Hochvernetzte Neonazi-Szene in Sachsen

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

derzeitigen Schwäche der NPD gibt das Kulturbüro Sachsen e.V. keine Entwarnung. In seinem Bericht „Sachsen rechts unten 2015“ warnt der Verein gibt vor einer aktiven und lokal gut verankerten rechten Szene.
2014 war kein gutes Jahr für die sächsische NPD: Mit 4,95 Prozent verfehlte die rechtsextreme Partei bei den Landtagswahlen im Herbst den Wiedereinzug in den Landtag. Ohnehin befindet sich die NPD im Freistaat in einem „desolaten Zustand“ und ist nicht mehr dazu in der Lage, eine größere Mobilisierungskraft für Demonstrationen oder andere Veranstaltungen zu entwickeln. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Sachsen rechts unten 2015“, die jetzt das Kulturbüro Sachsen veröffentlicht hat. Sie setzt sich zusammen aus Beispielen und qualitativen Beschreibungen aus den sächsischen Regionen im vergangenen Jahr.

Zwar sei auch die parteiunabhängige Neonazi-Szene in Sachsen schwächer aufgestellt als in den vergangenen Jahren, heißt es in der Studie, im bundesweiten Vergleich nehme Sachsen aber auch in diesem Bereich weiterhin eine herausragende Rolle ein. Gestützt wird sie durch die Möglichkeit, mehr als zehn Immobilien und Räumlichkeiten im Besitz von Neonazis zu nutzen. Hinzu kommen landesweit mindestens 20 weitere Objekte, die Neonazis für Treffen, Konzerte und andere Veranstaltungen nutzen. Zur braunen Infrastruktur gehören in Sachsen auch mehr als 20 Ladengeschäfte, die Neonazi-Kleidung, einschlägige Musik und andere entsprechende Utensilien verkauften. Daneben haben mindestens 15 Vertriebe und Versände von und für Neonazis ihren Sitz in Sachsen. Auch für die bundesdeutsche Rechtsrock-Szene ist das Bundesland von großer Bedeutung: Mit PC-Records, OPOS-Records und Front-Records kommen drei der wichtigsten rechtsextremen Musik-Label aus Sachsen.

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