Archiv für September 2015

Frei.Wild-Security zieht vor der Cap San Diego auf …

25. Sep. 2015 — … und es wird von Leuten mit Frei.Wild-T-Shirts Equipment an Bord des Schiffes gebracht.

LIVE-Beobachtungen von heute um 14 Uhr, Mosaiksteine fügen sich zusammen.

Nun ist auch klar, weshalb die Geschäftsführung der Cap San Diego, das Hamburger Gastmahl und die Stiftung Hamburger Admiralität in den letzten Tagen so laut geschwiegen haben …

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Rechtes Szenelabel nahe Asylheim in Nauen

Via „PNN“:

Erst im August gab es hier einen Anschlag auf ein geplantes Asylheim. Nun hat in Nauen ausgerechnet eine Firma, die „Thor Steinar“ verkauft, eine Immobilie ersteigert – unweit einer anderen Flüchtlingsunterkunft.

Nauen – Eine Firma, die mit dem in der rechtsextremistischen Szene beliebten Modelabel „Thor Steinar“ handelt, hat in Nauen (Havelland) unweit einer in Bau befindlichen Asylunterkunft eine Immobilie erworben. Es handelt sich um ein Einfamilien- und ein Mehrfamilienhaus, beide leer stehend, sowie ein sanierungsbedürftiges Saalgebäude.

Bei Neonazis beliebt: Die Outlet-Firma vertreibt „Thor Steinar“

Konkret geht es um die Firma Skytec Outlets GmbH, die ihren Sitz in Mittenwalde bei Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) hat und die Marke Thor Steinar in einem Outlet-Shop vertreibt. Sie firmiert unter derselben Adresse wie die eigentliche Thor-Steinar-Firma.

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Online-Geschäft lebt wieder auf

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Tostedt –Einschlägige Tonträger, szenetypische Bekleidung und andere entsprechende Utensilien sind seit mehreren Wochen nun wieder in Tostedt (Landkreis Harburg) zu bestellen.

Laut Impressum von Streetwear Tostedt ist jetzt Denny Reitzenstein für die Geschäfte verantwortlich – eine ebenso schillernde Figur im rechtsextremen Spektrum wie der bisherige Betreiber unter dem nicht veränderten Namen des Onlinehandels, Stefan Silar. Letzterer hatte bis zum 31. Januar 2013 über Jahre in dem Ort in Nordniedersachsen neben dem Versandhandel auch ein Ladengeschäft, das zugleich als Treffpunkt für Neonazis diente. Silar hatte stets gute Drähte zu Organisatoren von Rechtsrock-Konzerten. Manch einer sagte ihm nach, sogar selbst in dem Bereich als Strippenzieher zu fungieren.

Der aus Buchholz stammende Reitzenstein, der auch der dort neonazistischen „Aktionsgruppe Nordheide“ zuzuordnen ist, rückte vor zwei Jahren in den Fokus des Generalbundesanwalts, als dieser wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung gegen sechs Aktivisten eines deutsch-niederländisch-schweizerischen Quartetts namens „Werwolf Kommando“ ermittelte. Anlass waren dabei offenbar auch Erkenntnisse aus einer im März des Jahres angeordneten Hausdurchsuchung bei dem Buchholzer, die nach Feststellung seiner Personalien im Zuge eines nächtlichen Marsches mit Masken durch Hamburg-Harburg als Beitrag der bundesweit propagierten „Unsterblichen“-Kampagne erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt wurde Reitzenstein noch der vorwiegend von Hamburg aus operierenden „Kameradschaft Weisse Wölfe Terrorcrew/Hamburger National-Kollektiv“ zugerechnet. Der Terrorismus-Vorwurf des Generalbundesanwaltes ließ sich aber nicht aufrecht erhalten. Ganz hat Silar die Geschäfte dann offenbar aber doch nicht seinem rund zehn Jahre jüngeren Nachfolger überlassen, läuft die Domain der Homepage doch noch immer unter seinem Namen. (hf)

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HH: „Frei.Wild“ am 25.09. auf der Cap San Diego. Enterhaken raus und Nationalisten wässern!

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Gerüchte gab es viele, nun steht es fest. Die „Rechtsrock“-Band „Frei.Wild“ will am Freitag, 25.09. ab 18 Uhr ein Geheimkonzert vor mehreren hundert Besucher_innen auf dem Museumsschiff Cap San Diego im Hamburger Hafen geben.

Das sollte doch die Gelegenheit sein, die nationalistsch-tümmelnden Musikanten und ihre illustre Gästeschar auf hanseatische Art zu begrüßen. Enterhaken raus und die Kackscheisse vom Land und vom Wasser aus angreifen!

Die Mopo berichtete bereits vor ein paar Tagen über entsprechende Gerüchte:

http://www.mopo.de/musik---partys/-frei-wild--in-hamburg-gold-konzert-au…

Nun wurden aber auch entsprechende Dienstleister, u.a. für Bühnentechnik gebucht. Dabei rutschte wohl eher versehentlich durch, dass es es sich bei dem Konzert um „Frei.Wild“ handelt.

Sicherlich freuen sich über kreativen Protest auch folgende Profiteure:

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Rechtsrock-Konzert auf dem Erfurter Herrenberg

Via „Erfurt nazifrei!“:

Nur fünf Monate nach ihrem letzten Konzert in Erfurt tritt die extrem rechte Band „Kategorie C“ erneut in der Neonazi-Kneipe „Kammwegklause“ im Erfurter Stadtteil Herrenberg auf. Nach Informationen der „antifaschistischen koordination erfurt“ [ake] liegt eine Anmeldung für ein entsprechendes Konzert mit 120 Besucher_innen für Samstag, d. 25.9., zwischen 18.00 und 1.00 Uhr vor.

“Kategorie C” aus Bremen ist mittlerweile eine der bundesweit bekanntesten Rechtsrock-Bands und trat im vergangenen Jahr mindestens drei Mal im Ausland bei Konzerten des in Deutschland verbotenen militanten Nazinetzwerks „Blood & Honour“ auf. Der Sänger Hannes Ostendorf war 1991 an einem Brandanschlag auf ein Bremer Flüchtlingsheim beteiligt.

„Kategorie C“ war bereits zwei Mal zu Gast in der Kammwegklause, deren wegen Volksverhetzung verurteilte Betreiberin Gabriele Völker der Band einen sicheren Auftrittsort bietet. In einem Rechtsstreit vor dem ersten Konzert der Rechtsrock-Band im Dezember 2014 hatte das OLG Weimar die Veranstaltung mit personeller und zeitlicher Einschränkung genehmigt. Dabei dient Rechtsrock nicht nur der Rekrutierung von Jugendlichen für die extreme Rechte, er ist auch der Soundtrack zu Mord und Totschlag. So erklärten nach dem Brandanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf die Verdächtigen, sie hätten sich vor der Tat mit Musik von „Kategorie C“ in Stimmung gebracht.

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„Netz gegen Nazis“ aktualisiert Liste größerer rechtsextremer Liedermacher_innen und Bands

Wir haben mal die Liste größerer rechtsextremer Liedermacher_innen und Bands aktualisiert – und, fehlt was Wichtiges?: http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/liste-rechtsextremer-bands-und-liedermacher

Quelle, Diskussion & Ergänzungen: https://www.facebook.com/netzgegennaz/posts/10153196619896270

Zeitzeuge und Rechtsrock

Via der „Blick nach Rechts“:

Kirchheim – Für den 10. Oktober wird in „Mitteldeutschland“ ein braunes Musikevent mit mehreren Bands sowie in Kirchheim ein Zeitzeugenvortrag angekündigt.

Hinweise auf der Facebook-Seite der Band „Feindbild Deutsch“ zeigen, dass es zwischen der Rechtsrock-Ankündigung am 10. Oktober und der Bewerbung des Vortrages eines Angehörigen des Deutschen Afrika-Korps einen Zusammenhang gibt. Für beide Ereignisse wird eine identische Kontaktrufnummer angegeben. Für den Musikevent heißt es als Ortsbezeichnung „Mitteldeutschland“, während beim namentlich nicht genannten Weltkriegs-Zeitzeugen Kirchheim angegeben wird. In dem thüringischen Ort gibt es nur eine Lokalität für rechtsextreme Aktivitäten. Egal ob NPD-Parteitag, Zusammenkünfte von Revisionisten, internationale Treffen, Vorträge oder Konzerte: Seit 2009 steht dafür immer wieder die so genannte „Erlebnisscheune“ des Fachwerkhofes Kutz mit Hotelbetrieb zur Verfügung, und das nach Beobachtungen bereits in mehr als 70 Fällen.

Das Musikprogramm am 10. Oktober steht unter dem Motto „Die schwarze Fahne empor“. Mit von der Partie sollen sein: die häufiger in Thüringen auftretenden „Treueorden“ aus der Schweiz, „Feindbild Deutsch“, in dessen Projekt auch der in rechten Kreisen aktive Liedermacher namens „Resistentia“ aus Baden-Württemberg mitmischt, „Schlachtruf Germania“ aus Mecklenburg-Vorpommern, „Überzeugungstäter“ aus dem Vogtland, die auch unter dem Namen „Übermensch“ unterwegs sind, sowie die Combo „Sturmbrüder“. (hf)

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Südniedersachsen: „Liederabend“ mit dem „Reichstrunkenbold“ angekündigt

Ein Nachtrag von uns: „Recherche 38″ berichtete:

Die neonazistische Gruppierung »Angriff Niedersachsen« kündigt für den kommenden Samstag, den 12. September 2015, einen „Liederabend“ im Raum „Südniedersachsen“ an. Die Musikveranstaltung wird gemeinsam mit dem Hildesheimer Kreisverband von »Die Rechte« organisiert. Angekündigt sind Auftritte der rechten Liedermacher „Reichtstrunkenbold“, „Freilich Frei“, „Sören (Gassenraudi)“, sowie „Wut aus Liebe/Notensturm“. Hinter dem „Reichstrunkenbold“ verbirgt sich Philip Tschentscher. Dieser geriet zuletzt in die Schlagzeilen, nachdem er im Sommer 2013 im Zusammenhang mit dem österreichischen Neonazi-Kulturverein „Objekt 21“ festgenommen und dort im Januar 2014 zu drei Jahren Haft verurteilt wurde: „Das ‚Objekt 21‘ ist Teil eines deutsch-österreichischen Netzwerkes, Tschentscher war in diesem Netzwerk ein nicht unwesentlicher Protagonist. Dem ‚fliegenden Händler‘, Liedermacher und ‚Reichstrunkenbold‘ wurden NS-Wiederbetätigung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Aufgeflogen war er, als er eine Pistole über die deutsch-österreichische Grenze schmuggeln wollte„, schreibt das antifaschistische Magazin Lotta über ihn.

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Schusterjungs immer tiefer in die Braunzone verstrickt…

Via „Smash Grey Scum“:

Irgendwie scheinen die Outings der Braunzone Bands nicht aufzuhören.

Nachdem Prolligans sich als R.A.C-Band outeten, u.a das sie gerne mit Pitbullfarm spielen möchten, und bei der R.A.C-Band Abtrimo ein Bild gegen Refugees kommentierten.

Nun das nächste Outing. Diesmal die Band Schusterjungs.
Gemeinsames Konzert mit Bombecks und The Firm (https://m.facebook.com/thefirmrotterdam).
Letztere Band hat schon mindestens 2 mal mit der NaziHool Band Kategorie C zusammen gespielt.

Love Music-Hate R.A.C


Um nochmal die braune Seite der „Schusterjungs“ zu verdeutlichen, empfehlen wir Euch einen Blick auf die Fotogalerie zu einem Konzert am 4.7.2015 unter dem Motto „20 Jahre JC Pfarrweisach“ mit „Schusterjungs“, der RAC-Kapelle „Prolligans“ und der Faschoband „Rampage“ bzw. der RAC-Band „Glory Boys“ aus Spanien welche unter falschen Namen auftraten. Ihr findet in der Bildgalerie Bilder von rechten „Skins“ mit T-Shirts von Rechtsrockbands wie „Glory Boys“, „Endstufe“, „Punkfront“, „Ultima Thule“, „Shaven Heads“, „Skinflicks“ und dem belgischen „Blood & Honour“-Laden „De Kastelein“: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1384200101879617.1073741828.1383696908596603&type=3
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Chef der Polizeigewerkschaft: Rechtsterrorismus hält Einzug

Das „Neue Deutschland“ berichtet:

Autos von Flüchtlingshelfern in Brandenburg angezündet / Offenbar Anschlag auf Büro der Linkspartei in Freital / Zuvor war bereits Bölleranschlag auf Flüchtlingswohnung verübt worden

Die Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte oder Parteibüros häufen sich – für den Chefs der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, beginnt damit rechter Terrorismus. Seine Konsequenz – alte Forderungen.

Chef der Polizeigewerkschaft: Rechtsterrorismus hält Einzug

In Deutschland hält nach den Worten des Chefs der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, ein rechter Terrorismus Einzug. »Alles, was es in Deutschland an Terrorismus gegeben hat, ob es der NSU war oder die RAF, alles hat mit Brandanschlägen begonnen«, sagte Wendt am Montag in Stuttgart.

Der Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im baden-württembergischen Wertheim zeige, dass alle Objekte, in denen Flüchtlinge wohnen oder noch untergebracht werden sollen, besser geschützt werden müssten. Wendt forderte für Baden-Württemberg eine Wachpolizei nach Berliner Vorbild. Diese ist uniformiert und rekrutiert sich im Gegensatz zum normalen Polizeivollzugsdienst aus Angestellten im Polizeidienst. »Ihre Aufgabe ist der Objektschutz«, sagte Wendt.

Der Chef der kleineren Polizeigewerkschaft, der oft durch vor allem markige Sprüche auffällt, wiederholte seine Forderung nach »mehr Personal und bessere Technik« für Staats- und Verfassungsschutzbehörden. Außerdem sei die Abschaltung der V-Leute an der Spitze der NPD ein Fehler gewesen: »Von denen erfahren wir nichts mehr«.

Im brandenburgischen Neuhardenberg ist es am Wochenende zu einem weiteren Brandanschlag auf Autos von Flüchtlingsaktivisten gekommen. Die Polizei werte nun die Spuren aus, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Das Brandenburger Innenministerium hatte am Wochenende bestätigt, dass es sich um Brandstiftung handele. Die Polizei ermittele in alle Richtungen, aber ein politischer Hintergrund liege nahe, sagte ein Ministeriumssprecher. In der Umgebung waren Aufkleber und Wurfzettel mit der Aufschrift »Flüchtlinge nicht willkommen« entdeckt worden. Zwei Autos brannten aus. Ein danebenstehender Multivan wurde am Samstagmorgen ebenfalls beschädigt. Verletzt wurde niemand.
Offenbar Anschlag auf Büro der Linkspartei in Freital

Berlin. Im sächsischen Freital ist offenbar ein Anschlag auf das Büro der Linkspartei verübt worden. In der Nacht zum Montag habe es einen lauten Knall gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei in Dresden. Eine Fensterscheibe des Büros sei zu Bruch gegangen. Darüber hinaus habe es keine Schäden und keine Verletzten gegeben. Wie es zu dem Vorfall kam und welche Hintergründe er hat, ermittele nun die Kriminalpolizei.

Erst in der Nacht zuvor hatten unbekannte Täter in Freital mit einem Böller einen Anschlag auf eine Flüchtlingswohnung verübt. Sie hatten den Feuerwerkskörper auf einem Fensterbrett angezündet, woraufhin die Scheibe zersplitterte. Verletzt wurde niemand. In der Wohnung seien fünf Asylbewerber aus Eritrea untergebracht, von denen sich zum Zeitpunkt der Explosion keiner in der Nähe aufgehalten habe. Die Polizei bestätigte den Vorgang.

Ende Juli war ein mutmaßlicher Anschlag auf das Auto des Freitaler Linken-Stadtrats Michael Richter verübt worden. Dabei wurden Karosserie und Scheiben des Fahrzeugs beschädigt. Das sogenannte Operative Abwehrzentrum (OAZ) der sächsischen Polizei, in dem die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft zu Straftaten mit rechtsextremen Hintergrund landesweit koordiniert werden, übernahm die Ermittlungen.

Im südlich von Dresden gelegenen Freital gibt es schon seit Monaten rassistische Aufmärsche gegen eine Asylunterkunft in einem ehemaligen Hotel. Rechtsradikale und selbsternannte »Bürgerwehren« machten in aggressiver Weise Stimmung gegen die Einrichtung. Es gab auch Angriffe auf Demonstranten, die sich für die Flüchtlinge in Freital einsetzten. Agenturen/nd

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NSU-Prozess: Der verräterische Parkschein

Via „Spiegel Online“:

Im NSU-Prozess geht es nicht nur um die Schuld von Beate Zschäpe: Wie viel Verantwortung trägt etwa der Mitangeklagte André E.? Neue Erkenntnisse der Ermittler erhärten den Verdacht, dass er engen Kontakt zu den Rechtsterroristen hatte. Bis zum Schluss.

André E. hat seinen Sturz vom Dach in einen Stall mit Jungbullen offenbar ohne Spätfolgen überstanden. Äußerlich sind dem 36-jährigen Mitangeklagten im NSU-Prozess jedenfalls keine Nachwirkungen anzumerken. Er hatte am 17. Oktober 2011 eine Solaranlage auf dem Dach eines Stalls in einem Dorf in Sachsen montieren wollen, als er abstürzte. André E. kam mit dem Rettungshubschrauber ins Universitätsklinikum Leipzig.

Indizien deuten darauf hin, dass er dort am 25. Oktober kurz vor 19 Uhr Besuch von mindestens einem der mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bekommen hat. Dies berichtete am Dienstag ein Beamter des Bundeskriminalamts (BKA) im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München. Nebenklagevertreter sehen darin einen Hinweis auf „das besonders enge Verhältnis“ von André E. zu den mutmaßlichen NSU-Terroristen.

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Tod eines V-Mannes

Die „Südwest Presse“ schreibt:

„Corelli“ war einer der wichtigsten Informanten des Verfassungsschutzes, er starb in der Obhut des Staates. Jerzy Montag, Sonderermittler des Bundestages, sieht Versäumnisse bei den Behörden.

Am Tag, an dem aus dem Neonazi Thomas Richter der V-Mann „Corelli“ wird, liegt sein bisheriges Leben buchstäblich in Trümmern. Am Vortag hat er seinen 19. Geburtstag wild gefeiert, mit einer Rockband und 200 Freunden aus der Szene – doch gegen Mitternacht beginnt die betrunkene Meute, das Haus in Stücke zu schlagen. Fenster, Möbel, die Einrichtung – gegen fünf Uhr muss die Polizei anrücken. Und Thomas Richter hat ein Problem. Denn das Haus gehört einer zentralen Figur der rechtsextremen Szene der 90er Jahre: Meinolf Schönborn, Anführer der verbotenen „Nationalistischen Front“ (NF). Schönborn rastet aus, bedroht Richter, spricht von zehntausenden Euro Schulden.

Am Nachmittag desselben Tages im Oktober 1993 sitzt Thomas Richter bei der Polizei in Bielefeld und sagt, er wolle die Fronten wechseln. Zwei Jahre lang hatte er in der Detmolder NF-Zentrale bei Mentor Schönborn gewohnt, sich vom Handlanger zur festen Größe hochgedient. Nun liefert er seine Kameraden dem Verfassungsschutz ans Messer. In Razzien werden wenig später die NF-Strukturen zerschlagen. Es ist die Geburtsstunde des Spitzels „Corelli“, und für Jerzy Montag ist es ein Schlüsselmoment.

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Thüringer AfD demonstriert gemeinsam mit Neonazis – eine Auswahl

„thueringen-rechtsaussen.net“ berichtet:

Am 16. September 2015 fand die erste Demonstration der Thüringer AfD im Rahmen der von der Bundespartei ausgerufenen „Herbst-Offensive“ statt. Eine große Anzahl Thüringer Neonazis, andere extrem rechte Gruppen und Hooligans nahmen an der von AfD-Landesprecher Björn Höcke angemeldeten Veranstaltung teil.

Im dreistelligen Bereich – Neonazis und rechte Hooligans aus ganz Thüringen dabei

Unter dem Motto „Deutschland und Thüringen dienen – Asylchaos beenden!“ zogen rund 1.200 Personen vom Domplatz zur Staatskanzlei, angeführt von sechs der acht verbliebenden Thüringer AfD-Landtagsabgeordneten: Stephan Brandner, Wiebke Muhsal, Corinna Herold, Björn Höcke, Stefan Möller und Jörg Henke. Erwartungsgemäß lockte der Demonstrationsaufruf auch viele Anhänger der extremen Rechten an. Die AfD behauptete im Nachgang, dass gar keine Neonazis beteiligt gewesen seien und man keinen einzigen gesehen habe. Dabei handelt es sich um eine offensichtliche Lüge. Zu erkennen waren nicht nur ganze Kollektionen der extrem rechten Modemarken “Ansgar Aryan” und “Thor Steinar”, sondern auch ein beträchtlicher Anteil von bekannten und gewalttätigen Thüringer Neonazis und deren Funktionäre. Neben vielen Erfurtern waren dazu auch Gruppen mit Neonazis aus Suhl, Weimar, Arnstadt, Ohrdruf, Gera, Sonneberg, Pößneck, aber auch aus Sachsen-Anhalt angereist. Ihr Anteil dürfte im unteren dreistelligen Bereich gelegen haben. Außerdem dabei: extrem rechte Hooligans aus verschiedenen Städten und Vertreter anderer extrem rechter Organisationen wie von der “Identitären Bewegung”, der “Europäischen Aktion” sowie der Parteien “NPD” und “Die Rechte”.

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„III. Weg“-Chef Armstroff bleibt im Amt

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ hat ihren Vorsitzenden Klaus Armstroff im Amt bestätigt.
„In harmonischer Atmosphäre“ hätten die Mitglieder beim zweiten Parteitag des „III. Weges“ am vorigen Samstag zudem einen stellvertretenden Vorsitzenden sowie die Beisitzer im Gesamtvorstand gewählt, teilte die Partei via Facebook mit. Angaben über die weiteren Vorstandsmitglieder machte die Partei nicht. Auch der Ort des Geschehens blieb ungenannt. Stattdessen berichtet der „III. Weg“, dem Parteitag habe sich „ein umfangreiches kulturelles Programm unter dem Motto ,Bismarcks Erbe – unserer Auftrag’ mit viel Musik, Tanz, dem Fest-Redner Pierre Krebs sowie einem Handwerkermarkt und einem umfangreichen Kinderprogramm“ angeschlossen. Eine der ersten Amtshandlungen des wiedergewählten Vorsitzenden war ein Glückwunschschreiben, das Armstroff an die griechische Neonazi-Partei „Chrysi Avgi“ und ihren „Führer“ Nikolaos Michaloliakos richtete. Armstroff gratulierte nach der Wahl des neuen griechischen Parlaments, bei der „Chrysi Avgi“ mit rund sieben Prozent drittstärkste Partei geworden war, Michaloliakos zum „guten Abschneiden“. „Es wird nicht mehr all zu lange dauern, dann wird Hellas sich wieder seiner wahren Werte und Stärke besinnen und mit der Chrysi Avgi an der Spitze die politischen Verhältnisse in Griechenland grundlegend ändern“, schrieb Armstroff und endete mit den Worten: „Griechenland erwache!“

via bnr: „III. Weg“-Chef Armstroff bleibt im Amt

[P] Von Anti-Antifa- zur Babyfotografin – Melanie Witassek aka „Charlotte Friedrich“

Via „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“:

Schlafende (weiße) Babys, strahlende (blauäugige) Kleinkinder, glückliche (heterosexuelle) Hochzeitspaare und weichgezeichneter Kitsch ohne Ende – so der erste Eindruck beim Besuch der Facebook-Seite der Auftragsfotografin „Charlotte Friedrich“. [1] Unter diesem Pseudonym arbeitet die Neonazistin Melanie Witassek (geboren 1985) nun seit mindestens dreieinhalb Jahren in Potsdam, Berlin und Umgebung.

Im Frühjahr 2001 – im Alter von 15 Jahren – wird sie im Zuge der Veröffentlichung einer Studie der Universität Potsdam zu rassistischen Einstellungen in den neuen Bundesländern von einem Journalisten interviewt. Dadurch wird sie erstmals einer interessierten Öffentlichkeit bekannt. Bereits damals äußerte sie sich rassistisch, als sie angab jeglichen Kontakt zu „Fremden“ zu meiden und weiter: „They’re different,“ she said. „There are too many of them here. I don’t like them.“ [2]

Kurze Zeit später erfolgte dann die Orientierung an die Neonaziszene der Brandenburger Landeshauptstadt. Der Weg von der konsensfähigen Ablehnung alles vermeintlich Fremden, getarnt in Begriffen wie Angst und Besorgnis, hin zur aktiven Praxis, die sich in einem Anschluss an eine neonazistische Szene zeigte, war ein kurzer. Schnell wurde sie zu einem Teil dieser Szene und hatte Kontakt zu den „ganz Großen“ – dazu zählen die wichtigen Neonazis der RechtsRock-Szene wie Martin Rollberg und dem mutmaßlichen NSU-Mitwisser und Szenegröße Uwe Menzel. Aber auch zum ehemaligen Mitarbeiter der Neonazi-Szenekneipe „Zum Henker“ Danny Leszinski der ebenso wie Menzel dem „Blood & Honour“ Netzwerk zu zu rechnen ist. Mit Leszinski war sie im Jahr 2003 beim jährlichen Nazi- und Neonazigroßaufmarsch in Halbe. [3] Melanie Witassek 2003 im „A.C.A.B“-T-Shirt und gegrüßt von Martin Rollberg aka „William“ im Booklet des Album „Ausser Kontrolle“ von Bloodshed.Im Jahr 2003 veröffentlichten Menzel und Rollberg zusammen mit weiteren Neonazis ihr erstes Album („Ausser Kontrolle“) der gemeinsamen Band „Bloodshed“. In diesem wird Melanie Witassek abgebildet und von Martin Rollberg aka „William“ gegrüßt. [4]

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Rechtes Konzert in Wetzlar

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt:

Mitglieder der bekannten Hooligan-Band „Kategorie C“ treten in einer Schutzhütte in Wetzlar auf. Rund 50 Neonazis aus Hessen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen nehmen am Konzert teil.

Rund 50 Neonazis aus Hessen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen haben am vergangenen Freitag an einem Konzert der bekannten Rechtsrock-Band „Kategorie C“ in Wetzlar teilgenommen. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Lahn-Dill der Frankfurter Rundschau am Montag auf Anfrage mitteilte, fand der Auftritt im Rahmen einer Geburtstagsfeier in einer angemieteten Schutzhütte statt. Der Organisator des Abends sei ein 47-Jähriger aus dem Lahn-Dill-Kreis gewesen. Weil es im Vorfeld Hinweise auf die rechte Veranstaltung gegeben habe, habe die Polizei ab 19 Uhr die Anreise der Teilnehmer beobachtet.

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Rechtsextreme Zelle in Baden-Württemberg möglich: Staatschutz ermittelt nach Brandanschlägen

„n-tv“ berichtet:

Nach Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte in Baden-Württemberg schließen Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz nicht aus, dass eine rechtsextreme Zelle dafür verantwortlich ist.

„Wir prüfen, ob ein Täter oder eine Gruppierung hinter den Vorfällen stehen“, sagte Behördensprecherin Claudia Krauth in Stuttgart. Die Sicherheitsbehörden untersuchen mögliche Zusammenhänge bei zwei fremdenfeindlichen Brandanschlägen.

Konkret geht es bei den Ermittlungen zum einen um Remchingen (Enzkreis), wo in der Nacht zum 18. Juli ein leerstehendes ehemaliges Vereinsheim in Flammen aufging. Der andere Fall liegt in Weissach im Tal (Rems-Murr-Kreis), wo ein absichtlich gelegtes Feuer am 24. August ein Gebäude mit 20 Plätzen für Flüchtlinge fast vollständig zerstörte.

Bislang hat das Landesamt für Verfassungsschutz keine Kenntnis von koordinierten gewalttätigen Aktionen von Rechtsextremisten gegen Asylbewerber oder Flüchtlinge. Ebenso lägen keine Erkenntnisse über rechtsterroristische Strukturen und Gruppierungen vor – man könne die Bildung von einzelnen Zellen aber nicht ausschließen. „Grundsätzlich besteht das Risiko, das radikalisierte Einzeltäter oder Kleinstgruppen die eigene Handlungsfähigkeit durch Gewalttaten unter Beweis stellen wollen.“

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Los Fastidios – Hey you are

Mailand: CasaPound Italia – Direzione Rivoluzione 2015

Heiko Koch schreibt auf „Indymedia Linksunten“:

Zum achten Mal in Folge fand am letzten Wochenende vom 11. bis 13. September 2015 das jährliche Sommerfest „Direzione Rivoluzione“ der faschistischen Bewegung CasaPound Italia statt. Nicht wie von ihr angekündigt in der lombardischen Hauptstadt, sondern im Hinterland von Mailand – in Castano Primo, einem ca. 11.000 Einwohner großen Städtchen, ca. 40 Kilometer vor Mailand und unweit des Flughafen Aeroporto di Milano Malpensa.

Ruhe und Ordnung im Hinterland

Die Ankündigung CasaPounds ihr Sommerfest in Mailand abzuhalten hatte in der nord-italienischen Metropole zu heftigen Kontroversen geführt. Die Stadtverwaltung sprach ein Verbot der faschistischen Groß-Veranstaltung aus. Das Verbot kam für CasaPound Italia keineswegs überraschend und sie wich nach Castano Primo aus. Dort hatte der regionale CasaPound Verantwortliche schon vor Monaten eine Lokalität unter dem Namen der CasaPound-Sportvereinigung „La Focosa“ angemietet. Der örtliche Bürgermeister Giuseppe Pignatello sprach von bewusster Täuschung der Kommune und, flankiert durch den Mailänder Präfekten Francesco Paolo Tronca, verbot die Veranstaltung auf dem örtlichen Sportplatz an der Via Andrea Mantegna.

Unberührt dieser Nachricht baute CasaPound ihr Equipment am Freitag den 11. September auf dem Sportgelände und unter der dazugehörigen Zeltkonstruktion auf. Die notwendigen Notstromaggregate und Toiletten zur Selbstversorgung brachte CasaPound gleich mit und sprach von einer Occupazione – einer Besetzung. Für eine eventuelle Räumung kündigte der Präsident CasaPounds Gianluca Ianonne an in die Mailänder Innenstadt auf die Piazza del Duomo zu ziehen. Eine Ankündigung zu deren Ausführung es nicht kam. CasaPound konnte, gut vor eventuellen antifaschistischen Interventionen durch die Polizei beschützt, ihr Festival in aller Ruhe feiern. Es herrschte Ruhe und Ordnung im Mailänder Hinterland.

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Europa-Kongress mit Rechtsrock

Der Deutsche Stimme-Verlag lädt am 9. und 10. Oktober konspirativ zu einem Kongress in Sachsen mit Teilnehmern aus europäischen Nachbarländern und mehreren braunen Bands. Auf dem Europa-Jugendkongress der unter NPD-Regie stehenden Deutsche Stimme Verlags GmbH (DS) am 9. und 10. Oktober in Sachsen soll es nicht nur einen Gedankenaustausch neonazistisch ausgerichteter Organisationen, Gruppen und Parteien geben, sondern ebenfalls ein Musikprogramm mit Balladen und Rechtsrock. Das Motto des zweitägigen Treffens ohne genaue Ortsangabe lautet Reconquista Europa, also die Rückeroberung Europas. Der Verlag des gleichnamigen NPD-Parteiorgans hat seinen Sitz in Riesa. Beworben wird die Zusammenkunft unter anderem auch beim neonazistischen Versand und Rechtsrock-Label PC Records. Über diesen Chemnitzer Kontakt gibt es einen Vorverkauf für den Kongress, den die Teilnehmer also noch selbst finanzieren sollen. Organisatorisch federführend ist auch die NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN), die sich als Aufgalopp für den Kongress aber zunächst einmal am 19. September im Raum Dresden zu einer Schulungstagung unter dem Titel „Antikapitalismus von rechts“ zusammenfinden will. Dazu heißt es im Werbeschreiben: „Der Freiheitskampf für Europa ist nur mit dem Untergang des Kapitalismus gewonnen.“ Infostand der „Gefangenenhilfe“ Beim Europa-Kongress sollen der NPD-Chef Frank Franz, der NPD-Europaparlamentsabgeordnete Udo Voigt, der JN-Vorsitzende Sebastian Richter sowie der gerne als international beschlagener Vorzeige-Publizist der Ultrarechten, Tomislav Sunic, früher kroatischer Diplomat, inzwischen US-Staatsbürger, die Reden halten. Laut Ankündigung haben sich bisher Aktivisten aus Spanien, Italien, Griechenland, Belgien, Serbien, Tschechien, Slowakei und Finnland angemeldet.

via bnr: Europa-Kongress mit Rechtsrock