Neonazis drängen auf die Straße

Via der „Blick nach Rechts“:

In Thüringen fand im Jahr 2015 an jedem dritten Tag mindestens eine öffentliche Aktion mit mehr als zehn Personen statt, die von Neonazis organisiert wurde oder an der Neonazis teilnahmen.

Nach Zählung des „blick nach Rechts“ (bnr.de) ereigneten sich in Thüringen insgesamt 146 öffentliche Aufmärsche, Kundgebungen oder andere Aktionen der rechtsexremen Szene, knapp die Hälfte davon fand allein in den letzten drei Monaten dieses Jahres statt. Damit ereigneten sich im vierten Quartal 2015 bisher mehr solcher Aktionen als in den ersten sechs Monaten zusammen, bloße Infostände wurden nicht mitgezählt. Auch die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) spricht von einem deutlichen Anstieg in fast allen Kategorien extrem rechter Aktivitäten. Die Zahl der öffentlichen Aktionen der rechtsextremen Szene hat sich demnach gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und ist wie die Zahl der Sachbeschädigungen mit rechtem Hintergrund so hoch wie schon seit zehn Jahren nicht mehr.

Auch die Zahl der Rechtsrock-Konzerte hat nach Angaben von MOBIT zugenommen. Wurden im Vorjahr nach einer leichten Abnahme erneut 27 Konzerte, wie auch 2008, 2009 und 2010 gezählt, verzeichnete die Mobile Beratung bis zum 15. Dezember dieses Jahres bereits 37 solcher Musik-Veranstaltungen. Publikumsmagnet in der braunen Szene war dabei das „Live H8 III/Rock für Meinungsfreiheit“ im Mai im südthüringischen Hildburghausen. Die vom regionalen Neonazi-Kader Tommy Frenck und dem Betreiber des Szenelabels Ansgar Aryan als Kundgebung angemeldete Veranstaltung avancierte mit 1500 Besuchern zum bestbesuchten Neonazi-Festival in Thüringen in den vergangenen sechs Jahren.

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