wollten.

Dorstfeld liegt im Westen der Dortmunder Innenstadt, die Fahrt mit der U-Bahn dauert nur ein paar Minuten. Etwa auf halber Strecke fährt die Bahn an einem bunt angesprühten Gebäude vorbei, in dem sich heute ein Jugendzentrum befindet. Bis 2012 war hier das „Nationale Zentrum“ der Dortmunder extremen Rechten. Als der „Nationale Widerstand Dortmund“ verboten wurde, war auch der Ort für wöchentliche Kameradschaftsabende und den nationalen Suff weg. Heute erinnern nur noch einige gelbe Farbspritzer an der Fassade an die alten Bewohner des Erdgeschosses und die regelmäßigen Farbbeutel-Angriffe von Antifas.

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„L(i)ebenswertes“ Neonazizentrum

Via „Regensburg-Digital“:

Der Landkreis Deggendorf spielt seit Langem eine wichtige Rolle in der Infrastruktur der extremen Rechten in Niederbayern. Mit dem Gasthof Gruber existiert seit Jahren ein Anlaufpunkt für verschiedenste Akteure der rechten Szene. Ein zielführendes Engagement gegen die neonazistischen Umtriebe von offizieller Seite bleibt bisher aus, stattdessen werden engagierten Menschen Steine in den Weg gelegt und der Landrat selbst facht die Stimmung gegen Asylsuchende an. Ein Überblick.

Die niederbayerische Kleinstadt Deggendorf legt einigen Wert auf ihr Image. An vielen Ecken hängen Plakate mit freundlich lächelnden Gesichtern. „L(i)ebenswertes Deggendorf“ steht darauf. Auch auf die seit 1994 bestehende Fachhochschule ist man sehr stolz. Immer wieder wird betont wie international man ausgerichtet sei. Da will es für manchen nicht so ganz ins Bild passen, dass Deggendorf auch bei Nazis sehr beliebt ist und immer wieder Schauplatz von Veranstaltungen der extremen Rechten ist.

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Crystal Meth: Die Droge aus der Neonazi-Szene

Das „Deutschlandradio“ berichtet:

Crystal Meth gilt unter den Drogen als Killer, denn es macht extrem schnell abhängig – auch wenn von ihm oft verharmlosend als „Partydroge“ gesprochen wird. In Deutschland kommen die Dealer aus der Neonazi-Szene. Mike Baumgärtner hat die Mechanismen von Produktion und Beschaffung in einem Buch dokumentiert.

Spätestens seit der US-Serie „Breaking Bad“ ist die Droge Crystal Meth ein Begriff: Was der krebskranke Chemielehrer Walter White in seinem Wohnmobil zusammenbraute und für einen schönen Batzen Geld vertickte, ist auch in Deutschland relativ einfach zu bekommen.

Das Nachbarland Tschechien gilt als Hauptproduzent in Europa, dort wird die Droge mit dem Wirkstoff Methamphetamin in großen Mengen produziert. Sie ist ziemlich simpel herzustellen und macht extrem schnell abhängig. Maik Baumgärtner, der gemeinsam mit Mario Born und Bastian Pauly die Crystal-Meth-Szene in dem Buch „Crystal Meth – Produzenten, Dealer, Ermittler“ beleuchtet, sagt, in Deutschland seien keine Meth-Küchen entstanden, „weil der Zugang zu relativ hochwertigem Meth in Tschechien so einfach ist, dass hier gar kein Bedarf besteht, es selbst zu produzieren. Es kostet mich ein Zugticket an die tschechische Grenze und zwei Stunden später kann ich mir so viel kaufen, wie ich möchte.“

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Polizei löst Neonazi-Party auf

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt:

Rechtsradikale feiern mit antisemitischen Liedern in Leun-Stockhausen im Lahn-Dill-Kreis. Hessische Polizeibeamte lösen die Feier auf – unter Einsatz von Pfefferspray.

Die hessische Polizei hat am vergangenen Samstagabend eine rechtsextreme Party in Leun-Stockhausen im Lahn-Dill-Kreis aufgelöst. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen am Montag mitteilte, hatten sich rund 50 Anhänger der Neonazi-Szene in einer ehemaligen Gaststätte getroffen, die einem Mann aus Leun gehört.

Bereits im Vorfeld hätten Beamte der Bereitschaftspolizei einige der Teilnehmer kontrolliert, hieß es. Dabei habe man auch zwei Männer überprüft, die im Auto angereist seien und offensichtlich unter Drogeneinfluss gestanden hätten. Beide seien daraufhin einem Bluttest unterzogen worden, man habe auch Drogen bei ihnen gefunden.

Gegen 21.45 Uhr hätten die Einsatzkräfte dann beschlossen, die Feier zu beenden, so der Polizeisprecher. Zuvor sei das verbotene Lied „Bomben auf Israel“ von der bekannten und 2003 aufgelösten Neonazi-Band Landser aus Berlin gespielt worden. Im Refrain des antisemitischen Songs heißt es unter anderem: „Kamerad, Kamerad, unsere Sturzkampfbomber starten / Kamerad, Kamerad, es lautet der Befehl / Ran an den Feind, ran an den Feind / Bomben auf Israel“.

Da der Text auch draußen vor dem Gasthof deutlich zu hören gewesen sei, hätten die Beamten die Party aufgelöst und Platzverweise an die rund 50 aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angereisten Neonazis ausgesprochen, so der Sprecher. Zwei von ihnen hätten sich den Polizisten widersetzt, woraufhin diese Pfefferspray eingesetzt hätten. Der Staatsschutz der Kriminalpolizei in Wetzlar habe Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen.

Bekannter Treffpunkt

Die Antifaschistische Bildungsinitiative aus Friedberg teilte mit, der Gasthof in Leun-Stockhausen sei schon länger als Treffpunkt der extremen Rechten bekannt. In der Vergangenheit hätten dort Veranstaltungen der extrem rechten NPD und ihrer Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) stattgefunden. Auch Neonazi-Partys habe es dort schon öfter gegeben, so die Initiative. Der Lahn-Dill-Kreis sei die „Hochburg der rechtsextremen Musikszene in Hessen“.

Erst im Februar war durch eine Parlamentsanfrage der Linksfraktion bekanntgeworden, dass die hessischen Behörden im vergangenen Jahr insgesamt acht rechte Partys und Konzerte festgestellt hatten, davon allein fünf im Lahn-Dill-Kreis. Der Landtagsabgeordnete Hermann Schaus (Linke) hatte daraufhin gesagt, rechte Konzerte bewegten sich in Hessen offenbar auf einem „kontinuierlichen Niveau“.

Partys, Rockkonzerte und sogenannte Liederabende spielen eine wichtige Rolle für den Zusammenhalt und die Vernetzung der Neonazi-Szene. Über Musik und Alkohol wird eine extrem rechte Erlebniswelt geschaffen, die vor allem neugierige Jugendliche an die Szene binden soll.

Weiter: http://www.fr-online.de/rhein-main/rechtsradikale-polizei-loest-neonazi-party-auf,1472796,30726824,view,asFirstTeaser.html

24 Neonazi-Konzerte und Liederabende

Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei „Die Linke“:

Inneres/Antwort – 18.05.2015

Berlin: (hib/PK) Die Sicherheitsbehörden haben im ersten Quartal 2015 bundesweit 24 Musikveranstaltungen von Rechtsextremisten registriert. Es handelte sich um zwölf Konzerte und zwölf Liederabende, wie aus der Antwort (18/4847) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (18/4667) der Fraktion Die Linke hervorgeht.

Quelle

17.01.2015: Kirchheim/TH: „Tätervolk“, „Killuminati“, „Frontfeuer“, „Thematik 25“, „Heiliger Krieg“

24.01.2015: Suhl/TH: „Codex Frei“, „Unbeliebte Jungs“

06.02.2015: Pirna/SN: Liedermacher „Piatmar“, Liedermacher „Jugendgedanken“

07.02.2015: Eisenach/TH: Liedermacher „Raunijar“

07.02.2015: Kirchheim/TH: „Kommando 192“, „12 Golden Years“, „Treueorden“, „Unbeliebte Jungs“, „Exzess“

07.02.2015: Torgau/SN: „Kraft durch Froide“, „Skalinger“, „Thematik 25“, „Frontalkraft“

09.02.2015: Halle a. d. Saale/ST: Michel Regener

21.02.2015: Hamm/NW: „Breakdown“, Liedermacher-Duo

28.02.2015: Werdau/SN: „Diggi & Klampfe“, „Freidenker“, „Brenner“

07.03.2015: Kirchheim/TH: „Lunikoff-Verschwörung“, „Stonehammer“, „Radikahl“, „12 Golden Years“

14.03.2015: Torgau/SN: „Bronson“, „Carpe Diem“, „Exzess“, „Prora“

14.03.2015: Hambrücken/BW: Tobias Winter, Aria S

21.03.2015: Chemnitz/SN: Liedermacher „FreilichFrei“

24.03.2015: Kloster Veßra/TH: Michael Regener

49 Rechtsextreme Veranstaltungen

Via „Deutscher Bundestag“:

Inneres/Antwort – 18.05.2015

Berlin: (hib/PK) Die Sicherheitsbehörden haben im ersten Quartal 2015 bundesweit 49 rechtsextreme Demonstrationen registriert. Wie aus der Antwort der Bundesregierung (18/4846) auf eine Kleine Anfrage (18/4668) der Fraktion Die Linke weiter hervorgeht, beteiligten sich an den Kundgebungen zwischen 20 und 1.000 Aktivisten. Zumeist waren es Veranstaltungen mit geringer Teilnehmerzahl. Die größte Demonstration fand am 28. März in Dortmund-Dorstfeld statt.

Ferner registrierten die Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder in den ersten drei Monaten des Jahres bundesweit 43 rechtsextrem beeinflusste Kundgebungen gegen die vermeintliche Islamisierung Deutschlands. Hier lagen die Teilnehmerzahlen im Schnitt deutlich höher. Die größte Veranstaltung dieser Art mit 1.030 Teilnehmern fand am 26. Januar in Suhl (Thüringen) statt.

Quelle

Das Schnittmuster rechtsextremen Terrors

„Zeit-Online“ berichtet:

Ein Mord in Berlin, eine neue Terrorgruppe und das Oktoberfestattentat: Drei Taten lassen auf Vorbilder und Nachahmer des Nationalsozialistischen Untergrunds schließen.

Der Täter spricht kein Wort, als er die Waffe zieht. Mehrere Schüsse hallen eine halbe Stunde nach Mitternacht am 5. April 2012 durch die Rudower Straße im Berliner Bezirk Neukölln. Sie gelten einer Gruppe von fünf jungen Männern – Kumpels, die durch die Nacht ziehen. Burak, Alex, Jamal, Seltunc und Ömer. Rettungskräfte kommen an einen blutigen Tatort. Alex A. und Jamal A. sind schwer verletzt, Notoperationen retten ihr Leben. Der 22 Jahre alte Burak Bektaş ist tot. Sein Mörder ist unbekannt, er läuft bis heute frei herum.

Die Geschichte klingt, als wäre sie schon einmal erzählt worden: ein Mord mit Pistole, das Opfer mit Migrationshintergrund, kein erkennbares Motiv. So liefen die Taten ab, die dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zugeschrieben werden. Die Gruppe aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ist laut Anklage im NSU-Prozess für den Tod von neun türkisch- und griechischstämmigen Männern verantwortlich, zudem für den Mord an einer deutschen Polizistin.

Ist die Tat von Neukölln eine Nachahmung der NSU-Morde? Anhaltspunkte dafür sieht Mehmet Daimagüler, der Anwalt der Familie Bektaş und zugleich Nebenklagevertreter im Münchner NSU-Verfahren. „Ich sage nicht, dass der Täter ein Neonazi sein muss. Aber ich schließe auch keine Nachahmertat aus“, sagt Daimagüler. In Neukölln gab es nicht einmal einen Wortwechsel – und auch kein Bekennerschreiben. Ein Video, in dem die Terrorzelle NSU sich mit den Gewalttaten brüstete, hatte auch Beate Zschäpe erst verschickt, als ihre beiden Komplizen im November 2011 Selbstmord begangen hatten.

Weiter: http://blog.zeit.de/nsu-prozess-blog/2015/05/18/das-schnittmuster-des-rechten-terrors/

Der Anschlag

Via „Frankfurter Rundschau“:

Im Herbst 2000 wurde am Auto einer Frankfurter Familie eine primitive Bombe angebracht. Hatten militante Neonazis mit dem Fall zu tun?

Es hatte geregnet. Die Straßen waren feucht, als sie in Frankfurt losfuhren, daran erinnert sich Bastian* noch genau. Morgens gegen halb zehn war er an diesem Sonntag mit seiner Freundin Ulrike* und ihrer sechs Monate alten Tochter aufgebrochen, um Ulrikes Eltern im Vogelsbergkreis zu besuchen. Bastian machte zu dieser Zeit, im September 2000, gerade sein Anerkennungsjahr als Sozialpädagoge, Ulrike kümmerte sich um das Baby. Gemeinsam wohnte die kleine Familie in einer ruhigen Seitenstraße im Frankfurter Norden.

Der Besuch im Vogelsberg verläuft wie immer. Erst am Abend, als Bastian die Sachen in Ulrikes VW Polo packt, spricht ihr Vater ihn auf einmal an. „Was habt ihr denn da Komisches am Auspuff hängen?“ Bastian bückt sich und erblickt etwas, das er noch 15 Jahre später ganz genau beschreiben kann: Am hinteren Ende des Auspuffs hängen zwei weißliche, bröckelige Stangen, knapp 20 Zentimeter lang und so dick wie ein Daumen. Sie sind in eine Plastiktüte gewickelt, die mit Draht und Klebeband am Auspuff befestigt ist. Die Tüte und eine der Stangen sind leicht angeschmolzen, offenbar durch die Hitze während der Hinfahrt. Ulrikes Vater fragt, ob das Drogen sein könnten. Bastian, der die unbekannten Gegenstände lieber nicht mit bloßer Hand anfassen will, hebt ein Blatt vom Boden auf und stupst damit gegen die Plastiktüte, aus der ein wenig Feuchtigkeit tropft. Sofort gibt es eine kleine Stichflamme. Bastian stutzt. Dann ruft er die Polizei.

Weiter: http://www.fr-online.de/neonazi-terror/neonazi-extremisten-frankfurt-der-anschlag,1477338,30703422.html

Neonazis mit Rocker-Attitüde

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Das neonazistische Personenspektrum in Brandenburg ist angewachsen – zwischen Kameradschaften und Rechtsrock-Bands gibt es zum Teil enge Verbindungen.

Immer mehr neonazistische Kameradschaften kopieren in Brandenburg den Lifestyle der sich in der organisierten Kriminalität bewegenden Rocker. Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht hervor, den das Bundesland vorgelegt hat. Die Zahl der der rechtsextremen Szene zuzurechnenden Angehörigen liegt bei 1160 und ist um 35 gestiegen. Erschreckend: Die Zahl der aus diesem Kreis heraus begangenen Gewaltdelikte ist von 45 auf 73 hochgeschnellt.

Das neonazistische Spektrum ohne Parteibindung ist anteilig in den vergangenen Jahren immer mehr angewachsen. Es waren zum Jahreswechsel 450 und damit 20 mehr als ein Jahr zuvor. 21 derartige Gruppierungen, die teilweise nur über wenige Kräfte verfügen, sind bekannt. Die NPD liegt unverändert bei 290 Mitgliedern, darunter 35 des Jugendverbandes Junge Nationaldemokraten (JN). „Die Rechte“ bringt es auf 25 Mitglieder, der Parteienneuling „Der III. Weg“ befindet sich im Aufbau.

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