Archiv für Februar 2016

Potse Berlin: Statement zu Grauzonenkonzerten in bis 15.2.2014

Wir dokumentieren ein erfreuliches Statement der „Potse“:

Liebe Oire Szene Menschen,

Wir wollen uns mal äußern zu den Grauzonenkonzerten, welche bis zum 15.2.2014 bei uns stattgefunden haben. Alle diese Bands, und einige weitere auch, haben inzwischen bei uns Auftrittsverbot. Wie es zu den Konzerten gekommen ist lässt sich dann verstehen, wenn mensch die Struktur des Kollektives des Autonomen Zentrums kennt. Das Kollektiv setzt sich aus ‚ehren‘amtlichen zusammen die solange dabei sind wie sie halt bock haben. Und am Kollektiv liegt es auch welche Bands organisiert werden und wie viel politische Arbeit gemacht wird. Das hat sich in den letzten zwei Jahren massiv geändert. Nicht nur das einige Personen gegangen und andere dazugekommen sind, sondern auch das beim booking genau hingeschaut wird, infoveranstaltungen stattfinden, politische Gruppen ihre Plenas bei uns abhalten sowie auch das Kollektiv aktiv politisch arbeitet und sich fortbildet.

Mit freundliche Grüßen aus Berlin vom Potse Kollektiv

Neonschwarz – Dies Das Ananas

Nach Nazi-Rufen in Ellwanger Festzelt: Musiker von Gamsbart-Trio zahlt Geldbuße

Der umstrittene Auftritt des Original Gamsbart-Trios auf dem Ellwanger Volksfest im Juni 2015 hat ein juristisches Nachspiel. Wie die Staatsanwaltschaft Ellwangen mitteilt, ist ein Verfahren gegen einen der Musiker nach der Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden. Das Gamsbart-Trio hatte das Publikum im Ellwanger Festzelt zu „Sieg-Heil“-Rufen animiert. „Dieser Ausruf ist in Deutschland eine Straftat“, sagte der Erste Staatsanwalt Armin Burger von der Ellwanger Staatsanwaltschaft. Deshalb habe man gegen einen der Musiker ermittelt. Dieser habe eine Geldbuße bezahlt, woraufhin das Verfahren eingestellt worden sei.

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Debattenbeitrag: Das Grauen mit der Grauzone – Ein Versuch

Die „Thüringenpunx“ haben einen Beitrag zur „Grauzonen“-Debatte verfasst. Lesenswert!:

Seit einigen Jahren gibt es eine Diskussion um die sogenannte Grauzone, die im Internet, in AZs und in diversen Kneipen wohl recht häufig geführt wurde und immer noch aktuell ist. Es geht dabei oftmals um Bands oder Einzelpersonen, die nun mehr oder weniger mit Neonazis oder menschenverachtenden Einstellungen sympathisieren oder diese zumindest tolerieren. Es gibt diverse Ansätze diese Diskussion zu führen. Die Erstveröffentlichung des Textes fand in der Alerta Südthüringen statt.

Mittlerweile dürfte wohl jeder, der sich mit Punkrock beschäftigt hat, schon mal über den Oireszene-Blog gestolpert sein oder auf einem Konzert bzw. Festival gewesen sein, auf dem mindestens eine Person mit Krawallbrüder-Merch oder ähnlichem Rotz herum gelaufen ist. Während noch in den 80er und 90er Jahren die Diskussion vor allem im Bereich der Skinheadszene eine äußerst positive Entwicklung genommen hat und viele Skinheads sich gegen Neonazis und Rassismus in der SHARP-Bewegung (Skinheads against racial prejudices) oder bei den RASH (Red and Anarchist Skinheads) organisierten, nahm dies mit dem Schwinden der Boneheads ab. Mittlerweile gibt es kaum noch solche Gruppierungen und sie machen nur noch einen kleinen Teil der Skinheadbewegung, zumindest in Deutschland, aus. Mit der Veränderung in den Subkulturen änderte sich auch der Umgang mit Neonazis und menschenverachtenden Einstellungen. Wenn noch, wie vor einigen Jahren auf dem Force Attack, Krawallbrüder auftreten und die johlende Menge „Ein Baum, ein Strick, ein Antifa-Genick“ rufen konnte und auf dem Festival sexuelle Übergriffe auf Frauen keine Seltenheit waren, scheint mächtig was schief gegangen zu sein.

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Rechte NRW-Bands und ihre Nähe zum Terror

Via „WDR“:

Die beiden Rechtsrock-Bands „Oidoxie“ und „Weiße Wölfe“ aus NRW machen nicht nur Musik
Sie unterstützen auch militante Neonazi-Strukturen
Was das möglicherweise mit dem NSU zu tun hat, erklärt am Mittwoch (17.02.2016) der Musikexperte Jan Raabe vor dem NSU-Ausschuss

WDR.de: Herr Raabe, wie ist die rechte Musikszene in NRW aufgestellt?

Jan Raabe: Die neonazistische Musikszene in Nordrhein-Westfalen ist vielfältig. Es gibt einerseits Rock-Bands wie die Gruppe „Sleipnir“ aus dem Raum Gütersloh, die schon fast 25 Jahre existiert. Und wir haben andererseits den neonazistischen Rapper Makss Damage, der auch Hiphop macht. Einige Bands sind von den Texten her sehr weichgespült. Sie gehören zwar zur extremen Rechten, sind aber nicht offen neonazistisch. Dann gibt es wiederum Bands, die sich in ihren Texten durch Gewalt und Vernichtungsphantasien hervorgetan haben.

WDR.de: Welche sind das?

Raabe: Deutlich heraus stechen dabei die Band „Weiße Wölfe“ aus dem Hochsauerland und die Band „Oidoxie“ aus dem Raum Dortmund. Auf ihrer Debüt-CD haben die „Weißen Wölfe“ 2002 von tausenden zu ermordender Juden gesungen. Die 1995 gegründete Band „Oidoxie“ wiederum propagiert in ihren Texten das Konzept des „Leaderless Resistance“, den „führerlosen Widerstand“, und „Race War“, den „Rassenkrieg“. Diese beiden NRW-Bands sind über Jahre mit radikalen, militanten und gewaltverherrlichenden Texten an die Öffentlichkeit gegangen. Und sie haben für die Terrorgruppe „Combat 18″ geworben, die für eine Vielzahl von Anschlägen verantwortlich gemacht wird. Damit sind sie bundesweit fast die Einzigen.

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Feine Sahne Fischfilet – Warten auf das Meer

Die Neonazi-Szene in Nordhausen – Teil 2

„Thüringen rechtsaussen“ berichtet:

der Neonazi-Szene in Nordhausen. Da nun weitere Aktionen der Szene folgten, setzen wir unsere Bestandsaufnahme zur aktuellen personellen Zusammensetzung der Szene fort.

Neben den neuen Akteuren, die sich als Front-Figuren der neonazistischen „Volksbewegung Nordthüringen“ hergeben, standen im letzten Artikel besonders Alexander Lindemann und Dennis Witzenhause im Fokus. Am 29. Januar 2016 fand nun in der „Friedenseiche“ in Nordhausen im Stadtteil Salza ein weiteres Treffen der „Volksbewegung“ statt. Laut Polizeiangaben nahmen ca. 45 Personen an dem Treffen teil. Wie der MDR berichtet, ging das Auto eines Teilnehmers während der Veranstaltung in Flammen auf. Wie interne Korrespondenzen der Szene zeigen, wurde die Veranstaltung erneut von der lokalen Neonazi-Szene organisiert, welche früher als „Aktionsgruppe Nordhausen“ auftrat und sich in den letzten Monaten immer weiter unter dem Label der „Europäischen Aktion“ sammelt. Dabei auch Funktionäre, die bereits vor einigen Jahren in der Neonazi-Szene aktiv waren, sich aber in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen zurückhielten.

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V-Mann spricht im NSU-Untersuchungsausschuss – aber nicht heute

Via „Ruhrbarone“:

Mit Toni Stadler hätte heute der erste V-Mann öffentlich im NSU-Untersuchungsausschuss des NRW-Landtages aussagen sollen. Daraus wird zumindest heute nichts: Der Zeuge hat sich krank gemeldet. Ein weiterer ehemaliger Staatsschutz-Mitarbeiter ist damit der einzige Zeuge am heutigen Donnerstag.

16:15 Uhr: Die nicht-öffentliche Sitzung hat länger gedauert, der öffentliche Teil beginnt mit der Mitteilung, dass Toni Stadler erkrankt ist und nicht erscheint. Es wird ein Attest angefordert – für den Fall, dass dies nicht ausreicht, kann der Ausschuss ein Ordnungsgeld und eine „zwangsweise Vorführung“ des Zeugen in die Wege leiten. Damit geht es gleich zur Vernehmung des ehemaligen Dortmunder Staatsschutz-Mitarbeiters Robert Preuß.

16:31 Uhr: Robert Preuß war von 1996 bis 2004 beim Dortmund Staatsschutz beschäftigt und ist jetzt im NRW-Innenministerium. Er leitete eine Projektgruppe zu „Skinbands“ und berichtet von der Arbeit in der Projektgruppe. Im Vorfeld von Konzerten seien Informationen über die Bands und ihre MItglieder gesammelt worden, außerdem habe man wissenschaftliche Publikationen als Begleitliteratur herangezogen. Fokus sei nicht der politisierende und ideologisierende Faktor der Musik gewesen, sondern die Überlegung, rechte Bands, explizit nennt er Oidoxie und Weiße Wölfe, als kriminelle Vereinigung zu betrachten.

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Nächster Todesfall im NSU-Komplex

„telepolis“ schreibt:

Der Verlobte der toten Zeugin Melisa M. soll Suizid begangen haben – Gibt es einen Zusammenhang mit dem Fall Florian H. und dem Kiesewetter-Mord?
Im NSU-Komplex gibt es den nächsten Todesfall. Mit einer Woche Verspätung erfährt man vom Tod des 31jährigen Sascha W. aus Kraichtal in Baden-Württemberg. W. war der Verlobte von Melisa M., die im März 2015 vom NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart befragt worden war und vier Wochen danach an einer Lungenembolie verstarb, 20 Jahre alt.

Melisa M. wiederum war einmal Freundin von Florian Heilig, einem Neonazi-Aussteiger, der am 16. September 2013 in seinem Auto auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart verbrannte. Am selben Tag sollte er vom Landeskriminalamt zum Thema NSU vernommen werden. Heilig hatte in der Vergangenheit gesagt, er wisse, wer die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter 2007 ermordet hatte. Das sollen aber nicht Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gewesen sein.

Sascha W. ist der dritte in einer Kette von Todesfällen, die mit dem NSU-Komplex zusammenhängen.

Er wurde am Montag vor einer Woche (8. Februar) abends gefunden. Weil keine natürliche Todesursache festgestellt wurde, ordnete die Staatsanwaltschaft Karlsruhe eine Obduktion an. Nach Auskunft von Behördensprecher Tobias Wagner habe man „bislang keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden“ gefunden. Man gehe von einem Suizid aus. Zusätzlich gebe es eine Abschiedsnachricht von Herrn W., die elektronisch verschickt wurde.

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(B) Auto von Peter Brammann in Brand gesteckt

„indymedia Linksunten“ berichtet:

Auto des „Deutsch Stolz Treue“ Sängers Peter Marko Brammann angezündet. Brammann geboren am 28.05.1969, wohnt unweit von dem Hausprojekt „Köpi“ in der Köpenickerstr. 45 entfernt (Hinterhof rechter Aufgang). Nicht das erstemal ist er Ziel von antifaschistischen Interventionen geworden. Dennoch ist er regelmäßig bei McFit in der Heinrich-Heine-Straße anzutreffen. Ebenso wurde er Freitags beobachtet, wie er Rechts Rock CDs deutschlandweit verschickt.

Auch in Berlin ist es notwendig Nazistrukturen gezielt anzugreifen und sich nicht im Szene Sumpf zu verstecken. Seien wir solidarisch mit hart kämpfenden Antifaschist*innen verteilt über alle Provinzen dieses Landes.

PS: Solidarische Grüße an die Leute in Connewitz. Ihr seit nicht allein. Ebenso senden wir solidarische Grüße, den Genoss*innen ,die den abreisenden Nazis aus Magdeburg einen netten Krankenhausaufenthalt beschert haben.

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Rechte NRW-Bands und ihre Nähe zum Terror

Via „mdr“:

Die beiden Rechtsrock-Bands „Oidoxie“ und „Weiße Wölfe“ aus NRW machen nicht nur Musik

Sie unterstützen auch militante Neonazi-Strukturen

Was das möglicherweise mit dem NSU zu tun hat, erklärte am Mittwoch (17.02.2016) der Musikexperte Jan Raabe vor dem NSU-Ausschuss

WDR.de: Herr Raabe, wie ist die rechte Musikszene in NRW aufgestellt?

Jan Raabe: Die neonazistische Musikszene in Nordrhein-Westfalen ist vielfältig. Es gibt einerseits Rock-Bands wie die Gruppe „Sleipnir“ aus dem Raum Gütersloh, die schon fast 25 Jahre existiert. Und wir haben andererseits den neonazistischen Rapper Makss Damage, der auch Hiphop macht. Einige Bands sind von den Texten her sehr weichgespült. Sie gehören zwar zur extremen Rechten, sind aber nicht offen neonazistisch. Dann gibt es wiederum Bands, die sich in ihren Texten durch Gewalt und Vernichtungsphantasien hervorgetan haben.

WDR.de: Welche sind das?

Raabe: Deutlich heraus stechen dabei die Band „Weiße Wölfe“ aus dem Hochsauerland und die Band „Oidoxie“ aus dem Raum Dortmund. Auf ihrer Debüt-CD haben die „Weißen Wölfe“ 2002 von tausenden zu ermordender Juden gesungen. Die 1995 gegründete Band „Oidoxie“ wiederum propagiert in ihren Texten das Konzept des „Leaderless Resistance“, den „führerlosen Widerstand“, und „Race War“, den „Rassenkrieg“. Diese beiden NRW-Bands sind über Jahre mit radikalen, militanten und gewaltverherrlichenden Texten an die Öffentlichkeit gegangen. Und sie haben für die Terrorgruppe „Combat 18″ geworben, die für eine Vielzahl von Anschlägen verantwortlich gemacht wird. Damit sind sie bundesweit fast die Einzigen.

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Rechtsrock an verschiedenen Orten

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

16.02.2016 – Für kommenden Samstag sind mehrere rechtsextreme Musik-Events angekündigt. Die genauen Auftrittsorte der zum Teil international besetzten Konzerte im Hardcore-Stil werden nicht genannt.

„Kategorie C“ will am Samstag wieder zusammen mit „Makss Damage“ auftreten (Screenshot)
Am 20. Februar kündigt sich Rechtsrock gleich an verschiedenen Orten an. Seit längerem werden dazu drei Events beworben. Da soll zum einen die Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ zusammen mit „Makss Damage“ im Raum Aachen auftreten. Die rechte Hooligan-Band aus Bremen um Sänger Hannes Ostendorf bietet auf ihrer Homepage aktuell übrigens ein T-Shirt mit dem Titel „Ruhm und Ehre“ an, das durchaus auch als Huldigung an die Waffen SS oder als Hinweis auf einen gleichnamigen Songtitel der Rechtsrockband „Stahlgewitter“ verstanden werden darf. „Makss Damage“ ist der Künstlername für Julian Fritsch aus Gütersloh, der in der rechten Szene als Rapper unterwegs ist und wie bereits zum Ende des vergangenen Jahres an der Seite der Bremer auftreten soll. Denkbar ist auch, dass die Veranstaltung jenseits der deutschen Grenze im benachbarten Ausland stattfindet. Für eine kurzfristige Flexibilität bezüglich des Auftrittsorts spricht auch der Hinweis, dass Karten lediglich an der Abendkasse verkauft werden sollen.

Verlegt wurde der Auftrittsort für ein international besetztes Konzert. Zunächst wurde es für Norditalien beworben, jetzt heißt es, dass an einem nicht genau benannten Ort in Nordfrankreich aufgeschlagen wird, wobei in diesem Fall Tickets nur über den Vorverkauf angeboten wurden. Der Hinweis im Internet erfolgt durchgehend in deutscher Sprache, was Vermutungen auf die Organisatoren und Zielgruppe zulässt. Angekündigt sind die US-amerikanischen Rechtsrock-Veteranen von „Blue Eyed Devils“, die bereits im vergangenen Jahr in Deutschland einige konspirative Konzerte gespielt haben. Daneben sollen „Sniper“ und „Mistreat“, beide aus Finnland, aufspielen. Dazu gesellt sich die 1994 gegründete Combo „Faustrecht“, hervorgegangen als Musikprojekt der 1996 verbotenen Gruppierung „Skinheads Allgäu“. Die Band, der Kontakte zum internationalen „Blood&Honour“-Netzwerk nachgesagt werden, hat bereits häufig auf Bühnen außerhalb Deutschlands gestanden. Schließlich wird Werbung für „I.C.1“ gemacht. Dabei handelt es sich um eine Band mit Musikern von „Carpe Diem“ aus Baden-Württemberg sowie von „Razors Edge“ aus Großbritannien.

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Das sind die Musik-Pilgerstätten der Neonazis

Die „Welt“ schreibt:

Konzerten. Zwei Orte in Ostdeutschland fallen als Szene-Hochburgen auf. Besonders beliebt: eine scheinbar überholte Form rechtsextremer Folklore.

„Raum Aachen“, steht auf dem Flyer, daneben fletscht ein Wolf seine Zähne. „20.02.2016. Eintritt: 17,50 Euro. Nur Abendkasse.“ Eine Uhrzeit sucht man vergeblich. Und auch die genaue Adresse bleibt vorerst ein Geheimnis. Es ist die Ankündigung für ein Konzert der rechten Hooligan-Band Kategorie C – Hungrige Wölfe aus Bremen. Deren Sänger, Hannes Ostendorf, ist ein verurteilter Straftäter. Er war im Herbst 1991 an einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim beteiligt.

In den Songtexten der Band heißt es: „Euer Albtraum, der wird wahr, die Deutschen sind wieder da!“ Oder auch: „Deutschland, dein Trikot, das ist schwarz und weiß, doch leider auch die Farbe deiner Spieler.“
Rechtsrock, rassistischer Hardcore, ausländerfeindlicher Hip-Hop und völkische Liederabende – Musik ist ein essenzieller Bestandteil des deutschen Rechtsextremismus. Dutzende Bands versorgen die Szene landesweit über einschlägige Plattenlabels und Versandshops mit Hass-Gegröle gegen Ausländer, Flüchtlinge und Linke – auf CDs und DVDs, im MP3-Format und immer häufiger auch auf Vinyl.
Die Live-Events schienen zuletzt hingegen an Attraktivität einzubüßen; seit Jahren war die Zahl von rechtsextremen Musikveranstaltungen zurückgegangen. Dieser Trend ist nun aber vorerst gebrochen: Das geht aus den Antworten der Bundesregierung auf parlamentarische Anfragen der Linksfraktion im Bundestag hervor, welche die „Welt“ ausgewertet hat.

Demnach fanden 2015 deutschlandweit insgesamt 69 neonazistische Konzerte statt und damit 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei handelt es sich um vorläufige Angaben; einzelne Veranstaltungen können noch nachgetragen oder korrigiert werden. Seit 2005, dem Jahr mit den meisten Veranstaltungen (193), war die Zahl fast kontinuierlich gesunken.

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WOLF DOWN „Incite“ & „Conspire“

Rechtsrock-Band im Friedländer „Endstation“

Die „Recherchegruppe AST“ schreibt (unserer Meinung nach sind die „Schusterjungs“ allerdings definitiv nicht mehr Grauzone, sondern waschechter Rechtsrock. Wer Nazibands wie „Endstufe“ abfeiert und mit Nazibands wie „Abtrimo“ Konzerte spielt, sollte auch entsprechend benannt werden):

Am Samstag, den 06.02.2016, trat die rechte Band „Abtrimo“ gemeinsam bei einem Konzert mit „Schusterjungs“ und „Kombatants“ in der Musikkneipe „Endstation“ in Friedland auf. Bereits in der Vergangenheit ist das „Endstation“ aufgrund ähnlicher Veranstaltungen in die öffentliche Kritik gelangt.

Konspiratives Konzert in der Provinz

Seit Ende Januar 2016 machten die Grauzone-Bands „Schusterjungs“ aus Weißenfels und die schwedische RAC-Band „Kombatants“ Werbung via Facebook für ein Konzert in Mecklenburg. Ein wenig verschwiegener verhielt sich die ebenfalls beteiligte Rechtsrock-Band „Abtrimo“ über den gemeinsamen Auftritt. Lediglich das Bandlogo „Abtrimo“s sowie ein „Facebook-Like“ der Ankündigung auf der „Schusterjungs“-Facebook-Seite gab Aufschluss über deren mögliche Anwesenheit. Das „Endstation“ als Konzertort wurde nur bei Kartenkauf an den Käufer bekannt gegeben. Ab 19:00 Uhr waren in den umliegenden Straßen des „Endstation“ kleinere Grüppchen von Skinheads anzutreffen, die lautstark Akohol tranken und die Umgebung unterhielten. Die 120 Gäst kamen vorwiegend aus der Regionen Ostvorpommern, Uecker–Randow sowie dem Berlin/Brandenburger Raum.

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Der Skandal um den V-Mann Sebastian Seemann

„NSU Watch NRW“ berichtet:

Kurz nach der Aufdeckung des NSU im November 2011 machte ein ehemaliger V-Mann des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes eine bemerkenswerte Aussage: Das Vorgehen des NSU erinnere ihn stark an die „Turner Diaries“, sagte er gegenüber der Polizei aus. Dieses Werk eines US-Neonazis sei damals auch in Dortmund gelesen worden, wo Neonazis – vor dem Mord an Mehmet Kubaşık am 4. April 2006 – eine Zelle von „Combat 18“ gegründet hätten. Möglicherweise könne er auch Informationen zu weiteren, dem NSU zugerechneten Schusswaffen liefern. Bei dem aussagefreudigen ehemaligen V-Mann handelte es sich um den 2007 enttarnten Sebastian Seemann. Er war nicht nur Spitzel des NRW-Verfassungsschutzes, sondern tief in die Dortmunder Neonazi-Szene verstrickt. Er war Organisator von „Blood & Honour“-Konzerten, Drogendealer und mutmaßlicher Waffenhändler.
Eine rechte Biografie

Der aus Lünen stammende Sebastian Seemann war in der Neonaziszene gut eingebunden. Er zählte zu dem engen Umfeld der Skinhead-Band „Oidoxie“ aus Dortmund-Brechten und nahm an verschiedenen Aufmärschen der Szene teil. Bereits im Jahr 2000 wird er als Freund des Polizistenmörders Michael Berger der Polizei bekannt. Er war Mitglied der „Oidoxie Streetfighting Crew“, in der sich Neonazis aus NRW und Hessen sammelten, die bei Rechtsrock-Konzerten Aufgaben eines Sicherheitsdienstes übernahmen. Anhand dieser „Crew“ lassen sich enge Verbindungen zwischen Dortmunder und Kasseler Neonazis nachweisen.

Einige Zeit lang war Seemann Mit-Organisator des „Ian Stuart Donaldson-Memorial Concert“ (ISDM) in Belgien. Bei diesen Erinnerungskonzerten ehren Neonazis jährlich den verstorbenen Sänger ihrer Kultband „Screwdriver“ und Gründer des „Blood & Honour“-Netzwerkes. Die deutsche Sektion von „Blood & Honour“ war 2000 vom Bundesinnenministerium verboten worden, dennoch wurden die Aktivitäten zum Teil weitergeführt. Dortmunder Neonazis wichen verstärkt ins benachbarte Belgien aus. Sebastian Seemann fungierte 2004 und 2006 als offizielle Kontaktperson für diese „Blood & Honour“-Konzerte, die gemeinsam mit Personen von „Blood & Honour Flandern“ bzw. „Bloed – Bodem – Eer – Treuw“ organisiert wurden. Erlöse aus dem Konzert von 2004 spendeten die Organisator*innen an die „Kameradschaft Dortmund“, die sich von dem Geld eine eigene Lautsprecheranlage zulegten. Zudem prahlte Seemann in einem Forum: „Wie ich ja schon vorher sagte, fließt der Erlös ohne Ausnahme wieder zurück in die Bewegung. Also in deutsche und belgische politische und m…… Widerstandsdivisionen“. Die Formulierung »m…… Widerstandsdivisionen« dürfte wohl „militante Widerstandsdivisionen“ bedeuten: Wer von dem Geld profitierte, ist nicht klar.

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„Einsamer Wolf“ oder „Einzeltäter“? – Eine unvollständige Übersicht aktueller Studien

Via „NSU watch“:

Seit dem Bekanntwerden des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) wird in Wissenschaft, Politik und Medien zunehmend diskutiert, an welchen Konzepten sich der moderne Neonazi-Terrorismus orientiert. Die Bildung von Zellen und der sogenannte „führerlose Widerstand“ (leaderless resistance) waren daher im monitor bereits öfter ein Thema.[1] Auch die Rolle des sogenannten Lone Wolf-Terrorismus wird wieder verstärkt diskutiert, weil dieser Form des Terrors eine immer größere Rolle auf Seiten der extremen Rechten zukommt. Der jüngste Mordanschlag auf die CDU-Politikerin Henriette Reker [2] und die Taten des Anders Breivik sind dafür Belege.

Insgesamt ist der Diskurs im englischsprachigen Raum dem deutschen um viele Jahre voraus. Die Frage, woher sich ein Terrorismus speist, der sich im eigenen Land entwickelt hat, also als ‚domestic‘ oder ‚homegrown‘ bezeichnet wird, wurde in den USA seit dem verheerenden Attentat von Oklahoma City 1995 diskutiert und erforscht. Die islamistischen Anschläge vom 11. September 2001 haben die Gefahr dieses extrem rechten, ‚homegrown“ Terrors in den Hintergrund gedrängt und zeitweilig beendet.

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International verflochtenes braunes Netzwerk

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Die militante „Misanthropic Division“ ist über die Ukraine hinaus aktiv – am 26. März soll ein Rechtsrock-Konzert mit Bands aus verschiedenen Ländern in Kiew stattfinden.

Ebenso wie es „Blood&Honour“(B&H) oder die „Hammerskins“ geschafft haben, sich innerhalb der rechten Szene ein internationales Netzwerk aufzubauen, ist dies auch der Ende Oktober 2013 in Kiew gegründeten Gruppierung „Misanthropic Division“ (MD) gelungen. Mit deutscher Beteiligung soll am 26. März in der ukrainischen Hauptstadt mit fast fünfmonatiger Verspätung das zweijährige MD-Bestehen gefeiert werden.

Die ukrainische Organisation ist militant, gewaltbereit und willens, für ihre offen faschistischen Ziele auch Waffen einzusetzen. Nicht von ungefähr finden sich im ukrainischen Freiwilligen-Bataillon Azow, das sich in der Ost- und Südostukraine im Krieg gegen von Russland unterstützte Separatistentruppen befindet, sehr viele Neonazis mit MD-Anbindung. In der selbst ernannten Kampfeinheit der weißen Rasse trifft man sie zum Teil bis an die Zähne bewaffnet. Sie betrachten Russland historisch und aktuell als einen Erzfeind, reden aber davon, als ganz großes Ziel Europa befreien zu wollen. Die Azow-Kämpfer und MD-Aktivisten schmücken sich mit Emblemen des Nationalsozialismus. Die MD-Bewegung steht an der Seite der „Sozial Nationalen Versammlung“ (SNA), einer Untergruppe des „Rechten Sektors“.

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Neonschwarz – 2015 (prod. by Ulliversal)

[S-H] Nazikonzert am 28. Mai 2016 in Schleswig-Holstein geplant.

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Am 28. Mai soll ein Nazi-Konzert in Schleswig-Holstein (Grenzregion zu DK) stattfinden. Der genaue Veranstaltungsort ist aktuell noch nicht bekannt. (Siehe Screenshots) Auftreten wird zum einen die Band „Randgruppe Deutsch“, die aus bekannten Neonazis besteht. Mit von der Partie ist der ehemaligen „Kraftschlag“- Schlagzeuger Holger Ingwersen, Hammerskin Andreas Lohei und Neonazi Kevin Link, der enge Kontakte zu der rechten Terrorgruppe „Oldschool Society“ pflegt.

Außerdem wird die Band „Ungebetene Gäste“ spielen. Schon auf dem Screenshot von ihrer Facebook-Seite kann man sehen, wie diese Band drauf ist. „Randgruppe Deutsch“ kommen aus Mecklenburg-Vorpommern und bei den Mitgliedern handelt es sich um Neonazis aus Mecklenburg, sowie um bekannte Gesichter der Neonazi-Musikszene.

Dann soll noch eine dritte „Überraschungsband“ spielen. Wer weiß, was da dann noch für eine Scheiße bei ist…

Wir möchten euch bitten, die Augen und Ohren offen zu halten. Seit wachsam!

Macht sofort Screenshots, wenn ihr etwas bei Facebook etc. findet. Im nächsten Moment könnte der Eintrag bereits wieder gelöscht sein.

Wir müssen dringend herausfinden, wo dieses Konzert stattfinden soll und alles dafür tun, dass die Nazis nicht ungehindert ihre rassistischen Parolen auf die Bühne bringen können!!!

Keine Bühne für Nazis und Nationalisten! Nicht in SH und auch sonst nirgendwo!

Alerta antifascista!!!

Quelle