Weisse Wölfe

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Eine grafische Reportage über rechten Terror

Der Journalist David Schraven hat sich für den Comic „Weisse Wölfe“ mit dem Zeichner Jan Fendt zusammengetan, um seine Rechercheergebnisse über die Verbindungen des NSU nach Dortmund und zu rechten Akteuren in ganz Europa einer breiten Zielgruppe zugänglich zu machen.

Der Comic „Weisse Wölfe“ arbeitet mit drei Erzählsträngen, um die Zusammenhänge von rechtsterroristischem Morden, neonazistischer Ideologie und der individuellen Geschichte eines Neonazis sichtbar zu machen. Einerseits zeichnet sich Schraven selbst in seiner Recherche in die Geschichte ein, ge­trieben von der Frage, warum der NSU gerade in Dortmund Mehmet Kubaşik ermordete. Hierbei wird im Laufe des Buches klar, dass die zweite Erzählperspektive jene eines Mitglieds aus der Dortmunder Neonazi-Szene ist, genannt Albert S., der, wie sich herausstellt, zudem als Informant für den Verfassungsschutz arbeitet. Der dritte Strang wird durch unkommentierte Auszüge aus den fiktiven Turner-Diaries1,welche RechtsterroristInnen weltweit als ideologische Vorlage für ihre menschenfeindlichen Angriffe und Morde nutzten, gebildet. Auf allen drei Ebenen spielt Authentizität eine wichtige Rolle. Die „Turner-Diaries“ dienten nicht nur dem NSU als Vorlage für ihre rassistischen Morde. Auch die individuelle Geschichte von Albert S. basiert auf den Erzählungen eines Neonazis, den Schraven im Gefängnis traf und dessen Name der einzige ist, der verändert wurde, bei dem es sich jedoch um den Neo­nazi Sebastian Seemann aus Lünen handeln muss 2. Besonders die Ebene, auf der Schraven seine Recherche darstellt, soll dem Comic sei­nen dokumentarischen Charakter verleihen.

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