Freispruch für Frei.Wild

Via „Störungsmelder“:

Der Jugendforscher Klaus Farin hat über die Band Frei.Wild geschrieben. Herausgekommen ist ein anbiederndes und unkritisches Fan-Buch: es gibt schöne Fotos, nette Worte und eine Generalabsolution: Kritik an dieser nationalistischen Band, die Rechtsterrorismus verherrlicht, sei ohne jede Substanz.

Die Südtiroler Chart-Stürmer Frei.Wild haben kommerziellen Erfolg. Seit Jahren klettert die „Deutschrock-Band“ aus Norditalien mit jedem ihrer Alben an die Spitze der deutschen Albumcharts und füllt die ganz großen Konzerthallen. Gleichzeitig polarisiert die Gruppe: der Bandleader war mal „rechts“ und Liedtexte werden als nationalistisch kritisiert. Andererseits sagt die Band von sich, dass sie „gegen Extremismus und Rassismus“ eintrete. Wie ist die Band wirklich drauf, wer sind die Fans, was ist dran an den „Vorwürfen“? Jugendforscher Klaus Farin hat sich solche Fragen gestellt, traf sich mit der Band und verwertete tausende von Fans ausgefüllte Fragebögen. Das von Farin mitgegründete „Archiv der Jugendkulturen“, beziehungsweise die Partnerinstitution „Archiv der Jugendkulturen Verlag“ scheinen prädestiniert für solch ein Vorhaben zu sein. Seit Jahren wird dort an einer Schnittstelle zwischen eigener Szenenähe und Wissenschaft zu allem geforscht, gesammelt, veröffentlicht, was die Jugendkulturen in Deutschland zu bieten haben. Gegen allen Kulturpessimismus werden Jugendkulturen als positive Sozialisierungsinstanzen verteidigt, ohne dabei problematische Entwicklungen zu beschönigen.

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