Archiv für August 2015

Spuren in die Neonazi-Szene

Via der „Blick nach Rechts“:

Brandanschlags in Salzhemmendorf sitzen in Untersuchungshaft, gegen sie wird unter anderem wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes ermittelt.

Mindestens einer der beiden männlichen Verdächtigen des Brandanschlages auf eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf ist Neonazi mit Verbindungen in die durchaus aktive Szene im Weserbergland. Der andere ist aktiver Feuerwehrmann in Salzhemmendorf und half sogar bei den Löscharbeiten, nachdem er wahrscheinlich gemeinsam mit dem 30-jährigen Dennis L., und einer 23-Jährigen Freundin vom Auto aus einen Molotowcocktail in eine Flüchtlingsunterkunft geworfen hatte. Nur knapp entkamen eine Frau und ihre drei kleinen Kinder dem Brand – sie schliefen in der Nacht nebenan. Das Kinderzimmer brannte aus.

„Spiegel TV“ berichtet über einen Zeugen, der zuvor werkelnde Männer in der Garage eines Tatbeteiligten gesehen hatte. Der Ältere des mutmaßlichen Trios, Dennis L. aus Lauenstein im Landkreis Hameln post nicht nur im Shirt der verbotenen Band „Landser“, sondern hört auch „Agitator“ oder „Kategorie C“ und bewundert deren Sänger Hannes Ostendorf. Er kennt die Szene-Band „Hauptkampflinie“ und macht gemeinsam mit einem Feuerwehrmann Sprüche darüber. Einige seiner Facebook-Posts klingen äußerst aggressiv: „Schlagt sie tot“ und dann NS-bezogen: „Für manche Menschen hätte eine Dusche aufbleiben sollen.“ Mutmaßliche Pädophile will er „Tot schlagen!!“ Der 30-Jährige ist wegen Sachbeschädigung und Diebstahls polizeibekannt.

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4.9.2015 Erfurt: Xavier? Nee Du!

Mit dieser Ansage zu einem der bekanntesten deutschen Popsänger möchten wir auf unseren Protest gegen das am 04. September 2015 auf dem Erfurter Domplatz stattfindende Konzert Xavier Naidoos aufmerksam machen.

Einige von uns haben herzhaft zu seinen Liedern mitgesungen. Manche besaßen eine oder mehrere seiner Alben bzw. Singles. Er schrieb tolle Texte, komponierte eingängige Melodien, interpretierte wundervoll romantische Liebeslieder und tat sich sogar eine Zeit lang mit politischem Engagement hervor, das unserem recht nahe kam. Irgendwann vor ungefähr 15 Jahren gab es die „Brothers Keepers“, eine Initiative gegen den bundesweit stärker werdenden Rechtsextremismus. Wer hat nicht den Song „Adriano (Letzte Warnung)“ im Ohr? Eindrucksvoll klang Naidoos Stimme bei dem Refrain dieses Liedes, das an den Tod Alberto Adrianos erinnert, der 2000 in Dessau von Neonazis zusammengeschlagen wurde und an seinen Verletzungen starb.

Warum wir nun gegen ein Konzert Naidoos mobil machen und dazu aufrufen, es zu boykottieren? Dieser deutsche Superstar hat ganz klar Grenzen überschritten!

Er verbreitet verschwörungstheoretischen Unsinn, palavert von der Unfreiheit des deutschen Volkes und macht sich mit rechtspopulistischen Verschwörungstheoretikern und vorbestraften Nazis gemein. Groß war beispielsweise das mediale Echo, als er gemeinsam mit Neonazis, Antisemiten, Verschwörungstheoretikern und den selbst ernannten Reichsbürgern am 03.10.2014 vor dem Reichstagsgebäude in Berlin unter dem Motto „Sturm auf den Reichstag“ demonstrierte.

Er schmückt seine Texte mit antisemitischen, homophoben und volksverhetzenden Passagen. Zuletzt verklagte er die Amadeu Antonio Stiftung, weil sie antisemitische Anknüpfungspunkte in dem Songtext „Raus aus dem Reichstag“ kritisiert hatte. Wir finden es äußerst bedenklich, dass Naidoos Agieren in vielen bürgerlichen Medien unerwähnt bleibt.

Es stört uns, dass das Musik-Business darüber hinweg sieht, weil dieser Entertainer nach wie vor gefragt ist und mit ihm Geld gemacht wird. Wir sind empört darüber, dass Musiker_innen, die wir bis dahin schätzten, seine Popularität und sein TV-Format(Sing meinen Song) als Sprungbrett zur Auffrischung ihrer Karrieren nutzen (in diesem Jahr waren es u.a. die sich häufig gegen rechts engagierenden Die Prinzen, Yvonne Catterfeld, Musiker der Gruppe PUR). Sie dulden und normalisieren somit stillschweigend Naidoos Verschwörungsspinnereien, seine Anbandelungen an rechte Kreise sowie seine homophoben und antisemitischen Texte und legitimieren diese letztlich.

Wir sagen ganz deutlich: Keine völkische, homophobe, antisemitische, rechtspopulistische Kackscheiße!
In keinem Konzertsaal dieser Welt, auch nicht open air und in der Thüringer Landeshauptstadt.
Deshalb: Xavier? Nee Du! #XavierNeeDu

Wir rufen alle Bürger*innen und Initiativen, Vereine usw. dazu auf unseren Protest deutschlandweit zu unterstützen indem ihr dieses Bild unter dem Hashtag #XavierNeeDu teilt.

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„Brainwash“ bei „Hexagone“

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

bestehenden französisch-deutschen „Blood&Honour“-Verbindungen ermöglichen einmal mehr eine Veranstaltung, bei der deutscher Rechtsrock eine Rolle spielt.

Egal ob Kampfsport-Events, Tattoo-Treffen oder das Gedenken an die Kult-Ikone der neonazistischen Musikszene Ian Stuart Donaldson: Im Nachbarland lädt man sich gerne deutsche Bands ein. Diesmal soll „Brainwash“, die Hatecore-Band mit Mitgliedern aus Thüringen und Sachsen, am 5. September bei der südfranzösischen B&H-Sektion „Hexagone“, deren Aktivisten nach eigenen Angaben hauptsächlich aus dem Raum Marseille kommen, auf der Bühne stehen.

Anlass ist das jährliche Gedenken an den Todestag von Donaldson, dem früheren Sänger von „Skrewdriver“ und Gründer der B&H-Bewegung, der am 24. September 1993 bei einem Autounfall verstarb. Außerdem sollen bei „Hexagone“ noch „Nativi“ (Italien) und „Frakass“ (Frankreich) aufspielen. Mitglieder der französischen Rechtsrocker unterstützen übrigens auch die britische neonazistische Band „Brutal Attack“.

Für den gesamten Monat September sind an diversen Orten auf dem Globus „Donaldson-Memorian“-Konzerte angekündigt. Im vergangenen Jahr trat beispielsweise die rechtsgerichtete Bremer Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ bei der französischen Gruppierung auf, ebenso „Non Plus Ultra“ aus Düsseldorf. (hf)

Quelle

NSU-Ausschuss: War ein V-Mann am NSU-Bombenanschlag in Köln beteiligt?

Via „WAZ“:

Könnte ein V-Mann des Verfassungsschutzes die NSU-Bombe in der Kölner Probsteigasse gelegt haben? Der NSU-Ausschuss geht diesem Verdacht nach.

Sie galt als vielleicht spannendste Zeugin des Untersuchungsausschusses des Landtags zur Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU): Mathilde Koller (65), ehemalige Leiterin des NRW-Verfassungsschutzes. Doch als sie am Dienstag in Düsseldorf von den Abgeordneten verhört wurde, blieb vieles im Dunkeln.

Koller war im Sommer 2012 unter dubiosen Umständen „aus persönlichen Grünen“ in den Ruhestand getreten. Vier Monate zuvor hatte sie eine „dienstliche Erklärung“ für den Generalbundesanwalt abgegeben, in der sie eine brisante Entdeckung kundtat. Ein von den Bundesbehörden übermitteltes Phantombild zum NSU-Anschlag von 2001 auf ein Lebensmittelgeschäft in der Kölner Probsteigasse erinnerte die NRW-Verfassungsschützerin an den Extremisten Johann H., der seit 1989 als Vertrauensmann ihrer Behörde geführt wurde. Zugleich betonte Koller damals in der „dienstlichen Erklärung“, dass es keine Anhaltspunkte für eine Tatbeteiligung H.s an dem Kölner Bombenanschlag gebe.

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Nationaler 1. Mai in NS-Tradition

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Erfurt/Nürnberg – Die Neonazi-Partei „Die Rechte“ (DR) wirbt bereits jetzt für zwei Demonstrationen, die am 1. Mai nächsten Jahres stattfinden sollen.

Die ostdeutschen „Rechte“-Landesverbände Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Berlin zieht es nach Erfurt, wo unter dem Motto „Tradition verpflichtet“ das „83-jährige Bestehen des nationalen Arbeiterkampftages“ begangen werden soll. „Huldigen“ will man dort „mit allergrößter Achtung und Respekt all die Unternehmen, die bis heute in Deutschland geblieben sind, deutsche Arbeitsplätze erhalten und damit den Reichtum, Wohlstand und somit den Fortbestand unserer deutschen Nation sichern“.

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28./29.8.2015 Flensburg: Keine Bühne für Nationalismus-Festival

Unser Tipp für das kommende Wochenende:

═══════════ KEINE BÜHNE FÜR NATIONALISMUS! ══════════

In Deutschland ist es wieder chic, stolz auf sein Land zu sein und ausländerfeindliche Ressentiments zu äußern. Eine rechtsoffene Musikindustrie versucht aus diesem wiedererwachenden Nationalgefühl Geld zu machen und veräußert sich auf Grauzonen-Festivals.

Die Luftschlossfabrik Flensburg und das Aktionsbündnis ‚Keine Bühne für Nationalisten‘ setzen dieser Entwicklung eine entschlossene Absage entgegen. Vom 28. bis 29. August – zeitgleich zum Baltic Open Air Festival in Schleswig – werden auf dem Gelände des libertären Kulturkollektivs links-alternative Bands unserem Protest eine Stimme verleihen.

Und ihr seid alle herzlich dazu eingeladen!

Warum findet das Festival in Flensburg und nicht in Schleswig statt? Das ist unsere Anklage an die Stadt: Wer Jugend- und Politikarbeit vernachlässigt, öffnet den Rechten Tür und Tor! Schleswig braucht Schutzräume, von wo aus oppositionelle oder antifaschistische Arbeit organisiert werden kann.

NO RACISM! NO FASCISM! NO NATIONALISM! NO ANTISEMITISM! SMASH THE GREYZONE!

NO SEXISM! NO ANTI-HOMOSEXUALISM! REFUGEES WELCOME!

════════════════════ LINE-UP ════════════════════

THE RUMJACKS (AU), ROBINSON KRAUSE, WHITE WALLS, NOTGEMEINSCHAFT PETER PAN, KRANK, JUST WAR (CZ), VOLVOX, DEATH HOAX, EDGAR R., BOVARY, KOLLMARLIBRE, ZOI!S, EXKREMENT BETON, BORDERPAKI, MORBUS DOWN, CRASS DEFECTED CHARACTER, STACKHUMANS, PIGPRIDE (HU), SOLID CHAINS, LEBEN, THE DOCKYARD, TOXIC ENEMY, LIRR., SKIN, RØKT ØRRET

Eintritt auf Spendenbasis.

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Ausrüstung für Flüchtlingsfeinde

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Belohnt werden sollen mit dem Rabatt die „couragierten Volksgenossen“, die mit ihrem „starken Widerstand“ ein „Zeichen gegen Asylmissbrauch“ setzen würden: „Heidenau ist durch seine mutigen Bewohner, die sich nicht mit der Errichtung eines Asylheims abfinden wollen, in aller Munde“, heißt es beim „Antisem“-Versand des Dortmunder „Die Rechte“-Funktionärs Michael Brück.

Für den „starken Widerstand“ räumt er allen Bestellern aus der Sächsischen Schweiz einen Preisnachlass an. Sturmhauben bekommen sie für die Hälfte des Preises. Pfefferspray kostet sie statt sechs nur vier Euro. Und wer aus der Region rund um Heidenau eine Zwille bestellt, die nach Brücks Meinung ohnehin „in keinem deutschen Haushalt fehlen sollte“, erhält obendrauf noch 50 Stahlkugeln gratis. Man wolle, so Brücks Versand, „politische Strukturen in der Region – mit unseren bescheidenen Mitteln – unterstützen“.

Seine Partei kommentierte derweil heute die Berichte über ein im brandenburgischen Nauen abgebranntes Flüchtlingsheim mit den Worten, es sei „natürlich immer wieder bedauerlich, wenn mit dem Brand eines Hauses deutsches Volksvermögen vernichtet wird“. Die „Herrschenden“ würden es aber einfach nicht kapieren, „dass das deutsche Volk endgültig die Schnauze voll von dem Asyl-Wahnsinn hat“. Deshalb würden „leider auch in Zukunft noch Häuser brennen“. (ts)

Quelle

„Live in Sachsen“ mit „Lunikoff“

Via der „Blick nach Rechts“:

Neonazis aus Dortmund und Baden-Württemberg laden zu einem Musikevent am 5. September ins Vogtland ein.

Sachsen kommt nicht zur Ruhe. Für den 5. September mobilisieren radikale Kräfte der Partei „Die Rechte“ zu einer „Großveranstaltung unter freiem Himmel“ auf das Gelände der NPD-Frau Beatrix Rink in Neuensalz im Vogtland. Ab 14.00 Uhr (bis Mitternacht) laden die Landesverbände Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in den Ortsteil Zobes ein. Dort wählte 2014 jeder vierte Einwohner die NPD. Jetzt aber beherbergt das Ehepaar Rink die Konkurrenz.

Anmelder ist der Dortmunder Neonazi Christoph Drewer, als Versammlungsleiter werden Nazi-Hooligan Nils Larisch aus Leipzig und der ehemalige Vordenker der „Autonomen Nationalisten Dortmund“ Alexander Deptolla, angegeben. Das Thema lautet: „Heraus zum Tag der deutschen Zukunft 2016 – Freiheit für Horst Mahler“. Es werden 700 bis 1000 Gäste erwartet. Bei schlechtem Wetter wollen die Veranstalter ein Zelt aufbauen, drei Bierwagen sollen für Stimmung sorgen. Der Eintritt ist mit 25 Euro vorgesehen und die Organisatoren wollen einen Shuttle-Service von einem großen Parkplatz in Plauen nach Zobes einrichten.

Zur musikalischen Unterhaltung treten die „Lunikoff Verschwörung“ aus Berlin sowie die sächsischen Bands „Sachsonia“, „Tätervolk“ und „Überzeugungstäter“ an. Aus Brandenburg soll „Uwocaust“ alias Uwe Menzel anreisen. Menzel stand ebenso wie „Lunikoff“ alias Michael Regener dem Chemnitzer „Blood&Honour“-Netzwerk nahe. Eintrittskarten für die Feier „Live in Sachsen“ werden seit dem 17. August von PC Records in Chemnitz angeboten. Bei den letzten beiden Großveranstaltungen im sächsischen Zobes gab es kaum Proteste.

Quelle

Kein Ende in Sicht

„Inforiot“ schreibt:

Am Abend des 25. August haben knapp 350 Men­schen gegen Ras­sis­mus und Neo­na­zis in Nauen demons­triert. Anlass war der Brand einer Turn­halle, die als Not­un­ter­kunft für Geflüch­tete genutzt wer­den sollte, in der Nacht von Mon­tag zu Diens­tag. Die Unter­kunft sollte in weni­gen Tagen vor­über­ge­hend bezo­gen wer­den, da ein Gebäude zur wei­te­ren Unter­brin­gung noch errich­tet wer­den soll.

Ras­sis­ti­sche Gewalt: Kein Ende in Sicht

Gegen zwei Uhr Nachts brannte die Turn­halle bereits so stark, dass die Feu­er­wehr keine Chance hatte das Gebäude zu ret­ten, berich­tet die MAZ. Es brannte kom­plett aus. Zu sehen sind nur noch ver­rußte Wände und durch­ge­brannte Über­reste von Kabeln und Ver­klei­dung. Auch wenn bis­her keine Tat­ver­däch­ti­gen ermit­telt wur­den, ist mit ziem­li­cher Sicher­heit klar, dass es sich hier um einen ras­sis­ti­schen Anschlag han­delte. Denn der Angriff auf die geplante Not­un­ter­kunft in der Klein­stadt Nauen kam nicht über Nacht. Er kam quasi mit Ankün­di­gung. Immer wie­der waren in Nauen ras­sis­ti­sche Vor­fälle bekannt gewor­den. Ange­fan­gen bei einer Bürger_innenversammlung zum Thema Unter­brin­gung im Februar, die von Neo­na­zis so mas­siv gestört wurde, dass die Ver­an­stal­tung abge­bro­chen wer­den musste. Es folg­ten Kund­ge­bun­gen gegen Asyl­po­li­tik u.a. im Mai von der ras­sis­ti­schen Face­boo­kin­itia­tive „Zukunft Nauen“ und durch die NPD im Juli. Im Juni und Juli kam es zu einer Serie von Anschlä­gen auf Par­tei­bü­ros der Lin­ken und der SPD.

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Siehe auch:
Nauen: Kundgebung und Spontandemo nach mutmaßlichem Brandanschlag auf Flüchtlingsnotunterkunft

Heidenau: Der Abgrund hinter der Idylle

„Publikative.org“ berichtet:

Freital, Meißen, Heidenau – das klingt nach deutscher Idylle: Scheinbar liebenswerte Städtchen, in denen die kleine Welt noch in bester Ordnung glänzt und die Nachbarn gemeinsam anpacken. Beispielsweise mit dem netten Nazi von nebenan gegen Flüchtlinge, die in einem leerstehenden Baumarkt untergebracht werden sollen. Der zivilisatorische Abgrund reißt in der Provinz auf.

Deutschland ist ein vielfältiges Land, heißt es. In der Tat. Während vor allem in den großen Städten Tausende Bürger den Menschen aus Bürgerkriegsländern tatkräftig helfen, schließen sich anderswo „besorgte“ Bürger bedenkenlos dem braunen Mob an. Parolen, die einst für demokratische Forderungen gestanden haben sollen, werden umstandslos reaktionär aufgeladen: Wir sind das Volk! – das klingt heute nach Ausgrenzung und der tumben Herrschaft der Straße – nicht nach universellen Menschenrechten und demokratischer Mitbestimmung.

Rassismus und Rechtsextremismus brechen dort aus, wo diese Phänomene auf wenig bis gar keine Gegenwehr stoßen. Wo verharmlost und weggeschaut wird, statt offen zu widersprechen. Wo das Image wichtiger ist als der Schutz von Grundrechten. Und all das ist vor allem in Sachsen der Fall, dort, wo über Jahre der größte Neonazi-Aufmarsch Europas stattfand; wo NPD und nun die AfD Rekordergebnisse erzielten; dort, wo Rechtsterroristen ungestört in einem „Untergrund“ gelebt hatten, der gar keiner war – und wo Richter so lasche Urteile gegen militante Neonazi-Banden fällten, dass sie von höheren Instanzen kassiert wurden.

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Siehe auch:
#Heidenau – Ein Erlebnisbericht…
#Heidenau – Die zweite Nacht
Der rassistische Mob darf nicht die Oberhand gewinnen

Reichsbürgeraktivist Xavier Naidoo erpresst Medien und die Amadeu Antonio Stiftung

Via „Indymedia Linksunten“:

Xavier Naidoo klagte vor dem Landgericht Mannheim gegen die Amadeu Antonio Stiftung und den Autor Roland Sieber mit Berufung auf das noch nicht rechtskräftige Münchner Urteil im Prozess des rechtspopulistischen Verlegers und Volksfrontaktivisten Jürgen Elsässer gegen Jutta Ditfurth wegen eines Artikels auf Netz-gegen-Nazis.de.

Scheinbar kamen weder der Autor noch die antifaschistische Amadeu Antonio Stiftung einer Abmahnung des Mannheimer Popstars und Reichsbürgeraktivisten gegen einen Artikel nach. Trotz Xavier Naidoos Drohungen mit einem teuren und langwierigen Prozess unterschrieben die Angegriffen wohl dessen Unterlassungserklärung nicht. Vor dem Prozess zeigten sich die von Xavier Naidoo Angegriffenen zuversichtlich in allen Punkten vor Gericht Recht zu bekommen. Am Mittwoch, den 19. August 2015 fand ab 13 Uhr dann die mündliche Verhandlung am Landgericht Mannheim statt.

Zu Beginn der Hauptverhandlung erhöhte der Vorsitzende Richter den Streitwert von 15.000 Euro auf 100.000 Euro. Im weiteren Verhandlungsverlauf lässt der Vorsitzende Richter aber durchblicken, dass er den Antisemitismusvorwurf in dem Artikel „Xavier Naidoo: Telegramm für X oder wie bringe ich Reichsbürger-Inhalte ins Fernsehen“ für eine zulässige Meinungsäußerung hält. Dies wollte Xavier Naidoo nicht in einem Urteil haben und war deshalb zu einem Vergleich bereit.

Das Ärgerliche an der Sache ist, dass die Amadeu Antonio Stiftung um verständlicherweise das Kostenrisiko möglichst klein zu halten und um die Finanzierung ihrer zahlreichen Projekte gegen menschenfeindliche Einstellungen wie unter anderem gegen Rassismus und Antisemitismus durch einen noch teureren Rechtsstreit nicht zu gefährden, auf einem Vergleich aus war, wenn der Mannheimer Popstar dafür bei den nicht unerheblichen Gerichtskosten entgegen kommt.

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Bundestag: Übersicht über rechtsextremistische Musikveranstaltungen im 2.Quartal 2015

Im zweiten Quartal 2015 haben in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung 25 rechtsextremistische Musikveranstaltungen stattgefunden, darunter 15 Konzerte und zehn Liederabende. Dabei wurden die 15 Konzerte von insgesamt etwa 3.910 Personen besucht und die zehn Liederabende von insgesamt zirka 730 Personen, wie aus der Antwort der Bundesregierung (18/5687) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/5588) hervorgeht.

Quelle: Deutscher Bundestag

1.-15.8.2015: Rechtsoffene bis RAC-Konzerte

Unsere Übersicht von rechtsoffenen bis offen rechten Konzerten aus dem Oi!- und Deutschrockbereich für die erste Hälfte des August 2015:

- 6.-8.8.2015: Entenfang Torgau: „18. Endless Summer“-Festival mit diversen rechtsoffenen Band. U.a. mit „Discipline“, „Toxpack“, „Grade2“, „Soifass“…

- 6.-9.8.2015: Rebellion Festival/Blackpool (England): Neben ein paar linken Punkbands spielten auch dieses Jahr wieder diverse rechtsoffene und auch RAC-Bands – u.a.: „The Business“, „Last Resort“, „Argy Bargy“, „Goldblade“, „Toxpack“, „Booze & Glory“, „Gonads“, „Gimp Fist“, „Control“, „Last Seen Laughing“, „Resistance 77“, „Crashed Out“, „The Warriors“. Komplette Bandübersicht hier: http://www.rebellionfestivals.com/line-up/stages

- 7./8.8.2015: “Musicburg”/Aarburg: “6. Onkelznacht”/Schweiz: Es wurden die rechtsoffenen Deutschrockbands “Unantastbar”, “Thekenproleten”, “King Kongs Deoroller”, “Engel in Zivil” und “Enorm” angekündigt.

- 7.8.2015: Limberg: „Rock and Bike Festival“ mit den stark rechtslastigen „Limited Booze Boys“.

- 8.8.2015: „Rockarena“/Limburg/Lahn: „Stammtisch Inferno“ mit verschiedenen Deutschrockbands: „9mm“, „Local Bastards“, „Formlos“, „Gnadenstoß“ und „Vorlaut“.

- 8.8.2015: Sachsen: „Privatparty“ mit den stark rechtslastigen „Limited Booze Boys“.

- 8.8.2015: Blackpool/England: Parallel zum “Rebellion Festival” fand auch noch ein waschechtes Nazikonzert statt. „Unsoppable Hate Distributions“ präsentierten „Indecent Exposure“ (Erster Auftritt in England seit 1987), „The Patrons“, „No Quarters“ und „Pressure 28“.

- 14.8.2015: „Irish Harp“/Wittenberg: „Oi!-Unplugged“ mit den RAC-Sängern „Tim Steinfort“ von Discharger und „Stöbi“ von der „Martens Army“ featuring „Phil Warrell“.

- 14.8.2015: Ulm: „Hasscontainer“ präsentierte u.a. die patriotischen/rechtsoffenen Bands „Slapshot“, „Lousy“. „Scharmützel“.

- 14.8.2015: Bogota (Kolumbien): „Unity Festival“ mit rechtsoffenen Bands – u.a. „Jenny Woo“ und „Lion´s Law“.

- 15.8.2015: „Gold Nugget Bar“/Gera: „Oi!-Unplugged“ mit den RAC-Sängern „Tim Steinfort“ von Discharger und „Stöbi“ von der „Martens Army“ featuring „Phil Warrell“.

- 15.8.2015: Hahnenklee/Auf dem Bocksberg: Deutschrockkonzert mit „Enorm“ und „Ohrentod“.

- 15.8.2015: „Panic Room“/Essen: „Art Work Merchandising“ präsentierte auf dem „Rudeboys Summer Meeting“ u.a. die RAC-Froinde von „Evil Conduct“ und die patriotischen „Slapshot“.

- 15.8.2015: Frauenprießnitz bei Jena: „Riebitz Festival“ mit den rechtsoffenen Deutschrockbands „Wilde Jungs“, „Herzlos“, „Morgenrot“ u.a.

Neonazi-Überfall in Ballstädt aufgeklärt?

Das „Antifainfoblatt“ berichtet:

15 Monate nach dem brutalen Überfall von Neonazis in Ballstädt im Landkreis Gotha (Thüringen) hat die Staatsanwaltschaft Erfurt nun eine Anklage wegen Körperverletzung gegen 15 Neonazis erhoben. Bei der Gewalt­attacke hatten bis zu 20 vermummte Neonazis am 9. Februar 2014 in Ballstädt eine Feier der Kirmes-Gesellschaft gestürmt, zehn Menschen teils schwer verletzt und in den Räumen erheblichen Sachschaden angerichtet.1 Die LKA-Ermittlergruppe „Zentrale Ermittlungen und Strukturaufklärung — rechts“ (ZESAR) hatte daraufhin 17 Verdächtige ermittelt und knapp 200 Spuren ausgewertet. Eine Woche nach dem Überfall waren vier Männer und eine Frau festgenommen worden, der einschlägig vorbestrafte Thomas Wagner, Frontmann der Rechtsrock-Band „Sonderkommando Dirlewanger“ (SKD), kam in Untersuchungshaft. Weil er gestand, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, kam er im April 2014 wieder auf freien Fuß.

Erneutes Behördenversagen?

In dem Ort mit 700 Einwohner_innen ist die Angst geblieben. Daran hat auch die Verleihung des Thüringer Demokratiepreises an die „Ballstädter Allianz gegen Rechts“ für ihre Arbeit gegen Neonazis nichts geändert. Noch immer wartet man hier auf die juristische Aufarbeitung, und auch nach der Anklageerhebung ist der Prozessbeginn noch nicht in Sicht. Im Juli 2014 berichtete die parteilose Bürgermeisterin Erika Reisser über die Stimmung im Ort: „Es hat sich nichts geändert, die Angst steckt schon in den Leuten noch drinnen“. Politiker_innen der Partei „DIE LINKE“ kritisierten im Zusam­men­hang mit der Anklageerhebung zum Ballstädt-Überfall, dass in der Presseverlautbarung der Staatsanwaltschaft das in der rechten Gesinnung wurzelnde Motiv der Tat keine Erwähnung gefunden habe. Auch der Thüringer Verfassungsschutz geriet in diesem Fall wieder einmal unrühmlich in die Öffentlichkeit. Der Fernsehsender MDR hatte im Februar 2014 darüber berichtet, dass er die telefonische Verabredung zum brutalen Überfall von Ballstädt zwar abgehört, aber angeblich erst Tage danach ausgewertet habe.

Von Crawinkel nach Ballstädt

2013 war Thomas Wagner in die ehemalige Bäckerei („Gelbes Haus“) in Ballstädt gezogen, die der Neonazi André K. mit Steffen Mäder aus dem Umfeld der Band „Sonderkommando Dirlewanger“ (SKD) erworben hatte. Doch anders als ursprünglich geplant konnte Steffen Mäder dort nicht einziehen: Er wurde im Jahr zuvor in Österreich verhaftet und später wegen Beteiligung am extrem rechten, kriminellen Netzwerk „Objekt 21“ zu knapp vier Jahren Haft verurteilt.2 Die Rechtsrock-Band „Sonderkommando Dirlewanger“ (SKD) war 2005 gegründet worden und benannte sich nach der SS-Sondereinheit Dirlewanger von Oskar Dirlewanger, die in großem Ausmaß Kriegsverbrechen beging. Auf den Covern ihrer Tonträger kokettiert SKD ungeniert mit dem Hakenkreuz. Die Band produzierte mehrere CDs und ist auf zahlreichen Split-CDs und Samplern vertreten. Dazu gehören auch Veröffentlichungen der im Jahr 2000 verbotenen „Division Deutschland“ des Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“. Vor dem Umzug nach Ballstädt hatte die Neonazi-Band ihren Schwerpunkt in einem von Bandmitgliedern gekauften Haus im 30 Kilometer entfernten Crawinkel, das daraufhin zum Ort für Neonazi-Konzerte und –Feiern wurde. Die Bewohner und ihr Umfeld nannten sich „Hausgemeinschaft Jonastal“ und wählten wohl nicht zufällig die Abkürzung „HJ“. Die Gruppierung fiel seit 2012 immer wieder durch gewalttätige Aktionen auf: Vor einem linksalternativen Hausprojekt sollen Mitglieder eine „Kugelbombe“ gezündet haben, für ein Foto unter dem Titel „NSU Reloaded“ posierten sie mit Anscheinswaffen. So wundert es nicht, dass aus dem Umfeld dieser Kameradschaft der Großteil der Personen stammt, die verdächtigt werden, an dem Überfall in Ballstädt beteiligt gewesen zu sein. Dazu gehören die dritte Bewohnerin vom „Gelben Haus“ in Ballstädt Christina H., die seit 2012 zum Umfeld des ehemaligen rechten Hausprojekts in Crawinkel zählte, und ihr Freund Tony St.. Der mindestens seit knapp zehn Jahren aktive Neonazi zählt seit langem zur Gothaer Kameradschaftsszene und zum Umfeld der „Hausgemeinschaft Jonastal“. Durch die langjährigen Verbindungen zu SKD führen die Spuren des Überfalls auch in die Thüringer Rechtsrock-Szene wie zu dem Rechtsrock-Musiker Rocco B. sowie Mitgliedern der extrem rechten Bands „Skuld“ und „Unbeliebte Jungs“ oder „Volksverhetzer“. Die Ermittlungen richten sich auch gegen die langjährige Neonazi-Aktivistin Ariane Sch., die der „Kameradschaft Jonastal“ zugerechnet wird und nach der Verhaftung von Thomas Wagner ein Spendenkonto eingerichtet hat. Damit sollten offenbar Zahlungsschwierigkeiten bei der Abzahlung des Hauskredites aufgefangen und die Beschuldigten während des laufenden Verfahrens finanziell unterstützt werden. Im Visier der Ermittler steht auch Marcus R., der seit 2005 durch Straf- und Gewalttaten von sich reden macht und als Model für das Neonazi-Mode-Label „Ansgar Aryan“ posierte.

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Hammerskins in Skandinavien

Neben der bereits seit einigen Jahren existierenden Hammerskin-Sektion Schweden, gibt es nun seit 2015 auch in Finnland ein eigenständiges Chapter der „Crew 38“.

Am 1.8.2015 fand das erste Rechtsrockkonzert der finnischen Hammerskins in Jyväskyla statt. Unter dem Motto „Race´n Roll“ spielten die Nazibands „Marder“ und „Pylvanainen“.

Für den 5.9. kündigen die Hammerskins Finnland in Lavantai bereits das nächste Konzert an. Es sollen die NSBM-Band „Goatmoon“ und „Vapaudenristi“ auftreten.

Es bleibt abzuwarten, ob es sich bei der finnischen Hammerskinsektion um eine Eintagsfliege handelt oder sich die Strukturen des weltweit agierenden militanten Neonazimusiknetzwerkes in Skandinavien weiter etablieren.

Bisher galt Schweden als die unangefochtene Hochburg in Skandinavien in Punkto „Blood & Honour“ und „Hammerskins“. Die schwedische Sektion veranstaltete zuletzt am 16.5. ein Rechtsrockkonzert unter dem Motto „Segerblot“ featuring „Vit Legion“, „G.U.D.“ und „Brad“ von der englischen „Blood & Honour“-Band „Blackout“.

Größere Veranstaltungen der schwedischen Hammerskins waren zuletzt die „Ian Stuart Memorial“-Konzerte in den Jahren 2013 und 2014 mit zahlreichen Bands aus der internationalen Rechtsrockszene: „Division Germania“, „Steelcapped Strength“, „Kommando Skin“, „Endless Pride“, „Alexandra & Barny“ (alle 2013), „Mistreat“, „Ädelvit“, „Wafflor Waffen“, „Bisson and The Vikings“, „Frontalkraft“, „Blackout“, „Die Lunikoffverschwörung“ und „Barny“ (alle 2014).

Und auch „Blood & Honour“/“C18“-Schweden ist weiterhin umtriebig. Für den 29.8.2015 ist ein Balladenabend mit „Fylgien“ aus Berlin und Marko von „Oidoxie“ geplant. Am 28.11.2015 soll ein Konzert mit der Rechtsrockkultband „Blue Eyed Devils“ stattfinden.

Quellen:
HSN/Crew 38 Finnland
HSN/Crew 38 Schweden
Blood & Honour/Combat 18 Schweden

Mehr Infos zu den Hammerskins und Blood & Honour hier und hier.

21./22.8.2015: IchSucht, The Flexfitz, Kira Kanoa und One Step Ahead

Unser Ausgehtipp fürs Wochenende:

Schmutzstaffel – Jugendschmutzgesetz

Miefig ungewaschen. Keine Kohle in den Taschen. Niemals Teil der Masse. Schmutzstaffel!
Ordentlich hart am Hustlen. Tourgeld für Schnaps verprassen. Immer zu am Hassen. Schmutzstaffel!

Die Zwille durchgeladen, ein paar Frei.Wild -Fans zerlegt. Sind die noch bei Sinnen, oder einfach nur gelähmt? Eltern fürchten um die Jugend, Gefühle werden verletzt. Die Schmutzpunx sie bringen euch das Jugendschmutzgesetz.

Hier kommt das Ende eurer Zukunft. Hier kommt die Kotze des Verstands. Das Krebsgeschwür der Merkel-Ära. Die Jugendschmutz-Punks.
Wir sind die Schmutzstaffel-Punks!

Komplettes Album zum anhören gibt es hier.

Brandenburger Ministerium sperrte V-Mann-Akten zum NSU

Via „Neues Deutschland“:

Geheimdienstbehörde in Potsdam verweigert Zusammenarbeit mit Münchner Oberlandesgericht

Das Brandenburger Innenministerium verweigert dem Münchner Oberlandesgericht offenbar wichtige Hilfe im NSU-Prozess. Wieder einmal geht es um den V-Mann »Piatto«, abermals will die Geheimdienstbehörde aus Potsdam Aufklärern keinen Einblick in die entsprechenden und durchaus relevanten Akten geben.

Der Klarname des früheren Top-Informant lautete Carsten Szczepanski. Seit seinem Aussscheiden aus dem Dienst vor nunmehr 14 Jahren hält ihn der Brandenburger Geheimdienst unter neuem Namen an unbekanntem Ort versteckt. Vor dem Münchner Oberlandesgericht, das über einstige Mitglieder und Helfer des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) zu urteilen versucht, konnte sich der Zeuge mehrfach nur spärlich erinnern. Dabei hatte der rechtsextremistische Gewalttäter, der im Knast vom Brandenburger Geheimdienst rekrutiert worden war, sein Führungsleute über die Beschaffung von Waffen und Pässen für das untergetauchte Jenaer Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und die in München nun angeklagte Beate Zschäpe informiert. Und zwar vor dem ersten von insgesamt zehn Morden, die man dem NSU zuordnet. »Piatto« habe, so rühmte sich der Brandenburger Verfassungsschutz nach dem Auffliegen des NSU im November 2011, »als bundesweit einzige Informationsquelle« weiterführende Hinweise auf den Verbleib dreier flüchtiger Neonazis aus Thüringen» geben.

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Siehe auch: NSU-Prozess: Verfassungsschutz sperrt beschlagnahmte Akte

Hooligans planen Revival

Die „Junge Welt“ schreibt:

»Hogesa«-Netzwerk will sein vermeintliches »Wunder von Köln« wiederholen. Antifaschisten planen, erneuten Großaufmarsch zu verhindern.

Im Oktober dieses Jahres dürfte es in verschiedenen bundesdeutschen Städten erneut zu Zusammenkünften von rechten Hooligans und Neonazis kommen. Das »Hogesa«-Netzwerk (»Hooligans gegen Salafisten«) ruft seine Anhänger beispielsweise für den 25. Oktober erneut nach Köln. Zur Erinnerung: Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor waren über 5.000 Rassisten marodierend durch die Straßen der Domstadt marschiert und hatten Jagd auf vermeintliche Antifaschisten und Migranten sowie auf Journalisten und Polizeibeamte gemacht. Die lediglich rund 1.300 Polizisten, die damals eingesetzt worden waren, hatten sichtlich Mühe, den aufgeheizten rechten Mob in Schach zu halten. Bei der An- und Abfahrt kam es zu rassistisch motivierten Übergriffen in verschiedenen Zügen. Außerdem demolierten die Rechten eine Bäckerei im Kölner Hauptbahnhof. Anfang August dieses Jahres wurde ein 25jähriger vom Amtsgericht Köln wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt. Er soll während der Randale der extremen Rechten am 26. Oktober 2014 eine Polizeibeamtin mit einem Staubsaugerrohr angegriffen haben. Insgesamt 49 Polizisten waren bei dem damaligen Gewaltexzess verletzt worden. Danach hatte es harsche Kritik am nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) gegeben. So hatte Jäger behauptet, der aus dem Ruder gelaufene Einsatz habe »funktioniert«. Selbst die Kölner Polizei ging danach auf Distanz zu ihrem Dienstherrn (jW berichtete).

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„Die Rechte“ zwischen SA und Partei

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Mit provokativen Aktionen sorgt die neonazistische Worch-Partei für Propaganda und mediale Schlagzeilen – zur Festigung ihres Parteienstatus‘ plant sie Kandidaturen zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

„Die Rechte“ macht im kommenden Frühjahr zumindest in zwei Bundesländern ganz auf Partei. Nicht nur in Sachsen-Anhalt will sie sich knapp vier Jahre nach ihrer Gründung erstmals an einer Landtagswahl beteiligen. Auch in Baden-Württemberg hoffen die Neonazis, im nächsten März auf den Stimmzetteln stehen zu können. Weil die Personaldecke zu dünn ist, allerdings nur in einigen wenigen Wahlkreisen.

Zwar konnte man in Baden-Württemberg im vorigen Jahr nach Angaben des Verfassungsschutzes von 30 auf 80 Partei-„Kameraden“ zulegen – große Sprünge lassen sich damit aber nicht machen. „Ein flächendeckender Wahlantritt ist für uns derzeit leider noch nicht zu realisieren“, räumt „Die Rechte“ ein. Mehr als 200 Mitglieder müsste die Partei haben, um zwischen Mannheim im Norden und Friedrichshafen im Süden flächendeckend Kandidaten aufstellen zu können. Mindestens 35 Kandidaten würden benötigt, damit alle Wahlkreise besetzt werden könnten. Und schließlich müssten in jedem Wahlkreis 150 Unterstützungsunterschriften gesammelt werden, unterm Strich 10 500 Unterschriften.

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