Archiv für Februar 2017

Ein »Hammerskin« an der Club-Tür

Freitagnacht auf der Braunschweiger Partymeile: Aus einem der Clubs dringt Musik von HipHop über Alternative bis Rock. Das Publikum bunt gemischt wie die Musik, viele Studierende, ein paar Hipster. Wer rein will der muss hier heute an einem Türsteher vorbei. Er wirkt kräftig, eher klein, die Haare kurz geschoren, auffällig bunte Tätowierungen ziehen sich bis über den Hals und die Hände. Was die meisten Besucher*innen wohl kaum ahnen: Dennis Kiebitz, der an diesem Abend vor dem »Lindbergh Palace« steht, ist Mitglied der »Hammerskins«, einer der „gefährlichsten Neonazi-Organisationen überhaupt“ (ZEIT Online).

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Weitere Rechtsrock-„Terror-Nacht“

24.02.2017 – Eine dritte Auflage der Rechtsrock-Reihe „Night of Terror“ wird für den 11. März in Osteuropa beworben.

Zwei Veranstaltungen der „Night of Terror“-Reihe fanden bisher in Polen statt, und auch die Informationsnummer für die dritte Auflage in 2017 stammt aus Polen. Angekündigt werden für den 11. März insgesamt fünf Bands aus vier Nationen.

Mit „Oidoxie“ aus dem Raum Dortmund sowie „Brainwash“ mit Mitgliedern aus Altenburg und Dresden werden auch zwei rechte Szene-Bands aus Deutschland aufgelistet. Die ostdeutsche Combo „Brainwash“ war bereits in den beiden Vorjahren bei der ersten und zweiten Auflage der jährlichen Reihe vertreten. Außerdem soll „Amok“ aus der Schweiz mit von der Partie sein. Die Eidgenossen um den bereits mehrfach verurteilten Kevin Gutmann gelten als Band aus dem „Blood&Honour“-Umfeld.

Die Bühne betreten soll ferner die 1998 gegründete Band „Sokyra Peruna“ aus Kiew. Die Ukrainer haben sich bereits an einem Sampler der B&H-Bewegung beteiligt. War zunächst aus Polen die Band „LTW“ („Legion Twierdzy Wroclaw“) beworben worden, wurde ihr Name inzwischen gegen die Combo „Obled“ ausgewechselt. Diese trat unter anderem im Rahmen eines internationalen Fußball-Hooligan-Turniers am 3. September 2016 in Wroclaw auf, an dem auch eine Mannschaft aus Dresden teilgenommen hat. (hf)

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„Germanischer Angriffgeist“

Konzert mit vier Bands an bisher unbekanntem Ort in „Mitteldeutschland“ stattfinden.
Mit der lateinischen Losung „Furor Teutonicus“ (Germanischer Angriffsgeist) wird ein Rechtsrock-Konzert am 25. März beworben. Insgesamt sollen vier Bands aufspielen. Neben „Blutzeugen“ aus Dresden werden die 1994 gegründeten „D.S.T.“ (Deutsch Stolz Treue) um Peter Brammann aus Berlin und die zwischenzeitlich inaktive Combo „White Resistance“ aus dem Landkreis Zwickau gelistet.

Ferner wird eine noch nicht benannte weitere Band angekündigt. Ein genauer Ort für das Konzert bleibt ungenannt, es wird von den Organisatoren lediglich „Mitteldeutschland“ als regionale Orientierung angegeben. (hf)

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Im Inneren von „Blood&Honour“

Eine unlängst bekannt gewordenen Veröffentlichung gewährt Einblicke in das Netz der konspirativ agierenden internationalen „Blood&Honour“-Bewegung.

Für bis dato nicht bekannte Einblicke ins Innenleben der „Blood&Honour“-Bewegung in Großbritannien sorgt eine unliebsame Veröffentlichung aus jüngster Zeit. Unlängst hat es ein unfreiwilliges Outing eines über 130-seitigen Fotoalbums aus B&H-Kreisen gegeben, das nun als Leak über das Internet abzurufen ist. Namentliche Zuordnungen der abgelichteten Personen geben auch regionale Bezüge preis beziehungsweise, mit welchen Aufgabenbereichen bestimmte B&H-Aktivisten betraut sind. So besitzt B&H beispielsweise eine eigens aufgestellte und bei Events einheitlich gekleidete Security-Truppe. Im Mutterland der logistischen Organisation für Rechtsrock-Konzerte auf dem gesamten Globus verfügt B&H über beinahe flächendeckende Strukturen.

Es sind nicht nur Porträtfotos von mehreren Dutzend Aktivisten, die jetzt publik gemacht wurden. Vor allem zeigen diese innerhalb ihrer Gemeinschaft umso offener ihre neonazistische Gesinnung. Gleich reihenweise sind Motive mit Hitlergrüßen zu sehen, die posierend gezeigt werden oder als „Stimmungsbarometer“ während der Konzerte betrachtet werden können – fast ausnahmslos in Begleitung sichtbarer alkoholischer Getränke. Und manch ein Abgelichteter ist mit T-Shirts zu sehen, die er wohl sonst nicht in der Öffentlichkeit anziehen würde. Etliche Aufnahmen sind bei den in der braunen Szene Kult besitzenden „Ian Stuart Donaldson-Memorial“-Festivals 2009 und 2016 entstanden.

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„Punk Front“ in Norditalien

21.02.2017 – Mailand – Für den 18. März kündigt die Gruppierung „Punks not red Italia“ ein Musik-Event in der Region Nord-Mailand an – mit dabei ist auch eine Berliner Combo.

Drei Bands, die der Musikrichtung „Rock Against Communism“ (RAC) zuzurechnen sind, wollen am 18. März in der Region Nord-Mailand aufspielen. Als Veranstalter agiert eine Gruppierung namens „Punks not red Italia“.

Angekündigt wird neben den beiden einheimischen Bands „Sumbu Brothers“ (Verona) und „Sud X.T.“ (Palermo) auch die Combo „Punk Front“ aus Berlin. Mit der Textzeile „Wir scheißen auf Rotfront und die verdammte Antifa“ aus ihrem Lied „100 % Hass“ machen sie keinen Hehl aus ihrer politischen Einstellung. Benannt haben die Berliner sich nach einer 1978 kurzzeitig in Großbritannien existierenden gleichnamigen Organisation rechtsgesinnter Punks, die die rechtsextreme National Front unterstützte. (hf)

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(Nicht)Aufklärung mit vielen Fragen

Der Düsseldorfer Wehrhahn-Anschlag im Jahr 2000

Am 27. Juli 2000 soll Ralf S. auf dem S-Bahnhof Wehrhahn per Fernsteuerung und mit Sicht auf die Opfergruppe einen selbst gebauten TNT-Sprengsatz zur Detonation gebracht haben. Am 1. Februar 2017 wurde er in seinem Wohnort Ratingen verhaftet. Der Hauptvorwurf: Zwölffacher Mordversuch – heimtückisch, gemeingefährlich, aus niederen Beweggründen und „in fremdenfeindlicher Absicht“.
Ziel des Anschlags war eine Gruppe Migrant_innen aus der ehemaligen UdSSR, die meisten von ihnen Jüdinnen und Juden. Zehn von ihnen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt, das ungeborene Kind einer Frau wurde getötet. Alle besuchten einen Sprachkurs der Bildungseinrichtung ASG, der unweit des S-Bahnhofs auf der Ackerstraße angeboten wurde. Im Gegensatz zu den späteren NSU-Morden und -Anschlägen wurde in den Medien und von führenden Politiker_innen ein rechter Hintergrund als möglich bis wahrscheinlich eingeschätzt.
Nachdem Polizei und Staatsanwaltschaft Anfang Februar 2017 mit reichlich Lob überschüttet worden waren, legten sich während der 52. und 53. Sitzung des Parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschusses (PUA) des NRW-Landtags am 7. und 17. Februar dieses Jahres Schatten über das Geschehen. Offen blieb, woran es gescheitert war, dass der mutmaßliche Täter nicht schon viele Jahre früher dingfest gemacht werden konnte. Und welche Rolle die Inlandsgeheimdienste beim Tatkomplex Wehrhahn gespielt haben.

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B&H-Event mit deutscher Handschrift

zur „Verteidigung Europas“ im März sind auch drei Bands aus Deutschland dabei.

Gleich drei deutsche Rechtsrock-Bands wollen Europa verteidigen; (Screenshot)
Wenn am 18. März fünf Bands unter dem Leitmotiv „Defend Europe“ auf die Bühne steigen, dann steckt einmal mehr inhaltlich wie logistisch eine maßgebliche deutsche Beteiligung hinter dem Event. Die Veranstaltung wird beworben für Western Europe, doch im Jahreskalender der international agierenden „Blood&Honour“-Bewegung wird Frankreich als Konzertort benannt. Im online abrufbaren Werbebanner für den Auftritt sind Kontakttelefonnummern angegeben: Zwei mit deutscher Vorwahl, eine mit einer niederländischen – ein durchaus brisantes Detail, ist doch die B&H-Sektion in Deutschland seit dem Jahr 2000 verboten.

Und auch gleich drei deutsche Bands wollen an besagtem Tag Europa verteidigen. Hinter „Division Germania“ steckt Andreas Koroschetz aus Mönchengladbach, der auch mit der „Hammerskin“-Bewegung in Verbindung steht. Aus Chemnitz kommen „Blitzkrieg“, die bereits seit 1999 aktiv sind und bereits 2014 in Finnland bei einem B&H-Konzert mit von der Partie waren. „Heiliger Krieg“ mit Sänger Max Hirsch ist ein Folgeprojekt der schwäbischen Combo „Race War“, deren Mitglieder im November 2006 vom Stuttgarter Landgericht wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zu Bewährungsstrafen verurteilt wurden.

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Instagram, „Nazikiez“ und „Schwarze Blöcke“

Als wir uns im AIB Nr. 106 die Frage stellten, was von den „Autonomen Nationalisten“ (AN) übrig geblieben ist, stellten wir fest, dass diese losen Zusammenschlüsse immer durch die Dynamik einzelner Ereignisse und die Motivation einiger Personen einen Auf- oder Abstieg erfuhren. Wie relevant und effektiv das Konzept der AN in 2016 ist, und welche Auswüchse diese Subkulturder extremen Rechten jüngst zum Vorschein brachte, soll der folgende Text erläutern.

Wie bereits Anfang des Jahres 2015 festgestellt, dient das Konzept der AN vorrangig aktionsorientierten Neonazis, um sich vor staatlicher Repression zu schützen. AN, das war vor allem subkultureller Habitus, der – wenn auch innerhalb der extremen Rechten nicht unumstritten – reichlich linke Symbolik klaute und durch Provo­kation versuchte, den „Nationalen Widerstand“ zeitgenössischer und jugendlicher wir­ken zu lassen. Erwähnt hatten wir, dass zwar das „Neue“ in den Konzepten der AN zu verschwinden schien, „die Luft raus war“, allerdings innerhalb der Subkultur bereits neue Impulse gesetzt wurden.

Der szene-intern gefeierte Erfolg am 1. Mai 2015 in Saalfeld — als der vielfach propagierte, rechte „schwarze Block“ eine Gruppe Punker unter den Augen der polizeilichen Einsatzkräfte zusammenschlug und sich Scharmützel mit der Polizei lieferte — prägte vor allem die kommende Generation der „Autonomen Nationalisten“, da es dem Konzept Bestätigung gab und den „Straßenkampf-Mythos“ wiederbelebte. Dazu kam das vermehrte Auftreten sogenannter „Nipster“, eine von Journalist_innen kreierte Zuschreibung, welche die Wörter „Nazi“ und „Hipster“ vereint. Charakteristisch für Hipster ist es, sich subkulturelle Symbole, Stil und Codes anzueignen und diese losgelöst von den Werten und Ideen der Subkultur zur Mode zu machen. Dabei müssen die kombinierten Elemente nicht zueinander passen, sowohl farblich als auch ideologisch. „Nipster“ kombinieren nationalsozialistische Ideologie mit neuesten Trends der Jugendkultur, hipper Optik und einem gut durchgestylten Social-Media-Auftritt. Ihre Sehnsucht nach einer vormodernen Zeit wird dabei in moderne Symbole und Zeichen gepackt, ähnlich wie von Teilen der „Identitären Bewegung“ bekannt. Hashtags wie #weib­lichkeitstattfeminismus, #mannbleibtmann, #aufstandwagen oder #NSjetzt stehen dafür exemplarisch.

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Musikalische Töne bei Neonazi Frenck

findet erneut ein brauner Liederabend im Gasthaus zum Goldenen Löwen in Kloster Veßra statt.

„Fremde im eigenen Land“ oder die Abkürzung „F.i.e.L.“ stehen für eine Band und deren Sänger aus Mecklenburg-Vorpommern. Letzterer will am 18. Februar im Gasthaus des Neonazis Tommy Frenck im thüringischen Kloster Veßra zu einem Liederabend auftreten.

Bereits seit knapp zwei Jahren holt sich der gelernte Koch Frenck regelmäßig an den Wochenenden Musiker aus der extrem rechten Szene für Auftritte in die 350-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Hildburghausen in Südthüringen. (hf)

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Rechtsrock-Bühne in Sachsen

01.02.2017 – Dresden – Bereits seit längerer Zeit wird für den 18. Februar ein internationales Rechtsrock-Event mit vier Bands beworben.

Die Dresdner Band „Stahlwerk“ ist am 18. Februar dabei; (Screenshot, Facebook)
Die Bühne soll dabei irgendwo in Sachsen stehen. Geplant ist der Auftritt von „Stahlwerk“ aus Dresden sowie „Sachsenblut“ aus Freiberg. Ferner aufgelistet werden die dem „Blood& Honour“-Netzwerk zuzurechnenden „Katastrof“ aus Nordostitalien sowie „Schmeichelstadt“ aus Tschechien.

Für Samstag, den 18. Februar laufen laut „Sächsischer Zeitung“ Planungen, dass in Dresden Neonazis um den stadtbekannten Maik Müller auf die Straße gehen wollen. Das terminliche Aufeinanderfallen könnte dabei durchaus gewollt sein. (hf)

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