Archiv für Dezember 2015

„Tickende Zeitbomben“

Via der „Blick nach Rechts“:

Anschläge auf eine Bürgermeisterkandidatin und eine Schule – das „Lone Wolf“-Phänomen im Rechtsterrorismus anhand von zwei Fällen.

Mit dem Anschlag auf die Bürgermeisterkandidatin Henriette Reker am 17. Oktober dieses Jahres in Köln und den Morden an einer Schule in Trollhättan am 22. Oktober hat es binnen weniger Tage zwei Fälle von „Lone Wolf“-Terrorismus in Deutschland und Schweden im Lichte einer von Fremdenfeindlichkeit gegen Flüchtlinge geprägten Stimmung gegeben. Die Bezeichnung meint eine Einzelperson, die ohne Anleitung von anderen und ohne Einbettung in eine Gruppe eine terroristische Tat begeht. Nachstehend sollen die beiden Fälle dargestellt und untersucht werden: Es geht erstens um die Beschreibung der Ereignisse, zweitens um die Darstellung der Person und drittens um die Erörterung des Kontextes. Bei dem letzt genannten Aspekt soll ein Gesichtspunkt gesondert in den Blick genommen werden: Auch der Einzeltäter- und „Lone Wolf“-Terrorist wird nicht als ein solcher geboren. Es gibt bereits zuvor bestehende mentale und politische Prägungen, welche die Entwicklung hin zu dieser besonderen Form von Gewaltanwendung erklären.

Da dieser Aspekt bei dem Einzeltäter- beziehungsweise „Lone Wolf“-Terrorismus mitunter falsch verstanden wird, bedarf es zunächst noch einer Benennung der Merkmale: Die Personen agieren erstens allein als Individuen, sie folgen zweitens keiner Gruppe und ihre Handlungen sind drittens selbst bestimmt. Dabei fällt der Blick auf die konkrete Tat, das heißt ein Einzeltäter kann durchaus Angehöriger einer Gruppe oder Mitglied einer Organisation gewesen oder noch sein. Der entscheidende Aspekt besteht darin, dass der Anschlag oder das Attentat als konkrete Handlung von ihm selbst ohne Einwirkung von Hierarchie oder Struktur umgesetzt wurde. Die Bezeichnung „Lone Wolf“-Terrorist steht lediglich für die konkrete Tatplanung. Sie bestreitet weder, dass die Akteure sich beispielsweise durch Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft motiviert fühlen, noch, dass ihre einschlägige Gewalt- und Ideologiefixierung eine Folge der Sozialisation in der rechtsextremen Szene ist. Die Annahme, wonach ein Rechtsterrorist keine derartige Prägungen aufweise, wäre wirklichkeitsfremd.

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Neonazi-Konzert in Kreuzberg – Leider kein Einzelfall

„Berlin rechtsaußen“ berichtet:

Am Samstag, den 12. Dezember, fand im Kreuzberger Club „Chesters“ ein neonazistisches Konzert statt. Sacha Korn, über den bereits mehrfach auf „Berlin rechtsaußen“ berichtet worden war, präsentierte seine neue CD. Schon zuvor gab es 2015 in dieser Lokalität Veranstaltungen, mit denen ein extrem rechtes Publikum angesprochen wurde.

Ein Beitrag von Frank Metzger (apabiz)

Der Club „Chesters“ in der Kreuzberger Glogauer Straße ist unscheinbar. Lediglich die Leuchtreklame an der Hofeinfahrt verweist auf den im Hinterhof gelegenen Club in unmittelbarer Nähe des Görlitzer Parks. Auch das Interieur sowie die Facebook-Seite sind unverdächtig. Die Ankündigungen für die offensichtlich eigens organisierten Partys richten sich an ein tanz- und feierwütiges Publikum: Reggae&Dancehall, Hip-Hop und R&B, Synth-Pop und Electro stehen unter anderem auf dem Programm. Doch andere Veranstaltungen, die im „Club zum Mieten !!“ – so die Selbstbezeichnung – stattfinden und nicht im offiziellen Programm des „Chesters“ gelistet sind, haben es in sich.

Sacha Korn erfolgreich klandestin

Am Samstag, den 12. Dezember, etwa fand hier das Konzert des neonazistischen Musikers Sacha Korn und seiner gleichnamigen Band statt, das bereits über etliche Wochen ohne Ortsangabe angekündigt worden war. Erstmals fiel der bis dahin gänzlich unbekannte Musiker im Jahr 2011 auf, als Songs auf einer NPD-Schulhof-CD und Interviews und Berichterstattungen in extrem rechten Publikationen wie etwa der „Zuerst!“ und der „Hier und jetzt“, einem zentralen Organ der Jungen Nationaldemokraten (JN), erschienen.(1) Heute scheint Sacha Korn über beste Kontakte in extrem rechte Strukturen zu verfügen, spielte unter anderem Konzerte mit der Neonazi-Hooligan-Band „Kategorie C“(2) und beim neurechten „Zwischentag“.(3) Darüber hinaus ist er Werbepartner der extrem rechten Bekleidungs-Marke Erik&Sons.

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„Der III.Weg“

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Ein Produkt der Krise des „Nationalen Widerstandes“?

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ ersetzte nach einer Razzia gegen das „Freie Netz Süd“ (FNS) dessen Strukturen und etablierte sich bis zu dessen Verbot als unangefochtene Aktionsplattform in Bayern. Nun dehnt „Der III. Weg“ seinen Aktionsraum zusehends bundesweit aus. Der Artikel beleuchtet die Entstehungsgeschichte, alt bekannte Strippenzieher innerhalb der Führungsriege und die Ausbreitung, gemessen an Relevanz und Einflussnahme.

von Johannes Hartl, Inforiot.de, Haskala.de und AIB

Der Gründung der Partei durch Klaus Armstroff — ehemals Mitglied des rheinland-pfälzischen Landesverbands der NPD — sind langjährige Streitigkeiten voraus­gegangen. So endete der Richtungsstreit zwischen dem völkisch-orientierten Flügel um Armstroff und seiner Ehefrau Dörthe Armstroff (ehemals Landes­vorsitzende der NPD-RLP) auf der einen Seite und einer eher „subkulturell“ ausgerichteten Fraktion um Sascha Wagner und dem heutigen NPD-Landesvorsitzenden Markus Walter auf der anderen, im Sommer 2013 mit dem Rückzug des Armstroff-Flügels aus der NPD. Kurze Zeit später, im September 2013, rief Armstroff den „Der III. Weg“ in Heidelberg ins Leben. Neben ihm als Parteivorsitzenden finden sich mit Matthias Herrmann als Stellvertreter und René Rodriguez-Teufer als Beisitzer zwei langjährige Kader des „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ im Parteivorstand wieder. Als Schatz­meister fungiert Christian Steup, ehemaliger NPD-Funktionär und vormals Schatz­meister der als kriminelle Vereinigung eingestuften „Kameradschaft Westerwald“ (vgl. AIB Nr. 70).

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Meeting der europäischen NSBM-Szene

Via der „Blick nach Rechts“:

21.12.2015 – Anfang April soll in Italien in fünfter Auflage ein Musikspektakel unter der Bezeichnung „Hot Shower“ stattfinden – der Vorverkauf wird auch über den Berliner Versandhandel von Hendrik Möbus angeboten.

Organisatoren wie Besucher von Musikveranstaltungen der rechten Szene müssen seit Jahren in Italien keine Repressionen fürchten, weil Behörden und Polizei sie gewähren lassen. Das wird ausgiebig genutzt, um dort auch große internationale Treffen auf die Beine zu stellen. Und immer wieder ist es der Großraum Mailand, wo sich all das abspielt. Für den 2. April 2016 steht dort das nächste unsägliche Festival an.

Die Anhänger der Black Metal-Richtung mit eindeutig rechtem bis nationalsozialistischem Bezug (NSBM) wollen dann ihre mittlerweile fünfte Auflage des Meetings unter dem Namen „Hot Shower“ feiern. Dafür wird bereits seit dem Herbst geworben. Inzwischen sind die ersten sieben Namen der Bands, die auftreten sollen, bekannt gegeben worden. Auch in Deutschland findet der Termin großes Interesse, werden im Internet doch bereits Fahrgemeinschaften dafür angefragt und verabredet. Zuletzt fand am 28. November ein internationales „Hammerskin“-Event statt, zu dem sieben gecharterte Busse mit Anreisenden aus Deutschland Mailand ansteuerten. Engmaschige deutsch-italienische Kontakte rund um den neonazistischen Musikbereich sind der Grund dafür, zumal auch stets darauf geachtet wird, dass mindestens eine deutsche Band auf der Bühne steht.

Für den ersten Samstag im April ist das „Leichenzug“ aus Wilkau-Haßlau (Landkreis Zwickau). Das Musikprojekt existiert seit 2004 und ist eigentlich ein Solounternehmen von Paul M., der sich als Multiinstrumentalist betätigt. Aktuell trifft man ihn unter anderem auch als Mitglied von „Brainwash“ aus dem thüringischen Altenburg. Auf dem Debütalbum von „Leichenzug“ wurden Titel der NSBM-Kultband „Absurd“, in der Hendrik Möbus Mitglied war, gecovert. Auch das war bestimmt kein Zufall, denn dem Vernehmen nach soll M. ab und an auch am Schlagzeug von „Absurd“ gesessen haben. Von „Absurd“ wurden seit 2008 diverse Produktionen von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert.

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Rechtsrock für „die Ehre“

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

18.12.2015 – Frankreich (Paris) – In deutsch-französischer Kooperation soll am 16. Februar im Großraum Paris ein Rechtsrock-Konzert veranstaltet werden.
Für das Event am 16. Februar kommenden Jahres werden vier Bands angekündigt, davon stammen zwei aus Deutschland. Beworben wird der Termin durch die „Blood&Honour“-Bewegung. Als Motto für die Veranstaltung wurde „Night of Honour“ ausgegeben. Aufspielen sollen neben den französischen Bands „Blessed In Sin“ und „Baise Ma Hache“ (B.M.H.) als deutsche Vertreter „Nordglanz“ sowie „Stahlfront“. „Blessed In Sin“ existieren bereits seit 1993. Sie sind der Musikrichtung des NS-Black Metal (NSBM) und Satanismus zuzurechnen. Nach einer Friedhofsschändung standen Mitglieder der Band neben anderen Angeklagten 2004 vor Gericht und wurden verurteilt. „B.M.H.“ kommen aus den Savoyen. Im Vorjahr stellten sie ihren ersten Tonträger vor und nahmen zudem eine Gemeinschaftsproduktion mit der französischen Band „Autarcie“ auf.

Die seit 1999 aktive Combo „Nordglanz“ stammt aus dem Raum Frankfurt. Der hessische Verfassungsschutz hat sie als rechtsextreme Band gelistet. „Stahlfront“ ist nach Angaben des sächsischen Verfassungsschutzes erstmals 2013 in Erscheinung getreten. Es handelt sich dabei um ein Projekt mit Musikern aus verschiedenen anderen Bands aus Sachsen und Thüringen. Vertrieben werden deren Bandartikel vom Label und Versand Hammerbund, die von Dennis Schoner aus Gera betrieben wird. Der ist aus der NSBM-Band „Totenburg“ bekannt ist und ist auch unter dem Pseudonym „Herr Rabensang“ unterwegs. (hf)

Quelle

„Hardcore Night“ in Zweitauflage

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

17.12.2015 – Tschechien (Liberec) – An nicht näher bezeichnetem Ort wird in Tschechien für den 27. Februar ein Rechtsrock-Konzert angekündigt. Aufspielen sollen auch mehrere deutsche Bands.

Immer wieder finden sich in Tschechien Bühnen für Internationalen Rechtsrock. Dabei werden gerne Bands aus Nachbarländern präsentiert, um auch Neonazis von dort zu den Auftritten zu locken. Zuletzt hat es solche Angebote zum einen in Ostböhmen gegeben, aber auch für Nordböhmen hat sich eine entsprechende Szene etabliert. Angekündigt wird nun die Fortsetzung der Konzertreihe „Hardcore Night“ an nicht genau genanntem Ort. Termin für die Zweitauflage ist der 27. Februar 2016.

Von deutscher Seite wird dafür die Band „Fight Tonight“ aus dem Raum Sangerhausen angekündigt, die seit 2006 aktiv ist und bereits bei diversen NPD-Rechtsrock-Ereignissen mitgewirkt hat. Mit dabei sollen auch „Saubande“ (Tschechien) sowie „Old Firm“ (Slowakei) sein. Die beiden letzt genannten Bands waren bereits bei der Erstauflage am 7. November mit von der Partie, ebenso wie „Painful Awakening“ aus dem Raum Güstrow sowie die 2009 gestartete Combo „Mortuary“ aus dem Raum Wolmirstedt. (hf)

Quelle

„Punkfront“ im Geiste der NSDAP?

Das „Antifa Infoblatt“ berichtet:

Im Juli 2015 erschien die CD „Der zweite Streich“ der Neonazi-Punk-Band „Punkfront“. Die Berliner Band hat sich so deutlich zum Nationalsozialismus bekannt, das man sie nicht mehr unter „Grauzone“ verbuchen braucht. Selbst der Berliner Senat kam nicht darum herum, die Band im „Verfassungsschutzbericht Berlin 2013“ unter der Rubrik „Rechtsextremismus“ aufzulisten.

Kaum im Fokus sind jedoch befreundete rechte „Punk“-Bands und das breite Umfeld der „Grauzonen“-Bands. Von hier sind die Übergange zu krampfhaft „unpolitischen“ oder „antipolitischen“ Punk-Bands fließend, die auch in alternativen und linken Räumen ein und ausgehen.

Punks als Unterstützer der Neonazi- Bewegung

Ende der 1970er Jahre gab es in Eng­land die Gruppe „Punk Front“, die aus Neonazi-Punks be­stand und als eine Art Jugendorga­ni­sation der Neonazi-Par­tei „Bri­tish Na­tio­­nal Front“ un­ter­stand. Es gab ein eigenes Fanzine und vier eigene Punk-Bands die für „Punk Front“ 1979 auf einem „Rock Against Communism“-Konzert der „National Front“ auftraten. In einem Interview erklärte Punkfront der Homepage punksnotred.org, das der gleiche Name kein Zufall ist: „Our name come from the Punkfront from England in the early 70th. And we thougth that is the right name for us.“1 Im selben Interview grenzen sie sich von unpolitischen Punkbands ab: „For us dosnt exist this no politic live style. Everyone is political. we are a right wing punk band“2.

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Kai-Rolf Müller

Via „Antifa Adventskalender Wien“:

Kai-Rolf Müller alias “Rocker Rolf” ist vor einigen Monaten aus Northeim zu seiner Freundin Dorothee Lindemuth in die Nähe Wiens gezogen.
Er war Mitglied der designierten NSDAP-Nachfolgerin, der “Freiheitlichen Arbeiter Partei” (FAP), welche 1995 verboten wurde. Außerdem tritt er regelmäßig als Neonazi-Liedermacher auf und ist Präsident des Chapters „Süd-Harz“ der neonazistischen Bruderschaft „Signs of the Hammer“.

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Siehe auch: Türchen Nr. 13: Dorothee Lindemuth

Dorothee Lindemuth ist im Türchen für den 3. Advent. Die ursprünglich in Chemnitz ansäßige Rechtsextreme ist vor ein paar Jahren in die Nähe Wiens gezogen. Gemeinsam mit ihrem Freund Kai Rolf Müller unterhält Doro ausgezeichnete Verbindungen zu FPÖ-FunktionärInnen und Neonazis gleichermaßen. Zu ihrem nahen Umfeld zählen unter anderem sowohl Gregor Tschenscher, Wolfgang Lechner, Isabella Kordas und Petar Helmer als auch Johann Gudenus jun.

Eigentlich in der Blood&Honour-Szene beheimatet, haben sich Doro Lindemuth und Rolf Müller, wie einige ihrer KameradInnen, im Zuge der öffentlichen Debatten um Flucht und Migration vermehrt rechtsextremen Protestaktionen angeschlossen. Nennenswert sind dabei vor allem Aktionen der „Identitären“.

„Die Rechte“

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Die neonazistische Mini-Partei „Die Rechte“ wurde Ende Mai 2012 u.a. durch den Neonazi-Kader Christian Worch und einigen ehemaligen Mitglieder der inzwischen aufgelösten „Deutsche Volksunion“ (DVU) gegründet, die sich nicht mit der Fusion zwischen DVU und NPD im Mai 2012 abfinden wollten. Seitdem gilt „Die Rechte“ als eine relativ verbotssichere Alternative für AktivistInnen aus verbotenen Neonazi-Gruppierungen. Es bestehen Landesverbände in Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Brandenburg, Niedersachsen und Bayern. An dieser Stelle sollen die drei Landesverbände NRW, Sachsen und Thüringen vorgestellt werden.

von LOTTA, AIB und Arthur Sajdowski

NRW — Auffangbecken für verbotene Kameradschaften

In keinem anderen Bundesland verfügt „Die Rechte“ über ähnliche viele Kreisverbände und AktivistInnen wie in Nordrhein-Westfalen: Neun Kreisverbände werden auf der offiziellen Parteiseite im Internet aufgeführt, hinzu kommen noch die beiden Kreisverbände Recklinghausen und Ostwestfalen, die bislang vor allem auf „Facebook“ aktiv sind. Ende 2013 soll die Gesamtpartei etwa 500 Mitglieder gehabt haben. Mehr als die Hälfte der Mitglieder sollen hierbei aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen (NRW) stammen.

Das westliche Bundesland ist die Schwerpunktregion der Neonazi-Partei, hier wurde am 15. September 2012 auch ihr erster Landesverband gegründet. Wenige Wochen zuvor hatte der Landesinnenminister am 23. August drei der wichtigsten Kameradschaften in Hamm, Dortmund und Aachen verboten. Es war ein Verbot mit Ankündigung: Bereits im Mai war schon die „Kameradschaft Walter Spangenberg“ aus Köln verbo­ten worden. Zumindest die stark im öffenlichen Fokus stehenden Gruppen „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO) und „Kame­radschaft Aachener Land“ (KAL) konnten danach ahnen, dass sie als Nächste an der Reihe sind.

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Die NPD: Sinkendes Schiff ohne Kurs?!

Via „Antifainfoblatt“:

Im Dezember 2014 prangte ein Bild des frisch gewählten Parteivorsitzenden Frank Franz auf der Titelseite der NPD-Parteizeitung. „Der Neue“ war in großen Lettern ­direkt daneben geschrieben. Im 50. Jahr ihres Bestehens hätte die NPD nun einen „ausgesprochen jungen Vorsitzenden bekommen“, so der Tenor des Artikels. Franz über­nahm die NPD in einer katastrophalen Lage. Die Enthüllungen rund um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) und zahlreiche innere Zerwürfnisse hatten die Partei vor ­allem auf einem Politikfeld gestärkt: Der Selbstzerfleischung. Als dann auch noch Holger Apfel wegen angeblicher Übergriffe auf einen jüngeren Neonazi aus dem Amt und schlussendlich auch der Partei gejagt worden war, hatte die NPD ihren Tiefpunkt erreicht.

Zunächst sollte dann der Fraktionsvorsitzende der NPD-Landtagsfraktion, Udo Pastörs, für Ruhe auf dem sinkenden Schiff sorgen. Eine „harte Hand“ kündigte der für seine Hetzreden bekannte Pastörs an. Doch viel passierte nicht. Dass diese Geschehnisse die Partei nach wie vor beschäftigen, zeigt auch ein Statement zum „Fall Apfel“ des ehemaligen stellvertretenden Bundesvorsitzenden der NPD, Karl Richter, im Juni diesen Jahres auf Facebook: „Die Parteispitze unter dem Übergangsvorsitzenden Udo ‚starke Hand‘ Pastörs deckelte den Fall seinerzeit nach Kräften, aufgeklärt wurde nie etwas, und Apfels Seilschaften blieben unangetastet.“ Richter ist mittlerweile Mitarbeiter des Europaabgeordneten und ehemaligen Parteivorsitzenden der NPD, Udo Voigt. Für Voigt muss der Einzug in das Euro­paparlament eine echte Genugtuung gewesen sein. Von Apfel aus dem Amt gejagt und von Pastörs um die Kandidatur herausgefordert, gelang ihm am Ende der Einzug und damit der Aufstieg zu einem erneuten Machtpol innerhalb der Neonazipartei. Apfel vergibt mittlerweile „Sauf-Diplome“ für seine trinkfreudige Kundschaft in seiner Kneipe auf Mallorca und Pastörs ist nach seinem Rückzug vom Bundesvorsitz offensichtlich soweit in sein Privatleben zurückgekehrt, dass auch von der noch bestehenden Landtagsfraktion der NPD in Mecklenburg-Vorpommern kaum noch eine Außenwirkung zu erkennen ist. Damit haben sich die Machtzentren neu geordnet. Dass im Juli 2015 auch noch Holger Szymanski, Landesvorsitzender in Sachsen und Bundesgeschäftsführer der NPD, von allen seinen Ämtern zurücktrat, schwächte die Partei weiter. Hinzu kommt, dass zahlreiche Landesverbände wie Bayern, Sachsen-Anhalt oder Niedersachsen faktisch keine öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten mehr entfalten.

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17.12.2015 Brandenburg an der Havel: Vortrag: Der Soundtrack der Neonazis

Ein Veranstaltungstipp:

Nach der Filmvorführung mit anschließender intensiver Diskussion am 03. Dezember im Haus der Offiziere, laden wir am kommenden Donnerstag zu einem Vortrag des „Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum“ (apabiz) in das Haus der Offiziere zum Thema „Der Soundtrack der Neonazis“ ein, denn längst schon hören Neonazis nicht mehr nur “klassischen” Rechtsrock und neonazistische Liedermacher_innen. Es gibt kaum einen Musikstil und den dazugehörigen subkulturellen Lifestyle, der nicht auch bei Neonazis zu finden ist. So gibt es u.a. “National Socialist Black Metal”, “National Socialist Hardcore” und “National Socialist Hip Hop”. Der Frage, wie diese Entwicklungen einzuschätzen sind, ob sie trotz aller offensichtlichen Widersprüche authentisch sind oder vielmehr als Mittel zum Zweck dienen, soll in diesem Vortrag und der anschließenden Diskussion auf den Grund gegangen werden. Auch wenn in der Havelstadt keine neonazistischen Bands oder Gruppen proben, so gibt es doch ab und zu Konzerte, wie im Jahre 2014 in Kirchmöser und 2009 auf dem Flughafen-Briest.
Im Anschluss wollen wir den Abend mit unseren Skaterfreund_innen ausklingen lassen, welche zur Video-Release-Party ab 20:15 Uhr einladen.

17. Dezember – 19 Uhr – Haus der Offiziere (Magdeburger Straße 15, Brandenburg/Havel)

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Niederländischer PEGIDA-Aktivist: Waffenhändler und Nazifreund

„Berlin rechtsaußen“ berichtet:

Seit November 2014 finden in Deutschland wöchentliche PEGIDA-Demonstrationen statt. PEGIDA ist ein deutsches Akronym für Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Migranten, Muslime, Politiker und die Presse werden durch deren Aktivisten massiv kritisiert, die sich selber als harmlose, besorgte Bürger betrachten. Worin besteht der niederländische Beitrag zu diesen Veranstaltungen? Wer ist Ed aus Holland, der als PEGIDA-Teilnehmer bereits häufig das Wort ergriffen hat? Wie ist sein Verhältnis zu Geert Wilders und welche Rolle spielen niederländische Neonazis in diesem Zusammenhang? Kurzum: wie sauber ist PEGIDA eigentlich?

Dieser Gastbeitrag erschien zuerst auf der Webseite der Antifaschistischen Untersuchungsgruppe Kafka am 27.01.2015. Wir danken Kafka und unserem Übersetzer. Alle Schreibweisen wie im Original.

„Ich unterstütze Euch von Herzen. Millionen in Europa unterstützen Euch. Ich bin stolz auf Euch.“ ließ Geert Wilders die Demonstranten am 25. Januar in Dresden wissen. Seine Botschaft an die 17.000 Teilnehmer wurde von Ed aus Holland vorgelesen, einem Niederländer mit Wohnsitz in Deutschland, der regelmäßig als Sprecher bei PEGIDA auftritt.

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Musikspektakel für „Skinheads“

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Erfurt – Am Pfingstsamstag soll in „Mitteldeutschland“ ein Rechtsrock-Konzert aus dem Umfeld der „Hammerskins“ stattfinden.

Für den 14. Mai nächsten Jahres wird aus dem Umfeld der „Hammerskins“ ein Rechtsrock-Konzert in „Mitteldeutschland“ angekündigt, das von den Initiatoren unter das Motto „Skinheads are back in town“ gestellt wurde und damit auch mehr als deutlich die Zielgruppe benennt.

Aufgelistet werden für den Samstag des Pfingstwochenendes insgesamt fünf Bands. Zum Line-up gehören: „Kraft durch Froide“, die vom Neonazi Andreas Pohl gegründeten Rechtsrock-Veteranen aus Berlin, „Faustrecht“, die in der Allgäuer Neonazi-Szene ihren Ursprung hatten und auf mehreren NPD-Schulhof-CDs vertreten waren, „Sturmtrupp“, die seit 1987 existieren und aus dem oberbayerischen Neuburg stammen, „Smart Violence“ aus dem Ruhrgebiet sowie „Treueorden“ aus Österreich. Kurz nach Veröffentlichung des Konzerttermins hieß es bereits, dass die Veranstaltung ausverkauft sei. (hf)

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V-Mann-Verdacht gegen Reker-Attentäter: Berlin schweigt

Via „Neues Deutschland“:

Grünen-Politiker Beck: Geheimniskrämerei der Bundesregierung »lässt einen kritisch aufhorchen« / Parteilose Politikerin als Kölner Oberbürgermeisterin vereidigt

Berlin. Während die parteilose Politikerin Henriette Reker am Dienstag im Kölner Stadtrat als neue Oberbürgermeisterin vereidigt worden ist, erhält der Verdacht neue Nahrung, der Attentäter, der die 59-Jährige vor zwei Monaten im Wahlkampf aus mutmaßlich rassistischen Gründen niederstach, könne V-Mann gewesen sein. Eine entsprechende Anfrage der Grünen im Bundestag ist von der Bundesregierung jetzt »nach sorgfältiger Abwägung« nicht beantwortet worden. »Die Führung von Quellen gehört zu den wichtigsten nachrichtendienstlichen Mitteln, die den Nachrichtendiensten zur Informationsbeschaffung zur Verfügung stehen.« Die Auskunft müsse auch dann verweigert werden, wenn entsprechende Verbindungen zum Geheimdienst schon länger zurückliegen oder gar nicht existieren.

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[LÜB] Auffallende Ähnlichkeiten – Die AfD und das Neonazi-Netzwerk im Spreewald

Antifas aus Südbrandenburg berichten auf „Indymedia Linksunten“:

Selt­same Alli­an­zen haben sich dem Anschein nach im Süden Bran­den­burgs gebil­det. Gegen den „Aus­tausch des Vol­kes“ gehen dort „besorgte Bür­ger“ gemein­sam mit der AfD auf die Straße. Mit dabei sind auch Neo­na­zis aus dem Umfeld der ver­bo­te­nen „Spree­lich­ter“. „Zukunft Hei­mat“ heißt die Initia­tive, die mobil macht gegen Flücht­linge. Bei einer Demons­tra­tion vom „Zukunft Hei­mat“ am 31. Okto­ber in der Spree­wald­stadt Lüb­benau kamen 900 Per­so­nen zusam­men. Bei einer zwei­ten Aktion am 5. Dezem­ber in Lüb­ben waren es 500.

Ihren Ursprung hat „Zukunft Hei­mat“ in einer Bür­ger­in­itia­tive aus dem Dorf Züt­zen. Die Initia­tive „Pro Züt­zen“ hatte im Som­mer die Unter­brin­gun­gen von 100 Flücht­lin­gen in dem 350-Einwohner-Dorf kri­ti­siert, aber nicht grund­sätz­lich abge­lehnt. Züt­zen ist ein Orts­teil der Stadt Gol­ßen im Dahme-Spreewald. Eine Demons­tra­tion fand am 30. Juni unter dem Motto „Demo­kra­tie wagen“ statt. Nach eige­nen Anga­ben ver­sam­mel­ten sich über 100 Men­schen auf dem Markt­platz in Gol­ßen. Zu den For­de­run­gen gehörte der Ruf nach “ mehr Bür­ger­be­tei­li­gung“ und die dezen­trale Unter­brin­gung von Flüchtlingen.

Aus „Pro Züt­zen“ hat sich mitt­ler­weile „Zukunft Hei­mat“ ent­wi­ckelt. Es han­delt sich um einen Anfang August gegrün­de­ten, ein­ge­tra­ge­nen Ver­ein. Vor­sit­zende sind Chris­toph Berndt, haupt­be­ruf­lich an der Ber­li­ner Cha­rité, und Anne Haber­stroh, Fri­seu­rin in Gol­ßen. Wei­tere Aktive wie Alex­an­dra Hentsch und Lars Köh­ler kom­men eben­falls aus Golßen.

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Kira Kanoa – Siempre Antifascista

NL: RechtsRock-Imperialismus

Das „Lotta-Magazin“ schreibt:

ZWOLLE (NIEDERLANDE) – „Ruhrpott West“ lautete die Ortsangabe für ein neonazistisches Rock-Konzert, das am Samstag, den 5. Dezember 2015, letztendlich im niederländischen Zwolle stattfand. Die Stadt liegt immerhin rund 130 Kilometer von der nächstgelegenen Ruhrgebietsstadt entfernt. Vermutlich um Repressionsdruck auszuweichen, dehnten die OrganisatorInnen des Konzerts den geographische Begriff des „Ruhrpott“ weit aus.

Angekündigt für das Konzert waren die Neonazi-Hoolband „Kategorie C“ aus Bremen, die als musikalisches Sprachrohr von HoGeSa bezeichnet werden kann, die alternden Metal-Rocker von „Faust“ aus Frankfurt sowie der neonazistische Rapper „Makss Damage“. Mobilisiert wurde für das Konzert über die Website von „Kategorie C“ und über deren Handynummer. Ein anderer Veranstalter trat zumindest nicht öffentlich in Erscheinung.

Dass Konzerte von „Kategorie C“ nicht in NRW, sondern im benachbarten Ausland stattfinden, ist mittlerweile übliche Praxis. Letztes Jahr fand ein für den „Ruhrpott West“ angekündigtes „Nikolaus Festival“ im belgischen Ort Montzen statt. Ende März wurde ein für das Emsland angekündigtes Konzert, das in Haaksbergen in den Niederlanden stattfinden sollte, von der Polizei verhindert. Ein für den 4. April 2015 mit „grenznah in Westdeutschland“ beworbenes Konzert fand tatsächlich im belgischen Jalhay statt.

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Alert: Northwestern Hammerskins Annual Martyrs Day Celebration 2015, Washington State Weekend of December 5-6th.

Via „Rose City Antifa“:

On November 18, a member of the Stormfront white supremacist web forum posted an invitation for sympathizers to join the annual Robert Jay Mathews memorial, also known as the Martyrs Day commemoration. The Stormfront post asked for white supremacists to “Join us Sunday, Dec. 6th in Ballard, WA” and promised “five white power bands […,] a traditional cross burning […and…] marching through Capitol Hill in Seattle.” The attached event flyer mentions two of the promised white power bands, both of which are affiliated with the neo-Nazi Hammerskin Nation.

The Northwestern Hammerskins (NWHS) typically celebrate “Martyrs Day” on the first weekend of December. This event memorializes Robert Jay Mathews, a leader of the white supremacist terror group The Order/Brüder Schweigen who died in a siege and firefight with federal authorities at Whidbey Island, Washington on December 8, 1984. Neo-Nazis often travel to Whidbey Island to pay tribute to Mathews--a photo from last year shows over thirty Hammerskins and allies posing on the Island. This year, the Hammerskins want to show themselves in a less remote location, promising events near Ballard and Seattle instead of or as well as just going to Whidbey Island. This is a major escalation by the Hammerskins.

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And: Call to Action: Smash the Hammerskins in Seattle December 6th
Seattle anti-fascists march to confront no-show white supremacists

NSU-Terror: ihre „Uwes“ waren’s

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

10.12.2015 – Im Münchner NSU-Verfahren hat die Hauptbeschuldigte Beate Zschäpe sich erstmals eingelassen. Eine Einlassung, die „unglaubwürdig“ und eine „Frechheit“ sei, so Nebenklagevertreter und Prozessbeobachter

Ralf Wohlleben und André E. wirkten im Gerichtssaal A 101 gelassen. Eine Anspannung der Mitangeklagten im NSU-Verfahren wegen der angekündigten Einlassung der Hauptbeschuldigten war äußerlich nicht erkennbar. Kein nervöses Umherschauen oder verunsichertes Hin-und-Her-Bewegen auf der Anklagebank. Wussten sie, dass Beate Zschäpe sie vor dem Oberlandesgericht München nicht belasten würde? Vertrauten sie ihrer langjährigen Mitstreiterin einfach, weiterhin nichts zu verraten, was nicht schon öffentlich verhandelt wurde? Am gestrigen Mittwoch war die Botschaft ihrer lang angekündigten Einlassung schnell erkennbar: Alleine „ihre Uwes“ planten und verübten alle 10 Morde, Bombenschläge und 15 Banküberfälle. Den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) habe es nicht gegeben, ließ sie ihren Rechtsbeistand Mathias Grasel vortragen und über ein Netzwerk von Unterstützern ließ sie nichts verlauten.

Kurz vor 10.00 Uhr begann am 9. Dezember Grasel, Zschäpes Einlassung zu verlesen. In rund 90 Minuten versuchte der Anwalt, der mit seinem Kollegen Hermann Borchert Zschäpe neu mitvertritt, die gesamte Anklage der Bundesanwaltschaft zu widerlegen. Keine Annahme würde stimmen. In der 53-seitigen Einlassung kehrte eine Formulierung immer wieder auf: An den Taten „war (sie) weder an der Vorbereitung noch an der Durchführung“ beteiligt. Sie fühle sich aber „moralisch schuldig“, nicht in der Lage gewesen zu sein „auf Uwe Mundlos und auf Uwe Böhnhardt entsprechend einzuwirken, unschuldige Menschen nicht zu verletzen und nicht zu töten“. „Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Opfern und Angehörigen der Opfer“, trug Grasel für Zschäpe vor.

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Neonazitreff in der Sonnenstrasse: Auf dem Weg zu einer neuen „Kameradschaft“?

„recherche 38″ berichtet:

In den letzten Wochen fanden in der Sonnenstrasse 3 in Braunschweig regelmäßig Treffen, „Kameradschaftsabende“ und Partys der rechten Szene statt. Eingeladen dazu hatte Johannes Welge, der ehemalige Hildesheimer Kreisvorsitzende der Partei »Die Rechte«, der jetzt – mehr oder weniger unfreiwillig – der Partei den Rücken gekehrt hat. Unter anderem sollen Gewaltausbrüche unter Drogen- und Alkoholeinfluß, die sich auch gegen die eigenen Leute richteten, einer der Gründe dafür gewesen sein, dass sich seine ehemaligen „Kameraden“ nun von ihm abgewendet haben. Welge, der vor einiger Zeit mit seiner Familie von Braunschweig in den Landkreis Hildesheim gezogen ist, hat sich in den letzten Wochen wieder häufiger in Braunschweig aufgehalten. Das Wohnhaus in der Sonnenstrasse 3, das von Welge verwaltet wird, diente dem Neonazi auch schon früher als Versammlungsort: Zunächst fanden dort Treffen der »Aktionsgruppe 38« statt, dann Parteiveranstaltungen des aus der Gruppe hervorgegangenen „Kreisverbandes Braunschweiger Land“ der Partei »Die Rechte«.

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