Obskure Gedenkaktion

Via der „Blick nach Rechts“:

bundesweit an rund 70 Orten aufgestellt – hinter der Aktionskampagne steckt ein rechtsextremer Musiker.

Bereits im dritten Jahr in Folge hat es am 13. Juli bundesweit im rechten Lager die Aktionskampagne „Schwarze Kreuze“ gegeben, bei der dazu aufgerufen wurde, vermeintliche „deutsche Opfer“ von angeblicher Ausländergewalt namentlich durch schwarze Holzkreuze mit Inschriften oder daran befestigten Zetteln zu kennzeichnen und sie damit in die öffentliche Erinnerung zu bringen. Dahinter steckt die Forderung nach einem so genannten „Volkstrauertag für deutsche Opfer“. Initiiert wurde die Idee als eine Fortsetzungsform der rechtsextremen Volkstod-Kampagne vom Berliner Neonazi-Rapper Patrick Killat alias „Villain051“, der auch in diesem Jahr wieder mit einer entsprechenden Propaganda-Videobotschaft im Internet die Werbetrommel rührte. Dazu wurde diesmal über die sozialen Medien eine eigene Informations- und Mitteilungsseite eingerichtet.

Die Aktionsform hat sich wohl auch deshalb etabliert, weil sie mit vergleichsweise geringem Aufwand und selbst von Einzelpersonen umzusetzen ist. Teilnehmende rechte Kameradschaften beziehungsweise manch ein Orts- oder Kreisverband einer rechtsextremen Partei dürften sich wohl erhoffen, dass damit mit anschließender „Öffentlichkeitsarbeit“ mehr Aktionsfähigkeit vorgegaukelt werden könne als mit einer nur zahlenmäßig schlecht besetzten Kundgebung oder Demonstration. Bei der bekommt nämlich in der Regel sowieso die Seite der Gegenproteste die „bessere Presse“ und größere Aufmerksamkeit.

Weiter

Initiator Killat ist Sänger im Duo „A3stus“ und einschlägig polizei- wie justizbekannt. Auch unter dem Namen „Vendetta“ gibt es bereits Veröffentlichungen von ihm, nachzulesen im Berliner Verfassungsschutzbericht. Immer wieder provoziert er mit Liedern wie „Rap Holocaust“. Der Musiker trat im Oktober 2014 bei der gewalttätigen Kundgebung der Gruppierung „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) in Köln auf und beteiligte sich wiederholt an flüchtlingsfeindlichen Aufmärschen in Berlin und in Brandenburg. Im Mai des Vorjahres gab es bei dem rechtsextremen Hip-Hop-Sänger im Zuge der Ermittlungen wegen Verbreitung volksverhetzenden, in diesem Fall speziell antisemitischen, Gedankenguts in einem der „A3stus“-Lieder eine Razzia. Betroffen waren auch mutmaßlich an der Produktion und Verbreitung des Songs beteiligte Personen aus der rechten Szene.

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