Vor Prozessbeginn im Dezember: Ballstädter Neonazi-Schläger sammeln Gelder mit Konzerten

Via „Thüringen Rechtsaussen“ – sehr gut recherchiert!:

In wenigen Wochen sitzen 15 Neonazis wegen des Überfalls am 9. Februar 2014 auf eine Kirmesgesellschaft in Ballstädt auf der Anklagebank im Landgericht Erfurt. Die Beschuldigten organisieren seit mehreren Monaten Konzerte, um Gelder für ihre Immobilie “Gelbes Haus” zu beschaffen und könnten dabei bereits bis zu 22.000 € durch Eintrittsgelder erwirtschaftet haben. Für das kommende Wochenende haben mehrere der Angeklagten die “Lunikoff Verschwörung” nach Thüringen eingeladen.

Erste Spendenaktion nach Verhaftung im März 2014 für Tonstudio und Hauskredit

In der Nacht zum 9. Februar 2014 wurden bei dem brutalen Überfall im Ballstädter Gemeindehaus zehn Menschen teilweise schwer verletzt, einer Person wurde ein Ohr halb abgerissen. Weil der Haupttäter Thomas Wagner zeitweise in Untersuchungshaft saß, startete die Neonazi-Aktivistin Ariane Scholl bereits wenige Wochen später einen ersten Spendenaufruf im Internet. Ihre Kameraden wurden aufgefordert, Geld auf ein Extra-Konto mit der Nummer 3813029483 bei der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau zu überweisen. Scholl sorgte sich um den Bestand der Immobilie “Gelbes Haus” (Alte Bäckerei) in Ballstädt, dem Nachfolgeprojekt der Neonazis aus der “Hausgemeinschaft Jonastal” (HGJ), die zuvor in Crawinkel und Gotha ihr Unwesen trieben. Wagner war 2013 in die alte Bäckerei gezogen, welche die Neonazis Steffen Mäder und Andre Keller gekauft hatten. In dem ersten Aufruf hieß es: “Solidarität – Jetzt erst Recht (Bitte teilen!!!) Nachdem schon zwei Kameraden der Hausgemeinschaft Jonastal der Staatsgewalt zum Opfer gefallen sind, wurde nun auch unser treuer Freund und Kamerad Tommi Wagner aufgrund diverser Vorwürfe und Systemintrigen inhaftiert. Dies hat natürlich nun finanzielle Folgen für die Hausgemeinschaft, der Kredit für Haus und Tonstudio läuft weiter, dazu kommen in naher Zukunft Anwaltskosten usw. Die beiden Kameraden, welche die Immobilie nun allein versuchen zu halten sind daher auf Hilfe angewiesen.” Jeder solle Geld spenden, gerne auch mit einem monatlichen Dauerauftrag, so Ariane Scholl, die dafür über ihr bestehendes Vertragsverhältnis bei der Sparkasse Arnstadt Ilmenau nach eigenen Angaben ein weiteres Konto eingerichtet hatte. Ein “Konto wurde extra für Spendenzwecke eingerichtet” hieß es auch am Ende des Aufrufes, der “Mit kameradschaftlichem Gruß HGJ und Kameradschaft Jonastal” unterschrieben war. Kaum verbreitete sich der Aufruf in der Thüringer Neonazi-Szene, meldete sich auch der Saalfelder Steffen Richter zu Wort, der ebenfalls zum engeren Umfeld der Ballstädter Szene gehört und Ziel zahlreicher Ermittlungen war.

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