Autos als Waffen

Quelle: Der Rechte Rand

von Toni Brandes und Ernst Kovahl
Magazin „der rechte rand“ Ausgabe 168 – September 2017

Nizza, Berlin, London, Barcelona – diese Städte werden mit den vom »Islamischen Staat« inspirierten Massenmorden mit Fahrzeugen verbunden. Neu, wie teilweise behauptet, ist die Methode jedoch nicht: Auch Neonazis haben so wiederholt angegriffen und gemordet.

Spätestens seitdem der »Islamische Staat im Irak und der Levante« (IL) in Syrien und im Irak militärisch unter Druck geraten ist, ruft er verstärkt zu Anschlägen auch im Westen auf. Neben Bomben, Überfällen mit Waffen und Messerattacken, wie in Paris, Manchester und Hamburg werden sogenannte »Vehicleattacks« mit Autos oder Lastwagen propagiert und durchgeführt. Der Vorteil für die Täter liegt auf der Hand: Die Fahrzeuge sind leicht und unauffällig zu beschaffen. Zudem schützen die Fahrzeuge die Fahrer und eröffnen Fluchtmöglichkeiten für die Attentäter. Dass diese trotzdem am Schauplatz des Massakers oder wenig später auf der Flucht sterben, dürfte ihrer kruden Erlösungsvorstellung und -fantasie entsprechen. Die Opfer dagegen werden völlig überraschend und brutal in ihrem Alltag getroffen. Sie werden wahllos Opfer und waren sich bis dahin nicht bewusst, überhaupt als Feind markiert worden zu sein. Die Botschaft: Wir können euch überall und immer treffen. Panik und Verunsicherung sind ein fester Kern von Terror. Das Provozieren des Ausnahmezustands und Heraufbeschwören eines Bürgerkriegs sind ebenfalls Bestandteil dieser Kalkulation.

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