Archiv für Januar 2016

Geheimes Nazikonzert: Polizei verhindert Rechtsrock-Konzert – zwei Mal

Via „Nordkurier“:

Die Polizei löste am Samstag ein Nazikonzert in Anklam auf. Die Veranstalter wichen aber einfach nach Ueckermünde aus. Doch auch dort lief das Treffen nicht lange. Den Frust der Nazis bekamen die Polizisten zu spüren.

Die Polizei verhinderte am Sonnabend ein vorbereitetes Rechtsrockkonzert in Anklam, dessen Vernanstaltungsort sie durch Hinweise von Zeugen sie bereits vorher kannte. Die Durchführung der Veranstaltung wurde verboten.

Die Konzertveranstalter und ihre Teilnehmer wichen dann allerdings auf eine Örtlichkeit in Ueckermünde aus. Dort hörte dann nicht nur die Besucher, sondern auch Nachbarn Livemusik mit volksverhetzenden Texten, wie die Polizei weiter mitteilt. Doch auch hier lösten die Beamten die Veranstaltung auf.

Doch dort nahm die Polizei nicht nur Anzeigen wegen Beleidigung auf – so wie sie es auch schon in Anklam taten –, sondern sie wurde sogar körperlich angegriffen. Laut eigenen Angaben setzten die Beamten Zwangsmittel ein, um ihre Verfügungsgewalt durchzusetzen. Es wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet, zu denen der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat.

Quelle

Untergetauchte Neonazis

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Hunderte Rechtsextreme werden in Deutschland per Haftbefehl gesucht, befinden sich auf der Flucht vor der Polizei. Experten sehen die Zahl mit Sorge und erinnern an das vielleicht dunkelste Kapitel der Nachkriegsgeschichte.

14 Jahre Untergrund, zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und 15 Banküberfälle: So lautet die Bilanz der bislang schwersten von Rechtsextremen begangenen Terrorserie in der Bundesrepublik Deutschland. Nach der Enttarnung der Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) war klar: So etwas darf nie wieder passieren, terroristische Untergrundstrukturen müssen aufgedeckt und trockengelegt werden.

Besonders weit scheinen die Sicherheitsbehörden dabei nicht gekommen zu sein. Eine Anfrage der Grünen-Politikerin Irene Mihalic deckt auf: Aktuell sind in Deutschland 372 der rechten Szene zugeordnete Personen für die Polizei nicht greifbar, gegen sie liegen mehr als 450 Haftbefehle vor, allesamt unvollstreckt. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 suchte die Polizei nach 268 rechtsextremen Straftätern. Die Zahl der Untergetauchten hat sich demnach drastisch erhöht.

Eine Tatsache, die nicht nur aufgrund der zahlreichen Gewalttaten von Rechtsextremen gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte beunruhigen sollte. Szene-Kenner und Politiker halten es für möglich, dass sich im Untergrund neue Gruppen wie der NSU formieren.

„Die gestiegene Zahl der offenen Haftbefehle gegen rechte Straftäter ist erschreckend und für mich nicht nachvollziehbar. Das ist gerade vor dem Hintergrund des NSU-Skandals ein verheerendes Signal, das von den Polizeien der Länder ausgeht“, erklärt dazu Uli Grötsch. Er sitzt für die SPD im zweiten NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags und fordert: „Insbesondere die Täter, deren Haftbefehl auf politisch motivierter Gewaltkriminalität beruht, müssen mit sehr hohem Fahndungsdruck verfolgt werden.“ Laut Antwort der Bundesregierung trifft das auf 70 der 372 gesuchten Personen zu.

Weiter

Rechtsrock-Konzert heute Abend in Hamm

Das „Lotta“-Magazin berichtet:

HAMM – Neonazis aus dem Umfeld der Partei „Die Rechte“ kündigen für den heutigen Abend ein Rechtsrock-Konzert in Hamm an. Bei einer der auftretenden Bands soll es sich wahrscheinlich um „Duo Zeitnah“ aus Thüringen handeln. Dies teilte die „Antifaschistische Aktion Hamm“ in einer Presseerklärung mit.

Im Internet wirbt ein „Die Rechte“-Mitglied seit einigen Tagen für ein Konzert am 16. Januar 2016. Er verrät nicht, welche Bands auftreten sollen, er teilt aber mit, dass auch eine Band aus Thüringen darunter sei. Zugleich schreibt das „Duo Zeitnah“ aus dem thüringischen Gotha auf Facebook: „Wir spielen Sonnabend irgendwo in NRW ;-) “. Dieser Post wird wiederum von zwei Hammer Neonazis „geliked“.

Das „Duo Zeitnah“ besteht aus zwei Neonazis, die sich „Diggi“ und „Klampfe“ nennen und als Liedermacher auftreten. Beide sind, beziehungsweise waren, Teil anderer Neonazi-Bands. So spielten sie in der dreiköpfigen Gruppe „Klampferitis“ und einer der beiden Musiker war Teil des Projekts „Klampferitis & Brauni“ bzw. „Klampfe & Brauni“. Auf Youtube veröffentlichte Mitschnitte von Auftritten der letztgenannten Liedermacher sind stellenweise zensiert.

Weiter

Dritter „Rock am Kreuz“

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Für den 27. Februar ist eine erneute Auflage des rechtsextremen Musik-Events geplant.

Die Rechtsrock-Veranstaltungsreihe „Rock am Kreuz“ soll nach zwei Konzertdurchgängen nun am 27. Februar ihre Fortsetzung finden. Angekündigt wird die neuerliche Auflage in bewährter Manier ohne genaue Ortsbezeichnung für „Mitteldeutschland“. Dabei ist nicht auszuschließen, dass sich genau wie bei den ersten beiden Terminen auch Ende Februar wieder alles in der so genannten „Erlebnisscheune“ von Rainer Kutz im thüringischen Kirchheim (Ilm-Kreis) abspielt.

Für den 27. Dezember 2014 und den 4. April 2015 traf dies jedenfalls zu. Namhafte und beliebte Bands der braunen Szene traten dort vor jeweils rund 250 Besuchern und Helfern auf. Nach Vermutung einer zu diesem Thema recherchierenden Thüringer Antifagruppe dienen die Konzerte offensichtlich dem Einspielen von Geld für die 15 Angeklagten des im Dezember vergangenen Jahres vor dem Landgericht Erfurt gestarteten Prozesses wegen eines brutalen Überfalls mutmaßlicher Neonazis auf eine private Karnevalsgruppe im Februar 2014 in Ballstädt (Landkreis Gotha). (bnr.de berichtete) Einige der Beschuldigten gehören zum unmittelbaren Umfeld der Organisatoren für die Music-Acts, die meist sogar behördlich angemeldet werden und dann beinahe wie nach einem sich eingespielten Ablaufritual mit polizeilichen Kfz-Anfahrtskontrollen und Einhaltung von Auflagen stattfinden.

Als Kontakt auch bezüglich Eintrittskartenvorverkauf entpuppte sich der in Ballstädt ansässige Versandhandel von „Frontschwein Records“, der laut Homepage-Impressum von Geschäftsführer Thomas Wagner betrieben wird. Von ihm ist bekannt, dass er bei der Rechtsrock-Band Sonderkommando Dirlewanger (SKD) mitwirkte. Im rechten Spektrum sind unterdessen auch Shirts mit dem Aufdruck „Solidarität mit Ballstädt“ aufgetaucht.

Weiter

Musik und nationale Identität: Wie deutsch kann Pop sein?

Via „BR“:

Popmusik aus Deutschland. Deutscher Pop. Pop mit deutschen Texten. Deutschpop. Komisches Wort. Wann wird aus einem deutschsprachigen Lied ein Lied über Deutschland, und wann wird aus diesem ein Lied, das Deutschland als imaginierte Gemeinschaft suggeriert? Ein Generator über die Wandlung der deutschen Popmusik zum identitären Angebot.

Popmusk mit deutschen Texten ist Deutschpop? All die Genres und Subgenres des Pop – Beat, Rock, Heavy Metal, Reggae, Punk, HipHop, Indie… deutscher Text dazu, und fertig ist Deutschpop?

Deutschpop ist Popmusik mit deutschen Texten, bei denen das Deutschsein irgendwie wichtig ist. Deutschpop kann alles mögliche sagen, er sagt aber immer gleichzeitig: Schau her, wie deutsch ich bin. Im Hintergrund wehen da immer schwarz-rot-gelbe Fähnchen. Mal ein bisschen trist im Smog der Stadt, mal begeistert im Wind.

Also nationaler Pop? Oder schon Nationalpop? Nationalpop für eine Popnation vielleicht. Musik für eine Nation, die sich vor allem über Popkultur versteht. Musik für Popnationalisten? Popmusikalischer Nationalismus? Im schlimmsten Fall.
Jedenfalls: identitär.

Weiter

„Kategorie C“ auf Tour

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Die Bremer Rechtsrocker wollen am Samstag in Karlsruhe wieder ein Konzert mit dem Hip-Hopper „Makss Damage“ veranstalten – der „KC“-Sänger Hannes Ostendorf hatte am Montag einen Kurzauftritt bei „Legida“ in Leipzig.

Nicht alle Auftritte der vom Bremer Verfassungsschutz als eindeutig rechts orientiert eingeordneten Hooliganband „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ (KC) werden von der Band auch im Vorwege auf der eigenen Homepage angekündigt. Während seit geraumer Zeit auf zwei Auftritte am bevorstehenden Wochenende im Raum Karlsruhe hingewiesen wird, war der Kurzauftritt von „KC“-Sänger Hannes Ostendorf am Montag bei der Veranstaltung zum einjährigen Bestehen der „Legida“-Bewegung in Leipzig zuvor nicht publik gemacht worden.

Ostendorf, der eine Freundschaft zum ebenfalls in Leipzig vertretenen Pegida-Chef Lutz Bachmann pflegen soll, betont immer gerne die angeblich unpolitische Seite seiner Band. Doch Auftritte im Ausland unter dem neonazistischen „Blood&Honour“-Banner zeigen sehr wohl die Ausrichtung der Bremer Rechtsrocker. Zumal hat Ostendorf noch als Sänger seiner Band „Nahkampf“ Dinge wie „20 Jahre Neonazi, zehn Jahre Marsch für Rudolf Heß“ gesungen.

Weiter

Partei „Die Rechte“ verteilt Propaganda-CDs an Bielefelder Schulen

Die „Neue Westfälische“ berichtet:

Parteimitglieder sind in ganz OWL unterwegs

Bielefeld. Der Kreisverband Ostwestfalen-Lippe der rechtsextremen Partei „Die Rechte“ hat seine sogenannte Aufklärungskampagne in Bielefeld gestartet. Mitglieder der Partei haben „Schulhof-CDs“ am Cecilien- und Helmholtz-Gymnasium verteilt.

„Damit wollen wir Jugendliche über unsere politischen Ziele informieren“, heißt es in einer Pressemitteilung. In den späten Mittagsstunden und am frühen Nachmittag verteilten die Aktiven zu Unterrichtsschluss mehrere dutzend Schulhof-CDs an den Gymnasiums in der Innenstadt.

„Einige Schüler waren bereits über unsere Kampagne informiert und waren sichtlich gespannt zu wissen, was für ein Inhalt sie auf dieser CD erwartet.“ In den kommenden Wochen und Monaten wird „Die Rechte“ in unregelmäßigen Abständen an weiterführenden Schulen in Ostwestfalen die Kampagne fortführen.

Weiter

Rechter Liedermacher international aktiv

Via der „Blick nach Rechts“:

Für den heutigen Freitagabend wird der neonazistische Liedermacher „Barny“ für ein abendliches Live-Konzert in Schweden beworben.

„Barny“ soll am heutigen Abend beim rechtsextremen schwedischen Internetsender „Motgift“ (deutsch: Gegengift) auftreten. Erst am vergangenen Samstag 9. war der Barde aus der rechten Szene für ein von mehreren einschlägigen rechten Organisationen veranstaltetes internationales Konzert im 9000-Einwohner-Ort Colleverde di Guidonia in der römischen Provinz angekündigt. Hinter dem Künstlernamen des gebürtigen Thüringers verbirgt sich Mirko Szydlowski, der sich wechselweise in Deutschland oder Schweden aufhält. Er stand bereits auf Bühnen der Rechtsrock-Bewegungen von „Blood&Honour“ und den „Hammerskins“. Am 4. April vergangenen Jahres Jahr spielte „Barny“ unter anderem auch bei einem Liederabend im mittelfränkischen Oberasbach auf.

Aktivisten des schwedischen Online-Radios haben im Vormonat vor dem Hintergrund des beim Bundesverfassungsgericht aktuell anhängigen Verbotsverfahrens gegen die NPD der Partei ihre Solidarität bekundet. Die deutsch-schwedische Verbindung existiert bereits länger. Rund 50 Freunde und Betreiber von „Motgift“ weilten am 25. September 2015 in Berlin. Dies geht aus einer Mitteilung von NPD-Bundesvorstandsmitglied Jens Pühse auf der Internetseite von „Europa Terra Nostra“ (ETN) hervor.

Weiter

Rechtsrockkonzerte im November & Dezember 2015

Unsere Übersicht über Nazikonzerte im November und Dezember 2015:

- 06.11.15 – „The International“/Luxemburg – „Oi! The International“ präsentierten unter dem Motto „No Mess, No Fuss, Just Pure Oi! Oi! Oi!“ die italienische RAC-Band „Brutti e Ignoranti“.

- 07.11.15 – Schottland – „Remembering Day“ mit den „Blood & Honour“-Bands „Blackout”, “Whitelaw” und “Frakass”.

- 07.11.15 – Tschechien – “Hardcore Night” mit den NS-Bands “Painful Awakening“ (Deutschland), „Saubande“ (Tschechien) u.a.

- 07.11.15 – Thüringen – Konzert / Liederabend für den verstorbenen Neonazi Lars Hildebrandt mit dem Liedermacher Barny (Ex-Jena)

- 07.11.15 – Kloster Veßra – Konzert / Liederabend mit Frank Rennicke ab 16 Uhr

- 11.11.15 – Rom/Italien – Unter dem Motto „Defend Europe, defend your Nation“ war für den 11. November 2015 in Rom ein Kongress unter der Beteiligung der italienischen und der belgischen Fraktion der Kulturvereinigung „Zenit“, der „Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) aus Griechenland, der „Ethniko Laiko Metopo“ (ELAM) aus Zypern, den Jungen Nationaldemokraten (JN/NPD) aus Deutschland, der „Groupe union défense“ (GUD) und „Mouvement d’Action Sociale“ (MAS) aus Frankreich, der „Movimiento Social Republicano“ (MSR) und des Hogar Social aus Spanien, der „Dělnická mládež“ (DM) aus Tschechien, der „Trzecia Droga“ aus Polen, der „Zwart Front“ aus den Nederlanden, der ”Ľudová strana Naše Slovensko” aus der Slovakei und Gabriele Adinolfis geplant.

- 14.11.15 – Thüringen – NS-Konzert mit „Lunikoff Verschwörung“, „Ostfront“, „Ü-Band“ u.a.

- 14.11.15 – „Mitteldeutschland“ – „Nordic Pride II“ – NS-Konzert mit „Sleipnir“, „NPU“, „Sista Bataljen“ und „Wafflor Waffen“.

- 14.11.15 – „Club 202“/Budapest (Ungarn): „Blood & Honour“-Konzert mit „Titkolt Ellenállás“.

- 14.11.15 – Paris/Frankreich – Zweite nationalrevolutionäre Europakongress ”Europe, la cause de peuples” in Frankreich. Angekündigt hatten das die Internetpräsenzen der „Synthèse Nationale“ und der Pariser Sektion der Groupe Union Défense (GUD). Neben Vertretern aus Frankreich, Belgien, Spanien, Italien, Griechenland und Zypern sollten auch Vertreter aus Russland und Süd-Afrika an der Konferenz teilnehmen. Als kulturelles Rahmenprogramm sollten „Ultima Frontiera“ aus Triest/Italien, „Death Penalty“ aus Russland und „France Tireurs Patriotes“ (FTP) aus Frankreich auftreten.

- 17.11.15 – Deutschland – Konzert mit dem NS-Liedermacher „Flak“.

- 27./28.11.15 – Oxelösund/Schweden: Zweitägiges Recordrelease-Konzert der schwedischen Rechtsrock-Kulktband „Ultima Thule“. Quelle: https://magnetevent.se/Event/releaseparty--support-and-special-guests-6151/ Ultima Thule Record Release: https://www.facebook.com/events/1682697118625580/

- 28.11.15 – Osteuropa – Ort und Bands nicht lesbar. Siehe Flyer.

- 28.11.15 – Bulgarien – „Blood & Honour“ Bulgarien präsentierte die NS-Bands „Lunikoff Verschwörung“, „Stone Hammer“, „Bonitina“ u.a.

- 28.11.15 – Südliches Schweden – „Combat 18“/“Blood & Honour Skandinavia“-Konzert mit den NS-Bands „Blue Eyed Devils“, „Indulat“ und „L.T.W.“ („Legion Twierdzy Wroclaw“).

- 28.11.15 – Norditalien (Wahrscheinlich „Skinhouse Milano“) – „Hammerfest 2015 – Twenty years of Italian Hammerskins“ mit den NS-Bands „Division Germania“, „Frontalkraft“, „Whitelaw“, „Nativi“, „Malnatt“, „Linea Ostile“, „ADL122“ und „Bullets“.

- 5.12.15 – England – „White X-Mas“-Konzert von „Blood & Honour UK“ mit den NS-Bands „Prime Suspects“, „Gentleman Thugs“, „Section 88“ und „Whitelaw“. Das Ganze wurde als Solikonzert für den deutschen Neonazi und Holocaustleugner Horst Mahler beworben.

- 11.12.15 – Eisenach – Kategorie C Konzert mit Beteiligung durch NPD-Personal, möglicherweise in der NPD-Zentrale Katharinenstraße 147a

- 12.12.15 – „Route 28“/Osteuropa: Nazikonzert unter dem Motto „I´m dreaming of a white christmas“.

- 12.12.15 – Kirchheim – “White Christmas“ Konzert mit Bands “Tätervolk”, “Codex frei”, “Kommando 192”, “Barbarossa” (Projekt von „Propaganda“ und „Devils Project“) und “Carpe Diem”, möglicherweise in Kirchheim

- 12.12.15 – Nordthüringen – Kategorie C Konzert von Patrick Weber im Raum Nordthüringen / Süd-Sachsen-Anhalt

- 13.12.15 – Norra Smaland/Schweden – 5 Jahre „Blood Brother Nation“ mit den NS-Bands „Revalers“, „Wafflor Waffen“ und „Elblichter“.

Neonazis drängen auf die Straße

Via der „Blick nach Rechts“:

In Thüringen fand im Jahr 2015 an jedem dritten Tag mindestens eine öffentliche Aktion mit mehr als zehn Personen statt, die von Neonazis organisiert wurde oder an der Neonazis teilnahmen.

Nach Zählung des „blick nach Rechts“ (bnr.de) ereigneten sich in Thüringen insgesamt 146 öffentliche Aufmärsche, Kundgebungen oder andere Aktionen der rechtsexremen Szene, knapp die Hälfte davon fand allein in den letzten drei Monaten dieses Jahres statt. Damit ereigneten sich im vierten Quartal 2015 bisher mehr solcher Aktionen als in den ersten sechs Monaten zusammen, bloße Infostände wurden nicht mitgezählt. Auch die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) spricht von einem deutlichen Anstieg in fast allen Kategorien extrem rechter Aktivitäten. Die Zahl der öffentlichen Aktionen der rechtsextremen Szene hat sich demnach gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und ist wie die Zahl der Sachbeschädigungen mit rechtem Hintergrund so hoch wie schon seit zehn Jahren nicht mehr.

Auch die Zahl der Rechtsrock-Konzerte hat nach Angaben von MOBIT zugenommen. Wurden im Vorjahr nach einer leichten Abnahme erneut 27 Konzerte, wie auch 2008, 2009 und 2010 gezählt, verzeichnete die Mobile Beratung bis zum 15. Dezember dieses Jahres bereits 37 solcher Musik-Veranstaltungen. Publikumsmagnet in der braunen Szene war dabei das „Live H8 III/Rock für Meinungsfreiheit“ im Mai im südthüringischen Hildburghausen. Die vom regionalen Neonazi-Kader Tommy Frenck und dem Betreiber des Szenelabels Ansgar Aryan als Kundgebung angemeldete Veranstaltung avancierte mit 1500 Besuchern zum bestbesuchten Neonazi-Festival in Thüringen in den vergangenen sechs Jahren.

Weiter

„Lemmy“-Fans in der rechten Szene

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Großbritannien (London) – Mit Lemmy Kilmister von „Motörhead“ ist ein weltbekanntes Gesicht der Metal-Musik im Alter von 70 Jahren gestorben. Selbst in Teilen der rechten Szene hatte der alkoholfeste Bassist und Sänger seine Fans.

Das zeigen Reaktionen im Internet auf die plötzliche Todesnachricht. Allzu bekannt sind Fotos des Musikers, auf denen Hakenkreuze, Hitler-Bildnisse, Reichskriegsflaggen und andere NS-Devotionalien zu sehen sind. Auf der von Andrew Anglin seit 2013 herausgegebenen Homepage des rassistischen „Daily Stormer“ heißt es beispielsweise, dass die 1993 verstorbene Rechtsrock-Ikone Ian Stuart Donaldson, Gründer von „Blood&Honour“ ebenfalls „Lemmy“-Fan gewesen sein soll. Als Beweis dafür wurde ein Foto hochgeladen, das Donaldson mit „Motörhead“-T-Shirt zeigt.

In Kurzkommentaren bei dem US-amerikanischen Portal wird aber auch kritisiert, dass Kilmister zwar Interesse an Ästhetik und Kultur des Dritten Reiches gezeigt, auch vereinzelt mit Symbolen daraus provoziert habe, allerdings nie ideologisch hinter dem Gedankengut stand. In eigenen Interviews hatte der Rockstar, wenn er darauf angesprochen wurde, auch immer genau das gesagt: Er sei Sammler von Emblemen und Zeichen jener Zeit, teile aber in keiner Weise die nationalsozialistischen Positionen oder Inhalte. (hf)

Quelle

Neonazismus auf der Insel Rügen

Das „Antifaschistische Infoblatt“ schreibt:

Das Thema Neonazismus ist auf der reichen Urlaubsidylle aus Angst vor Imageschaden nahezu ein Tabu. Die Ermordung des Obdachlosen Horst Gens aus sozialdarwinistischen Motiven, die NS-Vergangenheit Rügens sowie andere neonazistische Taten werden verschwiegen oder verharmlost.
Michael Lausberg

Immer wieder gab es überregionale negative Schlagzeilen über Rügen und seine Neonazis, die an der idyllischen Fassade der Urlaubsinsel kratzten. Der schlimmste Vorfall war die Ermordung des Obdachlosen Horst Gens aus sozialdarwinistischen Motiven. Am 22.4.1997 wurde Horst Gens in Sassnitz von vier jungen Männern entführt. Sie attackierten das 50-jährige Opfer und warfen ihn schließlich in einen Straßengraben. Als die Täter später nochmals vorbeikamen, erschlugen sie Horst Gens mit einem 30 Kilogramm schweren Stein. Laut Staatsanwaltschaft Stralsund wollten die Täter im Alter zwischen 18 und 29 Jahren einen „Assi klatschen“. Diese Aussage ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass die vier jungen Männer aus einer sozialdarwinistischen Motivation heraus gehandelt haben. Das Landgericht Stralsund verurteilte die Schläger wegen Mordes zu Jugendstrafen zwischen sechs und zehn Jahren. Der Fall Horst Gens wird jedoch offiziell (noch) nicht als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt.

Rügen war schon in der Weimarer Republik eine rechte Hochburg. Die Insel war einer der wenigen Landkreise, wo die NSDAP per Wählervotum eine absolute Mehrheit erreichte. Ein Großteil der Bevölkerung Rügens war am Bau des Bades der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) in Prora mitbeteiligt.1 Im Zweiten Weltkrieg diente Sassnitz als relativ bedeutender Standort der Kriegsmarine. Zwei Marine-Artillerie-Schulen, ein Güterbahnhof, Flak-, Funk- und Radar-Anlagen, sowie ein Hafen für U-Boote, Zerstörer und Torpedo-Boote gehörten zur Einrichtung des Stützpunktes.2

Weiter

Braune Schulhof-CD zum Jahresbeginn

Via der „Blick nach Rechts“:

Bielefeld – Die neonazistische Kleinpartei „Die Rechte“ will in Ostwestfalen mit einer CD-Aktion jungen Nachwuchs ködern.

Nach den Weihnachtsferien wolle die Partei eine neue Schulhof-CD für Jugendliche ab 14 Jahren verteilen, kündigte die ostwestfälische „Rechte“ am Wochenende per Facebook an. Die CD mit dem Titel „Eine Jugend rebelliert!“ biete „einen bunten Mix aus Musik, Videos, Bildern und politischen Texten, alles in jugendgerechter Aufmachung und leichtverständlicher Sprache“. In den Schulen würden sich „viele linkslastige Lehrkräfte herumtreiben, die sich an den Jüngsten unseres Volkes vergreifen und versuchen, unsere Kinder mit volks- und lebensverachtenden Ideologien zu infizieren“, heißt es zur Begründung der Aktion der Neonazi-Partei: „Wir wollen dem Ungeist in den Schulen einen anderen Geist entgegenwehen lassen.“

Regie führt bei der „Rechten“ in Ostwestfalen Sascha Krolzig aus Hamm. Der 28-Jährige, der früher für die mittlerweile verbotene „Kameradschaft Hamm“ und anschließend für den örtlichen Kreisverband der Partei aktiv war, gehört auch ihrem Bundesvorstand und dem nordrhein-westfälischen Landesvorstand an. In Bielefeld studierte er Jura, war aber nach dem 1. Staatsexamen nicht zum Referendariat zugelassen worden. (bnr.de berichtete)

Weiter

Rechtsrock mit Terrorattitüde

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Polen (Poznan) – Für März kommenden Jahres wird eine weitere „Night of Terror“-Rechtsrock-Veranstaltung an bisher unbekanntem Ort in Osteuropa beworben. Angekündigt sind dabei auch einige deutsche Bands.

Nach der diesjährigen Erstauflage eines internationalen „Night of Terror“-Rechtsrock-Konzertes Anfang März in Polen wird nun bereits eine Folgeveranstaltung unter demselben Titel beworben. Die soll am 5. März 2016 irgendwo in Osteuropa stattfinden. Für den Kartenvorverkauf ist dabei eine polnische Telefonnummer angegeben. Bei der Organisation in diesem Jahr wurde offenkundig, dass die in einigen Ländern, darunter auch Deutschland, verbotene „Blood&Honour“-Bewegung weiterhin grenzüberschreitende Aktivitäten entwickelt. In der Regel wird dabei Wert darauf gelegt, deutsche Bands auf die Bühne zu stellen, welche dann wiederum meist mit Fahnen von B&H-Sektionen geschmückt ist. Trotz des 2000 erfolgten Verbots der deutschen Division ist davon auszugehen, dass in der Führungsstruktur des Netzwerkes Kräfte aus Deutschland zu den Strippenziehern gehören.

Für die Neuauflage im nächsten Jahr werden erneut die polnische Band „LTW“ sowie „Brainwash“ mit Musikern aus Sachsen und Thüringen angekündigt, die bereits dieses Jahr mit dabei waren. Ferner sollen die Veteranen der französischen B&H-Szene, die seit 1987 aktiven „Frakass“ aus Lyon, dazu „Moshpit“ aus Altenburg und „Heiliges Reich“ aus dem Raum Chemnitz auftreten. Bei „Brainwash“ und „Moshpit“ überschneiden sich einige Bandmitglieder. Beim Konzerthinweis fehlt nicht die Parole „Say No To Drugs“. Das ist ein Fingerzeig auf das Engagement gegen Rauschgift, Alkohol und Nikotin unter dem Namen „Straight Edge“, zu dem sich seit längerem die Bands „Brainwash“ und „Moshpit“ bekennen. Dabei handelt es sich um einen von der rechten Szene übernommenen Lifestyle aus links-alternativen oder gar unpolitischen Hardcore- und Punk-Kreisen. (hf)

Quelle

Neonazi-Konzert: „Geburtstagssause“ mit „internationalen Klassikern“ in Norditalien

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Für den 20.02.2016 kündigen Neonazis ein Rechtsrockkonzert in Norditalien mit „einigen internationalen Klassikern“ an.

Auftreten sollen Mistreat und Sniper aus Finnland, Blue Eyed Devils aus den USA, sowie I.C.1 aus Großbritannien und Baden-Württemberg neben Faustrecht aus Schwaben.

Mistreat positionieren sich eindeutig neonazistisch. Ein CD-Cover ziert kämpfende SS-Männer, ihre Lieder heißen etwa „Born to be white“ oder „Fourth Reich“.

Im Interview mit einem nationalsozialistischen Musikblog äußerte sich die „legendäre finnische Band“ Sniper 2009 zu ihrem Namen. Er sei inspiriert vom „erfolgreichsten Heckenschützen des Zweiten Weltkrieges“, der „über 505 Gegner in nur wenigen Monaten“ tötete.

Die Blue Eyed Devils spiel(t)en NS-Hatecore der ersten Stunde. „The Swastika is our flag“ oder „Kill the Jew and cut of his head“ sind nur zwei Kostproben aus den Liedern der White-Power-Band, die eigentlich 2003 aufgelöst wurde. Seit 2006 wird der Name aber von Drew Logan und Anderen als eine Art Coverband der ursprünglichen Kultband weitergeführt. Der Neonazi und Sänger der originalen Blue Eyed Devils, Wade Michael Page erschoss 20012 sechs Menschen und anschließend sich selbst.

Weiter