Archiv für Oktober 2017

Themar: Aus für Rechtsrock-Konzerte durch Grundstückskauf möglich

Quelle: MDR

Nach Ansicht von Themars Bürgermeister Hubert Böse könnten die Rechtsrock-Konzerte in dem Ort durch den Kauf der Festwiese beendet werden. Böse sagte MDR THÜRINGEN, er wolle keine Rechtsrockkonzerte mehr in der Stadt. Wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb die Wiese kaufen würde, dann hätten die rechtsextremistischen Veranstalter keinen Raum mehr für ihre Konzerte.

Die Stadt Themar würde durch den Kauf der Wiese allerdings überfordert. „So eine Fläche zu erwerben, ist sicher für einen Landwirt überhaupt kein Problem, für eine Kommune schon“, sagte Böse dem MDR. Sollte der Wiesenbesitzer tatsächlich zum Verkauf bereit sein, dann werde er einen Landwirt als Käufer finden.

Damit reagierte Böse auf ein Interview, dass der Besitzer der Veranstaltungsfläche, Bodo Dressel, zuvor Deutschlandfunk Kultur gegeben hatte. Mit Blick auf die Konzert-Gegner hatte Dressel gesagt, „Wenn die das nächstes Jahr verhindern wollen, dann sollen sie es mir abkaufen. Ansonsten haben sie es nächstes Jahr wieder. Ich, Bodo Dressel, mache das nächstes Jahr wieder.“

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Siehe auch: Rechtsextreme verhöhnen Themar nach neuem Konzert

Rechtsrock: Neonazi-Paradies Thüringen

Quelle: BR24

Thüringen hat ein Problem mit Neonazis und Rechtsrock. Dort finden im bundesweiten Vergleich die meisten Hass-Konzerte statt. BR24-Recherchen belegen: Die Veranstaltungen werden auch von Rechtsextremisten aus Bayern organisiert. Denn hier lohnt sich das Festival-Geschäft nicht mehr.

Zehn Kilometer hinter der bayerisch-thüringischen Grenze liegt der Ort Themar. Eine unauffällige Kleinstadt mit 2.800 Einwohnern. Doch Themar hat ein kräftiges Problem: Rechtsextremisten aus dem ganzen Bundesgebiet und dem Ausland strömen seit Monaten immer wieder in den Ort. Neonazis veranstalten dort die größten Rechtsrock-Konzerte in der deutschen Geschichte. Heimlich gefilmte Aufnahmen zeigen, wie die Neonazis dabei ungestört „Sieg Heil“ brüllten und kollektiv den Hitlergruß zeigten. Teilnehmer reisten sogar mit Hakenkreuz-T-Shirts an.

Hass-Hochburg Thüringen
Vergangenes Jahr registrierten die Behörden bundesweit insgesamt 223 rechtsextreme Konzert- und Liederabende. Viele der Veranstaltungen fanden in Thüringen statt. Selbst der Verfassungsschutz bewertet das Bundesland als bevorzugten Veranstaltungsraum der rechten Szene. Dass Thüringen zur Rechtsrock-Hochburg wurde, hat vielerlei Gründe.

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Superhelden gegen mehr als 1000 Neonazis

Zusammengefasst: Wie sich #Themar wieder gegen ca. 1100 Neonazis wehrt. Und was wieder im Zelt geschah. #the2810

Kostümiert und mit bunten Luftballons haben Menschen in Themar gegen das dritte Rechtsrock-Konzert in diesem Jahr in der Stadt im Landkreis Hildburghausen demonstriert. So kreativ war der Protest gegen Neonazis selten irgendwo. Trotzdem scheint es wieder zu Exzessen im Festzelt gekommen zu sein.

Themar/Suhl – In der Kleinstadt Themar haben erneut zahlreiche Menschen gegen ein neuerliches Rechtsrock-Konzert protestiert. Zunächst versammelten sich am Samstag nach Polizeiangaben etwa 90 Menschen zu einem Friedensgebet in der Kirche der Stadt. Schon da trugen viele von ihnen Kostüme oder bunte Luftballons. Anschließend zogen etwa 150 Menschen ebenfalls kostümiert und mit Luftballons in der Hand durch die Stadt unweit der thüringisch-bayerischen Landesgrenze. Einige von ihnen waren dabei schwarz gekleidet und hielten Spott-Schilder mit der Aufschrift „Schwarzer Block“ hoch. Bei den vorangegangenen Protesten in Themar gegen Neonazis hatte es Kontroverse darüber gegeben, ob man sich diesem Proteste anschließen könne und dürfe, da schwarz gekleidete, junge Menschen dabei gewesen waren.

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Siehe auch: ZEIGEN HIER RECHTE SCHON WIEDER VOR DER POLIZEI DEN HITLERGRUSS
Mit Superhelden gegen Neonazis
Rechtsrock-Event in Themar etabliert sich

Rede auf dem Rechtsrock-Konzert in #Themar

Quelle: LaVieVagabonde

Gestern war es mal wieder soweit: Wie schon im Sommer wurde das 3.000 Einwohner zählende Thüringische Städtchen von Neo-Nazis überrollt. Die Politikerin Katharina König war wieder einmal dort und hat eine Rede und einige Eindrücke vom Konzert über Periscope live gestreamt.

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VOICE OF ANGER ERNEUT IN THEMAR VERTRETEN

Auch Voice of Anger aus dem #Allgäu erneut bei riesigem #Nazi-Fest in #Themar:

Mehr als 1000 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet, der Schweiz, Tschechien, Polen, Slowakei und Italien trafen sich am Samstag in Themar zum Rock gegen Links. Wie bei den beiden Vorangegangen Events in dem kleinen Ort in Südthüringen waren erneut Mitglieder der Allgäuer Neonazi-Kameradschaft Voice of Anger (VoA) mit von der Partie.

Zum mittlerweile dritten Mal dieses Jahr feierten über 1000 Neonazis in Themar. Die Rechtsrockkonzerte wurden als politische Kundgebung angemeldet. Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunk soll neben dem aus der Oberpfalz stammenden NPD-Funktionär Patrick Schröder ein Neonazi aus dem Raum Nürnberg in die Organisation der Konzerte involviert sein, der Mitglied der Hammerskins sei. Die Organisation verstehe sich als elitärer Zirkel von Nazi-Skinheads und stehe der »White Power«-Bewegung nahe.

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Das NSU-Unterstützernetzwerk in Sachsen

Quelle: Endstation Rechts

Auch sechs Jahre nach der Enttarnung des NSU sehen Beobachter die bisherigen Ergebnisse kritisch: Nicht weitreichend genug seien die Erkenntnisse und Konsequenzen der Ermittlungen und Untersuchungsausschüsse. Aus diesem Grund wurde nach umfangreicher Recherchearbeit nun die Broschüre „Unter den Teppich gekehrt – Das Unterstützungsnetzwerk des NSU in Sachsen“ des Kulturbüros Sachsen veröffentlicht.

Mindestens zehn Morde, ein Bombenanschlag, unzählige Raubüberfälle, die Tatorte verteilt über ganz Deutschland – das ist die Bilanz des NSU. Bei vielen ungeklärten Gewaltverbrechen steht die rechte Terrorzelle weiterhin unter Verdacht. Die Täter konnten scheinbar jahrelang unerkannt und von den Behörden unbehelligt agieren. Aber wie war dies möglich? Um dieser Frage nachzugehen, produzierte das Kulturbüro Sachsen in aufwendiger Recherche die Broschüre über das Netzwerk und Umfeld des NSU.

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WIEDER NAZI-PARTY IN HÜCKELHOVEN – BAAL

Quelle: AK Antifa Aachen

In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2017 fand im „Bürgerhaus Baal“ eine von Neonazis organisierte „Ballermann Party“ statt. Veranstaltet wurde die, ursprünglich für Aachen angekündigte, Party von der Partei „Die Rechte Aachen/Heinsberg“ und deren Projektgruppe „Syndikat 52“. Diese sind Nachfolgeorganisationen der 2012 verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“.

Die Veranstaltung wurde konspirativ organisiert, das heißt der Veranstaltungsort wurde nicht veröffentlicht. Stattdessen wurde die Anreise, wie üblich bei derartigen Neonazievents, über eine Infonummer oder die Facebookseite von „S52“ organisiert. Bei Anruf wurden die Besucher_innen zu einem Schleusungspunkt in Übach-Palenberg geschickt. Dort wurde dann der Veranstaltungsort an vermeintliche Besucher_innen der Party von den dort postierten Nazis Manuel H., Geraldine G. sowie Jan R. (alle aus Aachen) und anderen weitergegeben.

Ab 19h fanden sich einige Dutzend Nazis, maßgeblich aus den Kreisen Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen, im „Bürgerhaus Baal“ ein.

Die „Ballermann Party“ war offiziell durch die „A. Engelhardt GmbH“ lizenziert. Der Markenname ist geschützt. Eine Antwort der Marke auf die Frage warum der Name auch militanten Neonazis zur Verfügung gestellt wird blieb aus. Die Lizenz wurde den Neonazis weiter gewährt, obwohl die GmbH frühzeitig über die Hintergründe der Veranstaltung informiert war.

Dies ist schon die zweite Nazi-Party dieses Jahr in Hückelhoven – Baal. Erst im April feierte der Neonazi Patrick G. aus Linnich im ortsansässigen Clubhaus des „Outlaws MC“ seinen Geburtstag. Der Auftritt der Rechtsrockband „Kategorie C“ auf dieser Veranstaltung wurde durch das Verwaltungsgericht untersagt und konnte nur in Begleitung von massiven Polizeikontrollen stattfinden.

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Kampagne: „Runter von der Matte. Kein Handshake mit Nazis“

Quelle: Antifainfoblatt

Der Code für den Thumbnail lautet:

Neonazis sind im Kampf- und Kraftsport immer häufiger anzutreffen. Durch eine Fülle an rechten Klamotten-Labels wird die Szene zudem mit eigenen Codes und Designs ausgestattet.

Gastbeitrag der Kampagne: „Runter von der Matte. Kein Handshake mit Nazis“
Angefangen bei der von rechten Hooligans stark beeinflussten Freefight-Szene, über vereinzelte Teilnahmen von Neonazis an kommerziellen Wettkämpfen, der Gründung eigenständiger rechts-offener Vereine bis hin zur Vermarktung des Life­styles durch Kleidungsmarken wie „Label 23“. All das waren die Vorboten und Wegbereiter einer Szene, die heute europaweit vernetzt ist, eigene Kampfsport-Events organisiert, Sportgruppen fördert und Seminare und Kurse gibt.

Neonazis wurden zu lange hofiert und toleriert. Klare Positionierungen und Distan­zierungen fand man im Kampfsport-Mainstream nur bei wenigen couragierten Organisator_innen und Gyms. Selbst wenn Neonazis als solche klar erkennbar sind, wie etwa der Hamburger MMA-Kämpfer Frank Kortz1, zählt für einige große Veranstalter_innen letztlich der Wettkampf und dessen Vermarktung. Wenn dann noch aufstrebende Kampfsport-Formate den rechten Kämpfern eine mediale Plattform bieten, ist das Kind längst in den Brunnen gefallen.2

Ohnehin gesellschaftlich nur partiell akzeptierte Sportarten wie MMA (Mixed Martial Arts) geraten dadurch weiter in die verruchte Ecke und wecken zudem zusätzliches Interesse von rechts.

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Rechtsrock in Kundgebungs-„Verpackung“

Quelle: Blick nach Rechts

24.10.2017 – Unter dem Motto „Rock gegen Links“ findet am Samstag im südthüringischen Themar erneut ein braunes Musik-Spektakel mit angekündigten Rednern statt. Gelistet sind für das Event neun einschlägige Szene-Band, davon zwei aus Übersee.

Bereits am 28. Oktober soll es im thüringischen Themar (Landkreis Hildburghausen) wieder ein Rechtsrock-Meeting geben. Für den Titel „Rock gegen Links“ zeichnet unfreiwillig eine aus dem Zusammenhang gerissene unbedachte Äußerung von SPD-Justizminister Heiko Maas verantwortlich. Die Zusammenkunft am Samstag wurde als politische Kundgebung angemeldet, stellt von der Aufmachung aber nichts anderes dar als eine Konzertveranstaltung mit mehreren einschlägigen Szene-Bands, zu denen auch „Fortress“ aus Australien und „Blue Eyed Devils“ aus den USA gehören.

Als Veranstalter agiert Patrick Schröder, NPD-Funktionär aus dem oberpfälzischen Mantel, Betreiber des Szeneportals FSN.tv und verantwortlich für das Modelabel Ansgar Aryan. Jüngst war Schröder noch Besucher am Stand des Antaios-Verlags auf der Frankfurter Buchmesse. Die für Themar angekündigten Reden unter anderem von NPD-Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke aus Berlin und dem als „Mic Revolt“ bekannten NS-Rapmusiker und der Partei „Der III. Weg“ zuzurechnende Michael Zeise aus dem nahen Apolda bilden bei dem Treffen nur den formalen Rahmen. Im Fokus steht augenscheinlich die Musik und die Szene-Vermarktung mit etlichen Verkaufsständen. Nicht von ungefähr werden in der Bewerbung der Veranstaltung PC Records aus Chemnitz, Front Records aus Lossatal bei Leipzig und Rebel Records aus Cottbus als Unterstützer genannt.

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Rechtes Terrornetzwerk „Combat 18“ bei RechtsRock-Konzert in Themar eingebunden

Quelle: Haskala

Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, hatte mit mehreren Kleinen Anfragen die im Juli 2017 stattgefundenen RechtsRock-Konzerte in Themar detailliert thematisiert. Sie erklärt dazu: „Dass bei dem RechtsRock-Konzert am 15. Juli in Themar auch ‚Combat 18‘ in die Helferstrukturen eingebunden war, beweist erneut den Charakter der Veranstaltung: die Vernetzung der militanten Neonazi-Szene aus Deutschland und Europa.“ Bei Combat 18 handelt es sich um eine neonazistisch-terroristische Organisation, die als bewaffneter Arm von „Blood & Honour“ gegründet wurde und nach dem Prinzip des führerlosen Widerstands (Leaderless Resistance) – ähnlich wie der NSU – agiert, ergänzt König-Preuss. Blood & Honour wurde im Jahr 2000 in Deutschland verboten.

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Siehe auch: Rechte Offensive in der Provinz

Enttäuschung und Entsetzen

Quelle: Neues Deutschland

Die Einwohner im thüringischen Themar sehen sich mit einem weiteren Neonazi-Konzert konfrontiert

Es sind zwei Gefühle, die diesen Abend in Themar prägen; einen Abend, an dem wieder viele Menschen in ein Gemeindezentrum in die Mitte des Ortes gekommen sind, um darüber zu reden, wie die Lage in der Stadt ist, in der im Sommer die größte Neonazi-Musikveranstaltung in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges stattfand. Etwa 6000 Rechtsextreme aus ganz Europa waren im Juli nach Themar gekommen und hatten sich so sehr am Hassrock berauscht, dass mitten in der Nacht Hunderte Neonazis den rechten Arm nach oben warfen und »Sieg Heil« brüllten, während Polizisten – von denen zu wenige vor Ort waren – zusahen und zuhörten.

Dass wieder so viele Menschen – es dürften etwa 100 sein – in das Gemeindezentrum gekommen sind, dürfte auch damit zusammenhängen, dass sich bewahrheitet, was viele unmittelbar nach diesem Konzert vorausgesagt hatten: Solange man ihnen nicht entschlossen entgegentritt, werden die Rechten immer wieder nach Themar kommen; vor allem, weil ihnen dort ein Grundstückseigentümer eine große Wiese zur Verfügung stellt. Nun, für den 28. Oktober, ist erneut ein Rechtsrock-Konzert an genau diesem Ort angemeldet. Nach Angaben des Landratsamtes Hildburghausen, in dessen Zuständigkeit Themar liegt, rechnet der Veranstalter mit etwa 750 Teilnehmern; wobei es sich von selbst versteht, dass auch dieses Hasskonzert wieder unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit als politische Kundgebung aufgezogen wird.

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Siehe auch: Erneut Rechtsrock-Konzert in Themar geplant

Wie die ‚Bild‘-Zeitung eine Massenschlägerei unter Linken erfand

Quelle: Vice

„Sie dachten, es wären Rechte: Linke verprügeln aus Versehen Linke!“, berichtete die Bild-Zeitung am Sonntag. Stattgefunden haben soll die Massenschlägerei Freitagnacht in Leipzig-Connewitz, das als linksautonomes Zentrum der Stadt gilt. „20 Vermummte mit Schlagstöcken und Pfefferspray“ – mutmaßlich Linke – hätten eine Gruppe von sechs Personen angegriffen – ebenfalls mutmaßlich Linke – und das alles aufgrund eines Missverständnisses. Die skurrile Meldung wurde auf Facebook über 20.000 Mal geteilt, auch vom AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier. Er wittert die Antifa dahinter und kommentierte: „In […] Leipzig herrscht seit Längerem die rote SA.“ Maiers Berliner AfD-Kollege Carsten Ubbelohde schrieb auf Twitter: „Solche Geschichten kann man sich nicht ausdenken … #Antifa“. Kann man sich eben doch, denn der Bild-Bericht ist mehr als fraglich.

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…Im Zweifel für mich!

Krawallbrüder und ihr Umfeld:

Eine der bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Bands aus der Skinheadszene sind seit Jahren die Krawallbrüder. Neben dumpfen Männlichkeitskult, Sexismus und Hedonismus wird ihnen auch seit Jahren Verbindungen zu Neonazis vorgeworfen oder zumindest keine eindeutige Positionierung. Aber was ist da eigentlich dran?

Die Krawallbrüder gründeten sich 1993 im Saarland unter dem Namen Frontal, benannten sich nach einer Ermittlung vom VS, da es eine offen neonazistische Band namens „Frontal“ gab dann in „Krawallbrüder“ um. Laut eigener Aussage gab es in der Gründungszeit Kontakte zu rechten Skinheads in Saarlouis, von welchen sich zwar später distanziert wurde, Verbindungen ins teils rechtsextreme Milieu bestehen aber nach wie vor. So fungierten beispielsweise Frei.Wild. Als Vorband der Krawallbrüder und auf dem Label „KB-Records“ des Frontsängers Pascal sind diverse rechte Bands zu finden die personelle Beziehungen in Blood&Honour Strukturen pflegen. Die Band selbst spendet regelmäßig an linke Vereine, propagiert in ihren Texten aber eben auch den Zusammenhalt einer Szene, wo es egal ist wie jemand politisch drauf ist, womit eben Neo-Faschist*innen in die Hände gespielt wird.

Auf dem Label „KB-Records“ sind beispielsweise die „Prolligans“. Die Prolligans können als eine Vorzeigeband der Grauzone bezeichnet werden, auf ihreer Erstveröffentlichung „Allzeit Bereit“ die als kostenlose Beilage bei Bestellung bei KB-Records dabei war, heißt es im Song „Prolligans“ noch:

„Wir Vereinigen Punks Und Skinheads Mit Zünftigen Parolen Wir Ziehen Durch Die Gassen –Unser Hobby Nazis Versohlen Hier Kommt Die Volle Dröhnung Der Suff Ist Unser Leben Das Aroma Der Verwöhnung – Jetzt Lassen Wir Die Bude Beben“

wenige Jahre später wird allerdings mit der schwedischen Blood&Honour-Band Pitbullfarm aufgetreten und Sänger Norbert tritt in Shirts dieser Band ebenfalls auf.

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Rechtsextreme Schattenboxer

Quelle: Blick nach Rechts

19.10.2017 – Beim „Kampf der Nibelungen“ versammelten sich am vergangenen Samstag mehrere hundert Rechtsextreme. Experten und Beobachter betonen die Bedeutung des Kampfsport-Events für die Szene und mahnen die Sicherheitsbehörden zu genauerem Hinsehen.

Die Antwort auf die Frage, wer im „Schattenboxen“ um das rechtsextreme Kampfsport-Event „Kampf der Nibelungen“ (bnr.de berichtete) gesiegt hat, ist eindeutig: Während die konspirativ organisierte Veranstaltung in den vergangenen vier Jahren nie mehr als 200 Teilnehmer anzog, hat sich die Zahl der Teilnehmer in diesem Jahr verdreifacht. Bis zu 600 Menschen waren Polizeiangaben zufolge am Samstagabend nach Kirchhundem im Sauerland gekommen, um im dortigen Schützenhaus entweder selbst zu kämpfen oder anderen dabei zuzuschauen.

Bis zuletzt war es den Organisatoren gelungen, den rechtsextremen Charakter der Veranstaltung vor dem Vermieter der Halle, dem Schützenverein Kirchhundem, geheim zu halten. Dieser zeigte sich wenig später vollkommen überrumpelt und distanzierte sich umgehend von dem braunen Treiben seinen Räumen.

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Siehe auch: Nazis prügeln sich

Punkbands rechter Coleur

Quelle: Blick nach Rechts

21.08.2017 – Am Samstag soll in Elbertrebnitz bei Leipzig ein international besetztes Musikspektakel unter der Bezeichung „Sham 2017“ beziehunsweise „Oi! The New Breed“ stattfinden.

Fanzine aus dem Umfeld von RAC-Punks und -Skinheads; (Screenshot)
Die eintägige Punkveranstaltung unter den beiden Namen „Sham 2017“ und „Oi! The New Breed“ am 26. August wird seit November vergangenen Jahres beworben. Bei den dort auftretenden Bands, die sich gerne einen unpolitischen Anstrich geben, fällt seit Jahren auf, dass sie immer wieder mit Musik-Acts die Bühne teilen, die aus ihrer Sympathie für eine rechte Orientierung kein Blatt vor den Mund nehmen oder gar offen unter dem RAC-Banner (Rock Against Communism) unterwegs sind. Ursprünglich sollte das Meeting im Raum Nordhausen stattfinden. Weil das aber auf Widerstände stieß, soll es nun in einem Gasthof in Elstertrebnitz bei Leipzig über die Bühne gehen.

Kurz vor dem Termin müssen die Organisatoren allerdings eine Absage in Kauf nehmen. Die Allgäuer Combo „Prolligans“, von der Bandmitglieder auch bei Rechtsrock-Bands wie „Faustrecht“, „Hard As Nails“ oder „Smart Violence“ mitwirken oder aktiv waren, cancelt wegen gesundheitlicher Probleme den geplanten Gig. Zum international besetzten Bühnen-Line-Up am Samstag zählen weiterhin „Schusterjungs“ aus Weißenfels, die 1986 in Stockholm gegründeten „Agent Bulldogg“, „Anti Clockwise“ aus Magdeburg und „Haymaker“ aus Prag. Bei den Tschechen spielt auch Tim Steinfort mit, der bis zu deren Auflösung in der niederländischen Combo „Discharger“ Musik machte, die sich ebenfalls dem Vorwurf ausgesetzt sah, sich nicht von rechten Bands distanziert zu haben. Die „Schusterjungs“ traten bereits in Brügge in der Kneipe „De Kastelein“ auf, die es inzwischen nicht mehr gibt. Dort fanden immer wieder Konzerte mit Bands des „Blood&Honour“-Netzwerks statt.

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„Abhitlern“: Polizei guckt zu

Quelle: Panorama

Die Aufregung war groß im Sommer: 6.000 Neonazis fielen im Juli in Themar in Südthüringen ein, bei einem Konzert wurde kollektiv der Arm zum Hitlergruß hochgerissen, von der Bühne schallte es „Sieg Heil“. Jetzt geht aus den Panorama vorliegenden Antworten der thüringischen Landesregierung auf mehrere Anfragen der Linken hervor: Die Polizei ließ die Rechtsextremisten gewähren und schritt trotz wiederholter Gesetzesverstöße nicht ein.

Polizei schaut tatenlos zu

„Abhitlern“ ohne juristische Konsequenzen: In Themar konnten sich Neonazis bei einem als politische Kundgebung angemeldeten Rechtsrock-Festival austoben. Es gibt nur wenige Aufnahmen von dem, was bei der angeblich öffentlichen Versammlung im Juli im Konzertzelt abging, aber die Bilder sind eindeutig: Dutzende oder mehr Neonazis hoben zu lauten „Heil“-Rufen ihre Arme zum Hitlergruß. Das ist eigentlich verboten, doch die Polizei schritt nicht ein.

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Stomper 98 – Konzert in Herrenberg – Fuck the Greyzone!

Quelle: Indymedia

Im Jugendhaus Herrenberg soll am 17. Oktober ein Konzert mit der Band Stomper 98, die der Grauzone zuzuordnen ist, stattfinden. Der Veranstalter behauptet, dass sich die Band in Interviews vollständig von ihrer rechten Vergangenheit entfernt haben soll und die aufgeführten Beweise, dass sie sich nach wie vor in einem rechten Sumpf bewegen seien veraltet. Die ursprünglichen Auslöser für die Debatte um Stomper 98 mögen vielleicht einige Jahre zurück liegen, von einem Abwenden von der rechten Wertewelt ist die Band aber noch weit entfernt.

Stomper-Sänger Sebastian Walkenhorst pflegte noch bis lange nach seinem Ausstieg aus der aktiven Neonaziszene Kontakte zu Rechten. Walkenhorst hat sich zwar von faschistischen Strukturen losgesagt, sich den Rückweg dorthin aber nie verbaut, was in der Regel durch klare Distanzierung und Offenlegen von Informationen geschieht. Das heißt, dass Kontakte, vor allem über die Musikszene, nach wie vor bestehen. Ab 2008 tauchten immer wieder Fotos von Stomper- Mitgliedern mit Anhängern des rechten Musiksumpfes auf (Bspw. Walkenhorst mit Endstufe-Sänger oder Flacke mit Faschistin Heidi S.).

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„Europa gemeinsam verteidigen“

Quelle: Lotta-Magazin

Grenzüberschreitende Kooperationen der deutschen Neonazi-Szene

Verschiedene Spektren der extremen Rechten arbeiten grenzüberschreitend in Europa zusammen, sei es auf Parteienebene im Europaparlament oder im subkulturellen Bereich in der RechtsRock-Szene. Auch Neonazi-Strukturen wie „Die Rechte“ und „Der III. Weg“ aus Deutschland pflegen Kontakte ins europäische Ausland.
Für europäische Parteien und Strukturen aus dem neonazistischen Spektrum war jahrelang insbesondere die NPD ein wichtiger Partner in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. In den 2000er Jahren war es die Europäische Nationale Front (ENF), in der sich in wechselnden Konstellationen verschiedene neonazistische und neofaschistische Parteien aus Europa vernetzten. Auch die NPD zählte zu den langjährigen Mitgliedsorganisationen der ENF, die in erster Linie durch gemeinsame Treffen und Konferenzen in Erscheinung trat. Regelmäßig europaweit ausgerichtete Treffen organisierte die NPD mit den sogenannten Europakongressen ihrer Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). Schon Mitte der 1990er Jahre fanden diese Zusammenkünfte mit europä-ischen Partnerorganisationen statt. Der letzte Europakongress wurde am 09./10. Oktober 2015 in Riesa durchgeführt. Gekommen waren Vertreter_innen neofaschistischer Organisationen aus Tschechien, Finnland, Italien, Belgien, Kroatien, Norwegen, Polen, Rumänien, Serbien und Spanien.
Die bundesweit zunehmend an Bedeutung verlierende NPD/JN versucht auf europäischer Ebene aktuell noch über ihren Europaabgeordneten Udo Voigt und den NPD-„Auslandsbeauftragten“ Jens Pühse in der ENF-Nachfolgeorganisation Alliance for Peace and Freedom als internationaler Player aufzutreten. Daneben sind es in der deutschen Neonazi-Szene insbesondere die Kleinstparteien Die Rechte und Der III.Weg, die einen Austausch ins europäische Ausland — vor allem durch Besuche europaweit wichtiger Aufmärsche — pflegen (vgl. Lotta #60, S. 22-24).

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In Bewegung: Jugendkulturen in der extremen Rechten

Quelle: Lotta-Magazin

Unter Jugendlichen ist immer mehr ein Sampeln unterschiedlichster jugendkultureller Elemente festzustellen. Klassische Jugendkulturen lösen sich zunehmend auf, klare Zuordnungen sind oftmals nicht möglich. Jugendkulturelle Identitätsentwürfe sind in Bewegung. Dies betrifft auch die extreme Rechte: „Skinhead“, „Autonomer Nationalist“ oder „Stino“ — was funktioniert für die Szene?
Zentral für Jugendszenen ist, dass sie nicht nur von der jeweils eigenen Gruppe, sondern auch von Außenstehenden wahrgenommen werden. In den 1990er Jahren, als der Skinhead das role model der jugendkulturellen Ausdrucksform der extremen Rechten war, war das zumindest auf den ersten Blick einfach. Selbstverständlich gab es auch damals andere, nicht-rechte Skinheads, doch in der Öffentlichkeit dominierte die Gleichung Skinhead = Neonazi. Umgedreht funktionierte das auch. Wer sich als Jugendlicher oder junger Erwachsener als Neonazi zu erkennen geben wollte, der wurde einfach Skinhead. Und er oder sie spürten sofort die Folgen der zumindest ästhetischen Zuordnung zu dieser Szene. BürgerInnen, MigrantInnen und teilweise auch Linke wechselten bei ihrem Anblick zumeist die Straßenseite. Allmachtsgefühle und -phantasien stellten sich oftmals ein, vor allem dort, wo Skinhead-Gruppen nicht auf Widerstand stießen.

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„Skinhead Way of Life“ und Nazi-Inhalte: Die Band „Smart Violence“

Quelle: Lotta-Magazin

In den vergangenen Jahren erfreuten sich RechtsRock-Bands, die sich stilistisch an Metalcore und Hardcore orientierten, einer großen Beliebtheit in der Szene. Die nordrhein-westfälische Band „Smart Violence“ hält hingegen weiterhin den Skinhead-Kult hoch und möchte zurück zu den angeblichen „glory days of R.A.C.“ Ihre Songtexte drehen sich aber nicht nur um den „Skinhead Way of Life“, sondern sind ebenso deutliche Bekenntnisse zur neonazistischen Ideologie.

Die Band Smart Violence gründete sich 2012 und brachte noch im selben Jahr die Demo-CD „hard hitting skinhead rock“ bei Old School Records, einem der führenden deutschen Label für RechtsRock, heraus. Die Bandmitglieder sind keine Szene-Neulinge, sondern können zum Teil auf jahrelange Erfahrung im neonazistischen Musik-Bereich zurückgreifen. Der Kern der Band besteht aus ehemaligen Mitgliedern der 2002 gegründeten Angry Boot Boys. In Interviews erklärte Smart Violence, sie habe sich gebildet, weil Angry Boot Boys eine längere Pause absolvieren würde. Aufgelöst hätte sich die Band aber nicht.

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