Archiv für Mai 2016

[P] „Rosarot, so kam der Tod“ – Potsdamer Neonazis als NSU-Mitwissende?

Die „Antifaschistische Recherche Potsdam/Umland“ schreibt:

Ungefähr ein Jahr vor der Selbstenttarnung des NSU im November 2011 veröffentlichte die RechtsRock-Band Gigi und die braunen Stadtmusikanten den Song „Döner-Killer“, in dem mutmaßliches Täter_innenwissen der NSU-Morde offenbart und sich über die Betroffenen und Opfer der Taten lustig gemacht wird. [1] Bereits ein Jahr zuvor erschien der Song „Rosarot“ der Band Aryan Brotherhood – verantwortlich dafür ist der Potsdamer Neonazi und RechtsRocker Uwe Menzel. Der Text des Liedes weist mehrere mögliche Andeutungen und Wissen über die Aktivitäten des NSU auf.

Menzel, militanter Neonazismus, Rechtsterrorismus und der NSU

Der Potsdamer Neonazi und RechtsRocker Uwe MenzelUwe Menzel ist nach eigenen Angaben seit spätestens 1990 in der neonazistischen Szene aktiv. Schnell wurde er zu einer zentralen Figur in der Potsdamer, Brandenburger und bundesweiten RechtsRock-Szene. Er gründete mehrere Bandprojekte, koordinierte und organisierte Konzerte und Vertriebswege für neonazistische Musik und gilt seit spätestens 1997 als Gesicht der brandenburgischen Sektion von Blood&Honour. Dabei präsentierte er sich jedoch nie in offizieller Funktion im Namen dieser neonazistischen Struktur. Ab 1993 war Menzel mit einer seiner bekanntesten Band, die er ab 1995 Proissenheads nannte, aktiv. Aufnahmen wurden über das Label Movement Records des Chefs des sächsischen Blood&Honour Ablegers Jan Werner veröffentlicht, die Band trat auf etlichen Blood&Honour-Konzerten auf. Jan Werner gilt als direkter Unterstützer des NSU-Kerntrios. Er versuchte beispielsweise über die Brandenburger V-Person Piatto, alias Carsten Szczepanski, eine Waffe für Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt zu besorgen. [2] Menzel und Werner pflegten nicht lediglich geschäftliche Beziehungen sondern eine Freundschaft. Sie verreisten zusammen, z.B. in die USA, und besuchten sich bei Veranstaltungen und Konzerten. Es ist unwahrscheinlich, dass Menzel von den Unterstützungsaktivitäten Werners für das untergetauchte Trio gar nichts mitbekam.

Als Probenraum konnte Proissenheads bis 1998 einen städtischen Jugendclub in Potsdam nutzen. Bis dahin weigerte sich die Stadtverwaltung, in Person von Jann Jakobs, damals Jugendamtsleiter und Jugendstadtrat und heute Oberbürgermeister, und zuständige Sicherheitsbehörden die Nutzung eines städtischen Raumes durch organisierte und gewalttätige Neonazis zu unterbinden. Später teilte sich Proissenheads einen Proberaum mit der als kriminelle Vereinigung verbotenen Band Landser im Potsdamer Stadtteil Bornstedt. Der Landser-Schlagzeuger Christian Wenndorf war zuvor nach Potsdam gezogen und spielte auch in Menzels Bands Proissenheads und Aryan Brotherhood mit.

Neben seiner organisatorischen Tätigkeit für die neonazistische Szene war Menzel auch als ideologischer Tonangeber maßgeblich. Offen geäußerter Rassismus und Antisemitismus, verbalisierte Vernichtungsfantasien und propagierter „Rassekrieg“ sorgten schnell für Ehrfurcht und Bewunderung in der organisierten RechtsRock-Szene und darüber hinaus. [3]

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Blood&Honour Vorarlberg

Via „Indymedia Linksunten“:

In der Nacht des vergangenen Sonntags (22.05.) erschoss der Neonazi Gregor Schallert im vorarlbergischen Nenzing 2 Menschen beim Fest eines Motorradclubs, mit einem serbischen Kalashnikov-Nachbau. Ein zweites, identisches Modell befand sich noch im Kofferraum seines Wagens. Von vielen Medien wird diese Tat zu einem Beziehungsstreit verklärt. Zwar wird in den meisten Berichten auf die rechtsextreme „Vergangenheit“ Schallerts hingewiesen, allerdings tut sich die österreichische Medienlandschaft und Öffentlichkeit dann doch zu schwer den Kontext der Tat als politischen zu benennen. Denn, wenn ein Neonazi sich, trotz bestehendem Waffenverbot, 2 Sturmgewehre besorgen kann und damit 2 Menschen erschießt, dann sollte das einige Fragen aufwerfen. Eine öffentliche Debatte über rechtsextreme Organisierung und Gewalt sollte die Folge sein.

Gute Beiträge sind auf Blick nach rechts und Stoppt die Rechten erschienen.

Wir wollen hier versuchen die Entstehungsgeschichte bis zum vorläufigen Zerfall der B&H-Division Vorarlberg nachzuzeichnen, sowie eine Einschätzung über die aktuelle Reorganisierung der Gruppe abzugeben, welche sich derzeit auch im Umfeld der neofaschistischen „Identitären“ herumtreibt. Klar ist, dass Gregor Schallerts Amoklauf in Nenzing nicht aus dem Nichts kam.

Gründung von B&H Vorarlberg

1996 gab es in Vorarlberg erste Organisationsversuche rechter Skinheads. Die „Skinheads Vorarlberg – Verein zur Erhaltung der kulturellen Merkmale der Skinheadbewegung“ wurden allerdings nach knapp einem halben Jahr wegen „Verbreitung von nationalsozialistischem Gedankengut“ wieder aufgelöst.

Ab 1997 gab es die Idee einer eigenen Blood & Honour Division Vorarlberg. Die Umsetzung dauerte „wegen eines längeren Knastaufenthalts“ (vgl. BH Fanzine Nr. 1) allerdings noch bis Ende 1998.

In Österreich existierten Ende 1999 Sektionen von Blood & Honour in Vorarlberg, Tirol, und Wien. Zudem zählte sich Blood & Honour Südtirol zur Blood & Honour – Division Österreich.

Die Tiroler Divison löste sich auf nachdem ein führender Aktivist nach Italien ausgeliefert wurde. Und die Division Südtirol wurde von den Behörden zerschlagen.

Zwischen den beiden übrigen Divisionen krieselte es recht bald. 2002 kam es in Wien und Vorarlberg zu Hausdurchsuchungen, bei denen das noch unveröffentlichte Blood & Honour Fanzine Nr. 3 beschlagnahmt wurde (Auflage 1500 Stück). In Folge dessen beschuldigten die Vorarlberger ihre Wiener Kameraden, Namen von Vorarlbergern an die Polizei weitergegeben zu haben.

Am 26.7.2003 krachte es dann bei einem Faschokonzert in Oberösterreich und die beiden Gruppen prügelten sich gegenseitig ins Krankenhaus.

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Begleitmusik zur Hetze

Via der „Blick nach Rechts“:

26.05.2016 – Am 4. Juni sollen an nicht näher bezeichnetem Ort in „Mitteldeutschland“ zwei mutmaßlich verschiedene braune Liedermacher-Events stattfinden – in Erfurt ist ein extrem rechter Aufzug mit Live-Musik angemeldet.

Da bei beiden Liedermacher-Auftritten an dem Samstag mit „Zeitnah“ ein Duo aus dem Raum Gotha, beworben wird, bleibt Raum für Spekulationen. Zum einen soll es in „Mitteldeutschland“ einen Liederabend mit „Zeitnah“ und „Maik“ aus Zwickau geben, der ansonsten unter dem Künstlernamen „Freilich Frei“ auftritt. Ebenso tauchten im Internet aber Hinweise auf, die für den 4. Juni neben „Zeitnah“ auch „Fylgien“ alias Sebastian Döhring aus Berlin sowie Axel Schlimper, brauner Barde an der Gitarre und als so genannter Gebietsleiter Thüringen führender Neonazi-Kader der organisationsübergreifenden „Europäischen Aktion“, für ein Konzert ankündigten.

In Erfurt ist an dem Samstag zur Mittagszeit eine Demonstration der extrem rechten Gruppierung „Patriotische Europäer sagen Nein“ (PEsN) mit Live-Musik angemeldet. Es würde nicht verwundern, wenn dabei einer der genannten musikalischen Protagonisten auch als Straßenaktivist in der thüringischen Hauptstadt aufkreuzen sollte. Die Aufrufe für den 4. Juni wurden gleich mehrsprachig verfasst. Bereits seit langem standen dabei die Forderungen einer „sofortigen Grenzschließung“, nach „Abschaffung der Rundfunkbeiträge“ und „gegen linke Gewalt und Asylmissbrauch“. Aktuell haben die Initiatoren noch die Erfurter AfD-Kampagne gegen einen Moscheebau hinzugefügt. Als Redner sind bislang neben anderen aufgeboten: Dominik Roeseler, Ignaz Bearth ,Eric Graziani Grünwald alias Sebastiano Graziani, der sich gern als „der patriotische Italiener“ begrüßen lässt, und der Kader der Neonazi-Partei „Die Rechte“ Alexander Kurth aus Leipzig, zuletzt unter anderem Redner bei einer der regelmäßigen Anti-Asyl-Mittwochsdemonstrationen in Einsiedel bei Chemnitz.

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„Sommer, Sonne, NPD“

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Erneut veranstaltete der Neonazi Matthias Polt einen Redner- und Liederabend für seinen NPD-Berzirksverband Oberbayern in seinem Szeneladen “Versand der Bewegung” in Murnau. Für Gäste sorgen sollten die Reden von Sascha Roßmüller und Baldur Landogart, der seit kurzen Beisitzer im Bundesvorstand der NPD ist. Als Musiker wurde “Lunikoff” angekündigt. Das Motto: “Sommer, Sonne, NPD”.

Zur Veranstaltung am 18.5. reisten laut Polizei zwischen 50 und 60 Rechtsextreme an. Die Veranstalter sprechen von »genau 72« Besuchern und bezeichnen den Tag als eine “tolle und erfolgreiche Veranstaltung”, obwohl sie ausnahmsweise nicht am Wochenende stattfand. Damit wäre der Trend zu wieder mehr Besuchern ungebrochen. Vermeldete die Polizei zur “Weisse Weihnacht” 2014 nur 15 NPD-Anhänger, waren es im Folgejahr bereits 30 bis 40.

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NSU: Das Neonazi-Nest von Zwickau

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt:

Was wusste ein V-Mann aus Zwickau über den NSU? Erkenntnisse von Sicherheitsbehörden deuten erneut auf eine besondere Nähe von Geheimdienstinformanten zum Terrortrio. Nächste Woche widmet sich der Bundestags-Ausschuss dem neuen Fall.

Zwickau, Oktober 1991. Hundert Neonazis greifen ein Flüchtlingsheim an, schlagen auf Bewohner mit Zaunlatten ein, zünden Vorhänge und Betten an. Einer in dem Mob ist ein bulliger Typ mit dem Spitzname „Manole“. Zehn Jahre später sorgt seine Zwickauer Abrissfirma auf Baustellen mehr als einmal für Aufsehen. Die Truppe besteht aus Neonazis, Hooligans, Schlägertypen. Ihr Chef heißt eigentlich Ralf Marschner und ist damals zugleich V-Mann „Primus“ des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Erkenntnisse aus Sicherheitskreisen machen deutlich, wie nah der V-Mann damals dem direkten Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) war, wie die Frankfurter Rundschau erfuhr. Einer seiner früheren Mitarbeiter glaubt gar, die mutmaßlichen NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zu jener Zeit bei der Arbeit in der Firma gesehen zu haben.

Was wusste V-Mann Marschner über die damals gesuchten Neonazis, die in Zwickau wohnten? Zählte er zum Kreis ihrer Unterstützer? Und gingen die Ermittler solchen Hinweisen ausreichend nach? Damit befasst sich ab kommender Woche der zweite NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages.

Aufzuklären gibt es weiter viel: Bis heute ist es den Ermittlern etwa nicht gelungen, zu rekonstruieren, wie die Terroristen in den Jahren 2000 und 2001 an die Tatorte ihrer ersten Morde in Nürnberg, München und Hamburg gelangten. Später nutzten sie dafür geliehene Wohnmobile und Fahrräder. Aber wer stellte ihnen davor Fahrzeuge zur Verfügung oder nahm sie vielleicht im Auto mit? Bis heute ist ungeklärt, wie groß das Netzwerk der Helfer war, wie viele etwas wissen und bis heute stillhalten.

Ab dem Sommer 2000 wohnten die mutmaßlichen NSU-Mitglieder in der sächsischen 90000-Einwohner-Stadt Zwickau – bis zu ihrer Selbstenttarnung Ende 2011 ohne Probleme. In der Szene dort war V-Mann „Primus“, bis er 2007 die Stadt fluchtartig verließ, lange eine zentrale Figur: Gewalttätig, Inhaber von einschlägigen Läden, in Geschäfte mit verbotener Neonazi-Musik involviert. Er streitet ab, die drei damals gekannt oder gar unterstützt zu haben.

Ins Visier der Ermittler geriet Marschner nach 2011 dennoch: Für sein Unternehmen lieh er zur fraglichen Zeit 2001 mehrmals Autos bei einer Firma, die später auch der NSU nutzte. Seine Truppe war damals zudem in München und Nürnberg auf Baustellen eingesetzt – also in den Städten, in denen die Terroristen ihre ersten von zehn Morde begingen.

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Mit Hilfe des Verfassungsschutzes: Ex-Neonazi-Liedermacherin Müller offiziell ausgestiegen

Via „Endstation Rechts“:

Vor einigen Tagen machte die „Aktion Neustart – Aussteigerprogramm Rechtsextremismus“ den bereits vor fünf Jahren erfolgten Ausstieg einer der bekanntesten Liedermacherinnen der Szene, Annett Müller, öffentlich. Damit solle jetzt gezeigt werden, dass Müller einen „neuen Weg“ eingeschlagen habe.

„Zeit zu rebellieren“ oder „Wenn der Wind sich dreht“. Beobachter extrem rechter Demonstrationen kennen die beiden Songs der Liedermacherin Annett Müller zu gut. Immer wieder greifen die Organisatoren verschiedenster Aufmärsche auf diese Lieder zurück, um ihre Aktionen mit dem „richtigen“ Soundtrack zu unterlegen. Zukünftig werden die Veranstalter in ihren CD-Kisten möglicherweise Alternativen suchen müssen: Denn Müller, so teilte das vom niedersächsischen Verfassungsschutz betriebene Aussteigerprogramm „Aktion Neunstart“ kürzlich mit, habe endgültig mit der Szene gebrochen.

Müller habe sich bereits 2011 mit der Bitte um Hilfe an die Schlapphüte gewandt. Den Ausstieg hätten die Beteiligten damals nicht publik gemacht, heißt es in einer von „Aktion Neustart“ auf Facebook eingestellten Meldung. Nun aber habe der langjährige Kultstar den Wunsch geäußert, an die Öffentlichkeit zu gehen. Grund sei, dass nach wie vor die „alten Lieder aus der rechtsextremen Vergangenheit“ auf YouTube hochgeladen würden. „So soll gezeigt werden, dass Annett vor Jahren einen neuen Weg eingeschlagen hat“, teilt die Behörde weiter mit.

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Verurteilter „Objekt 21″-Neonazi, Waffentransporteur und NSU-Ausschusszeuge tritt am 27. Mai in Kloster Veßra als Liedermacher auf

„Thüringen Rechtsaussen“ berichtet:

Südthüringer Neonazis Tommy Frenck kündigt für den 27. Mai 2016 einen Liederabend mit dem Liedermacher „Reichstrunkenbold“ an. Hinter dem Namen steht der aus Hessen stammende Neonazi Philip Tschentscher, der auch in Thüringen aktiv war und in Verbindung mit dem kriminellen österreichischen Neonazi-Kulturverein „Objekt 21″ im Januar 2014 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

„In Buchenwald, in Buchenwald, da wird kein Jude richtig alt“

Das Netzwerk „Objekt 21″ sammelte Waffen, darunter auch ein AK 47 Sturmgewehr, eine Skorpion Maschinenpistole und Pistolen, eine abgesägte Schrotflinte und 10 kg Sprengstoff. Die Gruppe verbreitete NS-Ideologie und machte auch Rotlichtgeschäfte. Tschentscher wurden in Österreich NS-Wiederbetätigung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen, auch weil er die deutsch-österreichische Grenze eine Pistole schmuggeln wollte. Er ist seit den 90er Jahren in der extrem rechten Szene aktiv, zog 2002 nach Erfurt, trat auch als Redner der „Kameradschaft Frei­heits­kämpfer Erfurt“ bei Veranstaltungen wie „Süd-Westthüringer Runden freier Nationalisten” in Dillstädt auf und war Betreiber des Kameradschaftspostfachs in Erfurt. Er war organisatorisch bei der Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene und deren An­gehörige (HNG) und anderen Vereinen aktiv, gilt auch als langjähriger Vertrauter von Manfred Roeder. Über weitere Aktivitäten berichtete auch das Magazin LOTTA. Tschentscher war als Liedermacher und fahrender Devotionalienhändler, CD und Waffenhändler in Österreich, Italien und Deutschland unterwegs, das Cover seiner ersten CD 2009 „Viel Asche um Nichts“ bildete auf dem Cover ein KZ-Krematorium ab, die Texte strotzten vor Antisemitismus, Rassismus und NS-Verherrlichung, riefen direkt zum Mord auf. Die im Folgejahr erschienene CD „Der Untergrund stirbt nie“ mit Hakenkreuz-Cover enthält neben Liedern wie „Arisches Kind“ den Bonustrack „live in der Waffenschmiede“ , der im Konzert­raum von Objekt 21 aufgenommen wurde. Im mit SS-Runen verzierten Keller trällerte Tschentscher dort Sätze wie „In Buchenwald, in Buchenwald, da wird kein Jude richtig alt. Fiederallala, fiederallala, fiederallalalala“ oder „Nach Bergen-Belsen fährt unser Reisebus. Wir fahren nach Bergen-Belsen. Die Öfen sind voll, die Stimmung ist toll“. Der Organisation Objekt 21 wurden etwa 150 Neonazis zugerechnet, mehrere Verbindungen habe es nach Thüringen insbesondere zur dem nun im Ballstädt Prozess angeklagten Neonazis. Nach seiner Festnahme im Sommer 2013 sagte er im selben Jahr als Zeuge beim Prozess gegen Objekt 21-Mitglieder im oberösterreichischen Wels aus und rief den Angeklagten zu „Lasst euch nicht unterkriegen, Jungs. Alles für Deutschland!“. Weitere Thüringer die wegen Objekt 21 inhaftiert wurden, waren Andreas Potyra und Steffen Mäder. Letzterer organisiert inzwischen auch Solidaritätskonzerte für die Angeklagten aus dem Ballstädt-Prozess.

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Amoklauf bei Rockerfest

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

24.05.2016 – Wieder gibt es eine Gewalttat aus dem „Blood&Honour“-Netzwerk: Ein österreichisches Mitglied der militanten Organisation lief Amok, angeblich wegen eines Streits mit seiner Freundin.

Gegen den 27-jährigen Todesschützen bestand seit 2004 ein Waffenverbot; Photo: Bärbel Jobst / Pixelio
Der Amokläufer von Nenzing war mehrfach vorbestraft und gehörte dem radikalen rechten Lager an. Er mochte die bundesdeutschen Holocaust-Leugner Horst Mahler und Ursula Haverbeck. Zwei seiner zahlreichen Facebook-Freunde sind junge Neonazis der Partei „Die Rechte“ aus dem niedersächsischen Verden an der Aller, die anderen stammen zum Teil aus FPÖ-Kreisen oder zählen zum tiefbraunen Spektrum in Vorarlberg. Am Wochenende erschoss Gregor S. nachts bei einem Rock-Konzert auf dem Gelände des „MC The Lords“ in Nenzing zwei Menschen und verletzte elf schwer, danach hielt sich der Waffennarr die serbische Kalaschnikow-Nachbildung in den Mund und drückte ab. Zuhause und in seinem Auto fand die Polizei später weitere Waffen und Kriegsmaterial, er hätte demnach ein weitaus größeres Blutbad anrichten können.

Die österreichischen Behörden räumten zwar ein, dass S. dem Inlandsgeheimdienst lange bekannt sei und zwischen 2005 und 2010 achtmal rechtskräftig wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung verurteilt worden sei, aber ein politischer Hintergrund für den Amoklauf wird nicht angegeben. Es soll sich dagegen um eine Beziehungstat handeln.

Gregor S. beging die Tat vor den Augen der Mutter seines kleinen Sohnes, die sich anscheinend überhaupt nicht in der rechten Szene bewegt. Sie stand Medienberichten zufolge in der Nähe auf einem Parkplatz, als der Täter die Waffe aus dem Auto holte und scheinbar wahllos in die Menge der Konzertbesucher schoss. Auch sie floh vor ihm. Bei Facebook schreibt „C… “, nicht mit den Medien reden zu wollen: „Ned hüt, ned morn und ned in 10 johr!“ Freunde pflichten ihr bei, dass sie nichts für die Tat könne. Worin liegt also das Motiv für die Tat ? Warum schoss der Neonazi auf die rund 150 Gäste der zweitägigen „Lordsparty“ . Der 1986 gegründete „Töff“-Club schreibt auf seiner Internetseite, dass es „immer wieder diverse Troubles unter Gleichgesinnten“ gegeben habe. Diese hätten aber „alle erfolgreich geregelt“ werden können.

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Schnittstelle im rechten Sumpf

Die „Allgemeine Zeitung“ berichtet:

NSU-MORDE Zwei Polizisten mit Kontakten zu Rechtsextremen als Zeugen vor Untersuchungsausschus s

WIESBADEN – Die nächsten beiden Sitzungen des NSU-Untersuchungsausschusses versprechen, spannend zu werden. Am kommenden Freitag werden zwei nordhessische Polizisten als Zeugen gehört, die privat Kontakte zu „Blood and Honour“ gehabt haben sollen. Für die darauf folgende Sitzung, am 6. Juni, ist der ehemalige Verfassungsschützer Andreas Temme geladen. Auch er hatte einen Draht zu dem inzwischen verbotenen Neonazi-Netzwerk – dienstlich und möglicherweise auch privat.

„Blood and Honour“

Über Temme ist viel geschrieben worden. Er war in jenem Internet-Café in Kassel, als am 6. April 2006 Halit Yozgat Opfer einer Mordserie wurde, die dem NSU-Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe zugeschrieben wird. Dienstlich gehörte es zu den Aufgaben des Verfassungsschützers, sich über die rechtsextreme Szene in Nordhessen auf dem Laufenden halten. Einer seiner V-Männer, Benjamin G., war dort verankert. G.‘s Stiefbruder soll Mitglied bei „Blood and Honour“ gewesen sein.

Privat hatte Temme Kontakte zum Präsidenten der Hells Angels in Kassel gepflegt. Er war sogar in Verdacht geraten, den Rockern als „vertraulich“ eingestufte Informationen ausgehändigt zu haben. Dazu soll Temme immer mal wieder in einer Kneipe nordöstlich von Kassel gewesen sein. In Reinhardshagen, unweit seines Wohnortes Hofgeismar. Zufall oder nicht: Auch der Rechtsterrorist Mundlos soll in dem Bistro Kontakte zu „Hells Angels“-Rockern und Neonazis von „Blood and Honour“ gesucht haben. Das jedenfalls hatte ein Informant dem Bundeskriminalamt gesteckt.

Zurück zu den beiden Polizisten, die am Freitag geladen sind. Einer der beiden, der inzwischen frühpensionierte Carsten C., gehörte nach Recherchen der Frankfurter Rundschau dem Kasseler Rockerclub Chicanos an. Der wiederum unterstützt die Bandidos, die mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht werden. Mehr noch: Der frühere Neonazi Michel F., ein Facebook-Freund von Carsten C., soll Mitglied der Bandidos gewesen sein. Es heißt, Michel F. habe einem ehemaligen Mitglied der Dortmunder „Blood and Honour“-Band „Oidoxie“ zwei halbautomatische Waffen angeboten.

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Noten des Hasses

Via der „Blick nach Rechts“:

17.05.2016 – Rechtsrock bleibt weiterhin ein beliebtes Rekrutierungsmittel von und für Neonazis. Im ersten Quartal dieses Jahres fand bundesweit an mehr als jedem dritten Tag ein rechtsextremes Konzert statt.

In schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht die Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag die Zahlen der ihr bekannt gewordenen Rechtsrock-Konzerte und Neonazi-Liederabende. Aus der jüngsten Antwort geht hervor, dass in den ersten drei Monaten dieses Jahres 39 Konzerte, „Liederabende“ und Aufritte von rechten Musikern auf Veranstaltungen der Parteien NPD und „Die Rechte“ stattgefunden haben. Damit übersteigt die Zahl deutlich die Zählungen sowohl des ersten als auch des zweiten Quartals 2015. Geht man von den durchschnittlichen Nachmeldungen aus dem vergangenen Jahr aus, dürfte sich die Zahl auf dem hohen Niveau des vierten Quartals 2015 bewegen – nach den jetzt gelieferten Nachmeldungen wurden zwischen Oktober und Dezember 2015 insgesamt 46 solcher Veranstaltungen gezählt.

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Rechtsrock an verschiedenen Orten

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

17.05.2016 – Gleich mehrere braune Musik-Events sollen am 28. Mai stattfinden. Beim so genannten „Eichsfeldtag“ steht der Ort Leinefelde fest, doch die Thüringer NPD um den Mitorganisator Thorsten Heise hat für ihr Treffen reichlich Konkurrenz.

Im Wechsel mit politischen Reden (unter anderem Thorsten Heise als stellvertretender NPD-Landesvorsitzender selbst) sollen am 28. Mai Bands oder Solo-Interpreten beim „Eichsfeldtag“ die Bühne auf dem Sportplatzgelände in Leinefelde betreten. Angekündigt wird „Oidoxie“ aus Dortmund mit neuer CD im Gepäck, um die es in der jüngeren Vergangenheit ruhig geworden war. „Tätervolk“ aus Mecklenburg-Vorpommern wird neben „Söhne Potsdams“ beworben. Das nach Brandenburgs Metropole benannte Musikprojekt war in den vergangenen Jahren in der rechten Szene als eine Samplerreihe bekannt, von der vier verschiedene Tonträger erstellt wurden. Als Solist ist der NPD-Hausbarde Frank Rennicke aus dem mittelfränkischen Leutershausen ebenso dabei wie Jens Brucherseifer als Kopf der Band „Sturmwehr“ aus Gelsenkirchen.

Seit mehreren Monaten wird der Auftritt von drei Bands unter dem markigen Titel „Die Nordmark rockt!“ propagiert. Allen voran steht dabei die neue Band „Randgruppe Deutsch“ aus Schleswig-Holstein. Sie hat just ihre Debüt-CD herausgebracht. Hinter dem neuen Projekt stehen bekannte Namen der rechten Musik-Szene wie etwa der frühere „Kraftschlag“-Schlagzeuger Holger Ingwersen und der bei den „Hammerskins“ aktive Andreas Lohei, früher Sänger und Bassist bei „Endlöser“ (Bremen). Die Norddeutschen haben bereits Ende Januar mit dem Vorverkauf begonnen. Wo genau sie mit der Band „Ungebetene Gäste“ aus Mecklenburg-Vorpommern am 28. Mai auftreten wollen, haben sie noch nicht bekannt gemacht. Auf alle Fälle soll noch eine dritte Überraschungsband mit hinzustoßen.

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V-Mann überfiel mit Zschäpe-Freundin eine Kneipe

Die „Welt“ berichtet über den ehemaligen Sänger der Naziband „Westsachsengesocks“:

Ralf Marschner war enger mit dem NSU-Umfeld verbandelt als bisher bekannt. Das belegen Akten über eine Schlägerei im Jahr 2001. Warum wurde das Verfahren nicht in den Münchner Prozess eingeführt?

Ralf „Manole“ Marschner, der zehn Jahre als V-Mann „Primus“ für das Bundesamt für Verfassungsschutz gespitzelt hat, war offenbar noch enger in das Umfeld des NSU eingebunden als bislang bekannt. Recherchen der „Welt“ belegen, dass Marschner im Jahr 2001 gemeinsam mit einer der engsten Vertrauten von Beate Zschäpe, Susann Eminger, in einem Körperverletzungsverfahren angeklagt war.

Am 21. April 2001 hatten Marschner und die damals 19-jährige Susann Eminger eine Kneipenschlägerei in Zwickau angezettelt. Susann Eminger hieß damals noch H., war aber bereits mit André Eminger liiert. André Eminger ist in München vor dem Oberlandesgericht als mutmaßlicher Unterstützer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angeklagt und seit 2005 mit Susann verheiratet.

Laut den Strafakten, die der „Welt“ vorliegen, schilderte die Wirtin der Kneipe „Big Twin“ den Vorfall der Polizei so: Plötzlich seien in ihrer Gaststätte „vier Glatzen“ erschienen. Die hatten bereits bei anderer Gelegenheit in der Kneipe Ärger gemacht. Als die Wirtin einen der Skinheads aufforderte, „keinen Stunk“ zu machen, begann der, die Wirtin als „Nutte“ zu beschimpfen. Die Wirtin wollte den Mann rausschmeißen, das verbat sich aber der Anführer der Skinheads.

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Siehe auch: V-Mann Ralf Marschner

CasaPound Italia – der faschistische Hybrid

Via „Indymedia Linksunten“:

Zu CasaPound Itallia erschien am 09.05.2016 auf dem www.sicherheitspolitik-blog.de ein englischsprachiger Artikel zu CasaPound Italia: CasaPound Italia: the fascist hybrid. Hier ist er mit leichten Veränderungen auf Deutsch nachzulesen.

CasaPound Italia – der faschistische Hybrid

Veränderte politische und ökonomische Situationen bringen neue Typen politischer Akteure hervor – auch bei der extremen Rechten. Ob ihre Strukturen und Organisationsformen Bestand haben, sie sich ausbauen und ihre Modelle sich nachhaltig bewähren können, hängt von vielen Faktoren ab. Ein Modell, das sich derzeit anschickt bei vielen Rechten in Europa eine Vorzeigefunktion zu erhalten, ist die faschistische Bewegung/Partei CasaPound Italia. Doch warum ist gerade dieses Organisationsmodell in der extremen Rechten Italiens und Europas so erfolgreich?

Mein Beitrag soll die Hybridität CasaPounds und die damit verbundene Kraft zur Erneuerung des Faschismus beleuchten. Um mein Argument auszuführen, werde ich zunächst die Evolution CasaPounds von einer Bewegung zu Partei beschreiben. Daraufhin werde ich Strategien und Praktiken unter dem Aspekt der Hybridisierung erläutern. Um abschließend die europäische Dimension der (nach Eigenaussage) “Faschisten des dritten Milleniums” zu skizzieren.

Fascism for the third millennium? The evolution of CasaPound

Im Dezember 2003 entstand in Rom die (neo)faschistische Bewegung CasaPound. Mitglieder verschiedener national-revolutionärer Gruppierungen, der römischen Rechtsrock-Szene und der Movimento Soziale Italiano – Fiamma Tricolore (MSI-FT) besetzten unter dem Vorzeichen angeblich anti-kapitalistischer Kritik ein sechsstöckiges Mietshaus im Stadtteil Esquilino, in der unmittelbaren Nähe des Hauptbahnhofs Stazione Termini. Die Besetzung nannten sie „Casa Pound“ – nach dem antisemitischen, us-amerikanischen Literaten Ezra Pound. Bis 2008 war CasaPound eng angebunden an die faschistische Traditionspartei Fiamma Tricolore, bis sie sich nach einem internen Streit 2008 von der Partei trennte und als Sozialverband auftrat. 2012 ließ sich CasaPound als Wahlpartei registrieren und nannte sich CasaPound Italia. Seitdem agiert sie nicht nur als Bewegung auf den sozialen, politischen und kulturellen Ebenen, sondern auch als Partei im institutionellen Rahmen. 2013 trat sie das erste Mal bei den römischen Kommunalwahlen an – und 2015 landesweit. Sie brachte es in einigen Kommunen, aber auch unter dem Logo des „Sovranita“ Bündnisses mit der Lega Nord, zu einigen Sitzen in den kommunalen Parlamenten. Im Jahr 2010 gab CasaPound die Zahl ihrer Mitglieder mit 2.200 an. Heute spricht sie von fast 5.000 Mitgliedern.

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Siehe auch: Bolzano: CasaPound verdreifacht seine Mandate bei der Kommunalwahl

Hildburghausen: Kennzeichen angereister Nazis zum Nazifestival

Am Samstag, dem 07.05.2016, feierten mehr als 3.500 Nazis aus der ganzen Bundesrepublik sowie dem europäischen Ausland das so genannte „Rock für Identität“ in Hildburghausen in Südthüringen. Der Großteil der Nazis reiste mit eigenen KFZ sowie Bussen an. Folgende Kennzeichen konnten bisher zweifelsfrei den angereisten Nazis zugeordnet werden.

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Siehe auch: Bilderstrecke der TeilnehmerInnen

Mehr Veranstaltungen: Neonazi-Konzertsommer steht vor der Tür

Via „Endstation Rechts“:

Anfang Mai feierten gut 3.500 Neonazis auf dem größten Rechtsrock-Festival der letzten Jahre im thüringischen Hildburgshausen, schon stehen die nächsten Konzerte vor der Tür. Die Szene zeigt sich vital, Beobachter und Behörden registrieren wieder mehr Veranstaltungen als in den Vorjahren. Wahrscheinlich auch, weil mit der braunen Erlebniswelt gutes Geld zu verdienen ist.

Am 28. Mai wird die Dortmunder Neonazi-Band „Oidoxie“ auf dem „Eichsfeldtag“ ihre neue CD vorstellen. Fans könnten bei dieser Gelegenheit „limitierte, signierte Exemplare erstmals vor Ort beim Händler eures Vertrauens“ erwerben, schreibt der örtliche NPD-Kreisverband in der Veranstaltungs-Ankündigung auf seiner „Weltnetz“-Seite. Chef der Gliederung ist der einschlägig vorbestrafte Thorsten Heise, der das Rechtsrock-Festival organisiert.

Neben „Oidoxie“, über die der Rechtsextremismus-Experte Jan Raabe vor dem nordrhein-westfälischen NSU-Untersuchungsausschuss sagte, sie propagiere den „führerlosen Widerstand“ und habe für den bewaffneten Arm von „Blood & Honour“, „Combat 18“, geworben, sollen im Eichsfeld laut einem Werbe-Flyer außerdem u. a. „Tätervolk“, die 2008 einen Tonträger mit dem Namen „Nicht ohne Addi“ veröffentlichten, und der Neonazi-Barde Frank Rennicke auf der Bühne stehen. Rennicke, von dem mehrere Veröffentlichungen durch die Bundeszentrale für jugendgefährdende Medien indiziert wurden, kandidierte 2009 und 2010 erfolglos für die NPD als Bundespräsident.

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Drahtzieher im braunen Netz: Marvin Vogelsang

„Recherche38″ schreibt:

Der 26-jährige Braunschweiger Marvin Vogelsang gilt als einer der einflussreichsten Personen der Neonazi-Szene in der Region. Vogelsang gehört zur NPD-Jugend »Junge Nationaldemokraten« (JN), ist im Rechtsrock-Netzwerk »Honour & Pride« aktiv und war Mitbegründern der neonazistischen »Aktionsgruppe38« und des „Kreisverbandes Braunschweiger Land“ der Partei »Die Rechte«.

Vogelsang agiert dabei meist als Drahtzieher im Hintergrund, kümmert sich z.B. um die Organisation und die Finanzen der Gruppen und Räumlichkeiten in Vereinsheimen und ähnlichem für Treffen, Veranstaltungen, Partys, Liederabende und Rechtsrockkonzerten an. In der Öffentlichkeit, z.B. bei rechten Aufmärschen oder Kundgebungen, tritt er eher selten in Erscheinung. Marvin Vogelsang studiert derzeit an der TU Braunschweig und ist dafür von seinem Arbeitgeber, einem Großunternehmen aus der Region, freigestellt.

Von der »Kontaktgruppe« über die »AG38« zur Partei »Die Rechte«

Im Herbst 2011 entstand die »Kontaktgruppe Braunschweig«, die zum Ziel hatte die „gemeinsame Freizeitgestaltung“ und den „Austausch zwischen „Kameraden/innen aus der Umgebung“, z.B. durch ein monatliches „Kameradschaftstreffen“ zu befördern. Sie sollte dazu dienen, die zu dieser Zeit eher lose und unstruktierte rechte Szene und die vereinzelten Aktivisten und Sympathisanten in der gesamten Region besser zu vernetzen. Zur »Kontaktgruppe« wurden Personen eingeladen, die der organisierten Neonaziszene und deren Umfeld angehörten, aber auch Personen, die bis dahin eher der sogenannten Grauzone zwischen „unpolitischer“ Oi-Skinhead/Punkszen und der eher subkulturell geprägten Nazimusikszene zugerechnet wurden. Die »Kontaktgruppe« hatte eine Internetseite (www.kontaktgruppe-bs.net), deren Inhaber laut Auskunft des Providers Marvin Vogelsang war. Er verwaltete auch die Facebook-Gruppe, über die die »Kontaktgruppe« sich vernetzte. Marvin Vogelsang soll außerdem zur Gruppe »BS Aktiv« gehört haben, die bis auf einen Aufkleber, der eine Gruppe vermummter vor dem Denkmal des Herzogs Carl Wilhelm Ferdinand zeigte, nicht weiter auffiel.

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Brigadir Tour 2016

Noch eine Empfehlung:

13.5.2016 Grünes Haus/Suhl: Produzenten der Froide & Gloomster

Veranstaltungstipp:

13./14.5.2016 Rostock: Riot in my heart

Festivaltipp:

NPD-Funktionär organisiert Nazi-Festival

Die „PNN“ berichtet:

Veltener NPD-Stadtverordneter Wolinski plant Konzertveranstaltung mit bis zu 500 Personen in Finowfurt

Finowfurt/Potsdam – Brandenburg steht das größte Neonazi-Konzert seit Jahren bevor. Robert Wolinski, Vorstandsmitglied in der Brandenburger NPD und Stadtverordneter in Velten (Oberhavel), organisiert nach PNN-Informationen vom 17. bis 19. Juni ein „Sonnentanz Festival“ mit bis zu 500 Teilnehmern. Veranstaltungsort soll das Gehöft von Klaus Mann sein, er ist Ex-Landeschef der Neonazi-Partei „Die Rechte“, war vormals auch bei NPD und DVU.

Die Sicherheitsbehörden sind vor allem wegen der von Wolinski angemeldeten Teilnehmerzahl von 350 bis 500 Personen besorgt. Die Gemeindeverwaltung Schorfheide, zu der Finowfurt gehört, prüft derzeit das weitere Vorgehen. Wolinski hat nach PNN-Informationen bereits Ende Februar beim örtlichen Ordnungsamt eine Ausnahmegenehmigung nach dem Landesimmissionsschutzgesetz für das Festival beantragt, dabei geht es also um Lärm. Vor Ort werden die Chancen, über diesen Hebel den Aufmarsch von Hunderten Neonazis in Finowfurt verhindern zu können, aber eher gering eingeschätzt. Eine Versammlung muss Wolinski nicht anmelden.

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