Was steckt hinter dem Polizistenmord vor 15 Jahren?

Vor 15 Jahren starben in Dortmund und Waltrop drei Polizisten. Sie wurden erschossen, der Täter beging Selbstmord. 15 Jahre lang wurden die brutalen Morde als Taten des psychisch kranken Einzeltäters Michael Berger angesehen, sie gelten als nicht politisch motiviert – viele Indizien sprechen dafür, dass das falsch ist. Am 14. Juni 2000 starben in Dortmund und Waltrop drei Polizisten. Sie wurden erschossen, der Täter beging Selbstmord. Die Tat ordnete das NRW-Innenministerium sinngemäß Ende 2011 wie folgt ein: Es habe sie gegeben, weil der Täter ohne Führerschein unterwegs war und mehrere Waffen im Auto und in seiner Wohnung hatte und entdeckt worden war. Anhaltspunkte für eine politisch motivierte Tat lägen nicht vor. Berger, Michael, geboren am 16. Januar 1969, stirbt im Alter von 31 Jahren am 14. Juni 2000 durch Selbstmord. Wie aus dem Nichts heraus, so scheint es, tötet er vor seinem Suizid drei Polizisten durch Kopfschüsse und verletzt eine weitere Polizistin schwer (…) Einen Tag nach der Tat wird gegen 5 Uhr morgens an einer Außenwand der Polizeiwache Hiltrup in Münster ein 3,80 Meter langer und bis zu 80 Zentimeter hoher Schriftzug entdeckt. „3 weniger“ steht da, eine eingeleitete Nahbereichsfahndung verläuft laut Polizeibericht negativ. (…) Rechtsradikal ist Berger schon lange vor diesem sonnigen Junitag im Jahr 2000: Nach der mittleren Reife macht er Mitte bis Ende der 1980er-Jahre eine Ausbildung zum Fotokaufmann in Dortmund. Ein Arbeitskollege aus der Zeit sagt unserer Redaktion, dass Berger zu Beginn der Ausbildung mit schwarzen Springerstiefeln mit weißen Schnürsenkeln zur Arbeit kommt. Mehrere Monate läuft er so herum, bis im Laden auffällt, dass das ein Symbol der Rechtsradikalen ist. Da er auch Kundenkontakt hat, werden ihm die Stiefel verboten. Bei einer Blockschulung in Norddeutschland soll sich Berger mit drei weiteren Auszubildenden ein Zimmer teilen. „Wir waren noch nicht ganz im Raum, da stieg er auf den Schrank und begann, eine Nazifahne aufzuhängen.“ (…) Im Wagen finden sich neben der Tatwaffe und dazugehöriger Munition unter anderem ein weiterer scharfer Revolver und eine Schreckschusswaffe. In Bergers Wohnung finden sich – auch unter anderem – drei scharfe Handfeuerwaffen, ein Kleinkalibergewehr mit Zielfernrohr sowie eine Splitterhandgranate. Im Elternhaus in Selm-Bork entdecken Ermittler etwas später in einem Dachschrägenverschlag eine schwarze Reisetasche. Darin, eingewickelt in ein Laken ein Sturmgewehr vom Typ Kalaschnikow, eine AK47.

via ruhrnachrichten: Was steckt hinter dem Polizistenmord vor 15 Jahren?: https://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44137-Dortmund~/Indizien-sprechen-fuer-politische-Tat-Was-steckt-hinter-dem-Polizistenmord-vor-15-Jahren;art930,2738259
Siehe auch: Vor 15 Jahren tötete Neonazi Michael Berger drei Polizisten: http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/dortmund/vor-15-jahren-toetete-neonazi-michael-berger-drei-polizisten-id10782746.html?service=mobile

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