Schlimmer als Frei.Wild? Nieder mit SIDOs Heimat-Rap

Via „Kaput-Mag“:

Das ehemalige Aggro-Ferkelchen Paul Würdig alias SIDO dockte bei der GEZ an – und ließ sich buchen für einen Beitrag zur Heimat-Themenwoche auf der ARD. Auf Gebührendeckel. Statt in seinem Block chillt er jetzt scheinbar mit den Touris vor’m Reichstag, wie er einen wissen lässt. Aber das ist noch nicht alles.

„Du bist perfekt auf deine Art, fast genau wie ichs mag
Du bist die kleinen Gartenlauben und die Tauben im Park
Du bist der Kegelclub, der Dönermann, die wehenden Fahnen
Du bist die Banken und die Schranken, die verspätete Bahn
Du bist nie so ganz gerecht, trotzdem liebe ich dich echt“

Im Jahre 2015 und damit vor der Kulisse von Aufmärschen besorgter Bürger, Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, der Verschärfung des Asylrechts ein erstaunliches mild- wie debiles Bild, das der ehemalige Gangster einem hier von Deutschland vermitteln möchte. SIDO macht mittlerweile so offensichtlich Musik, die beruhigen möchte statt zu agitieren, dass sich in den eigenen Widerwillen fast sogar ein bisschen Mitleid dazumischt. Fast! Denn gegen die affirmative Schlichtheit des bärtigen Clowns sind Schlagertexte ja noch Punk – und das, das ist einfach schon fahrlässig.„Die Wiese vor dem Reichstag“ – eine einzige Durchhalteparole, als hätte Heinz Rühmann wieder seinen Erbauungsstreifen “Quax, der Bruchpilot” am Start, als hätte Merkels Redenschreiber nach einer Lobotomie plötzlich, naja, „Rap“ entdeckt. Also wenn man dieses wohlfeile Gedudel allein musikalisch überhaupt noch dem armen Genre zuschieben kann.

Weiter

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF