Archiv für Oktober 2015

Von Heimat-Rock zu Nazi-Reggae

Hans Joachim Stockschläger im Gespräch mit Andreas Müller vom „Deutschlandradio Kultur“:

Seit vielen Jahren nutzen Rechtsextreme Musik, um für ihre Sache zu werben. Das Spektrum reicht von Rechtsrock bis zu Kinderliedern, die die Heimatliebe preisen. Hans Joachim Stockschläger ist seit 20 Jahren als Dozent an Schulen unterwegs und versucht, Kinder und Jugendliche für die Gefahren rechtsextremer Musik zu sensibilisieren.

Nach Einschätzung von Hans Joachim Stockschläger wächst die rechte Musik-Szene seit 20 Jahren kontinuierlich. Und sie hat sich inzwischen extrem diversifiziert: Es gibt Nazi-Reggae, rechten Hip Hop, Heimat-Rock, braune Schlager und natürlich Liedermacher, die Verse für krude Gedanken finden. Und auch schon rechte Musik für Dreijährige: Damit aus den Kleinen auch garantiert gute Deutsche werden.

an deutschen Schulen unterwegs, um mit Kindern und Jugendlichen über die Musik und ihre Inhalte zu sprechen. In der Regel wird er zu einem 90-minütigen Vortrag mit praktischen Klangbeispielen eingeladen. Kürzlich war er sogar an einer Schule, bei der die Schüler sein Honorar aus eigener Tasche zahlten.

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„Sturm 18“ verboten

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Das hessische Innenministerium hat die Neonazi-Kameradschaft „Sturm 18“ in Kassel verboten. Die Mitglieder sollen hunderte Straftaten begangen haben.

Die Behörde überreichte den Funktionären der Neonazi-Gruppe am heutigen Donnerstag die Verbotsverfügung. Seit Sommer vergangenen Jahres war „Sturm 18“ als Verein in Kassel eingetragen. Offiziell war er als „Kultur-, Sport-, Familien-, Gefangenenhilfe- und Förderverein“ am 20. April 2014 – dem 125. Geburtstag Adolf Hitlers – gegründet worden. Bereits am 20. April 1999 gab es eine erste Gründungsversammlung von „Sturm 18“ in Bad Segeberg. Laut der Webseite der Kameradschaft unterhielt sie Ortsgruppen in mehreren Städten. Der Schwerpunkt der Aktivitäten lag jedoch in Nordhessen, wo die Gruppe über einige Dutzend Mitglieder verfügte.

Der Verein „richtet sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung“, sagt Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). Knapp 300 Straftaten gingen laut Polizei auf das Konto der „Sturm 18“-Mitglieder. Neben dem „Präsidenten“ Bernd T. waren René S. als sein Stellvertreter, Sascha R. als „Finanzbeauftragter“ und Lars J. als Schriftwart im „Sturm 18“-Vorstand tätig. Der knasterfahrene Neonazi T. sitzt seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem Freiheitsberaubung und Nötigung vorgeworfen. S. war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil er in einem Heidelberger Flüchtlingsheim als Wachmann arbeitete.

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Rechtsoffene Konzerte vom 1.-14.10.2015

An dieser Stelle unsere Übersicht über Konzerte aus dem rechtsoffenen Musikbereich in der ersten Oktoberhälfte. Aufgrund der zunehmenden Trennschärfe wird es allerdings auch für uns immer schwieriger zu sagen, inwieweit einzelne Band nun bereits offen dem rechtsradikalen bis neonazistischen Sumpf angehören oder gerade noch nicht. Deshalb wünschen wir uns mehr klare Positionierungen wie zuletzt von den „Prolligans“ und den „Schusterjungs“. Dann ist wenigsten klar, wo der politische Gegner definitiv zu suchen bzw. zu finden ist.

- 30.9.-25.10.2015: „M.A.D. Tourbooking“ organisierte eine Europatour von „Agnostic Front“ zusammen mit den stark rechtslastigen „The Oldfirm Casuals“.

- 1.10.2015: „Atlantis“/Herbolzheim: „Weekend Warriors“-Tour mit den stark rechtslastigen Bands „Krawallbrüder“ aka „Boehse Brueder“ und „Martens Army“.

- 2.10.2015: „La Bim“/Halle: Grauzonenkonzert mit „Eastsideboys“ und „Halbstark“.

- 2.10.2015: „Club from Hell“/Erfurt: „Weekend Warriors“-Tour mit den stark rechtslastigen Bands „Krawallbrüder“ aka „Boehse Brueder“ und „Martens Army“.

- 2./3.10.2015: „Eventhalle“/Geiselwind: „F.E.K. 9 – Monster Festival“ mit diversen rechtsoffenen Bands – u.a.: „9mm“, „Kärbholz“, „VARG“, „Unantastbar“, „Hämatom“, „Rotz & Wasser“.

- 2./3.10.2015: „Estraperlo“/Badalona (Spanien); „Oktoberchaos“ mit rechtsoffenen bis offen rechten Bands (könnte genausogut im Rechtsrockbereich stehen): „The Business“, „Last Resort“, „45Adapters“, „Booze & Glory“, „The Agitators“ (RAC) u.a.

- 3.10.2015: „Resonanzwerk“/Oberhausen: „Ruhrpottrebelz“ präsentierten „BRDigung“, „Platzverweis“, „Harte Worte“ u.a.

- 3.10.2015: „Turbinenhalle“/Oberhausen: „M.A.D. Tourbooking“ präsentierte die rechtsoffenen „Cock Sparrer“.

- 3.10.2015: „Sted Halle“/Pößneck: Konzert mit den stark rechtslastigen „Limited Booze Boys“.

- 2.-10.10.2015: „Pogorausch Concerts“ präsentierte eine Europatour der US-amerikanischen und stark rechtsoffenen Band „45Adapters“.

- 3.10.2015: „Hellraiser“/Leipzig: „Weekend Warriors“-Tour mit den stark rechtslastigen Bands „Krawallbrüder“ aka „Boehse Brueder“ und „Martens Army“ plus „4.Division Ostfront“.

- 3.10.2015: „No.5“/Emden: Grauzonenkonzert mit „Loi!chtfeuer“ und „Platthaungang“.

- 3.10.2015: „Queenstheatre“/Burslem (England): Stark rechtslastiges bis offenes RAC-Konzert mit „The Last Resort“, „Control“ und „The Agitators“ (RAC).

- 4.10.2015: „Helvete“/Oberhausen: „Weekend Warriors“-Tour mit den stark rechtslastigen Bands „Krawallbrüder“ aka „Boehse Brueder“ und „Martens Army“.

- 4.10.2015: „Wild at Heart“/Berlin: Rechtsoffenes Konzert mit „45Adapters“ und „Harrington Saints“.

- 5.10.2015: „Warehouse“/Hamburg: „Weekend Warriors“-Tour mit den stark rechtslastigen Bands „Krawallbrüder“ aka „Boehse Brueder“ und „Martens Army“ plus „Ruhestöhrunk“.

- 5.10.2015: „Chemiefabrik“/Dresden: Rechtsoffenes Konzert mit „45Adapters“ und „Harrington Saints“. Plus „Said & Done“ aus Cottbus.

- 6.10.2015: „Südrock“/Essen: Rechtsoffenes Konzert mit „45Adapters“.

- 8.10.2015: „Monkeys Music Club“/Hamburg: „Hard & Smart Hamburg“ präsentierten die rechtsoffenen „Harrington Saints“ und „The Guv´nors“.

- 8.-17.10.2015: „Karma Tour 2015“ der rechtsoffenen „Kärbholz“. Support: „Die Bonkers“.

- 8.10.2015: „Magnapop“/Krefeld: Rechtsoffenes Konzert mit „The Last Resort“ und „Aggressive“.

- 9.10.2015: „Dr.K“/Schwerin: Die „90i! Club Sektion Schwerin“ veranstalteten ein rechtsoffenes Konzert mit „Last Seen Laughing“, „The Guv´nors“ und „Dreiviertelnoin“.

- 9.10.2015: „L.A. Live Style Cafe“/Cham: Rechtsoffenes Konzert mit „Unantastbar“ und „King Kong Deoroller“.

- 9./10.10.2015: „Backstage“/München: Auch auf dem diesjährigen „Pogorausch Festival“ spielten wieder jede Menge rechtsoffene bis offen rechte Bands – u.a. „The Templars“, „Booze & Glory“, „The Gumbles“, „45Adapters“, „Strongbow“, „Arthur & The Spooners“, „Harrington Saints“, „Secret Army“, High Society“.

- 10.10.2015: „Rucksack35“/Crossen: Konzert mit den stark rechtslastigen „Limited Booze Boys“.

- 10.10.2015: „Bi Nuu“/Berlin: „En Kessel Buntes“. „All Area Concerts“ veranstaltete einmal mehr ein stark rechtslastiges Konzert mit „Evil Conduct“, „Thee Flanders“, „OHL“, „Anticops“ und den „Bullenschubsern“.

- 10.10.2015: „E-Werk“/Oschatz: Konzert mit den rechtslastigen „High Society“ u.a.

- 10.10.2015: „JUT B6“/Goslar: Grauzonenkonzert mit „Platzverweis“, „Restrisiko“ und den „Lazy Bastards“.

- 11.10.2015: „Monkeys Music Club“/Hamburg: „Hard & Smart Hamburg“ präsentierten rechtsoffenes Konzert mit „45Adapters“.

- 14.10.2015: „Lindenpark“/Potsdam: Rechtsoffenes Konzert mit „The Last Resort“.

Heidi und die Brandstifter

Via „Zeit Online“:

Sie stammt aus einer Familie von treuen Nazis, als Kind wurde sie in geheimen Lagern gedrillt. Ihre früheren Kameraden zündeln heute bei NPD und Pegida. Heidi Benneckenstein hat sich anders entschieden.

Und dann schlägt sie zu. Sie prügelt auf seinen Bauch ein, auf seine Arme und Hände, immer wieder auf die Hände, damit er endlich seine verdammte Kamera loslässt. Sie drückt ihn an die Wand und tritt ihm in die Hoden. Dann sieht sie zu, wie ihre Kameraden den Rest erledigen. Wie 30 Männer und Frauen wie von Sinnen auf einen Mann eintreten, der sie fotografiert hat. Wie sie ihm die Rippen brechen, ihm fast das Leben nehmen. Heidi hat kein Mitleid mit ihm.

„Der Kerl war für mich menschlicher Abgrund“, sagt sie. Und die zersplitterte Kamera, in unzähligen Teilen auf dem Boden verstreut, war ihre Trophäe, einem „Zeckenfotografen“ abgerungen. Die Trophäe eines 16 Jahre alten Mädchens, das den Holocaust leugnete.

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Rechte Klänge in „Mitteldeutschland“

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Erfurt – Seit kurzer Zeit wird für den 14. November ein internationales Rechtsrock-Konzert beworben.

Stattfinden soll es an nicht genau bezeichnetem Ort in „Mitteldeutschland“. Der Ankündigung ist der Hinweis beigefügt, dass es sich um ein Privatkonzert handele, womit man offensichtlich einem behördlichen Einschreiten entgegen wirken möchte. Unter dem Motto „Nordic Pride“ sollen „Sleipnir“ aus Nordrhein-Westfalen und die oberfränkische Band MPU auftreten. Außerdem werden „Wafflor Waffen“ aus Schweden die Bühne betreten. (hf)

Quelle

Unangenehme Fragen an Holger G.

Der „NSU-Prozess-Blog“ berichtet:

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis es für den Mitangeklagten Holger G. eng wird – jetzt könnte es so weit sein: Nebenkläger wollen mit einem umfangreichen Beweisantrag Details über die Gesinnung des 41-Jährigen zutage fördern, der nach eigenen Angaben aus der rechten Szene ausgestiegen ist. Zum Verhängnis könnte ihm werden, dass er zu Prozessbeginn weder alles noch nichts zu den Anklagevorwürfen gesagt, sondern eine sogenannte Teilaussage abgelegt hatte. “Holger G. hat sich auf dieses Glatteis begeben. Jetzt bringt ihn die Nebenklage möglicherweise in die Bredouille”, analysiert Gisela Friedrichsen auf Spiegel Online.

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Das Netzwerk der NSU-Terroristen

Via „Frankfurter Rundschau“:

Der „Nationalsozialistische Untergrund“ ermordete mutmaßlich in sieben Jahren zehn Menschen, nirgends töteten die Täter so schnell hintereinander wie in Dortmund und Kassel. Hatten sie Helfer? Eine Spurensuche.

Tausende Neonazis in Deutschland teilten die Ideologie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Tausende teilen sie noch heute. Tausende, die zu denselben Aufmärschen gefahren sind, marschieren heute weiter. Tausende haben die gleichen Parolen gerufen wie ihre untergetauchten Kameraden, haben zur Musik derselben Bands gegrölt. Ihre Netzwerke sind teils noch aktiv. Waren unter diesen Neonazis auch einige bereit zu helfen, als der NSU wohl die gemeinsame Überzeugung umsetzte – „Taten statt Worte“, wie es die Terroristen nannten?

In Dortmund wird am 4. April 2006 Mehmet Kubasik erschossen. Am 6. April in Kassel der damals 21-jährige Halit Yozgat. Beide mit der selben Pistole vom Typ Ceská 83. Die Taten werden heute dem NSU zugeschrieben. Es sind die letzten einer offenbar rassistisch motivierten Mordserie, für die die Täter mit gemieteten Wohnmobilen unterwegs gewesen sein sollen. In ihrem Bekennervideo feiert der NSU auch die Morde in Dortmund und Kassel. Sie beschreiben sich dort selbst nicht als Untergrund-Zelle, sondern als ein „Netzwerk von Kameraden“. Im Münchner NSU-Prozess sitzen neben Beate Zschäpe aber nur vier mutmaßliche Unterstützer auf der Anklagebank.

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Reker-Attentat: Kameradschaftliche Grüße an Frank S. in den Knast

Der „Kölner Stadtanzeiger“ schreibt:

Wie tief der Reker-Attentäter Frank S. in die rechtsextreme Szene verstrickt war, zeigt die Äußerung einer Rechtsrock-Band in einem Zeitungsinterview.

Der Reker-Attentäter Frank S. war offenbar auch Ende der 1990er Jahre noch tief in die rechtsextreme Szene im Rheinland verstrickt. Bislang war nur bekannt, dass der 44-Jährige sich Anfang der 1990er Jahre im Umfeld der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) bewegt und an Gedenkveranstaltungen für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß 1993 in Fulda und 1994 in Luxemburg teilgenommen hatte.

Aber auch Jahre später war sein Name im rechtsextremen Umfeld im Rheinland offenbar durchaus ein Begriff: Die in der Szene bis heute sehr populäre deutsche Rechtsrock-Band „Stahlgewitter“ jedenfalls schickte ihm 1998 per Zeitungsinterview Grüße in den Knast. Wegen verschiedener Taten, unter anderem Raub und Körperverletzung, soll der damals 27-Jährige zu der Zeit eine dreijährige Gefängnisstrafe abgesessen haben. In dem Interview mit der rechten Postille „Schwarze Fahne“ antwortete ein Bandmitglied auf die Schlussfrage, ob es noch etwas loswerden wolle: „Besonderer Dank für die geile Unterstützung“ gelte unter anderem „dem inhaftierten Kameraden Frank S.“.

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Neonazi-Portal: Thiazi-Chef zu Gefängnisstrafe verurteilt

„Endstation Rechts“ berichtet:

Hunderte Beiträge wurden auf dem Thiazi-Forum täglich gepostet. Der Nationalsozialismus wurde verherrlicht, Rechtsrock-CDs zum Download angeboten, Rechtsextreme konnten sich vernetzen. Heute verurteilte das Landgericht Rostock den Kopf des ehemaligen Neonazi-Portals zu einer Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren.

Wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung in drei Fällen wurde Klaus R. vor dem Landgericht Rostock heute zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, innerhalb einer Woche kann der Mann Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Bereits Ende November 2014 wurde der Prozess gegen drei Männer und eine Frau eröffnet, gegen die die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage erhoben hatte. Die ersten vier Verhandlungstage wurden alleine benötigt, um die 342 Seiten starke Anklageschrift zu verlesen. Anschließend wurde der Prozess aufgegliedert. Daniela W., Denny S. und Dominik S. hatten Geständnisse abgelegt, seien teilweise aus der Szene ausgestiegene und kooperierten im Zuge des Prozesses mit dem Gericht. Die drei ehemaligen Admininstratoren wurden im Juni zu Bewährungsstrafen verurteilt. R. zeigte sich hingegen kaum geständig – somit wurden gegen seine Person eigene Verhandlungstage anberaumt.

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Grauzonen- und rechtsoffene Konzerte im Oi!- & Deutschrockbereich im September 2015

Unsere Übersicht über rechtsoffene und Grauzonen-Konzerte im Oi!- & Deutschrockbereich im September 2015. Dieses Mal in etwas abgespeckter Form. Falls Ihr Ergänzungen/Kritik haben solltet, schickt uns bitte wie immer eine Mail:

- 4.9.2015: „Money Honey“/St.Petersburg (Russland): Stark rechtslastiges Konzert mit den „City Saints“, „On the Job“, „Shaved Heads“ u.a.

- 3.-5.9.2015: Niedergörsdorf: “Spirit (from the streets) Festival” – Auch dieses Jahr neben ein paar “linken” Punkbands wie “Slime”, “Normahl” und “Fuckin Faces” mit jeder Menge rechten und rechtsoffenen Bands. U.a. mit „Stomper 98“, „Trabireiter“ (eher schon klassischer Rechtsrock), „Lion´s Law“, „Volxsturm“, „Gumbles“, „Berliner Weisse“, „Dolly D“ (ebenfalls sehr weit rechts), „Rotz & Wasser“ u.v.m.

- 5.9.2015: „Hochbunker“/Kiel-Gaarden: Grauzonenkonzert mit „Ruhestörunk“ u.a.

- 5.9.2015: Sportplatz Bruchhof/Homburg: „Rock am Kehrberg“ mit den Deutschrockbands „Tendenz“ und „Von Herzzen“.

- 11.9.2015: „ATV-Quadclub“/Lintzel: „Lintzeler Rocknacht“ mit der „Böhse Onkelz“-Coverband „Dirk und Durstig“ und „Abschlach“.

- 12.9.2015: „Freilichtbühne“/Lohsa: „4. Deutschrocknacht Lohsa“ mit rechtsoffenen Bands wie „Berserker“, „Roughnecks“, „Verfolgungswahn“, „D.O.F.“ u.a.

- 12.9.2015: „Red River Ranch“/Dudweiler: „Heiss & Laut“-Festival mit den Deutschrockbands „Brennstoff“, „Tendenz“, „Von Herzzen“ u.a.

- 24.9.2015: „Alemannia“/Rüsselheim: „Weekend Warriors on Tours“ mit den stark rechtslastigen „Krawallbrüdern“, den rechten „Martens Army“ und „Restrisiko“.

- 25.9.2015: „Rockcafé“/Nürnberg: „Weekend Warriors on Tours“ mit den stark rechtslastigen „Krawallbrüdern“, den rechten „Martens Army“ und „Restrisiko“.

- 25.9.2015: „Cassiopeia“/Berlin: Grauzonenkonzert mit „Lion´s Law“, „Eastside Boys“ und „The Detained“.

- 26.9.2015: „Bräukeller“/Passau: „Weekend Warriors on Tours“ mit den stark rechtslastigen „Krawallbrüdern“, den rechten „Martens Army“, „Restrisiko“, den rechtsoffenen „The Business“, der RAC-Band „The Agitators“ und den rechtsoffenen „Control“.

23.10.2015 Jugendhaus/Roßwein: „Solidarity with Refugees“ concert

Unser Ausgehtip für heute Abend:

„Solidarity with Refugees“ concerts. Zu Gast im Jugendhaus Roßwein, das Konzert ist ein solikonzert für die Initiative „willkommen in Döbeln“ und „willkommen in Roßwein“. Alle Bands verzichten auf ihre Gage (und manche sogar auf spritgeld) auch das Jugendhaus spendet pro verkauftes Getränk 50cent. Kommt vorbei und unterstützt die Aktion.

Bands:

ONE STEP AHEAD (afa/hc-punk)
UNITED AND STRONG (hardcore)
KOMMANDO KRONSTADT (afa/hc-punk)
KIRA KANOA (afa/hc-punk)
I AM MY END (crust/punk)

Aachen: Nachtrag zur Neonaziparty am 5.9.2015 in Heinsberg

Via „Indymedia Linksunten“:

Nachtrag zur Neonazi-Party Anfang September 2015 in Heinsberg bei Aachen. Anwesend waren etwa 50 Neonazis aus Aachen, Heinsberg, dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden.

Am 5.9.2015 fand ein einige Tage vorher beworbenes Konzert des „Die Rechte Aachen-Heinsberg“ Ablegers Syndikat 52 in Heinsberg statt. Bei Syndikat 52 handelt es sich nicht um eine eigenständige Organisation, dieselben Neonazis die die Partei Die Rechte in Aachen/Heinsberg stellen, sind es auch, die Syndikat 52 ins Leben gerufen haben. Allerdings fällt auf, dass S52 kurz nach der Haftentlassung eines der Anführer der 2012 verbotenen Kameradschaft Aachener Land, Denis Unruh, das erste Mal das Licht der Öffentlichkeit erblickte.

Das Konzert mit anschließender Party fand in Heinsberg im „Pub 44“, Waldfeuchter Straße 44 statt. Diese Location ist eine ehemalige Kneipe, die von den Besitzer_innen vermietet wird.

Nach einem Auftritt von Makss Damage, alias Julian Fritisch, der musikalisch von dem Aachener Neonazi Timm Malcoci begleitet wurde, feierten die Neonazis noch in der Kneipe. Anwesend waren verschiedene Gäste aus Aachen und Umgebung, einige aus dem Rheinland, darunter der Düsseldorfer Sven Skoda, einige Neonazis aus den Niederlanden sowie einige aus dem Ruhrgebiet, etwa aus Duisburg. Aus den von S52 veröffentlichten Bildern geht hervor, dass nicht mehr als 50 Teilnehmende anwesend waren. Einer der Feierenden wurde in Presseberichten als verwandt mit den Besitzer_innen der Kneipe bezeichnet. Zudem zeigte sich, dass er mit Timm Malcoci befreundet ist. Damit ist wohl auch klar, wie die Aachener und Heinsberger Neonazis an die Location kamen. Auch wenn der Mann in genannten Presseberichten als „nicht rechts“ bezeichnet wird, ist es nicht nachvollziehbar, wie man eine Party von Neonazis nicht nur unterstützen, sondern auch noch bis zum Ende mit feiern kann, ohne das auffällt, wer dort feiert.

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Brigada Oi! – 100% Redskins

Internationales „Hammerskin“-Spektakel

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Das rassistische HS-Netzwerk mobilisiert für Ende November zu einem Rechtsrock-Konzert in Norditalien mit italienischen, britischen und deutschen Bands.

Die italienische Sektion der rassistischen „Hammerskin“-Bewegung kündigt für den 28. November ein Rechtsrock-Spektakel im Norden des Landes an, bei dem es auch eine deutsche und britische Beteiligung gibt. Beim Blick auf die Liste der Bands wird einmal mehr deutlich, dass mittlerweile die einst vorhandene Rivalität zwischen „Hammerskins“ (HS) und dem „Blood&Honour“-Netzwerk nur noch punktuell und regional besteht und nicht mehr generell.

Angekündigt wird „Division Germania“, das seit 2000 existierende Soloprojekt von Andreas Koroschetz aus Mönchengladbach. Er bekennt sich seit langem zu den „Hammerskins“. Drei Tonträger von „Division Germania“ sind von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden. 2011 war er zu Gast bei B&H in Slowenien. Koroschetz, der zur 2012 verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ zugerechnet wurde, kandidierte 2005 für die NPD zum Bundestag. Auch bei den Musikprojekten/-bands „Sleipnir“, „Macht & Ehre“ sowie „Rotte Charlotte“ mischte er zeitweilig mit. Ferner wird für den 28. November die Band „Frontalkraft“ um Sten Söhndel aus Cottbus beworben, die es seit 1992 gibt. Immer wieder spielte sie bei NPD-Rechtsrock-Veranstaltungen und auch bereits mehrfach in Italien.

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Nach Razzia in Bamberg: Rückführungszentrum offenbar Anschlagsziel

Der „BR“ berichtet:

Nach den Festnahmen dreier Rechtsradikaler in Bamberg hat die Staatsanwaltschaft erste Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben. Die Mitglieder der Partei „Die Rechte“ hatten offenbar fremdenfeindliche Anschläge in Bamberg geplant.

Die Staatsanwaltschaft Bamberg und die Polizei haben am Donnerstagnachmittag (22.10.15) gemeinsam über die Razzia am Mittwoch gegen insgesamt 13 Mitglieder rechtsextremer Gruppierungen informiert. Elf Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 20 und 36 Jahren wurden festgenommen. Fünf von ihnen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Balkanzentrum mögliches Ziel

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass zwei Asylbewerberunterkünfte in Bamberg, darunter das sogenannte Rückführungszentrum für Balkan-Flüchtlinge, konkrete Ziele für Sprengstoffanschläge waren. Möglicherweise sei der Anschlag für den 31. Oktober geplant gewesen. An diesem Tag soll eine großangelegte Demonstration vor dem Rückführungszentrum stattfinden.

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Siehe auch: Razzia bei Neonazis der Partei “Die Rechte”

Sewer Brigade – Tears on my face

Attentat auf Henriette Reker war eine rechtsterroristische Tat

Via „Lotta-Magazin“:

Eine Kontextualisierung von Tat und Täter

Der Mordanschlag auf Henriette Reker war eine rechtsterroristische Tat, darauf deuten alle zur Verfügung stehenden Informationen hin. Frank S. hat den Angriff offenbar genau vorbereitet. Medienberichten zufolge vernichtete er zuvor sämtliche Dokumente in seiner Wohnung und entsorgte seine Festplatten. Nach der Bluttat ließ er sich widerstandslos festnehmen und lieferte direkt die politische Begründung für seine Tat.
Sein Opfer wählte er gezielt aus: Er griff Henriette Reker, die Sozialdezernentin der Stadt Köln, als Repräsentantin einer in seinen Augen verfehlten und schädlichen Asylpolitik an. Und er verübte seine Tat zu einem Zeitpunkt, als er mit der größtmöglichen Aufmerksamkeit rechnen konnte: am Tag vor der Kommunalwahl, bei der Henriette Reker als Oberbürgermeisterin kandidierte.

Grüße in die Haft

Mittlerweile ist einiges über seine politische Vergangenheit bekannt. Er bewegte sich im Umfeld der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) und nahm mindestens an den Rudolf-Heß-Gedenkveranstaltungen 1993 in Fulda und 1994 in Luxemburg teil. Weiterhin hatte er Kontakt zur 1992 verbotenen „Nationalistischen Front“ (NF). Dies geht aus einer internen Liste der Neonazi-Gruppe hervor, der sogenannten „NF-Liste“, deren Echtheit von ExpertInnen bestätigt wurde. S. wird auf dieser Liste genannt, woraus aber nicht unmittelbar zu folgern ist, dass er auch NF-Mitglied war.

Auch in den Folgejahren scheint es eine direkte Anbindung an die Neonazi-Szene gegeben zu haben. Die „Antifaschistische NRW Zeitung“ vermeldete in ihrer Ausgabe vom Winter 1997, S. sei „hinter Gefängnismauern verschwunden“, nachdem er vorher einige Bewährungsstrafen u.a. wegen Raubes und Körperverletzung gesammelt habe. Bereits 1993 lief wegen einer Messerattacke ein Verfahren am Amtsgericht Bonn gegen ihn. Dazu passt auch, dass er schon früh den Spitznamen „Messerstecher“ trug, wie sich damals aktive AntifaschistInnen erinnern. Anfang der 1990er Jahre gehörte er einer Clique rechter Skinheads an, die sich in Bonn-Beuel traf und Migrant_innen sowie linke Jugendliche anpöbelte und zusammenschlug. S. selbst bedrohte damals mehrfach Antifaschist_innen mit dem Messer.

Auch in der Haft scheint er von seinen „Kameraden“ nicht vergessen worden zu sein. In dem Neonazi-Fanzine „Schwarze Fahne“ findet sich in der Nummer 3/1998 ein Interview mit der Band „Stahlgewitter“, zu deren Gründungsmitgliedern Daniel „Gigi“ Giese gehört. Giese ist auch Teil der Band „Gigi & die Braunen Stadtmusikanten“. Diese brachten 2010 einen Song heraus, in dem auf die Taten des NSU Bezug genommen wird und die Morde gefeiert werden. Am Ende des Interviews werden mehrere „inhaftierte Kameraden“ gegrüßt. Unter ihnen auch Frank S., der mit vollem Namen genannt wird. Die „Schwarze Fahne“ wurde vom NPD-Jugendverband Junge Nationaldemokraten NRW herausgegeben. In der Ausgabe 3/1998 wird DÜGIDA-Organisatorin Melanie Dittmer als Redaktionsmitglied geführt. Dittmer stellte jüngst Videos ins Internet, in denen sie mit anderen Neonazis den Kampf mit Messern und Stöcken trainierte.

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Stahlhelm und Dudelsack – Heidenlärm für die Waffen-SS: Die lettische Metalband Skyforger

Das „Apabiz“ schreibt:

Der folgende Text „Stahlhelm und Dudelsack – Heidenlärm für die Waffen-SS: Die lettische Metalband Skyforger“ wurde erstmals in monitor #55 von Mai 2012 veröffentlicht. Aus aktuellem Anlass publizieren wir ihn an dieser Stelle noch einmal online. Skyforger werden vom 16. bis 25. Oktober 2015 unter anderem mit den ebenfalls zweifelhaften Varg, aber auch der sich laut RockHard „für ihre antifaschistische Einstellung bekannten“ Band Die Apokalyptischen Reiter als Teil der „Heidenfest 2015“-Tour erneut bundesweit live auftreten, unter anderem auch am Montag, den 19. Oktober 2015 im Berliner Postbahnhof.

Wie in der aktuellsten Ausgabe der Metal-Szenezeitung RockHard nachzulesen ist, hat es im Vorfeld der anstehenden Tour eine Debatte anlässlich unseres Artikels gegeben. Mit den unten beschriebenen Fakten konfrontiert reagierten Die Apokalyptischen Reiter und veranlassten Skyforger zu einer Stellungnahme, die in der aktuellen RockHard-Ausgabe abgedruckt ist. Im Anschluss des Artikels werden wir auf einzelne Punkte aus dieser Stellungnahme ergänzend eingehen.

Stahlhelm und Dudelsack – Heidenlärm für die Waffen-SS: Die lettische Metalband Skyforger

Riga (Lettland) – Geschichtsbewusst und mit etwas Stolz auf Traditionen, dabei aber ganz und gar unpolitisch – so sieht sich die Pagan-Metal-Band Skyforger selbst. Die Gruppe verlegt ihre Musik über das Berliner Szenelabel Folter Records und trat zuletzt 2011 in Berlin auf. Unlängst gaben Skyforger in Riga ein Konzert zu Ehren der Waffen-SS.

Zackig knallen die beiden Stiefelpaare zusammen, als sich die zwei Freunde mit ausgestreckten rechten Armen begrüßen. Der eine trägt einen Stahlhelm und dazu ein Shirt der griechischen Naziband Der Stürmer, der andere ist im klassischen Skinhead-Outfit gekleidet und hat den SS-Doppelblitz in den Nacken tätowiert. Erst nach dem Hitlergruß folgt eine kurze Umarmung und dann der Smalltalk. Dies ist nicht die einzige konsternierende Szene beim Konzertabend am 16. März im Kulturzentrum »Sapņu Fabrika« in der lettischen Hauptstadt Riga.

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Subversive Brats – Greyzone Wanker

[B] Herbstoffensive gegen Nazistrukturen

Auf „Indymedia Linksunten“ wird folgendes berichtet:

In der Nacht bevor in Dresden die Abendländer ihr Einjähriges feiern wollten, haben wir in Berlin das Blackland angesteckt. Das Blackland ist eine Rock- und Metalkneipeam Ernst-Thälmann Park, die sich als unpolitisch darstellen möchte. Doch ganz so einfach ist es nicht, mittlerweile kann das Blackland auf eine mehrjährige Historie von Nazikonzerten zurück blicken. Und auch für öffentliche Drohungen gegen antifaschistische Strukturen waren sich die Betreiber nicht zu schade: „Antifa, Finger weg Vom Black Metal… oder wir brechen sie euch“ …

Weil die Zeit drängt und es viel zu tun gibt, verweisen wir hier nur schnell auf die Antifa Berlin Recherche Seite, die einen ausführlichen Artikel über die Blackland Naziumtriebe im April diesen Jahres veröffentlicht hatte: https://www.antifa-berlin.info/node/914

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