Archiv für Juni 2015

Schließung wegen brauner Brühe

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

29.06.2015 – Der Neonazi-Treffpunkt „Goldener Löwe“ in Kloster Veßra wird geschlossen – mit einem „Soli-Shirt“ soll in der Szene zur finanziellen Unterstützung für eine neue Sickergrube geworben werden.

Das Landratsamt Hildburghausen hat die Schließung des Gasthofs des Thüringer Rechtsextremist Tommy Frenck in Kloster Veßra verfügt. Grund ist die marode und zu kleine Sickergrube des „Goldenen Löwen“, dessen Abwasserentsorgung nicht den gesetzlichen Vorschiften entspreche und bei der die Gefahr bestehe, dass Abwässer ungeklärt in die Werra gelangen könnten.

Seit der Neonazi Frenck den Gasthof im Dezember 2014 gekauft hatte, fand dort ein umfangreiches Szene-Veranstaltungsprogramm statt, darunter Veranstaltungen mit „Zeitzeugen“, mit vorbestraften Holocaust-Leugnern oder Konzerte mit dem Ex- Sänger der als kriminelle Vereinigung verurteilten Rechtsrock-Band „Landser“, Michael „Lunikoff“ Regener, sowie der Bremer Hooligan-Band „Kategorie C“.

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Siehe auch: http://m.mdr.de/thueringen/sued-thueringen/rechtsextremist-muss-gasthaus-vessra-schliessen100.html#mobilredirect

Der Nazi-Rocker als Ortswehrführer der freiwilligen Feuerwehr

„Rechtslupe“ berichtet:

Einem Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr fehlt bei einer früheren Mitgliedschaft in einer rechtsextremistischen Musikband und nicht erfolgter zwischenzeitlicher Distanzierung die erforderliche beamtenrechtlichen Eignung.

Brandschutzgesetz (BrSchG M-V) bedarf die Wahl des Gemeindewehrführers der Zustimmung der Gemeindevertretung. Aus der Bindung der Gemeindevertretung an Recht und Gesetz (Art.20 GG) folgt, dass die Zustimmungserteilung nur zu einer Wahl erfolgen darf, die ihrerseits rechtmäßig ist.

Die Wahl des Ex-Musikers zum Ortswehrführer widerspricht hingegen den Rechtsvorschriften, denn der zum Wehrführer gewählte Ex-Musiker erfüllt nicht die Wählbarkeitsvoraussetzungen des § 12 Abs. 2 Satz 1 Buchst. b i.V.m. § 12 Abs. 1 Satz 2 BrSchG. Danach ist für das Amt des Wehrführers oder seines Stellvertreters u. a. nur wählbar, wer die persönliche und fachliche Eignung für die mit dem Amt verbundene Ernennung zum Ehrenbeamten besitzt. Nach § 5 Abs. 1 Satz 2 LBG M-V i.V.m. § 7 Abs. 1 Ziff. 2 BeamtStG darf in das (Ehren-)Beamtenverhältnis nur berufen werden, wer die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten.

See more at: http://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/beamtenrecht/der-nazi-rocker-als-ortswehrfuehrer-der-freiwilligen-feuerwehr-395767#sthash.IUTQacNs.dpuf

Freispruch für Frei.Wild

Via „Störungsmelder“:

Der Jugendforscher Klaus Farin hat über die Band Frei.Wild geschrieben. Herausgekommen ist ein anbiederndes und unkritisches Fan-Buch: es gibt schöne Fotos, nette Worte und eine Generalabsolution: Kritik an dieser nationalistischen Band, die Rechtsterrorismus verherrlicht, sei ohne jede Substanz.

Die Südtiroler Chart-Stürmer Frei.Wild haben kommerziellen Erfolg. Seit Jahren klettert die „Deutschrock-Band“ aus Norditalien mit jedem ihrer Alben an die Spitze der deutschen Albumcharts und füllt die ganz großen Konzerthallen. Gleichzeitig polarisiert die Gruppe: der Bandleader war mal „rechts“ und Liedtexte werden als nationalistisch kritisiert. Andererseits sagt die Band von sich, dass sie „gegen Extremismus und Rassismus“ eintrete. Wie ist die Band wirklich drauf, wer sind die Fans, was ist dran an den „Vorwürfen“? Jugendforscher Klaus Farin hat sich solche Fragen gestellt, traf sich mit der Band und verwertete tausende von Fans ausgefüllte Fragebögen. Das von Farin mitgegründete „Archiv der Jugendkulturen“, beziehungsweise die Partnerinstitution „Archiv der Jugendkulturen Verlag“ scheinen prädestiniert für solch ein Vorhaben zu sein. Seit Jahren wird dort an einer Schnittstelle zwischen eigener Szenenähe und Wissenschaft zu allem geforscht, gesammelt, veröffentlicht, was die Jugendkulturen in Deutschland zu bieten haben. Gegen allen Kulturpessimismus werden Jugendkulturen als positive Sozialisierungsinstanzen verteidigt, ohne dabei problematische Entwicklungen zu beschönigen.

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Mit Rock nach rechts

Die „Südwest Presse“ schreibt:

„Blut muss fließen – Undercover unter Nazis.“ Den Film mit diesem Titel zeigte das Forum 22 in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung. Im Anschluss beantwortete der Regisseur Fragen.

Ein Journalist schlich sich Ende der 1990er Jahre ins rechtsextreme Milieu ein und filmte dort von 2003 bis 2011 mit versteckter Kamera: vor allem bei Konzerten und zudem in einschlägigen Läden für CDs, Merchandising-Artikel, Kleidung und Waffen. Ferner hat er, der sich den Decknamen Thomas Kuban gegeben hat, mit Aktivisten gegen Rechtsextremismus gesprochen und Pressekonferenzen zum Thema Kriminalität, Links- und Rechtsextremismus besucht.

Für Kuban beziehungsweise Regisseur Peter Ohlendorf sind die rechtsextreme Musik, die Läden, CDs und Internet-Verkaufsportale Mittel, um Jugendliche für den Rechtsextremismus zu werben.

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Bayerische Neonazi-Parteizentrale muss dicht machen

„Endstation Rechts“ berichtet:

Vor genau einem Monat gründete sich der bayerische Landesverband Der Rechten unter der Regie des mehrfach vorbestraften Neonazis Philipp Hasselbach. Fortan wollte die Splittergruppierung ihre Aktivitäten von einer geplanten Zentrale in Kolitzheim-Stammheim, in der auch Konzerte und Schulungsveranstaltungen stattfinden sollten, steuern. Dazu wird es aber vorerst nicht kommen.

Ab 14.00 Uhr habe sich das Gelände der „örtlichen Parteiimmobilie“ gefüllt, schreibt Die Rechte Bayern in einem Bericht über einen „Redner- und Grillnachmittag“, der am 20. Juni in Stammheim über die Bühne ging. Neben einem zweistündigen Vortrag zu „2000 Jahren Deutschland im Widerstand“ soll „nationale Musik“ die nach eigenen Angaben 40 Teilnehmer „unterhalten“ haben. Besonders gut sei aber, so die Verfasser weiter, das Essen, vor allem die „selbst marinierten Grillsteaks“, angekommen.

Fortan wird der Grill des denkmalgeschützten ehemaligen Gasthofes, den die Neonazis unter der Führung von Philipp Hasselbach als Parteizentrale nutzen wollten, wahrscheinlich aus bleiben. Denn das Verwaltungsgericht Würzburg wies den Einspruch der Eigentümerin gegen ein vom Landkreis Schweinfurt erlassenes Nutzungsverbot außer zu Wohnzwecken zurück.

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RAC- & Nazikonzerte im Juni 2015

Unsere Übersicht über Nazikonzerte weltweit im Juni 2015:

- 6.6.2015: Kent (England): „Blood & Honour Summer Gig“ mit den NS-Bands „Prime Suspects“, „Gentleman Thugs“, „Section 88“ und „Blackout“.

- 6.6.2015: Lyon (Frankreich): “Blood & Honour Hexagone” und “Pride France” präsentierten zusammen mit dem russischen Naziklamottenlabel “White Rex” den “Day of Glory Vol.2” mit den Nazibands “Légitime Violence“ aus Kanada und „Gesta Bellica“ aus Italien.

- 6.6.2015: Westliches Polen: „Blood & Honour“-Konzert unter dem Motto „Viking Invasion“ mit den Bands „Mistreat“, „Obled“, „LTW“ und einer Überaschungsband.

- 6.6.2015: Italien: Der neofaschistische „Blocco Studentesco“ organisierte ein Rechtsrockkonzert mit den Bands „Sköll“, „Bellator“ und „Wild Alley 44“.

- 13.6.2015: Leinefelde (Thüringen): „Eichsfeldtag“ der NPD mit den Nazibands „Lunikoffverschwörung“, „Kraftschlag“, „Frank Rennicke“ und „Stonehammer“ (sind ausgefallen). Über 600 Nazis waren anwesend.

- 13.6.2015: Nördliches Schweden/Region Jonköping (Provinz Smaland): Die neonazistische „Blood Brother Nation“ veranstaltete ein NS-Konzert mit den Bands „Elblichter“ (Magdeburg), „Revalers“ (Tallinn/Estland) und „Wafflor Waffel“ (Schweden).

- 19./20.6.2015: „Area19“/Rom (Italien): „Tana Delle Tigri VII“ – MMA-Fights mit Unterstützung des russischen Nazimodelabels „White Rex“. Es spielten die Rechtsrock-Bands „Skorn“, „Bronson“, DTD“, „KM VII“ und „Zetazeroalfa“.

- 20.6.2015: „Faval Music Circus“/Brno (Tschechien): „Hardsetshop“ präsentierte das „14. Streetkids Party“-Festival mit den Rechtsrockbands „Roials“, „The Junkers“, „Bombecks“, „Operace Artaban“, „Konflikt“ und „Crucifive Skins“.

- 20.6.2015: Bristol (England): “Bristol Oi! Fest 2015” mit den RAC-Bands “Last Orders”, “Citizen Keyne”, “Hooligan UK”, “Queensbury Rules”, “Streetpunk Drunks” (S.P.D.), “Code 1” und “Rommel and the Wrong´uns”.

- 20.6.2015: Jamel (Mecklenburg-Vorpommern): Sonnwendfeier mit 150 Nazis. Zahlreiche Teilnehmer*innen aus dem „Hammerskin“- UND 2Blood & Honour“-Umfeld. Veranstalter war der „Hammerskin“ Sven Krüger aus Jamel.

- 26.-28.6.2015: Zentral Kalifornien (USA): “California Skinheads” und “Golden State Skinheads” präsentieren unter dem Motto “Camp Comradery” die Nazibands “Aggravated Assault”, “Max Resist”, Iron Will” und “Bloodshed 88”.

Sonnenwende mit NS-Liedgut

Via der „Blick nach Rechts“:

In Jamel feierten über 150 Neonazis mit ihren Familien – am Abend wurde zu einem Pflichtlied der „Hitlerjugend“ angestimmt.
Radikal-völkische Neonazi-Szene mit Nachwuchs beim „Nationalen Kinderfest“; Photo: Otto Belina

Kleine und größere Kinder hielten ihre brennenden Fackeln an den Feuerstoß, um ihn zu entzünden. Dies war der Höhepunkt des „11. Nationalen Kinderfestes“ mit anschließender Sonnenwendfeier in Jamel. Es war gegen 19.30 Uhr in dem kleinen Dorf bei Grevesmühlen, als die Kleinen vortraten und ihren Beitrag zum völkischen Sommer-Ritual leisteten.

Mindestens 150 Gäste des Neonazis Sven Krüger waren zuvor in einem langen Zug vom Haus zur Feuerstelle gezogen. Dort stellten sie sich in einem Kreis auf, Fanfaren erklangen. Der ehemalige Aktivist der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ), Alf Börm, dessen Eltern bereits in der ebenfalls verbotenen „Wiking Jugend“ (WJ) waren, leitete die Zeremonie. In der Hand trug er ein Klemmbrett mit Notizen, breitbeinig baute er sich neben Sven und Janette Krüger auf. Die ehemalige RNF-Anführerin schaukelte nebenher einen Kinderwagen. Obwohl viele der Anwesenden bunt gekleidet waren, vielleicht die Hälfte nur dem altmodischen Ideal der völkischen Gemeinschaft entsprach, wurde der NS-Bezug dieser „Feierstunde“ doch deutlich, denn es sollte ein Propagandalied der „Hitlerjugend“ angestimmt werden.

Zuvor allerdings trug Börm Verse vor und bot den Anwesenden anschließend an, Feuersprüche zu entbieten. Der Schweriner NPD-Fraktionschef Udo Pastörs rief etwa: „Feuer bringt Licht ins Dunkel, Feuer verzehre das Böse, verzehre unsere Feinde, gibt Raum für das Leben unseres Volkes.“ Eine Frau trat vor und als letzter gedachte der glatzköpfige Sven Krüger seines Vaters. Er warf einen Eichenstrauch in Feuer.

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Rechtsoffene Konzerte im Oi!- & Deutschrockbereich im Mai 2015

Unsere Übersicht über rechtsoffene bis offen rechte Konzerte im Deutschrock- & Oi!-Bereich im Mai 2015:

- Mai 2015: „MAD Tourbooking“ organisierte eine Tour mit den patriotischen und rechtsoffenen „Agnostic Front“.

- 1./2.5.2015: „Klubben Fryshuset“/Stockholm (Schweden): U.a. Auftritt der RAC-Band „East End Badoes“.

Rechtslastige „FreiWild Oppositions Tour“:

- 1.5.2015: „Schleyerhalle“/Stuttgart
- 2.5.2015: „Big Box“/Kempten
- 13./14.5.2015: „Spargarden“/Zürich (Schweiz)
- 15./16.5.2015: „Festung“/Kufstein (Österreich)
- 17.5.2015: „Gasometer“/Wien (Österreich)

Stark rechtslastige „Limited Booze Boys – Tour United 2015“:

- 1.5.2015: “Lange Heide”/Hildburghausen
- 2.5.2015: Malchin: „Mecklenburger Motoradtreffen“
- 9.5.2015: „Rockschmiede“/Fürstenwalde
- 22.5.2015: Saalburg: „Talsperre Pfingstrock“.
- 23.5.2015: „Delirium MC“/Wolkenburg
- 29.5.2015: Möseln: „Freebike Weekend“

- 1.5.2015: „Club from Hell“/Erfurt: „Tag der Arbeiterklasse“: Rechtsoffenes Konzert mit „Durstige Nachbarn“, „Scharmützel“, „Hoiter Dipoiter“, „Egoi!sten“ und „Hottntottn“.

- 2.5.2015: „Stage Live Club“/Schwäbisch Hall: „G.O.N.D. Warmup“ mit rechtsoffenen Deutschrockbands: „Heilige Dämonen“, „Herzlos“ und „Zeitgeist“.

- 2.5.2015: „Rockhouse“/Russland: Konzert mit den rechtsoffenen „Stomper 98“, „Occupation“ und „Shaved Heads“.

- 2.5.2015: „Paintballarena“Rudolstadt: Rechtsoffene Deutschrockbands: „Morgenrot“, „Mental Hospital“, „Verfolgungswahn“ u.a.

- 2.5.2015: „MAD Club“/Hameln: Stark rechtslastiges Konzert mit „Vortex“ und „Ruhestöhrunk“.

- 8.-10.5.2015: „Forellenstube“/Schramberg: „5. Randale Records Meeting“ mit diversen rechtsoffenen Bands: “The Business”, “”Bierpatrioten”, “Jenny Woo”, “Lammkotze”, “Drinking Squad”, “Tim Steinfort”, “Control”.

- 8.5.2015: “Gewölbe”/Eisenhüttenstadt: “This is Oi!” mit den Grauzonenbands „Gumbles“, „Thekenprominenz“ und „The Glasses“.

- 9.5.2015: Barcelona (Spanien): „Beer is Coming Festival“ mit rechtslastigen bzw. rechtsoffenen Bands wie „Evil Conduct“ und „Rude & Pride“.

- 9.5.2015: “D5”/Wurzen: Grauzonenkonzert mit “Gumbles” und “Eastside Boys”.

- 9.5.2015: „Achterbahn“/Hüffenhardt: Rechtsoffenes Deutschrockkonzert mit den „Heiligen Dämonen“.

- 9.5.2015: „Bunte Kiste“/Berlin: „Do Oi! Yourself“ veranstaltete ein rechtsoffenes Konzert mit den Bands „Schuldspruch“, „4.Division Ostfront“ und „Lost & Found“.

- 9.5.2015: Graven: „Graven rockt“ mit rechtsoffenen Deutschrockbands. U.a. „Endgegner“, „Exzess“ und „Platzverweis“.

- 9.5.2015: „M.A.U.-Club“/Rostock: Grauzonenkonzert mit „Rotz & Wasser“.

- 9.5.2015: „Festzelt beim Clubheim“/Marschalken-Zimmern: Konzert mit der Grauzonencombo „Thekenproleten“.

- 14.-17.5.2015: „Skiheim Sebnitz“: „Wonnemond Festival 5.0“ u.a. mit der rechtsoffenen „Goitzschen Front“.

- 14.5.2015: „K17“/Berlin: Rechtsoffenes Deutschrockkonzert mit den „Wilden Jungs“ und „Enorm“.

- 15.5.2015: „Combinat Ton“/Beeskow: Rechtsoffenes Konzert mit den „Halbstarken Jungs“ und „Out For A change“.

- 15.5.2015: „Orange Peel“/Frankfurt a.M.: Grauzonenkonzert mit „Volxsturm“ und „Bembelbois“.

- 15.-23.5.2015: US-Tour der stark rechtsoffenen „Booze & Glory“.

- 16.5.2015: „Wildarea“/Berlin: Konzert mit den stark rechtslastigen „Bullenschubsern“, „Scorbut“ und „Nullpunkt“.

- 21.-24.5.2015: Drachhausen: „Spreewald Rock Festival“ mit diversen Grauzonen- und offen rechten Bands. U.a. mit „Krawallbrüder“, „Heino“, „Unantastbar“, „Engel in Zivil“, „Hämatom“, „Rotz & Wasser“, „Berserker“, „Martens Army“, „Soifass“, „Wiens No.1“, „Wilde Jungs“, „Halbstarke Jungs“…

- 22.-24.5.2015: Milwaukee, Wisconsin/USA: „Midwest Live & Loud Weekend“ mit patriotischen, rechtsoffenen und RAC-Bands – u.a.: „Razorblade“, „Slapshot“, „Booze & Glory“, „Hardsell“, „45 Adapters“, „Stars & Stripes“, „Steel Toe Solution“…

- 22.-24.5.2015: Brusow: “Sommerfetzt” u.a. mit der Grauzonencombo “Gumbles”.

- 22.5.2015: „Restaurant Damm“/Zürich (Schweiz): Grauzonenkonzert mit „Jenny Woo“.

- 23.5.2015: „From Hell“/Erfurt: Rechtsoffenes „Böhse Onkelz“-Cover-Konzert mit den „Köhnigen“ und „Sündikat“.

- 29.5.2015: „Jägerklause“/Berlin: Rechtsoffenes Konzert mit „On The Job“. Präsentiert von „Koslwskis Bad Hippo Concerts“.

USA: Terrorismus, selbst hergestellt

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt:

In Charleston hat ein Rassist Schwarze in einer Kirche erschossen. Nun streitet sich das Land darüber, ob das Terrorismus war oder „nur“ ein rassistisches Verbrechen.

Wortklauberei ist es nicht, wenn sich Amerika darüber Gedanken macht, ob man Dylann Storm Roofs Massenmord in der Emanuel African Episcopal Methodist Church ein Verbrechen oder einen Terroranschlag nennen soll. Die Justizministerin Loretta Lynch und die Polizei in Charleston klassifizierten die Tat erst einmal als hate crime, also als rassistisches Verbrechen. Sehr viele Amerikaner fordern dagegen, dass die Tat als Terrorakt bezeichnet wird. Es geht um die Selbstvergewisserung eines Landes, das dem Terror den Krieg erklärt hat.

Die Definition ist eindeutig. Sowohl in den Notstandsgesetzen des Patriot Act als auch in den Leitlinien der Sicherheitsbehörde Homeland Security Department gilt jede Gewalttat als Terror, die darauf ausgelegt ist, ein Land durch Angst zu zwingen, seine Politik oder seine Gesetze zu ändern.

Das trifft auch auf Dylann Storm Roof zu.

Er redete immer wieder davon, einen „Rassenkrieg“ anzetteln zu wollen. Das ist keine fixe Idee eines einsamen Irren, sondern das ideologische Leitmotiv der US-Rechtsradikalen. Schlüsseltext für diese Hetze ist der Roman „The Turner Diaries“, den der Gründer der rechtsradikalen Organisation National Alliance, William L. Pierce 1978 unter dem Pseudonym Andrew Macdonald veröffentlichte. Das Buch hat sich in den USA eine halbe Million Mal verkauft. Sein Plot: Ein Programmierer namens Earl Turner löst mit der Organisation The Order einen Rassenkrieg aus. In seinem Nachfolgeroman „Hunter“ propagierte Pierce 1989 die Taktik der „leaderless resistance“, der unabhängig voneinander agierenden Zellen und Einzeltäter.

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Böhse Onkelz am Hockenheimring: Die Rattenfänger aus Frankfurt

„RP-Online“ berichtet:

Hockenheim. An zwei Wochenenden spielen die Böhsen Onkelz vier Konzerte am Hockenheimring. Knapp 400.000 Fans der umstrittenen Band werden erwartet. Es gibt ein neues Lied und viel altes Pathos. Aber wer strömt da auf die Tribünen der Rennstrecke? „Pegida“-Nachwuchs? Alt-Nazis, die aus ihren Löchern kriechen?

Frankfurter Band beginnt Anfang der 1980er Jahre. Bei Youtube sind die Videos noch zu sehen. Sänger Kevin Russell mit rasiertem Schädel, Hosenträger und Jeans, der Parolen auf einer kleinen Kellerbühne grölt. Glatzköpfe tanzen Pogo. Die verwackelten Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1982 oder 1983. Sie singen Lieder wie „Türken raus“ und „Frankreich-Überfall“, ihr Beitrag zur anstehenden Fußball-Europameisterschaft 1984. Ihre erste Platte „Der nette Mann“ landet auf dem Index.

„Deutschland im Herbst“

Knapp zehn Jahre später erreicht die Debatte um Rechtsrock in Deutschland einen traurigen Höhepunkt. In Rostock-Lichtenhagen greifen 300 Neonazis die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter an und stecken das Haus in Brand. Die Neonazis tragen Onkelz-Shirts, aus Kassettenrecordern plärren Songs der Onkelz. „Bomberpilot“ und „Kneipenterroristen“ – das hört der braune Pöbel gern.

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[H] Kein Bock auf Agnostic Front in Linden und anderswo ! Switch off Grauzone-Core !

Via „Indymedia Linksunten“:

Nationalstolz, Familie über alles, Männlichkeit, Mord an Pädophilen und Sozialchauvinismus gehören zur Überzeugung und Themenkomplex der Band Agnostic Front (AF), die am 02.07.2015 im „Bei Chez Heinz“ in Linden (Hannover) auftreten. Würde der Sound zu diesen Themen dumpfer Deutschrock ala Frei.Wild sein, würde sich Widerstand regen, aber im Oldschool-Hardcore-Gewand begeistert sich unter anderem auch eine diffus-links gebende Szene für diese Band.

Über die Homepage ihres Labels „Nuclear Blast“ hat der AF-Sänger Roger Miret Kommentare zu Songs ihres neuen Albums, »The American Dream Died«, veröffentlicht, die die rechte, antiemanzipatorische Einstellung der Band deutlich machen.

Kommentar von Miret:
„Old New York: New York City hat viele Ecken und Kanten. Es wurde seiner Kultur beraubt und vom Geld überrannt.
Daher ist es so hart für Musiker und Künstler, dort zu leben. Jetzt sind wir umgeben, von Einwanderern und reichen Hipstern“

Einwanderung wird von Agnostic Front für die Veränderungen in New York verantwortlich gemacht.
Einwanderer zerstören laut Miret die Kultur. Ein klar rechtsradikales Argument.

Kommentar von Miret:
„Social Justice: Nichts ist widerlicher, als wenn ein erwachsener Mann ein Kind vergewaltigt. In diesem Song geht es darum,
dass ein Mann genau dabei erwischt wird und auf der Straße mit Messerstichen gerächt wird. Der Gerechtigkeit wurde genüge getan“

Aufruf von Agnostic Front zum Selbstjustiz-Mord an Pädophilen.“Tod den Kinderschändern“ – typischer NPD-Jargon

„Reasonable Doubt: Unser ganzes Leben wurden wir aus unterschiedlichen Gründen als Kriminelle bezeichnet. Dabei sind die Medien, die Firmen und die Regierung die echten Schweine. Die Menschen müssen sich dagegen wehren. Wacht endlich auf!“

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„Nordwind“: Rechtsrock-Band mit altbekannten Neuzugängen

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Es ist lange her, dass die Rechtsrock-Band „Nordwind“ mit einer neuen Produktion ein Lebenszeichen von sich gab. Zehn Jahre nach ihrer ersten CD „Walhalla ruft“ legte die Band ihre bislang letzte Studioproduktion „Eure kranke Welt ist unsere Bühne“ vor. Abgesehen von der Neuauflage der schon 1996 veröffentlichten CD „Stolz & Stark“ als Langspielplatte herrschte Funkstille bei „Nordwind“.

Überraschend kündigt die Rechtsrock-Band für dieses Jahr nun ein neues Studioalbum für den Spätsommer an, anschließend sollen zum 20-jährigen Geburtstag Konzerte folgen. Der Grund: der Bandgründer und Frontmann Ronald „Ronni“ Haser aus dem fränkischen Aurachtal hat neue Mitstreiter gefunden hat, nachdem die Arbeit über Jahre brach lag, weil sich das Personalkarussell zu schnell gedreht hatte. Nun greift man offenbar auf Altbewährtes zurück, denn die Neuzugänge an Bass, Gitarre, Gesang und Schlagzeug sind drei altbekannte Neonazis mit langjährigen und teils europaweiten Verbindungen in die Rechtsrock-Szene.

„Die alten Hasen werden das Schiff schon schaukeln“, kommentiert Timo Schubert aus Bovenden bei Göttingen die Neunbesetzung. Der Betreiber eines Internetversandes trommelte zwischenzeitlich bei den Bands „Kategorie C“ und „Hungrige Wölfe“ um Hannes Ostendorf, außerdem gab er bei den Rechtsrockbands „Hauptkampflinie“ (HKL) aus dem militanten „Blood&Honour“-Netzwerk, dem Trio „Agitator“ und kurzzeitig auch bei der Formation „Kommando Freisler“ den Takt an. Aus diesem Netzwerk stammen auch die anderen „Neumitglieder“ wie Karsten Schröder aus Oer-Erkenwick, der neben Schubert Teil von HKL, einer der lange Zeit aktivsten Bands in der deutschen Rechtsrock-Szene, war. Für Gitarre und Gesang bei „Nordwind“ ist nun der Neonazi Oliver Keudel zuständig, der mit Schubert bei „Agitator“ spielte, die schon 2006 mit „Nordwind“ auf der „Schulhof-CD“ der NPD vertreten war.

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Aktivistische Szene in Hamburg

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Leichter Anstieg des rechtsextremen Personenpotenzials in der Hansestadt – auch Burschenschafter stehen unter Beobachtung.

Hamburgs Verfassungsschützer werfen weiterhin ein besonderes Auge auf zwei burschenschaftliche Vereinigungen. Das geht aus dem jetzt vorgelegten Verfassungsschutzbericht hervor. Unter Beobachtung stehen demnach die Pennale Burschenschaft Chattia Friedberg zu Hamburg sowie die schlagende Hamburger Burschenschaft Germania (HB! Germania), bei der es personelle Überschneidungen in die rechte Szene gibt.

Unter Berücksichtigung eines neuen Abgleichs von Mehrfachmitgliedschaften werden zum rechten Spektrum 340 Personen gezählt, zehn mehr als noch ein Jahr zuvor. 150 Aktivisten davon, etwa 44 Prozent , sind gewaltorientiert. Die NPD stellt 130 Anhänger, zu den organisierten Neonazis werden 20 gerechnet, zum unorganisierten Kreis 120. Ferner listet die Behörde der Hansestadt 70 „Sonstige“ auf, zu denen auch die erwähnten Burschenschaftsaktivisten gehören.

In der Parteienlandschaft besitzt die NPD ein Alleinstellungsmerkmal, wenn auch ein nicht sehr ausgeprägtes. Bei den Bezirksversammlungswahlen 2014 wurde kein Mandat erzielt, bei den Europawahlen kam man auf 0,4 Prozent, während es bundesweit noch 1,0 Prozent der Stimmen gab. Die Bürgerschaftswahlen im Februar dieses Jahres brachten lediglich 0,3 Prozent. Die Aktivitäten der NPD haben unter dem sich als Nationalsozialisten bekennenden Landesvorsitzenden Thomas Wulff zuletzt allerdings zugenommen. Er selbst pflegt stets einen „guten Draht“ zu nicht parteigebundenen Neonazis, ist im Vorjahr aber auch bei der Konkurrenzpartei seines langjährigen Weggefährten Christian Worch „Die Rechte“ in Hamm als Redner aufgetreten ebenso wie bei der Neupartei „Der III. Weg“ in Wunsiedel. Wulff, Mitglied im Bundesvorstand der NPD, hat bekanntermaßen kein gutes Verhältnis zum NPD-Bundesvorsitzenden Frank Franz. Unter anderem war der verurteilte frühere Rechtsterrorist Peter Naumann zu Gast bei der Hamburger NPD.

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Hooligans wieder in Köln

Via der „Blick nach Rechts“:

Köln – Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Hooligan-Randale in Köln planen rechte „Fußballfans“ offenbar eine erneute Aktion in der Domstadt.

Wie das Internetportal „Faszination Fanszene“ heute berichtete, hat Dominik Roeseler, stellvertretender „pro NRW“-Vorsitzender und eine der Führungsfiguren des Hooligan-Vereins „Gemeinsam stark Deutschland“, für Sonntag, 25. Oktober, von 14.00 bis 20.00 Uhr eine Versammlung in Köln angemeldet. Roeseler war auch im vorigen Jahr Anmelder der Kölner Aktion – damals noch für die „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), von denen sich der Verein „Gemeinsam stark Deutschland“ später abgespaltet hat.

Die Demonstration am 26. Oktober 2014 endete in Randale-Aktionen der Hools und der ebenfalls zahlreich angereisten Neonazis, bei denen knapp 50 Polizeibeamte verletzt wurden. (bnr.de berichtete) Nach Angaben des NRW-Innenministeriums waren im Zusammenhang mit der HoGeSa-Veranstaltung insgesamt 174 Gewaltdelikte verübt worden. (ts)

Quelle

„Danke für nichts“: Die Wahrheit über Die Böhsen Onkelz

Der „Musik Express“ schreibt:

Spurensuche im Kumpelrock: ME-Redakteur Fabian Soethof erinnert sich an eine Dorfjugend und damit den Keim von Identitätssuchen und des hymnischen Stumpfsinns.

„Stumpfsinn hat so viele Namen“, sang die deutsche Punkrockpopband Jupiter Jones 2003 auf ihrer ersten EP „Auf das Leben“ im Song „Endorphinbatterie“, und „Böhse Onkelz“ ist einer dieser Namen. Während der mittlerweile ehemalige Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller 2013 lautstark in Interviews und auf Facebook gegen Frei.Wild argumentierte, ahnte noch niemand, dass diese Farce und Sätze wie „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen“ und „Die sind nicht rechts, Ihr habt doch keine Ahnung“ nicht mal ein Jahr später einen neuen Höhe- beziehungsweise Tiefpunkt erreichen würden. 2014 feierten die Böhsen Onkelz ihr Live-Comeback am Hockenheimring, und 2015 spielen sie am gleichen Ort gleich vier Konzerte vor insgesamt rund 400.000 Zuschauern. Ein neues Album kündigten sie ebenfalls an.

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Unverändert hohe Gewaltbereitschaft

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Der NPD in Sachsen-Anhalt erwächst Konkurrenz durch „Die Rechte“ – das Kameradschaftsspektrum sucht Anschluss zu Rockern und Hooligans.

Die Zahl der laut vorgelegtem Verfassungsschutzbericht gelisteten Rechtsextremisten ist in Sachsen-Anhalt rückläufig. Ende des Jahres 2014 wurden nach Abzug von Mehrfachmitgliedschaften 1300 Personen registriert, 100 weniger als noch im Berichtsjahr zuvor. Parteiunabhängige, aber mit festem rechten Weltbild organisierte Neonazis (340) und unorganisierte Szene-Angehörige, zum Teil aus subkulturellen Zusammenhängen (700), sind zahlenmäßig weniger geworden. Parteigänger haben dagegen durch die aufstrebende Partei von Christian Worch „Die Rechte“ leicht zugelegt und umfassen nun 280 Mitglieder, darunter unverändert 250 Anhänger bei der NPD.

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Jugendliche Lebenswelten in den Grauzonen

Via „Agentur für soziale Perspektiven“:

Seit Anfang des Jahres 2013 arbeiten wir in einem auf drei Jahre angelegten Projekt zu „Grauzonen – rechte jugendlichen Lebenswelten“. Unser Projekt will die inhaltlichen und strukturellen Schnittstellen zwischen extrem rechten, rechten und vermeintlich unpolitischen Szenen und Milieus ausarbeiten. Darüber hinaus treten wir inhaltlich und offensiv denen entgegen, die das gesellschaftliche Problem mit den „Rechten“ auf offen auftretenden Neonazismus und Rechtspopulismus zu reduzieren versuchen und die eine oft sehr eingeschränkte Wahrnehmung von dem haben, was überhaupt politisch ist.

Unter „rechten Lebenswelten“ verstehen wir das „große Ganze“, was Ideologien der Ungleichheit entstehen und existieren lässt: Ein System von Lebens- und Wertvorstellungen, die darauf angelegt sind, das gesellschaftliche Miteinander hierarchisieren, Rollen zuzuweisen, „Wert“ und „Unwert“ des einzelnen Menschen zu festzulegen und über dessen Ein- und Ausschluss zu bestimmen – dies aufgrund äußerlicher Merkmale oder der (zugewiesenen) Zugehörigkeit zu einer (meist konstruierten) Gruppe.

Ideologien der Ungleichheit sind Ausdruck einer Gesellschaft, die sich mehr über das Gegeneinander denn über das Miteinander definiert. Die Bewahrung von bzw. die Forderung nach Privilegien der „eigenen“, je nach Bedarf konstruierten, Gruppe geht dabei einher mit der Empörung darüber, dass „die Anderen“ angeblich zu Unrecht übervorteilt werden: Heterosexuelle gegen Schwule und Lesben, Christliche Kultur gegen Islam, „Angestammte“ gegen Zugewanderte, „Deutsche“ gegen die, die als nichtdeutsch festgelegt werden, Männer gegen Frauen, die „Starken“ gegen die, die als „schwach“ empfunden werden, selbsternannte Leistungsträger*innen gegen sogenannte „Sozialschmarotzer“. Häufig ersetzt die Vorstellung der Gemeinschaft die der Gesellschaft.

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Hooligans: Borussenfront im Fokus der Bundespolizei

Die „WAZ“ schreibt:

rauben aus, zerstören und böllern: 1000 Hooligans aus dem Ruhrgebiet sind für rund 600 Straftaten verantwortlich. Die Bundespolizei blickt mit Sorgen auf die neue Bundesliga-Saison. Sechs Fakten über Desperados, Borussenfront und andere Straftäter aus dem Fußball-Umfeld.

Seit zwei Jahren beobachtet die Bundespolizei eine Radikalisierung der Hooligan-Szene im Ruhrgebiet. Die große Gruppe der 1000 teils verfeindeten Hools reist während der Saison Woche für Woche quer durch Deutschland und ist für rund 600 Straftaten verantwortlich. Spezialisierte Ermittler ermöglichen durch Observationen und Dokumentationen schnelle Festnahmen – nach Straftaten in Zügen oder auf Bahnhöfen klicken die Handschellen bereits im Stadion.

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Mit Neo-Nazis, die vegan kochen, stimmt einiges nicht

Via „Vice Magazin“:

Seit einiger Zeit läuft auf YouTube die „Balaclava Küche“–Neo-Nazis, die vegan kochen. Sie haben viel Spaß, machen Witze und drehen unscharf: Ein bisschen Holocaust-Witz hier und Phrasendreschen über „natürliche Selektion“ dort.

Sie verwenden Tofu und Agavendicksaft vom Bio-Markt und Club Mate scheinen sie auch zu mögen.

Kochen können sie nicht, da wird schon mal rohe Hefe in das Hauptgericht gebröselt. Es wird Butter mit Margarine verwechselt und die Kiwi-Sauce mit Kurkuma gewürzt. „Auberginen? So sehen die aus? Ich dachte, die sehen ganz anders aus.“

Was sind das nur für Leute?

Nach Informationen des Antifaschistischen Infoblattes handelt es sich vermutlich bei einem der beiden um den Neo-Nazi Patrick Kruse (AIB 106, 01.2015, S. 25, Online nicht verfügbar).

Patrick Kruse ist Anfang 20 und war Teil der inzwischen verbotenen Nazi-Verbindung Besseres Hannover und Erfinder des Abschie-bären. Es gibt eine ganze Reihe von Verbrechen, die man ihm vorwirft. Gestanden hat er unter anderem den Angriff auf einen Bundestagsabgeordneten der Grünen, Sven-Christian Kindler. Kruse hatte ihn „Vaterlandsverräter“ geschimpft, ihn geschubst, geschlagen und bedroht und ist dann davongelaufen. Verurteilt wurde er zu einem Jahr Bewährung und 100 Sozialstunden.

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Hochvernetzte Neonazi-Szene in Sachsen

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

derzeitigen Schwäche der NPD gibt das Kulturbüro Sachsen e.V. keine Entwarnung. In seinem Bericht „Sachsen rechts unten 2015“ warnt der Verein gibt vor einer aktiven und lokal gut verankerten rechten Szene.
2014 war kein gutes Jahr für die sächsische NPD: Mit 4,95 Prozent verfehlte die rechtsextreme Partei bei den Landtagswahlen im Herbst den Wiedereinzug in den Landtag. Ohnehin befindet sich die NPD im Freistaat in einem „desolaten Zustand“ und ist nicht mehr dazu in der Lage, eine größere Mobilisierungskraft für Demonstrationen oder andere Veranstaltungen zu entwickeln. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Sachsen rechts unten 2015“, die jetzt das Kulturbüro Sachsen veröffentlicht hat. Sie setzt sich zusammen aus Beispielen und qualitativen Beschreibungen aus den sächsischen Regionen im vergangenen Jahr.

Zwar sei auch die parteiunabhängige Neonazi-Szene in Sachsen schwächer aufgestellt als in den vergangenen Jahren, heißt es in der Studie, im bundesweiten Vergleich nehme Sachsen aber auch in diesem Bereich weiterhin eine herausragende Rolle ein. Gestützt wird sie durch die Möglichkeit, mehr als zehn Immobilien und Räumlichkeiten im Besitz von Neonazis zu nutzen. Hinzu kommen landesweit mindestens 20 weitere Objekte, die Neonazis für Treffen, Konzerte und andere Veranstaltungen nutzen. Zur braunen Infrastruktur gehören in Sachsen auch mehr als 20 Ladengeschäfte, die Neonazi-Kleidung, einschlägige Musik und andere entsprechende Utensilien verkauften. Daneben haben mindestens 15 Vertriebe und Versände von und für Neonazis ihren Sitz in Sachsen. Auch für die bundesdeutsche Rechtsrock-Szene ist das Bundesland von großer Bedeutung: Mit PC-Records, OPOS-Records und Front-Records kommen drei der wichtigsten rechtsextremen Musik-Label aus Sachsen.

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