Sachsen, ganz normal

Die „Jungle World“ berichtet:

In den deutschen Dörfern wütet der Mob besorgter Bürger, die man heute unter ­anderem »Asylkritiker« nennt. In Freital, wo der ganz normale Rassismsus seine hässlichste Fratze zeigt, nennt man ihn inzwischen wenigstens beim Namen.

Gelegen zwischen grün bewachsenen Hügeln unweit von Dresden reihen sich die sanierten Altbauten an Plattenbauten und Reihenhaussiedlungen mit Deutschlandfahnen im Garten. Kulturdenkmäler, ein Schloss auf einem Hügel und ein kleiner Fluss komplettieren das Bild des sächsischen Hinterlandes. Freital könnte eine perfekte kleinbürgerliche Idylle sein. Doch wo diese Bürgerlichkeit herrscht, ist der Rassismus nicht weit.

Zuletzt ging der Rassistenmob am vergangenen Freitag auf die Straße. Die sogenannte »Bürgerinitiative Widerstand Freital« hatte am Wochenende drei Konzerte und ein »Bürgerfest« angemeldet. Geladen war unter anderem das rechte Rapperduo A3stus, das im vergangenen Jahr bei rassistischen Kundgebungen in Berlin Hellersdorf und bei Hogesa Hetzkonzerte spielten. Das Frei­taler Stadtfest sollte vor dem ehemaligen Leonardo-Hotel stattfinden, das seit März als Unterkunft für Asylsuchende und seit kurzem auch als Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete genutzt wird. Über 30 rassistische Kundgebungen hat es seitdem in Freital gegeben.

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