Archiv für Juli 2015

Mehr als nur «Soldatenlieder»

Via „Tagesanzeiger“:

Morgen soll es in Zürich zum grossen Rechtsrock-Treffen kommen. Unter den Musikern befinden sich prägende Figuren der europäischen Neonazi-Szene.

Bei Mark F. ist die Vorfreude auf den 1. August gross: «Es ist unser erstes Konzert in der Schweiz. Und wir hoffen, dass noch viele weitere in diesem tollen Land folgen werden», sagt der Brite gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Mit seiner Band Flathead FH:33 tritt er am kommenden Nationalfeiertag an einem Rechtsrock-Konzert irgendwo im Raum Zürich auf: «Rock fürs Vaterland» steht auf dem Flyer, der seit Wochen im Internet kursiert. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) ist alarmiert und steht mit den lokalen Polizeikorps in Kontakt. Auf Anfrage gibt die Stadtpolizei Zürich bekannt, dass sie zurzeit zwar nicht wisse, wo der Anlass stattfinde, aber die Lage selbstverständlich beobachte.

Gemäss der Berner Antifa soll es sich um «einen der grössten Anlässe der extremen Rechten seit Jahren» handeln. Ein genauer Blick auf die angekündigten Bands bestätigt die Aussage. Darunter befinden sich einige prägende Namen der europäischen Rechtsrockszene. Angefangen bei den Briten von Flathead FH:33. Sänger Mark F. war früher Bassist bei Skrewdriver. Die Band etablierte sich in den 80er-Jahren als eine der bekanntesten neonazistischen Bands. Ihr 1993 verstorbener Sänger Ian Stuart gilt bis heute als grosse Ikone der Szene. Zu seinen Ehren werden regelmässig Gedenkanlässe organisiert.

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Unverkrampfte Wurzeldenker

Die „Jungle World“ schreibt:

Der Autor Klaus Farin versucht in der Bandbiographie »Frei.Wild. Südtirols konservative Antifaschisten« die umstrittenen Musiker zu rehabilitieren. Zu Unrecht.

Musik ist ein Seismograph der Gesellschaft«, schreibt Klaus Farin, ehemaliger Leiter des Berliner Archivs der Jugendkulturen, in seinem jüngsten Buch. Daher dürfe es niemanden verwundern, wenn in den vergangenen zwei Jahrzehnten »im Rock-Universum … verstärkt konservative Facetten durchscheinen«. Diesen neuen Konservatismus repräsentiert die 2001 gegründete, derzeit wohl erfolgreichste Deutschrockband Freiwild. Am Erfolg von Freiwild lässt sich also viel über den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft ablesen, über die Sehnsucht nach Heimat und Patriotismus, über die Forderungen nach einem unverkrampften Umgang mit der deutschen Vergangenheit und einem Schlussstrich unter die Geschichte, über Geschlechterverhältnisse und Männlichkeit und dergleichen mehr.

»Ich vertrete die Position, dass die Band Freiwild nicht das Problem ist, sondern ein Symptom für ein Problem, den ›Rassismus der Mitte‹«, beschreibt der Musikwissenschaftler Thorsten Hindrichs im Gespräch mit der Jungle World die Problematik der Band, »auch wenn das die Band, beziehungsweise die Äußerungen ihrer Einstellungen, nicht besser macht.«

Hindrichs kommt in Farins Buch als Experte zu Wort, daneben wurden über 4 000 Fans mittels Fragebogen zur Bedeutung der Band, den eigenen Wertvorstellungen und dem Verhältnis zur rechten Szene befragt, zudem wurde den vier Bandmitgliedern Philipp Burger, Jochen Gargitter, Christian Forer und Jonas Notdurfter in umfangreichen Einzelinterviews viel Raum zur Selbstdarstellung gegeben. Ergänzt um Exkurse zur Geschichte Südtirols, zu Deutschrock und dem Heimatbegriff in der Musik sowie um Songtexte und Bandfotos ist viel Stoff versammelt, um das »bedenkliche Signal einer Geisteshaltung« in der Mitte der Gesellschaft, die sich im Aufstieg von Freiwild spiegele, wie es der Filmsoziologe Carsten Heinze im Buch beschreibt, wahrzunehmen.

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01. August Leipzig: Repressionskosten-Soli/ Plaque

Unser Veranstaltungstipp fürs Wochenende:

Mehr Infos gibts hier.

Waffenhandel mit Verbindungen in die Thüringer Neonazi-Szene – militante Strukturen weiterhin aktiv

„Haskala“ berichtet:

Zwei ehemalige Thüringer Neonazis sind in einen Waffenhandel verstrickt, bei dem noch in dieser Woche der Austausch von zwei halbautomatischen Schusswaffen vom Kaliber 9mm geplant war. Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, äußert dazu: „Dass mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Auffliegen des NSU die Neonazi-Szene weiterhin aufrüstet, verdeutlicht deren Gewaltpotential und die Gefahr für die Gesellschaft.“ Anfang der Woche hatte eine antifaschistische Gruppe aus Baden-Württemberg den geplanten Waffendeal publik gemacht und die Polizei informiert. Verkauft werden sollten 2 Parabellum-Pistolen mit Kaliber 9mm für jeweils 1.600 Euro. Dabei soll der 33-jährige Alexander G., der in Leinefelde geboren ist und zeitweise Mitglied der Thüringer Neonazi-Band „Kinderzimmerterroristen“ (KZT) war, am 27. Juli das Geld auf dem Postweg verschickt haben. Die Waffen hatte der in Meiningen geborene 30jährige Michel F. angeboten. Beide Neonazis gehören zum Umfeld des in Deutschland seit 2000 verbotenen Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“ und dessen militanten Arm „Combat 18“, welcher auch in anderen Ländern Anschläge verübte. Zwar wohnen sie inzwischen in Hessen und Bayern, doch auch eine aktuelle Verbindung führt nach Thüringen. Nach dem brutalen Überfall von Neonazis auf eine Kirmesgesellschaft im Februar 2014 in Ballstädt hatte sich Katharina König mit einer Kleinen Anfrage nach Solidaritäts- und Spendensammelaktionen in der rechten Szene für die Schläger aus den Neonazi-Immobilien in Ballstädt und Crawinkel („Hausgemeinschaft Jonastal“) erkundigt. Die Thüringer Landesregierung antwortete, dass ihr Erkenntnisse vorliegen, wonach u.a. ein Neonazi-Konzert am 19. April 2014 in Frankreich zu Unterstützung der „Hausgemeinschaft Jonastal“ stattfand. So sei auch im Vorfeld in der Neonazi-Szene angekündigt worden, das „Geld (gehe u. a.) an ein Thüringer Wohnhaus mit nationalen Bewohnern“ (Drucksache 5/ 8085). Beobachter bewerten das Konzert als „Blood & Honour“-Veranstaltung, mitorganisiert wurde es durch den Rechtsrocker Alexander G., dem nun der aktuelle Schusswaffen-Kauf vorgeworfen wird.

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„Volkstod“-Kampagne: Rechtsextreme „Spreelichter“ zündeln weiter

Via „MAZ“:

Die „Widerstandsbewegung in Südbrandenburg“ ist seit 2012 verboten, doch ihr brauner Geist lebt weiter. Die rechtsextreme „Volkstod“-Kampagne hält an. Zuletzt schütteten Neonazis vor dem Landratsamt in Senftenberg ein künstliches Grab auf. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der Wiederbetätigung einer verbotenen Vereinigung.

Potsdam. Ein Haufen Erde, zwei Teelichter und ein Holzkreuz versperren den Weg ins Landratsamt. An dem fingierten Grab prangen unzweideutige Botschaften: „Die Demokraten bringen uns den Volkstod.“ Und: „Europapolitik zerstört unser Volk.“ Das Bild, das sich zu Wochenbeginn in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) bot, ist kein Einzelfall. Pathos beladene Neonazi-Propaganda fand sich seit Ende Juni auch vor Schulen und Verwaltungsbauten in Lauchhammer, Großräschen und Elsterwerda (Elbe-Elster).

Die rechtsextreme „Widerstandsbewegung in Südbrandenburg“ ist seit drei Jahren verboten – doch zumindest ihr brauner Geist lebt weiter. Denn die „Volkstod“-Kampagne trägt die Handschrift jener Gruppierung, die in der Szene angesichts effekthascherischen Aktionen wie Fackelmärschen als „Spreelichter“ firmierte. Deshalb ermittelt jetzt auch der Staatsschutz der Kriminalpolizei – wegen Verstoßes gegen das Vereinsgesetz. „Es muss geklärt werden, ob ein Zusammenhang zur verbotenen ,Widerstandsbewegung’ in Südbrandenburg besteht“, sagt Lutz Miersch, Sprecher der Polizeidirektion Süd.

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„Widerstand Oldenburg“ – Eintagsfliege eines Selbstdarstellers

Die „antifa.elf“ aus Oldenburg schreibt:

Wenn auf eine Sache Verlass ist, dann darauf dass sich „deutsche Patrioten“ in schöner Regelmäßigkeit zerstreiten. So auch bei der rassistischen, antimuslimischen und antifeministischen PEGIDA-Bewegung. Eine dieser Abspaltungen von PEGIDA nennt sich „Widerstand Ost/West“, die ironischerweise mit dem Slogan „Nicht spalten, sondern einen“ an den Start ging.

Beginnen sollte die politische Arbeit des neuen Bündnisses mit einem Paukenschlag.

Für den 20.06.2015 hatte „Widerstand Ost/West“ eine Großkundgebung mit einem laut Ankündigung „nie dagewesenen Konzept“ in Frankfurt (a.M.) angemeldet. Dabei gingen die Veranstalter*innen von 1000 Teilnehmer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet aus. Letztlich erschienen nur ca. 180 Menschen. Das „neue Konzept“ beschränkte sich indes auf eine Videoleinwand, die schlussendlich auch noch den Dienst versagte. Das „Event“ war ein Desaster für die Veranstalter*innen: Auf Grund starker Proteste und Blockaden konnte die Demo lediglich unter massivem Polizeischutz innerhalb des abgesperrten Bereichs ein Gebäude umrunden. Großes Mobilisierungspotential war also bei „Widerstand Ost/West“ von Beginn an nicht zu erkennen.

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Rechte Expansion

Das „Neue Deutschland“ berichtet:

Die Nazi-Partei »Der III. Weg« ist aktionsorientiert und breitet sich aus

Erst ersetzte sie in Bayern das verbotene »Freie Netz Süd«, nun weitet sie ihren Aktionsraum kontinuierlich aus: Die neue rechtsextreme Partei »Der III. Weg« ist bundesweit auf dem Vormarsch.

Im brandenburgischen Zossen und Damsdorf soll es am kommenden Samstag Nazi-Demos gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte geben. Dahinter steht die rechtsextreme Partei »Der III. Weg«, die von Süddeutschland aus mit ihrer offen nationalsozialistischen Programmatik seit Monaten bundesweit auf dem Vormarsch ist – besonders in Thüringen und Brandenburg.

Als eine überschaubare Gruppe Neonazis im September 2013 im baden-württembergischen Heidelberg in offener Konkurrenz zur NPD die neue Partei »Der III. Weg« gegründet hat, war dies zu Anfang nicht mehr als eine kleine Randnotiz. Versuche, der NPD ihre dominierende Stellung auf dem parteipolitischen Tableau streitig zu machen, hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben – doch allen vielfältigen Bemühungen zum Trotz konnte bislang keine Organisation die Vormachtstellung der größten neonazistischen Partei tatsächlich brechen.

Im Gegensatz zu anderen Gruppierungen, die sich mangels Erfolg früher oder später bis zur Handlungsunfähigkeit demontiert haben, blieb dem »III. Weg« dieses Schicksal allerdings erspart – »dank« der damaligen Situation in der parteiungebundenen bayerischen Neonazi-Szene. Deren Dachorganisation, das militante Kameradschaftsnetzwerk »Freies Netz Süd« (FNS), sah sich zu dieser Zeit seit zwei Monaten mit einem Verbotsermittlungsverfahren durch das bayerische Innenministerium konfrontiert, das im Juli 2013 zur Sammlung von Beweismaterialien eine großangelegte Razzia bei Mitgliedern der überregionalen Truppe durchgeführt hatte.

Vor diesem Hintergrund knüpfte »Der III. Weg« kurz nach der Exekutivmaßnahme von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ab November 2013 erste strategische Kontakte zu der Gruppe und etablierte sich in den folgende Monaten kontinuierlich als Nachfolgeorganisation für das FNS. Bereits acht Monate später, als das Ministerium im Juli 2014 das Netzwerk verbieten ließ, hatte die Partei auf diese Weise den Dachverband vollständig übernommen und dessen Aktivitäten unter einem neuen Dach nahtlos fortgeführt.

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Nazi-Band täuscht Saal-Vermieter in Lockwitz

Via „Radio Dresden“:

Eine rechtsextreme Hiphop-Band hat sich unter falschem Vorwand im Unteren Gasthof Lockwitz eingemietet. Die Band ‚A3STUS‘ wollte am Sonntag im UGL auftreten. Wie Eigentümer Matteo Böhme nun auf unsere Anfrage mitteilte, werde die Veranstaltung definitiv nicht in den Räumen stattfinden. Bei der Anmietung des Saales sei von einer Anwalts-Tagung die Rede gewesen.

Zudem ergänzte Böhme per Facebook: „Der Untere Gasthof Lockwitz (UGL) ist ein politisch neutrales Haus, eine Veranstaltung/ Einmietung mit rechts- oder linksextremistischen Hintergrund wird es bei uns generell nicht geben.“ Der Verfassungsschutz beobachtet die Hiphop-Band A3STUS.

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Attacken auf Flüchtlingsheime: Nennt sie endlich Terroristen!

„Spiegel-Online“ schreibt:

Geburt eines neuen Terrorismus. Völkisch motivierter, mit „Notwehr“ begründeter Terror, beheizt vom Hass im Netz, vorangetrieben von „Aber-Nazis“. Es wird Zeit, ihn auch so zu nennen.

Die Diskussion gerät in diesen Tagen auf eine neue Ebene. Der Terrorismus ist nämlich da. Nur ganz anders, als man ihn politisch und medial dargestellt hat, weniger Kopftücher, weniger fusselige Bärte. Ein Anschlag nach dem anderen wird verübt, schon über 200 dieses Jahr. Es handelt sich um die Entstehung eines neuen, völkischen Terrorismus. Und in den sozialen Medien kann man in Echtzeit zusehen, wie der Nährboden dafür bereitet wird.

Die deutsche Seite von „Buzzfeed“ hat Screenshots aus einer geschlossenen Facebook-Gruppe mit mehr als 2700 Mitgliedern veröffentlicht. Es handelt sich um die Organisations- und Kommunikationsplattform einer „Bürgerwehr“. Zitate:

„Männliche Person mit südländischem Aussehen… bin mal kontrollieren!“
„Ausländische Familie (3 Personen) laufen in den Straßen herum… Achtung!“
„Ist jemandem der Ausländer in schwarzer Jogginghose aufgefallen?“

Es ist ein Einblick in eine dunkle, beschämende Welt, in der Menschen verdächtig sind durch ihr Aussehen. Der auffällig oft benutzte Begriff „ausländische Personen“ ist nicht nur eine seltsame Form des Amtsmimikry, die plumpe Nachahmung von Behördensprech, um sich offizieller und legitimierter zu fühlen. Es handelt sich auch um eine rassistische Chiffre, denn natürlich geht es in keiner Sekunde um irgendwelche Staatsbürgerschaften. Es geht allein um Zugehörigkeit und Ausgrenzung qua Haut- und Haarfarbe: waschechter Rassismus.

Aber nicht nur das. Schon der Name Bürgerwehr offenbart das Selbstverständnis: Hier schließen sich „Bürger“ zusammen, um sich zu „wehren“, permanenter Alarmismus, basierend auf dem Gefühl, endlich zurückschlagen zu müssen – gegen „Ausländer“. Gleichzeitig wird im Netz die Gegnerschaft konstruiert: anders aussehende Menschen. Hier ist eine oft gewaltaffine Frontenbildung anhand eindeutig rassistischer Kriterien zu besichtigen, die Live-Konstruktion eines eskalierenden „Wir-gegen-die“-Gefühls im Netz. Vermischt mit der ständigen Behauptung, der Staat würde hier versagen, die Polizei hätte die kriminellen Ausländer nicht im Griff. Eine Behauptung, der die Statistik widerspricht, aber es geht nicht um Realität, sondern um ein Gefühl.

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Rechtes Skinhead-Event in Schweden

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Nyköping) – Am Wochenende soll wieder das traditionelle „Kuggnäs“-Festival im schwedischen Nyköping stattfinden. Seit Jahren sind auch deutsche Rechtsrock-Bands fester Bestandteil dabei.

Auf der Liste der diesjährigen Veranstaltung vom 30. Juli bis 1. August stehen mit „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ (Bremen) und „Selbststeller“ (Riesa) zwei Combos, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden und nun auf der Holzbretterbühne des Auto- und Motorklubs aufspielen sollen. Für Rockmusik, die sich an rechtsgesinnte Skinheads und Hooligans richtet, sind beide Bands bekannt. Bezogen auf das Kuggnäs-Festival sind sie „Wiederholungstäter“. (bnr.de berichtete www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/oi-punk-festival-mit-rechtsrock

Die Bremer spielten dort bereits 2010, 2012 und 2013. Auch „Selbststeller“, die allmählich ihrem 20-jährigen Bestehen entgegen gehen, traten bereits im Vorjahr in Nyköping auf. Der Combo, die um NPD-Veranstaltungen keinen Bogen macht und ihre Alben beim Chemnitzer Rechtsrock-Label PC Records herausgebracht hat, werden Kontakte zur „Blood&Honour“-Szene nachgesagt. Aus Großbritannien sind „No Quarter“ (Birmingham) eingeladen. Ansonsten wird das Line Up mit diversen schwedischen Bands aufgefüllt. Die bekanntesten davon sind „Pitbullfarm“ und „Kombatants“, die auch öfter in Deutschland auftreten. Letztere kündigen zum Beispiel ein Gastspiel am 26. September im sächsischen Freiberg an. (hf)

Quelle

Razzia bei Neonazis

Via „Frankfurter Rundschau“:

Die Wohnungen von zwei Neonazis sind durchsucht worden. Computer und Handys wurden beschlagnahmt und werden nun ausgewertet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Handeltreibens mit Schusswaffen.

Nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass zwei Neonazis offenbar ein Waffengeschäft vorbereiten, ermittelt die Staatsanwaltschaft in Kassel wegen des Verdachts des Handeltreibens mit Schusswaffen gegen die beiden mutmaßlich Beteiligten. Die Wohnungen der Beschuldigten in Kassel und bei Augsburg wurden am Dienstag durchsucht, teilt Staatsanwalt Götz Wied auf Nachfrage mit. Computer und Handys wurden beschlagnahmt und werden nun ausgewertet. Waffen, mit denen gehandelt werden könne, seien nicht gefunden worden. Beide wurden nach vorläufiger Festnahme wieder entlassen.

Dokumente, die die Frankfurter Rundschau einsehen konnte, zeigen, dass G., der bei Augsburg lebt, und F., der in Kassel wohnt, ein Waffengeschäft planten. Wie die FR berichtete, wollte F. in den kommenden Tagen mindestens zwei Pistolen vom Kaliber 9 Millimeter samt Munition beschaffen, G. sollte das Geld per Post nach Kassel schicken. Auch eine Freiburger Antifa-Gruppe, das Internetmagazin „Blick nach Rechts“ und die „taz“ berichteten.

Der Waffendeal wird auch den NSU-Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags beschäftigen. F. wird dort als Zeuge aussagen müssen. Ein entsprechender Beweisantrag seiner Fraktion sei bereits beschlossen worden, teilt Linken-Obmann Hermann Schaus mit. F. sei aus Sachverständigenanhörungen und Akten „gut bekannt“.

Weiter: http://www.fr-online.de/neonazi-terror/neonazis-razzia-bei-neonazis,1477338,31339078,view,asFirstTeaser.html

Haftstrafen für AN-Rädelsführer?

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

gegen vier Neonazis wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor dem Landgericht Stuttgart hat die Staatsanwältin Haftstrafen von unter drei Jahren gefordert. Die Angeklagten sollen Rädelsführer der 2014 verbotenen Gruppe „Autonome Nationalisten Göppingen“ gewesen sein.
Die vier Angeklagten sollen sich ab 2010 als Mitglieder und Rädelsführer bei den „Autonomen Nationalisten Göppingen (AN Göppingen) beteiligt haben. Ihre Tätigkeit war aus Sicht der Staatsanwaltschaft darauf gerichtet, Straftaten zu begehen. Sie sollen darüber hinaus Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet, Sachbeschädigungen begangen und gegen das Versammlungsgesetz verstoßen haben.

Weiter: http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/haftstrafen-f-r-an-r-delsf-hrer

Die Vielfahrerei holt ihn ein: Scheinheiligkeit und Insolvenz bei David Köckert

„Thüringen rechtsaussen“ berichtet:

Seit Jahresbeginn reist der Greizer Neonazi pausenlos Woche für Woche durch Thüringen und andere Bundesländer, um als rassistischer Hassprediger sprachlich dem früheren Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den Rang abzulaufen. Immer wieder fragen sich Menschen, wie sich David Köckert den Demonstrationstourismus von rechtsaußen überhaupt leisten kann. Nun wurde ein Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit gegen Köckert eröffnet.

“KTV UG – Kabeltechnik Vogtland”

Der Neonazi betrieb bislang zusammen mit Daniel Dietz das Greizer Unternehmen “KTV UG – Kabeltechnik Vogtland”, welches aus einer Fusion zweier Firmen im Jahr 2011 entstanden und auf Industriemontage, Photovoltaik und Trockenbau spezialisiert ist. Anfang Februar 2014 wurde bekannt, dass der Fußballverein SV Blau-Weiß 90 Greiz durch Köckerts Firma gesponsert wurde. Der Verein distanzierte sich daraufhin von Köckert und kündigte außerdem eine Satzungsänderung an. Nach den Veröffentlichungen über die Neonazi-Umtriebe von Geschäftsführer Köckert büßte die KTV UG auch einige Aufträge ein. Doch an der jetzigen Pleite dürfte auch Köckerts unternehmerisches Unvermögen schuld sein. Fehlerhafte Kalkulationen sollen eine Rolle gespielt haben und Köckert habe es sich mit einigen Mitarbeitern verscherzt, wie es aus Kreisen der Belegschaft heißt. Von ungezahlten Löhnen ist die Rede und auch von Zeit- und Leiharbeit. Der 36-jährige Neonazi möchte drüber nicht gerne reden, auch weil er weiß, dass seine Firma noch unter dem Namen “KTV-UG Kabeltechnik Vogtland Leiharbeit-Zeitarbeit Qualifiziertes Personal” auf vereinzelten Branchenseiten im Internet zu finden ist und er mit der NPD im Wahlkampf ganz andere Töne von sich gab. So verteilte Köckert vor der Landtagswahl im September 2014 in Greiz und Umgebung Flugblätter und Zeitungen des NPD-Landesverbandes, in denen Kritik an Leih- und Zeitarbeit geübt wurde; im Landeswahlprogramm war gar die Rede vom gesetzlichen Verbot von langfristigen Leiharbeitereinsätzen. Inzwischen ist er zum Landesorganisationsleiter der NPD aufgestiegen. Außerdem betreibt Köckert seit Oktober 2014 unter der gleichen Adresse wie “KTV UG” noch ein Gewerbe mit der Bezeichnung “DLCG Dienstleistungs-Center Greiz UG (haftungsbeschränkt)” in Eigenregie. Die Tätigkeitsfelder umfassen “Kommissionieren, Lagerverwaltung und Regalmontage (vorwiegend in Baumärkten) sowie Vermittlung von Handwerksleistungen”. Die “DLCG” ist mit einem Stammkapital von 500,00 Euro in das Handelsregister eingetragen worden und bislang noch nicht so “verbrannt” wie die die “KTV UG”.

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«Naziskin-Szene ist für Jugendliche nicht mehr attraktiv»

Via „Zürichsee-Zeitung“:

Ein Neonazi aus Hombrechtikon soll beim Angriff auf einen orthodoxen Juden der Haupttäter gewesen sein. Im Dorf fallen aber zurzeit keine Nazi-Skinheads auf. Der 27-Jährige ist zudem weggezogen.

Noch vor einigen Jahren war rund um Hombrechtikon eine aktive Rechtsextremen-Szene auszumachen. Mittlerweile habe sich die Situation aber deutlich entspannt, sagen Experten.

20 Rechtsextreme sollen in Zürich einen orthodoxen Juden beschimpft und attackiert haben. Laut «SonntagsZeitung» stammt zumindest der Haupttäter, Kevin G., aus Hombrechtikon. Die Gemeinde bestreitet aber, dass im Dorf eine besonders aktive Neonazi-Szene tätig ist. «Würden hier Neonazis auffallen, reagierten wir sofort», sagt Hansueli Nüssli, Leiter der Sicherheitsabteilung in Hombrechtikon. Und: «Kevin G. wohnt nicht mehr im Dorf.» Der 27-jährige Sänger der Naziband Amok sei im Mai nach Rüti gezogen.

Vor einigen Jahren war rund um Hombrechtikon eine aktive Szene auszumachen. So fand im Winter 2012 ein «Gedenkmarsch» für die Opfer der Bombardierung von Dresden 1945 statt. Öfters kam es zu Schlägereien mit Neonazi-Beteiligung, etwa in einer Joner Bar oder an der Chilbi Hombrechtikon. Letzteres Problem hätten die Behörden mit einem Sicherheitsdispositiv in den Griff bekommen, sagt Nüssli.

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Siehe auch: Juden nach Neonazi-Angriff in Wiedikon besorgt – «Die Anzahl Vorfälle nimmt zu»

Rom/Latium: CasaPound Anhänger wegen Squadrismus verurteilt

Heiko Koch schreibt auf „Indymedia Linksunten“:

Letzte Woche wurden am 23. Juli 2015 vor einem Gericht in der latinischen Stadt Tivoli mehrere Anhänger der faschistischen CasaPound Italia verurteilt. Der Angeklagte Ervin di Maulo (geb. 1982) erhielt in erster Instanz vier Jahre Haft, seine Mitangeklagten Diego Caglini (geb. 1988), Jacopo Magliani (geb. 1988) und Edoardo Fanti (geb. 1990) erhielten jeweils drei Jahre Haft für einen squadristischen Überfall („raid squadrista“) bei dem sie im November 2014 beteiligt waren und diverse Angegriffene zum Teil schwer verletzt wurden. Damit blieb das Urteil hinter den staatsanwaltschaftlichen Forderungen zurück. Für fünf weitere Angeklagte, Giovanni Lupidi, Leonardo Ercolani, Federico Miralli, Alessio Reinkardt und Roberto Spolverini, steht der Prozess im kommenden August an.

Alle neun Angeklagten stammen aus der Provinzhauptstadt Viterbo und deren Umland. Von dort aus waren sie am Sonntag den 16. November 2014 in die ca. 50 Kilometer entfernt liegende Ortschaft Magliano Romano aufgebrochen, um anlässlich eines Spieles der 3. Kategorie die angereisten Ultras des Vereins „Ardita San Paolo“ anzugreifen. Die Ultras dieses römischen Stadtteilvereins gelten als antifaschistisch und antirassistisch und schon die Namensgebung des Vereins verweist auf eine linke proletarische Tradition, den „sport popolare“ und die „Arditi del Popolo“.

Der Überfall war genau durchgeplant. Die Faschisten erschienen zu dem Spiel „Ardita San Paolo“ versus „Virtus Magliano“ in dem 1.500 Personen zählenden Ort mit mehreren Fahrzeugen, deren Nummernschilder sie verdeckt hatten. Während des Angriffs warteten die Fahrer mit laufenden Motoren, um den Tatort so schnell wie möglich zu verlassen. Über 20 vermummte und mit Knüppeln und anderen Schlagwerkzeug bewaffnete Faschisten griffen die Ultras aus Rom auf den Rängen des Spielfelds an und verletzten mehrere schwer. Zahlreiche Gesichtsverletzungen, gebrochene Arme und ein Notarzteinsatz wegen einer Schädelfraktur waren das Ergebnis des „raid squadrista“. Auf ihrer Flucht wurden zwei Fahrzeuge der Faschisten an der Mautstelle von Civita Castellana von Carabinieris kontrolliert. Diese fanden Schlagwerkzeuge und Materialien zur Vermummung in den Kofferräumen der Fahrzeuge. Die Fahrzeuginsassen der beiden Autos stehen jetzt vor Gericht in Tivoli.

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Am Todestag von Rudolf Hess: “GIDA-Dachverband” kündigt an, “ein Fanal” in Eisenberg zusetzen

„Thüringen rechtsaußen“ berichtet:

Kürzlich hatten wir über das Sommerfest der “Freundeskreise Udo Voigt” in Guthmannshausen berichtet. Wie jetzt bekannt wurde, war neben den genannten Rednern auch ein Vertreter der Partei “Der III. Weg” und der ehemalige Leipziger LEGIDA-Anmelder Silvio Rößler anwesend. Rößler gehört inzwischen der Gruppe “Widerstand-Ost-West” an, die am 20. Juni 2015 in Frankfurt am Main mit rund 200 Neonazis aufmarschierte. In Konkurrenz zum Dresdner “Pegida”-Original von Lutz Bachmann hat Rößler zusammen mit anderen Mitte Juni 2015 den “GIDA-Dachverband” gegründet. Für den 17. August wirbt die neue Gruppierung nun für eine Aktion in Thüringen.

Legida-Anmelder Silvio Rößler mobilisiert für Eisenberg

Bei dem Sommerfest in Guthmannshausen kündigte Silivo Rößler in seinem Redebeitrag einen Aufmarsch in Eisenberg an, wo die Zentrale Erstaufnahme Einrichtung für mehrere Hundert Flüchtlinge im Freistaat Thüringen ansässig ist. Mit den Worten “Wir holen uns dieses Land zurück, beginnen werden wir in Eisenberg” warb Rößler für den 17. August 2015, dem Todestag von Hitlers Stellvertreter, Rudolf Hess. Man wolle ein “Fanal setzen für Deutschland”. Bereits am 20. April 2015, dem Geburtstag von Adolf Hitler, marschierte “Thügida” in Eisenberg mit 250 bis 300 Personen. Zwei Wochen zuvor wurden drei Asylsuchende in Eisenberg mit einem Schlagstock angegriffen. Rößler führte aus, dass die erneute Aktion in Eisenberg stattfinde, weil die Stadt “ein sehr symbolträchtiger Ort werden (wird) für unsere gesamte Bewegung, für unser Deutschland”. Er forderte die Gäste um die NPD-Ikone Udo Voigt auf:”Holt uns wieder an die Macht, die uns gehört”.

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Militante braune Strukturen

Via der „Blick mach Rechts“:

Untergrund“ (NSU) weitere Neonazi-Terrorzellen – und existieren sie weiter? Ein heute enthüllter Waffendeal zwischen zwei „Combat 18“-Anhängern wirft diese Frage neu auf.

„Der Kasseler Michel F. will in den nächsten Tagen zwei halbautomatische Pistolen vom Kaliber 9 mm samt zugehöriger Munition an Alexander G. verkaufen“, schreibt die „Autonome Antifa Freiburg“ in einem vor wenigen Stunden veröffentlichten Communiqué. F. galt jahrelang als wichtiger Neonazi-Drahtzieher in Nordhessen, er könnte im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss noch eine wichtige Rolle spielen, da einer seiner engen Kameraden der V-Mann Benjamin Gärtner war. Der telefonierte am Mordtag im April 2006 zweimal mit seinem Verfassungsschutzführer Andreas Temme, bevor der sich sofort an den Tatort des Mordes an Halit Yozgat aufmachte und unauffällig wieder verschwand. Der Vorfall ist bis heute nicht aufgeklärt, auch bleibt die Frage, ob Kasseler Neonazis von dem geplanten NSU-Mord wussten.

In seiner Vernehmung gegenüber dem BKA gab der mutmaßliche Waffendealer Michel F. vor Jahren an, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gekannt zu haben. Wenige Wochen vor dem Mord organisierte er gemeinsam mit anderen ein Rechtsrock-Konzert mit der berüchtigten Dortmunder Band „Oidoxie“ im Clubhaus des Kasseler Ablegers des MC Bandidos. Nur knapp einen Kilometer vom späteren Tatort entfernt. V-Mann Gärtner und auch F. räumten ein, dass die NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt entweder gemeinsam oder einer von ihnen dabei gewesen sein könnte.

Security-Gruppe „Oidoxie Streetfighting“

Der mutmaßliche Waffenempfänger Alexander G. spielte als Bassist bei ebendieser Dortmunder Band „Oidoxie“. Zwischen Dortmund und Kassel waren die Verbindungen besonders eng. Gemeinsam wurde eine dubiose Security-Gruppe namens „Oidoxie Streetfighting“ gegründet. G. stammt wie F. aus Thüringen. Er wurde in Leinefelde geboren und lebte dann in der Schweiz, inzwischen aber in der Nähe von Augsburg. Aus der Mitte von „Oidoxie“ heraus entstand bis mindestens 2006 eine kleine „Combat 18“-Terrorzelle. Zu der gehörten nicht nur der Sänger von „Oidoxie“, sondern auch ein V-Mann des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes sowie der spätere Brieffreund von Beate Zschäpe, Robin Schmiemann.

Im Abstand von nur zwei Tagen waren im April 2006 Mehmet Kubasik in Dortmund und danach Halit Yozgat in Kassel mutmaßlich vom NSU erschossen worden. Die Taten waren ungewöhnlich auffällig durchgeführt worden, mit dem Tod des jungen Yozgat endete anscheinend die rassistische Mordserie. Seit langem wird angenommen, dass die beiden Täter, Mundlos und Böhnhardt, Helferstrukturen in den beiden Neonazi-Hochburgen hatten.

Obwohl F. durchaus noch im Fokus engagierter NSU-Aufklärer steht, soll er laut den Freiburger Antifa-Recherchen seit dem 20. Juni den Waffendeal mit G. vorangetrieben haben. An diesem Abend wurden demnach die ersten Details mitgeteilt: „Para 9mm. 1600 soviele du willst … mit muni … wird noch geklärt wieviele jeweils dabei sind. Haken…Vorkasse … weil dann einfuhr erst“.

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Siehe auch: „Combat 18”-Nazis planen Waffendeal in Kassel

Schulterschluss der Neonazis in Guthmannshausen – Sommerfest der “Freundeskreise Udo Voigt”

„thueringen-rechtsaussen.net“ schreibt:

Wegen der zahlreichen Immobilien in der Hand von Neonazis finden immer wieder bundesweite Treffen der extrem rechten Szene in Thüringen statt. So auch am 18.07.2015 auf dem Gelände des Vereins „Gedächtnisstätte“ in Guthmannshausen im Landkreis Sömmerda, wohin die „Freundeskreise Udo Voigt“ und die „Europäische Aktion“ zum „großen Sommerfest“ einluden. Wir präsentieren eine Auswahl der Teilnehmer_innen.

Gemeinsame Feier mit der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck

„Die Organisationsleitung der Freundeskreise Udo Voigt Dankt allen Mitarbeitern des Sommerfestes für Ihre hervorragende Leistung“, hieß es zwei Tage später im Internet aus dem Kreis um den 1950 in Thüringen geborenen Frank Rohleder, der die Veranstaltung organisiert hatte. Den Dank schickte Rohleders Freundin Gabriele Wenk, die schon im Frühsommer für das Ereignis geworben, den Ort aber noch geheim gehalten hatte. Als Hauptredner traten neben dem ehemaligen NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt auch der bekennende Holocaustleugner Rigolf Hennig und der Gründer des „Thule-Seminar“, Pierre Krebs, auf. Als Moderator fungierte Ulrich “Uli” Pätzold von den „Freundeskreisen Udo Voigt“, der NPD-Barde und ehemalige „Jugendführer“ der 1994 verbotenen „Wiking- Jugend“ (WJ), Frank Rennicke, sorgte für die „Musik“. Vom Bundesvorstand der NPD reiste der Parteivorsitzende Frank Franz, nach Guthmannshausen und ließ sich dabei auch nicht von Anwesenheit der mehrfach verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck stören, die auch ans Rednerpult trat.

Aus dem Thüringer NPD-Landesvorstand reisten der Vorsitzende Tobias Kammler, Hendrik Heller, Patrick Weber und der Ehrenvorsitzende Frank Schwerdt nach Guthmannshausen. Auch der NPD-„Landesorganisationsleiter“ David Köckert gastierte dort und hielt eine Rede. Vom NPD Kreisverband Erfurt Sömmerda waren Enrico Biczysko und Franz Kotzott anwesend. Auch der ehemalige NS-Jagdflieger und Hitlerverehrer Reinhold Leidenfrost, der zur Kommunalwahl 2014 für den NPD-Kreisverband Weimar-Weimarer Land antrat, befand sich unter den Gästen.

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Völkischer Zorn

„Telepolis“ berichtet:

Ist Deutschland auf dem Weg zu einem neuen rechten Terror? Zumindest brechen zivilisatorische Hemmschwellen, auch angesichts des Treibens im Internet

Reale und verbale Gewalt gegen Asylsuchende und deren (künftigen) Unterkünfte wächst in Deutschland. Parteien vom rechten Rand wittern Morgenluft und liefern sich untereinander ein Wettrennen um die Gunst der rechten Wutbürger.

Richtete sich ihre Hetzpropaganda bis vor Monaten noch überwiegend gegen Muslime, so agitieren sie heute schwerpunktmäßig wieder gegen „Asylbetrüger“, „Scheinasylanten“, die „Asylflut“ oder gar einem „Asyl-Tsunami“. Der Konfliktforscher Andreas Zink warnt, Deutschland drohe ein rechter Terror.

Auf welcher Gratwanderung man sich in Deutschland derzeit befindet, zeigt ein Blick zurück: in den 1990er Jahren waren Asylsuchende und deren Unterkünftig massenhaft Ziel von Anschlägen, es kam zu Toten. Schließlich richtete sich der „Volkszorn“ auch gegen alle in Deutschland lebenden Migranten, etwa bei dem mörderischen Anschlag in Solingen mit fünf toten Türkinnen, darunter drei Kinder. Der braune Mob differenzierte Anfang und Mitte der 1990er Jahre nicht mehr: Alles Fremde musste weg und falls nötig wollte man die Migranten so lange feindselig terrorisieren, bis sie es auch verstanden und das Land freiwillig verlassen würden. Aus jener Ursuppe heraus entstand später der NSU, der nach dem Prinzip „Taten statt Worte“ handelte. Das „Terror-Trio“ hatte offenbar erkannt, dass der alltägliche braune Terror Migranten nicht genug überzeugte, also musste ein anderes Kaliber her.

Wer wissen will, warum Neonazis nicht nur darüber diskutierten, in den Untergrund zu gehen und zu kämpfen, sondern dies seinerzeit auch zu tun bereit waren, der sollte sich durch zahlreiche Rechtsrock-Songs jener Tage hören. Rechtsextreme Musik war damals das wichtigste Propagandainstrument der Szene, braune Schläger, Brandstifter und Mörder sagten etwa vor Gericht aus, jene Musik habe sie aufgeputscht, dann seien sie zur Tat geschritten.

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Freital: Anschlag auf Auto von LINKEN-Stadtrat

Das „Neue Deutschland“ schreibt:

In der Nacht zum Montag ist auf das Auto des Fraktionsvorsitzenden der Linken im Freitaler Stadtrat, Michael Richter, ein Sprengstoffanschlag verübt wurden. Wie »DIE LINKE. Region Freital« auf ihrer Facebook-Seite berichtet, sind keine Personen zu Schaden gekommen, am Auto läge jedoch ein Totalschaden vor. Der Wagen wurde von der Polizei für weitere Untersuchungen beschlagnahmt.

Noch ist unklar, wer für den Anschlag verantwortlich ist. Aber: »Ich habe die Pro-Asyl Veranstaltungen in Freital mitorganisiert. Auf der Abschussliste stehe ich ganz oben«, so Richter gegenüber MOPO24 . Auch gegenüber »nd« machte Richter deutlich, dass er keinen Zweifel hat, dass der Anschlag aus der Ecke der sogenannten »besorgten Bürger« kommt. Ihm geht es trotz der Umstände gut, so Richter weiter.

Auch das Bündnis »Dresden Nazifrei« hat den Anschlag auf seiner Facebook – Seite verurteilt: »Einmal mehr wird deutlich, dass bei den Neonazis und «besorgten Bürgern» in und um Dresden alle Hemmungen fallen. Möglich gemacht hat das eine sächsische Politik, die lieber auf Kuschelkurs mit Rassist_innen ging als dieses menschenverachtende Gedankengut zu verurteilen, und eine desinteressierte bis ablehnende Zivilgesellschaft, die die eigene Sorglosigkeit und Ruhe über das Recht auf Leben und die körperliche Unversehrtheit anderer stellt.«

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