Archiv für September 2017

Braune Klänge am Lagerfeuer

Quelle: Blick nach Rechts

14.09.2017 – Bei einem „Balladenabend“ im Harz sollen am 23. September „F.i.e.L.“ (Fremde im eigenen Land) aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Sänger Phil (Philipp Neumann) der Combo „Flak“ aus Nordrhein-Westfalen aufspielen.

Der genaue Ort des musikalischen Happenings wird nicht veröffentlicht, dafür aber der Hinweis, dass es ein Lagerfeuer geben soll. Bei dem Treffen soll eine Versteigerungsaktion zugunsten der rechtsextremen Knast-Initiative „Gefangenenhilfe e.V.“ erfolgen. Die Organisation mit Sitz in Stockholm hat sich die Betreuung von inhaftierten Gesinnungsgenossen und deren Angehörigen auf ihre Fahnen geschrieben. Immer wieder taucht ein so genannter „Freundeskreis Gefangenenhilfe“ mit Informationsständen auf, so beispielsweise bei einer Zusammenkunft der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ am 29. Juli in Zwickau, wobei auch „Hermunduren“ aus dem Raum Eisenach aufspielte.

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„Lunikoff“ wieder in Kloster Veßra

Quelle: Blick nach Rechts

12.09.2017 – Die braunen Konzert- und Eventangebote in Südthüringen reißen nicht ab. Am Dienstag wird „Lunikoff“ für einen Balladenabend angekündigt. Für Samstag steht ein Rechtsrock-Konzert an, weitere Veranstaltungen am 30. September und am 28. Oktober werden bereits beworben.

Einmal mehr wird alles als politische Kundgebung deklariert, was inzwischen zu einem rechtlichen Freifahrtschein der Macher gegenüber den Ordnungsbehörden geworden ist. Statt den Aktivitäten einen Riegel vorzuschieben, müssen entsprechende Veranstaltungen sogar noch polizeilich geschützt werden. Unter einem politischen Deckmantel werden offenkundig rein kommerzielle Interessen verfolgt, etwa wenn es einen akribisch organisierten Kartenvorverkauf gibt. Daher werden Forderungen an die thüringische Landesregierung immer lauter, ein für solche speziellen Events missbrauchtes Versammlungsgesetz abzuändern.

Das braune Veranstalter-Duo Tommy Frenck aus Thüringen und Patrick Schröder aus Bayern hat sich jedenfalls darauf spezialisiert, die so genannte erlebnisorientierte rechte Szene regelmäßig mit Angeboten zu versorgen. Am attraktivsten ist dabei die Sparte Musik und hierbei insbesondere alles, was sich um Rechtsrock dreht. Das Tagesfestival am 15. Juli unter dem Namen „Rock gegen Überfremdung“ hat 6000 Besucher angelockt. Dieser auch finanzielle Erfolg der beiden umtriebigen rechten Online-Händler scheint beiden Rückenwind gegeben zu haben, weiterhin kontinuierlich die Region mit entsprechenden Terminen zu bestücken.

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Brandenburg: Rechtsrock-Szene in Bewegung

Quelle: MAZ

Zum Riesen-Neonazi-Konzert mit 6000 Teilnehmern im thüringischen Themar reisten auch mindestens 40 polizeibekannte Neonazis aus Brandenburg an – sie dienten offenbar als Ordner. Auch in Brandenburg gab es illegale Konzerte. Experten sind beunruhigt. In Frankfurt (Oder) ermittelt jetzt der Staatsschutz.

Potsdam. Im Fall eines von der Polizei aufgelösten Rechtsrock-Konzerts in Frankfurt (Oder) hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen, wie die Direktion West bestätigte. Die auf politischen Extremismus spezialisierten Polizeibeamten prüfen, was genau sich in dem Bunker in der Innenstadt am Samstagabend abgespielt hat – wie berichtet hatten 70 Polizisten die Veranstaltung aufgelöst. Bei der Band soll es sich um die vor Ort bekannte Kombo „Kommando Wehrwolf“ gehandelt haben.
Rechter Rand kann nicht auf Anti-Asyl-Schiene mitschwimmen
Die Beamten sind besonders hellhörig, denn der rechte Rand ist in Bewegung. „Es gibt wieder mehr Aufmärsche und wir registrieren Flugblattaktionen“, sagt Markus Klein, Geschäftsführer des Demos-Instituts für Gemeinwesenberatung, das Kommunen beim Umgang mit rechten Umtrieben unterstützt und vom Land finanziert wird. „Die Szene entwickelt alte Aktionsformen wieder neu“, sagt Klein. Der Grund: „Es ist der extremistischen Rechten nicht gelungen, auf der Anti-Asyl-Welle mitzuschwimmen – die Veranstalter haben sich in etlichen Fällen distanziert, weil weniger Teilnehmer kamen, wenn Extremisten mitliefen“, so Klein. Nun besinnen sich die märkischen Rechten offenbar auf ihre starke Seite – und dazu gehört die Musikschiene.

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England: Rechter Terror

Quelle: Der rechte Rand

Rechter Terror
London (Großbritannien). Am 5. September sind im Rahmen einer Razzia fünf Neonazis wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Dem internationalen Hörfunksender BBC zufolge sind vier der Verdächtigten bei der britischen Armee beschäftigt. Dies bestätigte das Verteidigungsministerium. Die Männer sind zwischen 22 und 32 Jahre alt, kommen aus England und Wales, wie die Polizei von West Midlands mitteilte. Den Neonazis wird vorgeworfen, der neonazistischen Jugendorganisation »Nationale Aktion« (»National Action«) angehört und Terrorhandlungen geplant zu haben. Nähere Informationen zu den Vorwürfen gibt es bisher nicht. Die sich selbst als »nationalsozialistische Jugendorganisation« bezeichnende Gruppierung wurde aufgrund rassistischer, homophober und antisemitischer Äußerungen im Dezember 2016 verboten. Eine Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation kann mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden. Zum damaligen Zeitpunkt gehörten der Organisation ungefähr 100 Personen an.

Unter anderem haben die Neonazis die Ermordung der britischen ­Labour-Abgeordneten Jo Cox gelobt. Die EU-Befürworterin wurde eine Woche vor der Brexit-Abstimmung von dem Neonazi Thomas Mair am 16. Juni 2016 ermordet.

Quelle

„Autonome Nationalisten Berlin“ geben auf

Quelle: Blick nach Rechts

04.09.2017 – Neonazi-Splittergruppe in der Hauptstadt erklärt ihre Auflösung. Ein für Samstag geplante Aufmarsch fiel ins Wasser.

Das Ostberliner Grüppchen „Autonomen Nationalisten Berlin“ (AN-Berlin) gibt seine Auflösung bekannt. Seit Mittwoch heißt es auf der Homepage der neonazistischen Kleinstgruppe: „Nach mehreren und längeren Gesprächen haben wir beschlossen nicht weiter als ‚Autonome Nationalisten Berlin’ aufzutreten oder unter diesem Namen weiter zu machen“. Der Zusammenschluss löst sich damit nach nicht einmal zweijährigem Bestehen schon wieder auf. Die wenig aufschlussreiche Erklärung: „Wir hatten unsere Höhen und Tiefen doch irgendwann ist auch mal Schluss. Ab jetzt geht jeder wieder seinen eigenen Weg“, so die Neonazi-Clique.

Selbst zu Höchstzeiten zählten sie keine zehn Personen. Der braunen Minigruppe waren die ehemaligen NPD-Kandidaten Kai Schuster und Lukas Lippitz sowie der Nachwuchs-Neonazi Marcel R. zuzurechnen. Sie war der Hauptstadt-Ableger des 2016 gebildeten bundesweiten Neonazi-Netzwerks „Antikapitalistisches Kollektiv“ (AKK) und hatte ihren Tätigkeitsschwerpunkt im Ostberliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, wo sie besonders durch Aufkleber und Graffitischmierereien auffiel. Mit dem gleichnamigen Label „Autonome Nationalisten Berlin“, das von der „KS-Tor“ und anderen Kameradschaften Mitte der 2000er Jahre zeitweilig genutzt wurden, hatte der Zusammenschluss aber nichts zu tun.

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Autos als Waffen

Quelle: Der Rechte Rand

von Toni Brandes und Ernst Kovahl
Magazin „der rechte rand“ Ausgabe 168 – September 2017

Nizza, Berlin, London, Barcelona – diese Städte werden mit den vom »Islamischen Staat« inspirierten Massenmorden mit Fahrzeugen verbunden. Neu, wie teilweise behauptet, ist die Methode jedoch nicht: Auch Neonazis haben so wiederholt angegriffen und gemordet.

Spätestens seitdem der »Islamische Staat im Irak und der Levante« (IL) in Syrien und im Irak militärisch unter Druck geraten ist, ruft er verstärkt zu Anschlägen auch im Westen auf. Neben Bomben, Überfällen mit Waffen und Messerattacken, wie in Paris, Manchester und Hamburg werden sogenannte »Vehicleattacks« mit Autos oder Lastwagen propagiert und durchgeführt. Der Vorteil für die Täter liegt auf der Hand: Die Fahrzeuge sind leicht und unauffällig zu beschaffen. Zudem schützen die Fahrzeuge die Fahrer und eröffnen Fluchtmöglichkeiten für die Attentäter. Dass diese trotzdem am Schauplatz des Massakers oder wenig später auf der Flucht sterben, dürfte ihrer kruden Erlösungsvorstellung und -fantasie entsprechen. Die Opfer dagegen werden völlig überraschend und brutal in ihrem Alltag getroffen. Sie werden wahllos Opfer und waren sich bis dahin nicht bewusst, überhaupt als Feind markiert worden zu sein. Die Botschaft: Wir können euch überall und immer treffen. Panik und Verunsicherung sind ein fester Kern von Terror. Das Provozieren des Ausnahmezustands und Heraufbeschwören eines Bürgerkriegs sind ebenfalls Bestandteil dieser Kalkulation.

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