Archiv für November 2015

Brauner HipHopper und Hooligan-Band

Via der „Blick nach Rechts“:

Bremen/Aachen – Die rechtslastige Hooligan-Band „Kategorie C“ (KC) will am 5. Dezember gemeinsam mit dem neonazistischen HipHopper „Makss Damage“ auftreten.

Schon seit geraumer Zeit kündigt die Bremer Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ für den ersten Dezember-Samstag ein teils konspirativ organisiertes Konzert im „Ruhrpott West“ an. Üblicherweise fanden so beworbene Auftritte in den vergangenen Jahren grenznah im benachbarten Ausland nahe der Region Aachen statt. Zu den Organisatoren gehörten zuweilen Vertreter aus der Aachener Hooligan- und Neonazi-Szene. Auch diesmal deutet einiges darauf hin, dass das Konzert in dieser Region stattfinden könnte.

Seit Donnerstag teilt der wegen seiner zuweilen nationalsozialistischen und gewaltverherrlichenden Texten (bnr.de berichtete) bekannte HipHopper Julian F. alias „Makss Damage“ mit, er werde an jenem Abend im Vorprogramm auftreten. Unterdessen bewirbt auch KC bei der Ankündigung auf ihrer Homepage neben der zweiten Vor- und Szeneband „Faust“ den Auftritt des im Rheinland lebenden „Makss Damage“. (mik)

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Rechtsextreme Musik in Sachsen besonders stark

Der „mdr“ berichtet:

Gemeinsame Musik und ähnliche Kleidung, das schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Das ist in jeder Subkultur so, und gilt natürlich auch für die rechtsextreme Bewegung. Einschlägige Bands, Konzerte und Vertriebsläden – all das gibt es in Mitteldeutschland. Wie vernetzen sich die Rechstsextremen darüber?

Wer sich in Mitteldeutschland mit rechtsextremen Waren eindecken will, der hat eine große Auswahl. Die Landesämter für Verfassungsschutz haben im vergangenen Jahr 37 einschlägige Läden und Online-Versandhändler gezählt. Wenn man nach den großen Playern sucht, rückt ein Bundesland besonders in den Fokus: Sachsen. Hier gibt es zwölf Shops, darunter „PC Records“ in Chemnitz und „OPOS Records“ in Dresden. Das sind laut Verfassungsschutz die bedeutendsten Vertriebe bundesweit. Martin Döring, Sprecher des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz, weiß, dass die Betreiber damit viel Geld verdienen: „Die rechtsextremistischen Vertriebe haben einen Jahresumsatz, der mehrere hunderttausend Euro umfasst.“

Über den Ladentisch gehen einschlägige Musik, szenetypische Kleidung, Weltkriegsdevotionalien oder auch das Parfüm für die nationale Frau. Das ist alles legal oder im Graubereich und damit nicht zu verbieten. Verfassungsschützer Döring sagt, dass natürlich ein bedeutender Teil der Gewinne zurück in die Szene fließe, um beispielsweise Konzerte und andere Veranstaltungen zu finanzieren. Warum Sachsen ein Zentrum sei? Hier habe man sich früh vernetzt. Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen, das Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus leistet, sieht noch andere Gründe. In Sachsen seien Behörden nie wirklich gegen die Betreiber solcher Läden vorgegangen: „Wenn da Aktivisten aus der Szene auftauchen, einen Laden aufmachen für genau diese Bewegung, sich dann dort auch weiterhin aktiv bewegen und es immer noch nicht gelingt, diesen Leuten ihre Geschäftsgebahren transparent für die Öffentlichkeit darzulegen, dann ist das eine Bestärkung für diese Leute. Dann machen die einfach weiter. Man lässt sozusagen mafiöse Zustände wachsen.“
Mehr als 40 Rechtsrock-Bands in Mitteldeutschland aktiv

Zu dem Netzwerk der Rechtsextremen gehören nicht nur die Läden, auch die Musikszene allgemein ist ein Vernetzungspunkt. Nach Angaben der Verfassungsschützer in den Ländern gab es 2014 insgesamt 43 Bands, 22 in Sachsen, elf in Thüringen und zehn in Sachsen-Anhalt. Zu nennen wären unter anderem die Chemnitzer Band „Blitzkrieg“, die Magdeburger Gruppe „Agharta“ oder die Band „12 Golden Years“ aus Apolda.

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Dissidenti findet Rechtsrock-CDs von MSV-Fans

„fanzeit“ schreibt:

Aufeinandertreffen von Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg hat die Düsseldorfer-Ultragruppe „Dissidenti“ einen Fund von CDs mit Rechtsrock publik gemacht, die sie den MSV-Fans von „Toastbrot Duisburg“ zuordnet.

Auf ihrer Webseite haben die Ultras Bilder der CDs veröffentlicht, die sie laut eigenen Angaben auf einer Auswärtsfahrt in einem gemieteten Bus gefunden haben. Neben Schlagern wie „Rote Pferd Party auf Mallorca“ fanden sich in in der Spindel, die mit einem „Toastbrot Duisburg“-Aufkleber beklebt ist, offenbar auch CDs, die mit dem Namen des rechtsextremen norwegischen Attentäters Anders Breivik versehen sind.

Zwar sei eine der CDs trotz der Aufschrift „Heil“ nicht mehr lesbar gewesen, auf den übrigen finden sich laut Angaben von Dissidenti jedoch zahlreiche Lieder von rechtsextremen Bands wie „Landser“. Die Ultras kündigen an, den Fund „fachgerecht“ zu entsorgen und raten den Duisbruger Fans, „selbiges mit der Gruppe „Toastbrot Duisburg“ und dem anderen braunen Rotz zu tun.“ Die Mitteilung endet mit den Worten: „Verpisst euch, Nazischweine! Toastbrot zu Krümeln!“

Quelle

Ein Ausstieg ohne Trennung?

Via „Vereinsmafia Halle“:

Das Vereins-Lenkungszentrum (ViLZ) stellt fest: „Jetzt wird geleakt.“
Ein Ausstieg ohne Trennung?

Der selbst ernannte „Ex“-Nazi Zwän L. verweist immer wieder gerne auf die, von ihm so genannte ‪#‎Lügenpresse‬, zumindest dann, wenn es seiner Meinung oder Darstellung nutzt. So gibt er den ‪#‎Systemmedien‬ auch gerne Interviews, wenn er bspw. Elefanten füttert oder selbst für Motive abgemahnt wird. Oder eben, wenn er über seine, vermeintlich harmlose Vergangenheit in der rechten Szene redet.
Das tat er im Jahr 2013 auch und sprach, anonymisiert als „der groß gewachsene“[sic] ‚Henning Weber‘ mit der Mitteldeutschen Zeitung[1].

Dort konnte er die, von ihm mitgeführte ‚Blood & Honour‘-Sektion in Sachsen-Anhalt(mit 40 Personen eine der größten Gruppierungen der neonazistischen Organisation in der Bundesrepublik) kleinreden und so ganz nebenbei raushalten, dass er mit Mailorderversand und Läden in Leipzig und Halle ganz gut an der rechtsextremen Szene verdiente. Ein lustiges „Räuber und Gendarm“-Spiel, mehr nicht, soll dem Leser vorgegaukelt werden.

Doch liest man mehrerlei dabei heraus. Ausgestiegen ist Liebich nie. Er ließ nur seine Aktivitäten ruhen. Denn auch jetzt glaubt Zwän L. „sich auf einer Mission gegen Multikulti, korrupte Politiker und für einen „deutschen Volksstaat““ und gegen die ‪#‎Vereinsmafia‬, wie man an seinen Aktivitäten um die ‪#‎Montagsdemoinhalle‬ sieht. Und auch jetzt hält er weiterhin an Freundschaften zu den Kameraden von jetzt und einst fest, nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch ganz real.

So besuchte er am 17.Mai des vergangenen Jahres ein Konzert unter dem Motto ‚Noise of Germany‘ mit auch in unpolitischen Skinhead-Kreisen nicht unumstrittenen Bands, wie der britischen Band ‚Condemned 84′, deren, auf rechten Musiklabels produzierte Platten er bereits mit seinem UltimaThule-Versand verkaufte[2].

Dort saß er, gewissermaßen als Ehrengast, auf der Bühne, gemeinsam mit Ronny Wätzel, dem Veranstalter und Neonazi aus dem Umfeld von ‚Honour&Pride‘[3], einer Organisation, die sich nicht nur mit ihrem Logo an der mittlerweile verbotenen ‚Blood&Honour‘ orientiert, geschützt von dem als Security eingesetzten Kopf von Honour&Pride in Sachsen-Anhalt und ebenfalls als Konzertveranstalter für Neonazi-Bands aktiven, Oliver Malina[4].

Selbst die Polizei sprach später von 50, als solche erkennbare Neonazis.

Falls der erklärte ‚Aussteiger‘ Zwän sich nicht mehr daran erinnern kann, hier präsentieren wir ein paar Bilder, die er sich zur Erinnerung gerne einrahmen kann.

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Brauner Tonträger als Reminiszenz

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

20.11.2015 – Eberswalde/Neumünster – Unter dem Titel „Club 88 – 18 Jahre Kult“ wird aktuell ein Sampler mit elf Songs vertrieben. Vertreten sind unter anderem „Exzess“, „Lunkikoff“ und „Uwocaust“.

Mehrere Bands und Musiker aus dem Rechtsrock-Bereich lassen den im Vorjahr geschlossenen Neonazi-Treffpunkt „Club 88“ in Neumünster mit einem Tonträger wieder aufleben. Aktuell wird ein Sampler beworben mit dem Titel „Club 88 – 18 Jahre Kult“, wobei die Zahl 88 mit dem Wort „zensiert“ überdeckt ist. Bereits in der Vergangenheit hatte es zur finanziellen Unterstützung der überregional bekannten kleinen Kneipe Unterstützungs- und Solidaritätssampler gegeben.

Vertrieben wird der neue Tonträger von dem Versand „Exzess Records“ mit Adresse in Eberswalde. Dahinter steckt als Kontaktperson Tobias Vogt, Mitglied der Rechtsrock-Band „Exzess“, die ebenfalls auf dem Sampler vertreten ist. Insgesamt elf Songs sind darauf zu hören, im Balladenstil, als Hatecore-Musik oder aus der Rubrik NS-Black Metal. Mit von der Partie sind unter anderem die Rechtsrock-Ikone „Lunikoff“ (Michael Regener) sowie „Uwocaust“ (Uwe Menzel), dazu die Bands „Legion Of Thor“, „Tätervolk“ (beide Berlin) und „Frontfeuer“ (Brandenburg). Da der „Club 88“ selbst keine Aktivitäten mehr entwickelt, ist der neue Tonträger wohl eher als Reminiszenz anzusehen. Dabei handelt es sich offenbar um den auf der Band-Homepage von „Exzess“ bereits Ende 2013 angekündigten Sampler, der dann nach Aufgabe des Clubs zunächst gar nicht das Licht der Welt erblickte. (hf)

Quelle

Keine*r ist vergessen!

Via „Amaranto“:

Im November 2005, vor zehn Jahren, begann eine Mordserie, bei der im Laufe mehrerer Jahre in Russland über ein Dutzend Antifaschist*innen, soziale Aktivist*innen, Punks, Skater*innen und ganz einfache Menschen von Nazis gezielt getötet wurden. Sie wurden auf dem Weg zum Konzert überfallen und verprügelt. Ihnen wurde zu Hause aufgelauert, um sie zu erschießen. Wir möchten an diese Menschen und mit ihnen an die zahlreichen anderen Opfer von Nazi-Gewalt erinnern sowie ihre Geschichten erzählen.

Timur Kacharev [Filmstreifen unten, der 2. von links] wurde am 13. November 2015 von Nazis in Sankt Petersburg ermordet. Er war nach einer Food-not-Bombs Aktion, bei der veganes Essen an Obdachlose verteilt wird, mit einem Freund auf dem Weg nach Hause, als er von circa zehn Nazis überfallen wurde. Timur starb an seinen schweren Messerstichen am Hals. Er war zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt und studierte im vierten Semester an der Philosophischen Fakultät. Er war Musiker, Veganer und Aktivist. Timur war der erste russische Antifaschist, der von einem Nazi-Mob getötet wurde. Vor wenigen Tagen jährte sich sein Todestag zum zehnten Mal.

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Staatsaffäre Popmusik

Das „Neue Deutschland“ berichtet:

European Song Contest und die Renationalisierung der Musikkritik

Nichts mehr los in der Welt als Krieg und Terror? Weit gefehlt. Endlich hatte die Nation mal wieder ein Thema. Eines, das Bedeutung hat: Xavier Naidoo darf die Nation nicht beim European Song Contest vertreten!

Nichts mehr los in der Welt als Krieg und Terror? Weit gefehlt. Endlich hatte die Nation mal wieder ein Thema. Eines, das Bedeutung hat und die Einzelnen zu einem Wir vereint: Xavier Naidoo darf die Nation nicht beim European Song Contest (ESC) vertreten! Das dröhnte tagelang von der Titelseite der »Bild« über »Tagesschau« und »Spiegel« bis in die linke Medienwelt. Und so kam es: Am Samstag machte, prominent platziert in den Abendnachrichten, die Neuigkeit die Runde, dass der federführende NDR einen Rückzieher macht.

Es hat Naidoo wenig geholfen, dass er, wiewohl sein Zuckersoul natürlich Geschmackssache ist, im Gegensatz zu jüngst entsandten MusikdarstellerInnen etwas vom Fach versteht und womöglich einen eigenen Song abgeliefert hätte statt des üblichen Schrotts aus den Hitfabriken. Es hat ihm auch nicht geholfen, dass er jüngst in einem Brief an die Kanzlerin gemeinsam mit etwa den »Ärzten« und Nena für die gleichgestellte »Ehe für alle« plädiert hat oder mit dem Projekt »Brothers Keepers« langjährig gegen Rassismus eingetreten ist. Gemessen wurde er an Ausführungen, die nach Sympathie mit rechtsobskurantistischen Sektierern klangen oder an Songtexten, die sich als homophob oder gar antisemitisch auslegen ließen. Man befand, dass dieser Hintergrund kein guter Beitrag sei zu dem vor allem in der schwullesbischen und Queerkultur populären TV-Event. Xavier Naidoo? Das ist nicht Deutschland!

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Thüringer Neonazis organisieren drei „Kategorie C“ Konzerte in drei Wochen

Die Hooligan-Band „Kategorie C“ gehört seit Jahren fest zum Inventar der Neonazi-Szene. Auch in Thüringen trat die Band in den vergangenen Jahren immer wieder auf. Nachdem ein Konzert der Band Ende September in der Erfurter „Kammwegklause“ abgesagt worden war, ist „Kategorie C“ in den kommenden vier Wochen gleich zwei Mal wieder in Thüringen zu Gast. Eingeladen durch Tommy Frenck. Patrick Wieschke und Patrick Weber. Den Aufschlag der kleinen Thüringen-Tour von „Kategorie C“ macht Tommy Frenck am 21. November 2015. Zu dem als Kundgebung angekündigten Konzert lädt der umtriebige Neonazi in seine Immobilie nach Kloster Veßra ein. Rund 500 Kameraden sind bereits bei Facebook zur der Veranstaltung eingeladen, Einlass ist ab 17 Uhr. Vor dem Konzert der extrem rechten Band beginnt der Abend laut Ankündigung mit einer Diskussionsrunde und Redebeiträgen gegen 19 Uhr. Das Konzert soll dann ab 21 Uhr erfolgen. Offiziell lässt Frenck die Musik-Veranstaltung unter dem Label „Fußballfans gegen die Überfremdung unserer Heimat“ laufen. Wohl auch, um diese als glaubwürdige Kundgebung abhalten zu können. Diese Absicht zwingt ihn auch dazu, Redebeiträge in das Programm aufzunehmen. Am Neonazi-Hooligan-Publikum wollen neben Frenck auch der Eisenacher NPD-Stadtrat Patrick Wieschke und der extrem rechten Versandhändler und Landesvorstandsmitglied der NPD-Thüringen, Patrick Weber verdienen. Patrick Wieschke wirbt seit Mitte Oktober 2015 für ein “Live und Unplugged” Konzert der Band Kategorie C in Eisenach. “Einlass nur mit Karte, keine Abendkasse. Deshalb bitte vorbestellen” heißt es. Interessierte sollen sich für einen Kartenerwerb bei Patrick Wieschke per Facebook Privatnachricht melden. Das Konzert soll am 11. Dezember in der Katharinenstraße 147 in Eisenach statt finden. Es ist das selbe Haus, in dem auch die NPD ihre Zentrale unterhält. Patrick Weber erstellte zunächst eine private Facebook-Veranstaltung und warb für Kartenvorbestellungen bei ihm sowie Direktabholungen im Haus der Eisenacher NPD-Zentrale. Die Karten sind auf 100 Stück begrenzt und haben einen Verkaufspreis von 12 €, was also einem Umsatz von 1200 € durch den Kartenverkauf entspricht.

via thüringen rechtsaußen: Thüringer Neonazis organisieren drei „Kategorie C“ Konzerte in drei Wochen

Nach Neonazi-Demo in Brandenburg: Explosion in Flüchtlingszentrum

Die „taz“ berichtet:

Auf eine Begegnungsstätte im Brandenburgischen Jüterbog wird ein Anschlag verübt – wenige Stunden davor war eine NPD-Demo durch die Stadt gezogen.

In einer evangelischen Jugend- und Flüchtlingsbegegnungsstätte im brandenburgischen Jüterbog hat es am späten Freitagabend eine schwere Explosion gegeben. Nach Polizeiangaben wurde die Detonation in dem Jugendzentrum „Turmstube“ der St. Nikolai-Kirche, in dem die Gemeinde auch Flüchtlingsarbeit anbietet, offenbar vorsätzlich durch Böller verursacht. Menschen kamen nicht zu Schaden. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) erklärte, der Verdacht eines rechtsgerichteten Anschlags liege nahe. Eine Spur zu den Tätern gab es bis Sonntag nicht.

Durch die Druckwelle wurden nach Angaben der Polizei die Fenster, Türen und das Mobiliar des betroffenen Raumes schwer beschädigt. Zudem fielen Teile der Deckenverkleidung herunter. Der Sachschaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Die „Turmstube“ bietet wöchentlich Treffen mit Flüchtlingen an und war in der Vergangenheit bereits öfter Ziel von rechten Hassparolen.

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F*cking Angry – Lone Wolf

„In Stahlgewittern“: Einblicke in die rechte Neofolk-Szene

Via „Antifa-Infoblatt“:

Für den 28. März 2015 kündigte die Band „Allerseelen“ ein Konzert in Berlin-Kreuzberg an. Halb-konspirativ organisiert war der Ort erst 24 Stunden vor Konzertbeginn zu erfahren, allerdings auch nur, wenn man das rund 40 Euro teure Ticket erwarb. Trotz dem medialen Interesse in den Tagen vor dem Konzert und einer erhöhten Aufmerksamkeit seitens antifaschistischer Initiativen konnten „Allerseelen“ gemeinsam mit „The Grimsel Path“ ungestört im Kreuzberger Club „Chesters Inn“ in der Glogauer Straße im kleinen Kreise auftreten.

Gerhard Petak, alias „Kadmon“ bzw. „Helmstatt“, ist Sänger und kreativer Kopf der seit 1987 bestehenden österreichischen Formation „Allerseelen“. Am Bass ist Marcel Petri und Christien H. am Schlagzeug. Musikalisch angesiedelt zwischen Neofolk, Dark Wave und Military Pop vertont die Band Esoterisches und Okkultes, dessen Ursprung nicht selten im Nationalsozialismus zu finden ist. Mit dem Album „Gotos=Kalanda“ kombiniert das Projekt um Petak Ambient-Klänge mit Texten des gleichnamigen Gedichtzyklus’ des SS-Brigadeführers Karl Maria Wiligut. Wiligut, Leiter des Archivs im Rasse- und Siedlungshauptamt des Dritten Reichs, war federführend an der Entwicklung der mystischen Seite der SS beteiligt, etwa durch den Entwurf des Totenkopfrings oder die Umgestaltung der Wewelsburg.1

Auch die bei Neonazis beliebte „Schwarze Sonne“, welche als Bodenornament im ­sogenannten Nordturm der Wewelsburg eingelassen ist, ziert jenes Album. „Allerseelens“ fünftes Album „Neuschwabenland“ bezieht sich durch den Titel auf die gleichnamige Expedition der Nationalsozialisten in der Antarktis.2 Besonders die mystische Seite des Natio­nalsozialismus scheint Petaks kreative Quelle zu sein. In vielen seiner Werke sind Bezüge zu Leni Riefenstahls Film „Das Blaue Licht“ erkennbar. Das Cover der Single „Alle Lust will Ewigkeit/Traumlied“ zeigt Riefenstahl in Gestalt des Mädchens „Junta“, die Hauptprotagonistin des Films. Die Platte selbst ist mit der „Schwarzen Sonne“ gestal­tet. Riefenstahl, welche nach der Machtübernahme 1933 enge Vertraute von Joseph Goebbels war und Propaganda-Filme wie „Triumph des Willens“ produzierte, beschreibt Petak als „wunderschöne und starke Frau“ und stand laut eigener Aussage vor einigen Jahren mit ihr in Korrespondenz. Die Idee Riefenstahls, „Das Blaue Licht“ neu zu vertonen, setzte er allerdings nie um.3

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Verstricktes NSU-Unterstützernetzwerk

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Im NSU-Verfahren belasten neue Erkenntnisse zwei Neonazi-Helfer. Die Generalbundesanwaltschaft entscheidet sich nicht im Falle von neun weiteren mutmaßlichen Unterstützern.

Seit rund drei Jahren ziehen sich neun Ermittlungsverfahren der Generalbundesanwaltschaft gegen weitere Beschuldigte wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung hin. Unter ihnen sind die Ehefrau des Zwickauer Mitangeklagten André E., die beiden ehemaligen Chemnitzer „Blood&Honour“-Größen Thomas S. und Jan W., ein ehemals führender Thüringer Neonazi sowie mutmaßliche Waffen- und Wohnungsbeschaffer aus der rechten Szene. Insider gehen davon aus, dass die Karlsruher Behörde die Ermittlungen bereits abgeschlossen hat, die Verfahren aber „offen hält“. Denn bisher wurden weder Einstellungen noch Anklageerhebungen bekannt.

Dabei scheint vor allem die Zwickauer Ehefrau des Mitangeklagten tief verstrickt. Über Jahre besuchte sie Beate Zschäpe in ihrem Versteck, half bei der Abtarnung und fuhr „Gerri“ und „Liesl“, also Böhnhardt und Zschäpe, 2011 zur Autovermietung in Schreiersgrün. Mit dem Fahrzeug brachen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zu ihrer letzten Raubtour auf. Bevor sie in Eisenach ankamen, sollen sie nach neuesten Erkenntnissen noch den verletzten Freund André E. in einer Leipziger Klinik besucht haben. Der Handwerker war wenige Tage zuvor von einem Stallgebäude gestürzt.

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Shitstorm gegen die ARD: Umstrittener Xavier Naidoo soll zum Eurovision Song Contest

„Endstation Rechts“ schreibt:

Die Entscheidung der ARD, Xavier Naidoo im nächsten Jahr zum Eurovision Song Contest (ESC) nach Stockholm zu schicken, hat in den Sozialen Medien heftige Reaktionen ausgelöst. Eine Petition soll den Start verhindern, derweil verteidigte die ARD Naidoo als Künstler, der für „Werte wie Frieden, Toleranz und Liebe“ stehe.

Vor vier Jahren trat Xavier Naidoo im ARD-Morgenmagazin auf. Dort antwortete der Künstler, dessen Alben alle die Poleposition der Charts eroberten, auf die Frage der Moderation, ob „wir in Deutschland frei“ seien: „Nein, wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land.“ Deutschland habe nach wie vor keinen Friedensvertrag, es sei „kein echtes Land“ und deshalb nicht frei. Bereits damals fiel die ideologische Nähe zu den Vorstellungen der sogenannten Reichsbürger auf, die ihrerseits die Existenz der Bundesrepublik Deutschland bestreiten, vom Fortbestehen des Deutschen Reiches schwadronieren oder dieses Land als Firma ansehen. Stichwort „BRD GmbH“. Daher überraschte es viele Beobachter kaum, als der 44-Jährige im letzten Jahr am 3. Oktober auf einer von Verschwörungstheoretikern durchgeführten Kundgebung in Berlin sprach. Damals versicherte er auch, er möchte auf die Menschen zugehen. Dazu zählten eben „Reichsbürger“ – und die NPD.

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Rechtsrock in weihnachtlicher Aufmachung

Via der „Blick nach Rechts“:

Erfurt – Am zweiten Samstag im Dezember soll in „Mitteldeutschland“ ein „White Christmas“-Konzert stattfinden.

Mit der Ankündigung eines „White Christmas“-Konzertes ist in der rechten Szene natürlich keine weihnachtliche Sentimentalität gemeint, sondern einfach nur angepasst an das Kalendarium die rassistische Botschaft der Überlegenheit und Reinheit der weißen Rasse. Solch ein Konzert wird in „Mitteldeutschland“ für den 12. Dezember von den Aktivisten beworben, die vor wenigen Wochen noch mit dem Gedenkkonzert an das 1994 verstorbene IS-amerikanische Hammerskin-Idol Joe Rowan beschäftigt waren. (bnr.de berichtete)

Für den 12. Dezember werden die Bands „Tätervolk“ aus Berlin, „Codex frei“ aus dem Oberallgäu, „Kommando 192“ aus dem baden-württembergischen Enzkreis, „Carpe Diem“ aus dem Raum Stuttgart sowie „Barbarossa“ gelistet. Letztere setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Musikprojekte „Propaganda“ (Horb) und „Devil‘s Project“ (Stuttgart). (hf)

Quelle

The Damned ~ New Rose

Festerling bestätigt Medienberichte – Hooligans sorgen bei Pegida für Ordnung Ordner

Demonstrationen in Dresden sind auch Hooligans. Das hat nun auch Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling bestätigt – wenn auch nicht ganz offiziell. In einem Video, das im Internet aufgetaucht ist, spricht Festerling vor der Burschenschaft Halle zu Mainz. Bei diesem Vortrag erklärt sie unter anderem, dass bei Pegida in Dresden von Anfang an auch Hooligans unter den Ordnern gewesen wären, auch von Dynamo Dresden. Laut Festerling gebe es in Dresden “weniger Berührungsängste zu den bösen Hooligans” als im Westen. Damit bestätigt Festerling auch Medienberichte der Vergangenheit, in denen immer wieder berichtet wurde, dass Hooligans als Ordner und “Sicherheitsdienst” bei Pegida mit marschieren.

via mdr: Festerling bestätigt Medienberichte Hooligans sorgen bei Pegida für Ordnung

„Nationale Sozialisten Döbeln“ bleiben verboten

Das Oberverwaltungsgericht Sachsen hat eine Klage gegen das Verbot der Neonazi-Gruppierung „Nationale Sozialisten Döbeln“ aus dem Jahr 2013 zurückgewiesen. Damit bleibt das dritte Verbot einer Neonazi-Gruppe in Sachsen seit 2001 weiterhin vorerst bestehen. Ende 2005 war die Gruppierung „Division Döbeln“ erstmals in Erscheinung getreten, später benannte sie sich in „Nationale Sozialisten Döbeln“ um. Bereits 2009 machen Berichte die Runde, Akteure der Gruppe seien immer wieder an „Angriffen auf Personen und Objekte in Döbeln beteiligt gewesen.“ Ihren Treffpunkt hatten die Neonazis in einem Industriegebiet in der Stadt im Landkreis Mittelsachsen und veranstaltete dort auch Rechtsrock-Konzerte. Doch damit war im September 2013 Schluss, als rund 30 Beamte die Räumlichkeiten der sechs führenden Mitglieder und das Vereinslokal durchsuchten. Gleichzeitig wurde den sechs Personen die Verbotsverfügung zugestellt.
Für Innenminister Markus Ulbig stellten sich die Mitglieder der Gruppierung „in die Nachfolge des nationalsozialistischen Terrorregimes“. Die Vereinigung richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung, verwende nationalsozialistische Begriffe und Symbole und zeige damit eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus, kommentierte der Minister das Verbot. Neben den sechs Führungsfiguren gehörten zum weiteren Umkreis der „Nationalen Sozialisten Döbeln“ etwa 20 Personen und die Rechtsrock-Band „Inkubation“, die ebenfalls verboten wurde. Gegen das Verbot hatten sowohl die „Nationalen Sozialisten Döbeln“ als auch eines ihrer Mitglieder vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen geklagt. Ihre Argumentation: Es habe sich nicht um eine Vereinigung, sondern um einen „familiär und freundschaftlich geprägten Kreis national gesinnter Personen“ gehandelt. Die Aktionen hätten unter dem Dach der Jugendorganisation der NPD, den Jungen Nationaldemokraten, stattgefunden.

via bnr: „Nationale Sozialisten Döbeln“ bleiben verboten

Gericht bestätigt FNS-Verbot und legt Teile der militanten Neonazistruktur offen

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Am 2.7.2014 wurde der Kameradschaftsverbund „Freies Netz Süd“ durch das bayerische Innenministerium verboten und aufgelöst. Es handele sich um eine Ersatzorganisation der bereits 2003 verbotenen „Fränkische Aktionsfront“. 41 Personen legten gegen das Verbot Klagen ein. Diese scheiterten wenig überraschend am 4. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Die Urteilsbegründung ist aufschlussreich: Sie legt Teile der Struktur des militanten Neonazinetzwerks erstmals öffentlich dar.

Von der „Aktionsfront“ zum „Freien Netz“

Die „Fränkische Aktionsfront“ (FAF) hatte ihren Schwerpunkt im Großraum Nürnberg und wurde 2004 verboten. Die Gründe: „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“ und „zunehmend aggressive Agitation“.

Neu gegründet nannte sich der Zusammenhang zunächst „Nationale Sozialisten Franken“ (NSF), dann „Freies Netz Süd“ (FNS) – jeweils enthält die Abkürzung die Wortkombination NS – und orientierte sich nach Informationen von a.i.d.a. neben der FAF am sächsischen Kameradschaftsverband „Freies Netz“. Die Behörden vereitelten die Fortführung damals, wie a.i.d.a. weiter berichtet, nicht. Sie bestritten gar eine Kontinuität. Erst dadurch konnte das Netzwerk zur wohl bedeutendsten Struktur der Neonazis in Bayern werden.

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Schmalkalden: Neonazis organisieren Busfahrt zu Hammerskinkonzert in Italien

Via „Indymedia Linksunten“:

Für den 28. November ist in Norditalien ein Konzert der dortigen Hammerskins im Skinhouse Mailandgeplant. Es soll dort das 20-jährige Bestehen der Hammerskins Italien beim ‚Hammerfest 2015′ mit mehreren Neonazibands u.a. aus Deutschland gefeiert werden. Die Naziaktivistin Sandra Knieling aus Schmalkalden organisiert für ihre Kameraden aus Deutschland eine Busfahrt von Südthüringen aus zum international beworbenen Konzert.

Hammerskins Italien und das Skinhouse Mailand

Bei den Hammerskins handelt es sich um eine Organisationsform, die Ende der 80er Jahre entstand, sich vor allem im musikalischen Bereich der Boneheads wiederfand und Konzerte organisierte, aber deren Mitglieder sich gut und gerne auch an Gewalttaten beteiligen. Ausschlaggebend war bei den Hammerskins die ‚White-Power‘ Bewegung. Diese bildet auch heute noch den wichtigsten Bezugspunkt der politischen Arbeit. Entstanden in den USA, verbreiteten sich Ableger der Hammerskins auch in ganz Europa. Besonders entscheidend für die Szene in Norditalien dürfte das ‚Skinhouse Milano‘ in Mailand sein, dort finden regelmäßig Neonazievents wie das ‚Hammerfest‘ Ende November statt. Das ‚Skinhouse Milano‘ bildet einen Anlaufpunkt für Neonazis aus ganz Italien und spielt auch international eine große Rolle. Bereits 2012 war das Skinhouse Anlaufpunkt für einige Neonazis, die am 02. Dezember 2012 versuchten einen Antifaschisten in Mailand zu töten.

Am 28. November 2015 wollen nun die Hammerskins in Norditalien ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern. Dass es sich bei der bisher noch nicht offiziell bekannt gegebenen Location wohl sehr sicher um das Skinhouse in Mailand handelt, wird beim Blick auf die unterschiedlichen Seiten der italienischen Neonazis klar. Zum einen bewarb das Skinhouse die deutsche Neonaziband Frontalkraft bereits am 21. Oktober 2015, mit dem Zusatz, dass diese live beim Hammerfest am 28. November in Mailand spielen würden. Außerdem wurde die dazugehörige Facebook-Veranstaltung vom Skinhouse erstellt und offensiv beworben. Bereits im November 2014 hat es ein größeres Fest der Hammerskins im Skinhouse gegeben, vor einem Jahr spielten u.a. Michael Regner (Lunikoff) aus Deutschland dort.

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Aus für Bremer Hooligan-Kneipe „Old School’s“

Der „Weser-Kurier“ schreibt:

Schon von außen sieht die Bar „Old School’s“ nicht gerade einladend aus: Die Fassade der Kneipe an der Straße auf der Brake ist beschmiert, das schmale Fenster vergittert. An der Tür hängt ein Schild, das Gästen unter 21 Jahren den Eintritt verbietet.

Jahrelang firmierte die Bar in der Nähe des Hauptbahnhofs unter dem Namen „Bells“. Unlängst gab es einen Pächterwechsel, die Bar hieß seitdem „Old School’s“. Doch laut Hans-Joachim von Wachter, Chef des Bremer Verfassungsschutzes, blieb sie auch nach der oberflächlichen Veränderung ein „wichtiger Treffpunkt der Bremer Neonazi- und Hooliganszene“. Seit ein paar Tagen ist die Bar nun geschlossen.

Der Vermieter der Liegenschaft erklärt auf Anfrage des WESER-KURIER, er habe seinen Mieter mit den Vorwürfen, das „Old School’s“ sei ein Treffpunkt der rechten Szene, konfrontiert. „Dabei hat sich herausgestellt, dass unser Vertragspartner nicht der Betreiber der Bar ist“, sagt er. Seinen Namen will der Vermieter lieber nicht in der Zeitung lesen. Nach seiner Auskunft haben er und seine Mitarbeiter nach der Schließung des „Old School’s“ Drohanrufe erhalten.

Betrieben wurde die Szenekneipe zuletzt von der Stieftochter des Mieters. Diese machte in der Vergangenheit aus ihrer einschlägigen Kundschaft keinen Hehl: Mehrfach schoss sie Handyfotos mit diversen bekannten Größen der Bremer Hooligan- und Neonazi-Szene und postete die Bilder in sozialen Netzwerken.

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