Umtriebige Szene im Weserbergland

Via der „Blick nach Rechts“:

01.09.2015 – Nach dem Mordanschlag auf Flüchtlinge im niedersächsischen Salzhemmendorf (Kreis Hameln-Pyrmont) sitzen zwei Rechtsextremisten und eine Frau in Haft. Kurz nach der Tat sprach die Polizei von „keinen Erkenntnissen über eine gefestigte rechte Szene“ in der Region – ein üblicher Reflex im Weserbergland, wenn es um Neonazi-Strukturen geht.

Neonazis der „Aktionsgruppe Weserbergland“ bei einem Aufmarsch in Dortmund; Photo: Julian Feldmann
Ganz knapp haben am vergangenen Freitag eine Mutter und ihre drei Kinder einen Brandanschlag auf ihre Wohnung in der 10 000-Einwohner-Gemeinde Salzhemmendorf überlebt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatten drei Personen einen Brandsatz durch ein Fenster geworfen. Im Nebenraum schlief die Familie. Nur dem Zufall, dass der Molotowcocktail nicht zerbrach, und den wachen Augen eines Nachbarn, der sofort die Feuerwehr alarmierte, ist es zu verdanken, dass niemand verletzt wurde. Insgesamt leben in dem Gebäude, einer ehemaligen Schule, 40 Menschen, darunter 31 Asylbewerber.

Bereits in einer ersten Pressekonferenz am Tattag behauptete der Chef der Hamelner Polizei, Ralf Leopold, vor bundesweitem Publikum, dass es im Landkreis Hameln-Pyrmont keine rechte Szene gäbe. Im Weserbergland existieren jedoch seit Jahren rechtsextreme Strukturen, die regelmäßig auch mit Gewaltakten an die Öffentlichkeit treten. Und noch am Freitagabend konnten die Ermittler drei dringend tatverdächtige Personen festnehmen, darunter zwei Rechtsextremisten aus Salzhemmendorf. Gegen das Trio wird nun wegen gemeinschaftlich begangenen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung ermittelt. Die Beschuldigten, die sich gegenüber der Polizei bereits zu der Tat äußerten, sitzen seit Samstag in Untersuchungshaft. (bnr.de berichtete)

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Siehe auch: Region Hameln – Ein Raum ohne Rechtsextreme?

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