Rechtsextreme Musik in Sachsen besonders stark

Der „mdr“ berichtet:

Gemeinsame Musik und ähnliche Kleidung, das schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Das ist in jeder Subkultur so, und gilt natürlich auch für die rechtsextreme Bewegung. Einschlägige Bands, Konzerte und Vertriebsläden – all das gibt es in Mitteldeutschland. Wie vernetzen sich die Rechstsextremen darüber?

Wer sich in Mitteldeutschland mit rechtsextremen Waren eindecken will, der hat eine große Auswahl. Die Landesämter für Verfassungsschutz haben im vergangenen Jahr 37 einschlägige Läden und Online-Versandhändler gezählt. Wenn man nach den großen Playern sucht, rückt ein Bundesland besonders in den Fokus: Sachsen. Hier gibt es zwölf Shops, darunter „PC Records“ in Chemnitz und „OPOS Records“ in Dresden. Das sind laut Verfassungsschutz die bedeutendsten Vertriebe bundesweit. Martin Döring, Sprecher des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz, weiß, dass die Betreiber damit viel Geld verdienen: „Die rechtsextremistischen Vertriebe haben einen Jahresumsatz, der mehrere hunderttausend Euro umfasst.“

Über den Ladentisch gehen einschlägige Musik, szenetypische Kleidung, Weltkriegsdevotionalien oder auch das Parfüm für die nationale Frau. Das ist alles legal oder im Graubereich und damit nicht zu verbieten. Verfassungsschützer Döring sagt, dass natürlich ein bedeutender Teil der Gewinne zurück in die Szene fließe, um beispielsweise Konzerte und andere Veranstaltungen zu finanzieren. Warum Sachsen ein Zentrum sei? Hier habe man sich früh vernetzt. Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen, das Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus leistet, sieht noch andere Gründe. In Sachsen seien Behörden nie wirklich gegen die Betreiber solcher Läden vorgegangen: „Wenn da Aktivisten aus der Szene auftauchen, einen Laden aufmachen für genau diese Bewegung, sich dann dort auch weiterhin aktiv bewegen und es immer noch nicht gelingt, diesen Leuten ihre Geschäftsgebahren transparent für die Öffentlichkeit darzulegen, dann ist das eine Bestärkung für diese Leute. Dann machen die einfach weiter. Man lässt sozusagen mafiöse Zustände wachsen.“
Mehr als 40 Rechtsrock-Bands in Mitteldeutschland aktiv

Zu dem Netzwerk der Rechtsextremen gehören nicht nur die Läden, auch die Musikszene allgemein ist ein Vernetzungspunkt. Nach Angaben der Verfassungsschützer in den Ländern gab es 2014 insgesamt 43 Bands, 22 in Sachsen, elf in Thüringen und zehn in Sachsen-Anhalt. Zu nennen wären unter anderem die Chemnitzer Band „Blitzkrieg“, die Magdeburger Gruppe „Agharta“ oder die Band „12 Golden Years“ aus Apolda.

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