Braune Aktionsdichte

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

02.09.2015 – Die Neonazi-Szene in Thüringen trägt flüchtlingsfeindliche Hetze verstärkt auf die Straße – und radikalisiert sich weiter.

Seit Beginn des Jahres halten Rechtsextremisten aus dem Zusammenschluss „Thüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Thügida) die Zivilgesellschaft des Freistaats auf Trab. Daneben existieren zahlreiche Tarninitiativen, die Stimmung gegen Flüchtlinge und Asylbewerber machen. Nun sprang der ehemalige NPD-Landesvorsitzende Patrick Wieschke auf den rassistischen Aktionszug auf und mobilisierte für einen Aufmarsch im nördlichen Stadtteil seines Wohnorts Eisenach. Für seine Propaganda hatte Wieschke dort „eine Belagerung von Asylbetrügern“ ausgemacht, weswegen „Diebstähle, sexuelle Belästigung, Körperverletzungen, Lärm und Sachbeschädigungen“ an der Tagesordnung seien. Bei der Polizei stieß diese Behauptung auf Befremden, denn sie registriert in Eisenach-Nord „keine Auffälligkeit bei Straftaten“. Trotzdem halluziniert Wieschke „westdeutsche Zustände“ herbei, die es zu verhindern gelte und fordert „Asylflut stoppen“.

Für den ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden kam der Aufmarsch einem Heimspiel in der Thüringer NPD-Hochburg gleich. Erst im vergangenen Jahr war der heute 34-jährige Neonazi in Misskredit geraten, nachdem kurz vor der Landtagswahl Polizeiakten geleakt worden waren, in denen Ermittlungen wegen Verprügelns seiner Mutter und Misshandlung seiner damals 15-jährigen Schwester im Jahr 1999 öffentlich wurden. Für Wieschke, der seine Ämter in der Bundes-NPD und sein Amt als Landesvorsitzender abgeben musste, glich diese Veröffentlichung einem kleinen Fiasko.

Dass Gewalttätigkeiten nicht nur zu Wieschkes Vergangenheit gehören, zeigen die aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Meiningen. Der NPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Eisenach war in eine Schlägerei im Juni verwickelt, bei der mehrere Personen verletzt wurden, ein Mann musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bei der Schlägerei soll auch der stellvertretende Versammlungsleiter der Demo vom Samstag, Danny P., beteiligt gewesen sein. Bei seiner Anmeldung erhielt Wieschke Rückendeckung des NPD-Landesverbandes, der „parteiübergreifend“ für den Aufmarsch in Eisenach mobilisierte.

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