Sonnenwende mit NS-Liedgut

Via der „Blick nach Rechts“:

In Jamel feierten über 150 Neonazis mit ihren Familien – am Abend wurde zu einem Pflichtlied der „Hitlerjugend“ angestimmt.
Radikal-völkische Neonazi-Szene mit Nachwuchs beim „Nationalen Kinderfest“; Photo: Otto Belina

Kleine und größere Kinder hielten ihre brennenden Fackeln an den Feuerstoß, um ihn zu entzünden. Dies war der Höhepunkt des „11. Nationalen Kinderfestes“ mit anschließender Sonnenwendfeier in Jamel. Es war gegen 19.30 Uhr in dem kleinen Dorf bei Grevesmühlen, als die Kleinen vortraten und ihren Beitrag zum völkischen Sommer-Ritual leisteten.

Mindestens 150 Gäste des Neonazis Sven Krüger waren zuvor in einem langen Zug vom Haus zur Feuerstelle gezogen. Dort stellten sie sich in einem Kreis auf, Fanfaren erklangen. Der ehemalige Aktivist der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ), Alf Börm, dessen Eltern bereits in der ebenfalls verbotenen „Wiking Jugend“ (WJ) waren, leitete die Zeremonie. In der Hand trug er ein Klemmbrett mit Notizen, breitbeinig baute er sich neben Sven und Janette Krüger auf. Die ehemalige RNF-Anführerin schaukelte nebenher einen Kinderwagen. Obwohl viele der Anwesenden bunt gekleidet waren, vielleicht die Hälfte nur dem altmodischen Ideal der völkischen Gemeinschaft entsprach, wurde der NS-Bezug dieser „Feierstunde“ doch deutlich, denn es sollte ein Propagandalied der „Hitlerjugend“ angestimmt werden.

Zuvor allerdings trug Börm Verse vor und bot den Anwesenden anschließend an, Feuersprüche zu entbieten. Der Schweriner NPD-Fraktionschef Udo Pastörs rief etwa: „Feuer bringt Licht ins Dunkel, Feuer verzehre das Böse, verzehre unsere Feinde, gibt Raum für das Leben unseres Volkes.“ Eine Frau trat vor und als letzter gedachte der glatzköpfige Sven Krüger seines Vaters. Er warf einen Eichenstrauch in Feuer.

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